Ein offener Brief an die Herrscher der DRM-Hölle

by Gunnar on 24. Januar 2012 · 65 comments

Liebe Content-Industrien,

ich habe durchaus Verständnis für Copyrights. Ich habe mein ganzes Berufsleben und auch privat als Blogger und Autor täglich das produziert, was heute so abwertend “Content” heißt. Und möchte nicht, dass Leute sich ohne zu fragen daran bedienen. Ich habe auch die dramatische Amiga-Zeit mitbekommen, als die Firma Thalion unterging, deren Spiele ich mochte, die aber wegen der Raubkopien keine Zukunft für sich mehr sah. Ich war dabei, als Anno 1602 in Deutschland im ersten Jahr gut das Fünffache von Starcraft verkaufte, weil Starcraft eben keinen Kopierschutz hatte und Anno immerhin einen schwachen. Ich stehe auf dem altmodischen Standpunkt, dass wenn man etwas nutzen möchte, auf dem ein Preisschild klebt (und für dessen Erschaffung jemand hart gearbeitet hat), man gefälligst zahlen möge.

Aber das ist die eine Ebene, die intellektuelle Ebene sozusagen.

Meine Lebenserfahrung lehrt mich etwas ganz anderes.

Vor langer Zeit, da kaufte ich regelmäßig CDs. Bis mir auffiel, dass sich gekaufte CDs in meinem Auto-CD-Player nicht mehr abspielen ließen, wegen des Kopierschutzes, gebrannte aber schon. Da ich im Auto Musik hören wollte, stieg ich um.

Dann kaufte ich Musik auf iTunes, bis mir irgendwann gleichzeitig iPod und PC crashten und sich die gekaufte Musiksammlung, wegen des Kopierschutzes, nicht mehr legal abspielen ließ, die gerippten Tracks aber weiterhin liefen. Ich kaufte dann Musik bei Amazon, DRM-frei, das löste das Problem.

Dann kaufte ich Serien auf iTunes, bis mir gestern auffiel, dass ich die Folgen nicht auf meine Xbox streamen kann, wegen des Kopierschutzes, im Netz herrenlos aufgefundene Filme aber schon. Ich kann mir jetzt ein Apple-TV kaufen oder wieder nach DRM-freien Quellen suchen, bin’s aber durchaus auch leid, durch immer neue Feuerreifen zu springen, während die Industrie mir weiterhin Steine in den Weg legt.

Liebe Entscheider der Content-Industrien, ich gehöre zur ersten Generation der Internet-User. Wir sind die Leute, die iTunes mit unserer Kaufkraft überhaupt erst möglich gemacht haben. Wir sind die Leute, die mit Flattr spenden, die über Paypal Serials für Software kaufen, die den Indies über die Humble Bundles ein bisschen Herzblut zurück geben, die die ganze App-Ökonomie am Leben halten.

Wir tun das nicht, weil wir nicht wüssten, wie ein Jailbreak funktioniert. Oder wo wir Keygens und Cracks und Serialz und Musik und ganze Filme finden. Wir tun das aus Überzeugung, weil wir für das, was wir konsumieren, gerne bezahlen. Ich würde erwarten, dass man uns für diese Haltung liebt. Aber nein, wir sind die Feinde, denen man widerstrebend gerade so viel Nutzungsrecht überlässt, damit ein Vertrag erfüllt werden kann.

So geht das nicht. Ich will mein Eigentum so nutzen, wie’s mir gerade gefällt, auf welcher Plattform auch immer. Und ich möchte, in einer globalisierten Welt, Werke dann kaufen können, wenn sie auf den Markt kommen und nicht erst dann, wenn ein Portfolio-Manager entscheidet, dass er mein Land jetzt endlich doch auch freischalten möchte, weil alle anderen Verwertungsketten erschöpft sind.

Johnny von Spreeblick hat das kürzlich noch ein bisschen hübscher gesagt: “Und wenn sich die Unterhaltungsbranche dann irgendwann mal dazu bequemen könnte, aus dem Erfolg von Megaupload etc. zu lernen und internationale Lösungen für Konsumenten anzubieten, statt ihre Energie in nicht minder schmutzige Lobbyisten-Arbeit in der Politik zu vergeuden, dann kommt vielleicht langsam mal was ins Rollen. Von mir aus kann dieser ganze Schrott wie Megaupload nämlich gerne aus dem Netz verschwinden, ich will weder beschissene Pornowerbung noch flackernde Download-Timer ertragen müssen und an solche Portale erst recht kein Geld zahlen, um den Film meiner Wahl sehen zu können, sobald er fertig produziert wurde. Ich lege gerne fünf oder zehn Euro im Monat aufs Trackpad, wenn ich davon ausgehen kann, dass die Produzenten einen Teil davon erhalten und der ganze Kram legal ist.”

Geht in euch, ich bin den ganzen Ärger ein bisschen leid.

Herzlichst,

ein zahlender Kunde

{ 57 comments… read them below or add one }

Ace T. Januar 24, 2012 um 18:04

Ich gehöre zwar zur anderthalbten Generation der Internetuser, aber ich kann diesen offenen Brief so wie er ist nachvollziehen und unterschreiben!

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Hazamel Januar 24, 2012 um 18:14

Amen!
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Ich würde auch noch mehr Geld ausgeben wenn man mich lassen würde, statt mir an diversen Stellen vorzuhalten, dass ich aus Deutschland komme und das deswegen nicht bekomme. Aber das ist ein anderes Thema.

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Yukiru Januar 24, 2012 um 18:44

Anno 1602 war irgendwie zu groß um auf normale CDs gebrannt werden zu können, soweit ich mich an einen dunklen Artikel erinnere.Großartiger Kopierschutz. :) (serious)

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Elion Januar 24, 2012 um 19:01

Oh ja, ein sehr schöner Beitrag! Unterzeichne ich genau so!
Ich kaufe mir wirklich gerne originale DVD bzw. inzwischen Blu-Rays und habe mich bisher auch immer über eine Digital Copy gefreut in dem Bewusstsein, dass wenn ich mal ein Tablet habe ich die Digital Copy draufspielen kann und auch unterwegs meine Lieblingsfilme genießen kann – Pustekuchen, keine DRM-Unterstützung!

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Lothar Januar 24, 2012 um 19:19

Ich zähle mich zur gleichen Generation und hätte da noch ein paar Punkte:

Mein erstes gekauftes Spiel war Gunship für den C64, davor habe ich mich als Bewahrer extern gelagerter Sicherheitskopien betätigt. Warum habe ich mir das gekauft statt zu kopieren? Weil mir das ewige “drücke jede Taste um herauszufinden, welche das Spiel erwartet” zu blöd wurde und ich mir den “Luxus” einer Anleitung gönnen wollte. Danach bin ich beim Kauf geblieben. Perlen wie Ultima mit seinen Stoffkarten oder Tornado mit seiner mehrere hundert Seiten starken Anleitung, die man sich an einem Wochenende zu Gemüte führen musste, um überhaupt eine Chance zu haben, habe ich noch gerne im Gedächtnis.

Macht sowas bitte wieder. Diese auf DVD-Größe zusammengeschrumpften Spiele reizen mich nicht mehr. Da warte ich lieber ein, zwei Jahre und kaufe mir dann das 10 EUR Pack mit allen Addons (und Patches).

Liebe Verlage: Macht bitte nicht den gleichen Fehler wie die Musikanbieter und lasst den Verkauf von DRM-geschützten Büchern sein! Immerhin habt ihr euch ja inzwischen auf ein Format geeinigt (epub), wenn man mal von den üblichen Verdächtigen Amazon und Apple absieht. Hier gilt das gleiche wie von Gunnar bei DVDs genannte. Welcher Teufel reitet euch, zu meinen, mir ein Buch nicht verkaufen zu wollen, nur weil ich in Deutschland sitze, während ihr es nur für den US-Raum verkaufen wollt. BTW: Das gedruckte Buch kann ich im gleichen Shop ohne Probleme bestellen, muss halt nur mittels Flieger zu mir transportiert werden, während ein ebook ja einfach durch ein Transatlantikkabel rauschen müsste… Mit dem Verhalten erzeugt ihr nur die Spaltung eurer Kundschaft. Die eine Hälfte geht zu Google und investiert die nächsten fünf Minuten, um auf Calibre zu stoßen, die andere Hälfte schmeisst den Torrent an und lädt sich dort das Buch (zusammen mit 500 anderen im ZIP) herunter und kommt dann erst mal gar nicht mehr bei euch vorbei, weil er sich durch die 500 Bücher ja erst einmal durcharbeiten muss…

Manchmal frage ich mich echt, warum ich mir den Aufwand überhaupt antue, ein ehrlicher Kunde zu bleiben.

Grüße, Lothar

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Manuel Januar 24, 2012 um 20:09

*sign*
Audio-CDs sind übrigens inzwischen wieder erträglich und nachhaltig. Die Musik-Sparte der Content-Mafia hat da wohl das (den?) Korn gefunden.

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Drizzt Januar 24, 2012 um 20:37

Ja, die hässlichen DRM-Ro**-Systeme, da hatte ich hier im Blog IIRC auch schon mal was dazu im Kommentarbereich angemerkt. Naja, hat in meinem Fall dazu geführt, dass ich praktisch keine neuen Spiele mehr kaufe und dafür lieber mal wieder die alten Schätze vorkriege. Spätestens bei mit Spielen mitgelieferter Schadsoftware, die meinen Rechner schlimmer durchsucht als ein Trojaner auf der Jagd nach Kreditkartendaten oder ständigem Onlinezwang (sehr nett, wenn man gerade im Flieger hockt, mal ganz vom Nutzungszeitprofil abgesehen…) oder Rootkits, die schlimmer als Windows ME an guten Tagen auf meiner Festplatte marodieren, hört der Spaß auf. Aber in vielen Fällen hat ja die Story-Qualität in letzter Zeit auch gelitten (vgl. auch http://chanarchive.org/4chan/v/33480/swtor-general ) und/oder elementare Teile werden als „DLC“ nachgeliefert. Zum Glück gibt es Indie-Studios, freie (im Sinne von „Free Speech“) Software und die bereits oben erwähnten alten Spiele.

Ich glaube ja – gerade wenn man ACTA im Fischereiausschuss oder SOPA/PIPA sieht – nicht mehr, dass die Legacy-Industrien das noch lernen. Wird sicherlich noch mehr gekaufte Repressionsgesetze (ich weise hier mal auf die Aussagen des Herrn Dodd nach dem SOPA-Debakel hin) geben, bis es evtl. mal wieder besser wird.

Grüße,
Drizzt

P.S.@Herr Kaliban: Könnten sie eine übersetze Fassung des Briefes bitte an Blizzard wegen Diablo 3 (und nachträglich StarCraft 2) schicken? Die Spiele würde ich nämlich schon gerne spielen, aber mit dem aktuellen DRM wird das nichts. ;)

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Drizzt Januar 25, 2012 um 15:01

Ja, ja, ich weiß, auf einen selbst antworten ist nicht ganz so prickelnd, aber ich wollte darauf hinweisen, dass seit heute ein weiterer (optisch opulenter) DRM-freier Titel für Linux, MacOS X und Windows zur Verfügung steht: Oil Rush (ein RTS) von Unigine (die Leute hinter der gleichnamigen Engine). Damit das nicht zu viel Werbung wird, linke ich mal nicht auf die offizielle Homepage, da Interessierte das sicher auch so finden. ;-)

Grüße,
Drizzt

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Mark Januar 24, 2012 um 23:36

Der grossartige Jim Sterling hat das vor kurzem auch kommentiert: http://www.escapistmagazine.com/videos/view/jimquisition/5268-Piracy-Episode-One-Copyright

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Yalcin Januar 25, 2012 um 00:05

Danke Gunnar! \o/

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Michael Herzog (@SenorKaffee) Januar 25, 2012 um 02:37

Das Verhalten der Contentmafia kann ich nur als “bockig” beschreiben. Auf viele wichtige Fragen gibt es nur die Antwort “Das ist so nicht vorgesehen”.

Warum macht sich keiner Gedanken darum, wie ich innerhalb von 24 Stunden eine in den USA frisch ausgestrahlte Folge von Fringe für meinen Mediaplayer in Deutschland kaufen kann? Ich würde dafür ja Geld bezahlen – auf eine Staffel gerechnet sicherlich sogar mehr, als ich später für die DVD-Box ausgeben würde. Die ihr mir auch nicht so richtig verkaufen wollt (Region Lock).

“Das ist so nicht vorgesehen” kann nicht mehr die Antwort sein, wenn das freie Angebot im Torrent auf Konsum wartet. “Das ist illegal” ist auch keine Antwort auf meine Frage.

Bei Spielen kann ich aktuell nicht mitreden, Pile of Shame noch zu groß. Wenn ich allerdings eine portable Version von Photoshop oder Vegas auf meinem USB-Stick haben will heisst es auch “Das ist so nicht vorgesehen”. Trotz vorhandener Lizenzen muss ich dafür auf Raubkopien zurückgreifen, wie absurd.

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Herrhase Januar 25, 2012 um 03:07

Allein die unsitte auf gekauften dvds und bluerays nicht überspringbare trailer und raubkopiere=verbrecher screens zu platzieren stinkt mir.

Ich hoffe jemand liestbihen aufruf herr lott

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Drizzt Januar 25, 2012 um 14:15

Man könnte ja den MPlayer verwenden… ich habe Dank MPlayer und lsdvd (jeweils mit einer Bibliothek vom VideoLAN-Projekt für aufgepresste Datenfehler) schon seit Ewigkeiten keine unüberspringbaren Werbevideos der GVU oder der MPAA sehen müssen. Ich gebe allerdings zu, dass das auf Standalone-Geräten eher nicht funktioniert (außer man bastelt sich sein eigenes Mediacenter, da geht das dann wieder).

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Lothar Januar 25, 2012 um 17:34

Diese “raubkopierer sind Terroristen”-Spots sind inzwischen ins positive geändert. So in der Art “mit dem Kauf dieser DVD unterstützen Sie die Industrie… THANK YOU!”. Der Spot ist erträglich kurz und vom Stil her kommt er erheblich positiver rüber als die früheren.

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Drizzt Januar 25, 2012 um 17:58

Hm, bei einer relativ neu gekauften DVD (allerdings kommt die von der Insel) ist noch so ein FACT-Trailer der Raubmordkopierer-Sorte drauf (FACT ist IIRC deren GVU), aber egal, kann man ja wie gesagt ignoerieren.

ph Januar 25, 2012 um 10:10
Traveller Januar 25, 2012 um 10:50

Hm, ein weites Feld, auf dem ich dem Kaliban aber großflächig zustimme. Als Konsument muss wohl jeder seine ganz eigenen mehr oder weniger idealistischen Kompromisse eingehen. Mir würde zum Beispiel als arbeitstätiger Familienvater einfach auch die Zeit fehlen, mich für ein 200seitiges Buch für 4,50 oder ein fünfminütiges Lied für einen Euro auf die Suche nach einer unverbuggten Raubkopie zu machen – dann lieber das Original, das die einschlägigen Verdächtigen ja mittlerweile als feines Conveniance-Produkt anbieten.

Am meisten nervt mich aber die Video-Situation. Mal abgesehen vom unsinnigen Region-Code ist man als Fan von US-Serien auch als legaler Kunde echt aufgeschmissen. Warten bis die (deutsche) DVD rauskommt? Einen legalen Stream (Amazon.com) anschauen, aber das geht natürlich dann nicht auf dem Fernseher? Früher war mein Hauptargument gegen Videodownloads von Bittorrent & Co. die schlechte Qualität – das ist mit Glasfaser und HD nun vorbei.

Fazit: Ich kaufe meine Bücher, Musik und Spiele im (digitalen) Original und lasse mir von Videobuster sogar BluRays schicken – für bestimmte Sachen wie aktuelle US-Serien muss ich mich aber fast zwangsläufig in die Illegalität begeben. Warum, liebe Filmindustrie?

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Lencer Januar 25, 2012 um 13:14

Danke danke danke, dem kann ich nur zustimmen.

PS: Bitte Thalions Amberstar/Ambermoon für Eurer Stay-Forever-Podcast vormerken. Ambermoon hatte eine der genialsten Story-Überleitungen von einem Teil zum anderen.

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Rod Januar 25, 2012 um 14:51

Ich kaufe einfach nichts was irgendwie nach Kopierschutz riecht…Wenn ihr das auch so macht, dann wird sich was ändern. Auf eines achtet die Contentmafia: den Umsatz!

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Krautmeister Januar 25, 2012 um 22:03

Darf ich noch einen kleinen Punkt anfügen? Wenn ich eine DVD/BlueRay kaufe oder leihe, dann werde ich Minutenlang darüber belehrt, was ich mit dieser gekaufen/geliehenen Disk alles NICHT machen darf, oft auch noch in verschiedenen Sprachen. Nein, ich werde den Film nicht öffentlich zeigen und, nein, auch nciht auf einer Ölbohrplattform oder in einem Gefängnis zur Aufführung bringen!
Dann kommt ein Film, der mir noch einmal verdeutlicht, warum ich KEINE FILME RAUKOPIEREN SOLL und dann kommt noch Werbung. Großzügige Anbieter lassen an dieser Stelle immerhin vorspulen zu.
Nach nur 3-5 Minuten bin ich dann endlich bei dem Film angekommen. Muss das denn sein???

Krautmeister

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Styg Januar 25, 2012 um 23:26

DRM ist eine Ausprägung der gewollten Obsoleszenz von Produkten in der virtuellen Welt. Kerneigenschaften einer digitalen Datei – verlustfreie Nutzung, Übertragung und Vervielfältigung – vertragen sich eben nicht mit dem Ansatz, Sollbruchstellen in Produkte einzubauen.
Wie soll man den sonst der werten Kundschaft nach drei Jahren eine weitere Iteration andrehen, Oder noch besser, dasselbe Produkte erneut?

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Claus Januar 25, 2012 um 23:57

Amen, amen, amen.

Das man als treuer, mustergültiger Kunde den Hohn und Spott der Raubkopierer als auch die Folterwerkzeuge der Industrie ertragen soll, lässt sich am Ende einfach nicht mehr mit gesundem Menschenverstand erklären.

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BidHD Januar 26, 2012 um 00:25

Ich kann mich daran erinnern wie ich vo ein paar Jahren Musik bei musicload gekauft hab. Und dank des netten Kopierschutzes lies sich diese nur auf dem PC abspielen, auf den ich sie geladen hatte, aber auf keinem anderen Gerät. Somit war das Musikladen über musicload so gut wie nutzlos, wenn man die mp3 dann nicht mal auf seinem mp3-Player hören kann, weil nur der PC Rechte zum lesen der Datei besaß. Und dass, nachdem man für einen Titel da 2-3 Euro bezahlt hatte. So geht´s ja auch nicht.

Mit der ganzen Kopierschützerei wirds doch eher für den ehrlichen, zahlenden Kunden schwieriger. Sich dagegen z.B. Cracks zu laden eher weniger. Cracker finden doch eh immer einen Weg.

Es gibt da diese nette Kosten/Nutzen- bzw. Input/Output-Kurve. Je mehr man investiert desto geringer wird der pro Input entstandene Output einer Produktion. Wird zu viel investiert wird die Produktivität gar rückläufig. Kurz um das Optimum des Inputs wurde überschritten und so ist es denke ich heute bei all den Kopierschutzmaßnahmen. Wenn die Content-Industrie mehr Konsumenten von Raubkopien, Cracks und weniger ehrliche Käufer will, ist sie auf einem guten Weg genau das zu provozieren, was sie ja eigentlich zu vermeiden versucht.

Kunden werden mittlerweile durch Kopierschutz eher abgeschreckt das Produkt zu kaufen. So ist es mir zuletzt mit BF3, Origin und EA gegangen.

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Lars Januar 26, 2012 um 10:27

aha.. uiui, mal wieder ne ganz allte kamelle.. aber die internetkiddiz werden dich in den himmel loben

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Gunnar Januar 26, 2012 um 11:15

ja, ist nicht neu, der standpunkt. aber es ist ja auch kein essay für die “zeit”, sondern reflektiert nur meine persönliche erfahrung.

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Daniel Januar 26, 2012 um 11:27

Würde ich auch alles sofort unterschreiben.

Allerdings habe ich mich auf einen anderen Standpunkt gestellt: Keine Serie ist so wichtig, keine Musik so toll und kein Spiel so perfekt, als daß ich es nicht (für immer) ignorieren könnte.

Also entweder bekomme ich es dann wann ich es will ohne DRM oder ich lasse es sein, und kaufe … nichts. Keine Beschwerde, liebe Medienindustrie, keine illegalen Downloads, einfach nur 9,99€ die euch fehlen.

Ich bin immer noch der (altmodischen) Ansicht, daß die Medienindustrie MIR dankbar sein sollte, wenn ich etwas kaufe und nicht umgekehrt. Nicht IHR macht meinen Tag besser wenn ihr eine neue Folge Fringe veröffentlicht sondern ICH EUREN wenn ich sie kaufe.

Also solltet ihr alles tun, um mich davon zu überzeugen, euch mein Geld in den Rachen zu werfen. Wenn ihr das nicht könnt, oder nicht wollt, dann lasse ich es eben, zucke mit den Schultern und spiele lieber noch eine Weile mit meiner Tochter, gehen joggen oder rufe mal wieder meine Eltern an. Geht alles – man darf sich nicht zu sehr von Medien abhängig machen.

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Scheinprobleme Januar 26, 2012 um 11:56

Passend zum Thema, Audiobookflatrate natürlich nur über dem Teich verfügbar: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Flatrate-fuer-Audiobuecher-1422177.html

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Dominik Januar 26, 2012 um 19:10

… genau der Grund warum ich zwar bereit bin für HD-Fernsehen mit HD+ zu bezahlen (jaja, ist nur Bearbeitungsgebühr wegen dem Mehraufwand mit den Karten ;) ) – aber die Karte steckt in der nicht-zertifizierten Dreambox, damit ich im TimeShift und bei Aufnahmen noch hin und her spulen kann…

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mcbexx Januar 27, 2012 um 00:55

Tja, früher war der Kunde noch König. Heute gilt “Content is king”.
Damit ist das Drama eigentlich kurz und prägnant zusammengefasst.

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Olli Januar 27, 2012 um 11:06

Na toll, Wordpress hat meinen Kommentar gefressen. Also nochmal in Kurzform: Wollte gestern mit meinem Vierjährigen den Kleinen Eisbären schauen und was bekommt man erstmal zwangsweise aufgedrängt: den unsäglichen Spot, in dem die Mama mit den Kindern dem Raubkopierer-Papa vor dem Knast ein Ständchen spielt. Auf einer KINDER-DVD!!! Mich regt das maßlos auf!

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wesbound Januar 27, 2012 um 16:41

Ich hab mir erlaubt, das im Hinblick auf höheren Verbreitungsgrad ins Englische zu übersetzen: http://goo.gl/gHuUu – natürlich mit einer gefühlten CC-BY-NC-SA-Lizenz im Hinterkopf und vollständiger Quellenangabe. Ich finde, das trifft den Kern der ganzen pervertierten Copyright-Debatte.

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Drizzt Januar 27, 2012 um 16:51

Weil es so schön passt: Ubisoft ist mit dem aktuellen Anno mal wieder negativ aufgefallen: http://www.techdirt.com/articles/20120122/08260517502.shtml (Kurzfassung: dreimal aktivieren, danach neues Spiel neue Lizenz kaufen)

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Martin Bieder Januar 27, 2012 um 23:12

Die Geschichte mit dem gecrashten iPod und PC stimmt so nicht. Natürlich gibt es eine Möglichkeit, bei iTunes gekaufte Musik nach einer Neuinstallation wieder abzuspielen. Man meldet sich einfach an seinem iTunes-Account an, ordnet den frisch installierten / wiederhergestellten Computer seiner Apple-ID zu und kann alle gekauften Titel wieder gratis herunterladen und abspielen.
Habe ich schon mehrmals erfolgreich praktiziert.

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Gunnar Januar 28, 2012 um 10:11

Ging damals nicht, ich schwöre. War kurz nach der Einführung von iTunes, können da die Regeln anders gewesen sein?

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zsouzsou Januar 28, 2012 um 00:31

Lieber Herr Kaliban,
vielen Dank für diesen rant – zu 100% geteilt und unterstützt.
Ganz zu schweigen von der Studie der GFK (http://www.heise.de/tp/blogs/6/150152), die zu dem Ergebnis kam, dass die, die Medien aus “zwielichtigen” Kanälen konsumieren, eben auch diejenigen sind, die z.B. so cineastisch sind, dass sie 10er Karten für Filmfeste kaufen und generell öfter ins Kino gehen als Hans und Erna Kleinschmidt, die 1x im Jahr den Blockbuster angucken (und dann einen nervenden Spot über böse Raubkopierer angucken müssen… wie alle DVD Käufer auch….). Und tatsächlich würde ich sogar 20 EUR pro Monat auf den Tisch für freie Mediennutzung hinlegen – statt die Pro-Kopf-Ablasszahlung an die GEZ….. Aber das ist ein weites Feld….

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Pewi Januar 28, 2012 um 02:24

Stimme ich voll zu. Das gleiche Spiel bei den eBooks. DRM. Mir gehört das von mir gekaufte Buch nicht mehr. Okay, ich kaufe nur noch DRMfreie Bücher. Oder, ich habe das Rollenspiel “Skyrim” geschenkt bekommen. Das Spiel ist wunderbar und ich würde jeden steinigen, der die viele Arbeit, die dort hineingesteckt worden ist, für umme haben möchte. Ich würde auch nicht für lau arbeiten wollen. Nur, DRM! Man muss extra sich einen Steam-Account zulegen, der einen das Leben dann nicht leichter macht. Und wehe, wenn das Internet ausfällt. Ich, die still so vor sich hinspielt im kleinen Zimmerlein, allein vor dem PC, die überhaupt nicht mit anderen während des Spiels in Kontakt sein will, die totale Singleplayerin, MUSS immer Online spielen. Entweder oder! Wenn das Internet ausfällt, dann Adé mit dem Spiel, das eben nicht für nen Appel und nen Ei zu haben war. Ich finde das alles unverschämt.

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Danilo Januar 28, 2012 um 03:03

Habe extra für diesen Beitrag wieder mein Flattr-Guthaben aufgeladen…

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David Januar 29, 2012 um 02:05

Das Zauberwort heisst Generalverdacht.
Wie wir Buerger bei unserer Regierung, so auch bei den Vertreibern von Spielen, Buechern, Musik und Filmen stehen alle Kunden erst mal unter Generalverdacht, die Anbieter betruegen zu wollen. Dadurch entsteht diese “Kundenfreundlichkeit”. Mich wundert eigentlich nur noch, warum man Print Buecher nicht auf Alu Folie druckt, und damit das Scannen und Kopieren erschwert, oder diese sich nach dem Umblaettern der letzten Seite ala Mission Impossible selbst zerstoeren.

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Verschwöhrungstheoretiker Februar 2, 2012 um 18:24

‘… PC-Notstand…’
Das hast Du nun davon; der Herrscher der DRM-Hölle hat nämlich – wegen dieses frechen Artikels – mit seinen finsteren Mächten Deine PCs kaputt gemacht. Irgendwie durch die Steckdose oder so.

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JK Mai 23, 2012 um 09:13

Ja, ich stimme dir zu. Aber auch nicht.

Denn nicht nur auf der Seite der “Content-Industrie” (was für ein hässliches Wort für Kreative und deren Verwerter) muss ein Umdenken stattfinden, sondern besonders bei den Konsumenten. Denn die DRM-Sache ist ja eigentlich nur ein Katz-und-Maus-Spiel.

Gäbe es keine – oder zumindest deutlich weniger – Raubkopien, müsste man auch kein DRM einsetzen. Aber mit DRM werden viele zu Kopien gedrängt, weil DRMs immer nerviger/aggressiver werden. Eine Schlacht, bei der am Ende beide Seiten verlieren.

Aber was bringt es, wenn Hersteller/Entwickler/Publisher als Gutmenschen DRM-freien Content auf den Markt bringt, die User aber weiterhin kopieren wie die Karnickel, weil sie kein ehrliches Gewissen haben? Nichts!

Es muss also ein Umdenken auf beiden Seiten stattfinden. Und das findet dank iTunes & Co so langsam statt.
Aber solange sogar 79Cent-Apps, zu denen es auch Demo-Versionen zum Antesten gibt, gecrackt und gesaugt werden, sehe ich eher schwarz um die Ehrlichkeit der Menschen :(

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TheOrigin Dezember 18, 2012 um 13:57

Kudos, Gunnar! Warum ich erst jetzt auf diesen Blog gekommen bin, wissen nur die Internetgötter selbst – vermutlich war ich letzten Januar zu beschäftigt mit EA & ACTA. Daher nun mein verspäteter Dank nebst Blogeintrag. Mögen die Besucherzahlen ins unermessliche steigen ;)

http://www.theorigin.de/content.php?1058-Offener-Brief-an-die-Herrscher-der-DRM-H%F6lle

Viele Grüße
TheOrigin

Antworten

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