Jeder wie er will

by Gunnar on 11. Februar 2012 · 6 comments

Das Goldkindtm und der Herr Kaliban sitzen zu Tisch.

Goldkind: (führt einen Löffel mit dampfendem Kartoffelbrei zum Mund)
Herr Kaliban: Halt, sei vorsichtig!
Goldkind: Hä? Bin doch vorsichtig.
Herr Kaliban: Bei heißem Essen probiert man erstmal mit der Lippe, ob’s nicht zu heiß ist.
Goldkind: Ich bin eben anders vorsichtig. Jeder darf auf die Art vorsichtig sein, die er will.
Herr Kaliban:
Goldkind: (führt den Löffel flott zum Mund) Au! Heiß! (lässt den Löffel fallen, heißer Kartoffelbrei spritzt auf Tisch, Teller, Goldkind und Herrn Kaliban)
Herr Kaliban: I have informed you thusly.
Goldkind: (zetert) Au. Uh. Ih. (hält inne) Was heißt infromtsusli?
Herr Kaliban: Ach, nichts.

Dieselbe Diskussion hatten wir dann später am Tag nochmal:

Goldkind: Fünf-Zehn, Sech-Zehn, Sieb-Zehn, Zwanzig.
Herr Kaliban: Du hast Acht-Zehn und Neun-Zehn vergessen, die kommen nach Sieb-Zehn.
Goldkind: Argh. Verbesser mich nicht immer, ich zähle eben anders als du.

Grmpf. Wer hat denn dem Kind diesen Individualismusunsinn beigebracht, dass jeder alles auf seine Art machen darf? Lehrt man das in Kindergärten?

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