April 2012

Ladebalken (from Hell)

by Gunnar on 30. April 2012 · 15 comments

Kürzlich fiel mir auf, dass die Kaffeemaschine im Büro, die seitlich zu den Bürotischen steht, einen Ladebalken hat, also eigentlich keinen Balken, sondern einen Kreis, aber das Prinzip ist das das gleiche. Die Maschine spielt den in einer Pause zwischen Start und Hochheizen ein, aber der Ladekreis lügt, wie heutzutage alle Ladebalken: Wenn er voll ist, beginnt die Animation von vorne.

Wer hat sich denn diesen perfiden Unsinn ausgedacht?

Früher, als UI-Elemente noch Sinn hatten, als ein Diskettensymbol beispielsweise noch einen Diskettenzugriff repräsentierte, da war der Ladebalken ein verlässlicher Freund: Mit 50 Prozent Füllung hatte man ungefähr 50 Prozent der Ladezeit erreicht und wusste, ob es sich lohnen würde, weiter den Schirm anzustarren oder ob nicht noch Zeit für eine Zigarette oder eine Runde mit dem Zauberwürfel wäre. Dann begann der Balken unzuverlässig und launisch zu werden, vor allem bei Installationen. Plötzlich war in 15 Sekunden die 70-Prozentmarke erreicht, die nächsten 25 benötigten dann 43 quälende Minuten voller Ungewissheit, die letzten 5 erschienen ohne vergehende Zeit aus dem Nichts.

Vertraue der Welt nicht, schienen die Programme zu sagen, verlasse dich nicht auf Software und UI. Glaube nur dem, was du selber in der Hand hältst.

Und dann wurde es noch schlimmer: Der Ladebalken wurde zu einer blanken Pausenanimation. Fortan begann der Ladebalken nach Erreichen des rechten Randes einfach von vorne, wie ein Mac-Bällchen oder eine Windows-Sanduhr. Ach, die Schmerzen, die zerstörten Hoffnungen, die ich erlebte, bis ich lernte, diese Täuschung zu durchschauen.

Mittlerweile ignoriere ich Ladebalken, wende mich enttäuscht ab von der oberflächlichen Welt, in der nichts mehr echt ist, alles nur Schein.

Aber wenn die Revolution der User endlich kommt, werde ich mich dafür einsetzen, dass die UI-Designer von Kaffeemaschinen als erstes an die Wand gestellt werden. Noch vor denen von Business-Software und CMSen.

Sonntagslinks #133

by Gunnar on 29. April 2012 · 2 comments

Linkliste, sonntäglich. Außer manchmal.

VIDEO und AUDIO

TV: Ein Bericht über die DDR-Computerfirma Robotron. ###

TV: Nerd-Alarm, eine Arte-Doku. ###

DIY: Ein Typ hat den Star Trek-Phaser nachgebaut. ###

RETRO: Wie es aussähe, wenn Angry Birds in den 80ern erschienen wäre. ###

ANIMATION: Wer errät alle 20 Videospiele, die hier dargestellt sind? (Klickbefehl!) ###

ANIMATION: One Man Band ist ein Pixar-Kurzfilm von 2005. Sehr hübsch. ###

PARODIE: If I were a core ist die Portal-Version von “If I were a boy” von Beyoncé. ###

SLOW-MO: Das (sehr bunte) Holi-Festival in Indien, hübsch gefilmt. ###

GRAFIK: The State of the Web (Oatmeal). ###

GRAFIKEN UND FOTOS

TIERFOTOS: Kolibris, mitten im Flug. ###

TIERFOTOS: Beutetiere, die sagen “heute nicht”. ###

INFOGRAFIK: Geek oder Nerd — was bist Du? ###

ZEICHNUNGEN: Star Wars/Walt Disney: 1 2 3. ###

KUNST UND SO: Erinnert sich noch jemand an die Color-Cycling-Effekte, die man früher immer in Spielen sah? ###

TEXTE

ESSAY: Der Mann, das Tier. ###

GLOSSE: Wie eine Schriftstellerin den Marsmenschen Amerika erklärt. ###

ARTIKEL: Warum hat sich der Produktivitätsfortschritt in den USA nicht in höheren Einkommen niedergeschlagen? ###

ARTIKEL: Die Geschichte von dem 92jährigen Raubkopierer, der Filme an US-Soldaten im Ausland verschickt hat. ###

BLOGPOST: Zu den Unterschieden von nude/naked bzw. shadow/shade. Für Sprachinteressierte. ###

DEBATTE: Crysis 2 und die Frage, ob es den Computerspielepreis verdient hat. ###

EIN KESSEL BUNTES

GAME: In Tinysasters baut man eine Ökonomie in 8×8 Felder auf. Bis ein Unglück passiert. ###

SOCIALDINGS: Klouchebag ist eine Art Anti-Site zu Klout. ###

BUCH: Darth Vader und sein Sohn, die Geschichte des vierjährigen Luke. ###

Dies war die heutige Ausgabe der wöchentlichen Linkliste vom Herrn Kaliban, wie immer entstanden unter Mithilfe einiger freundlicher Linkeinsender (Julian, Balkan-Toni, Knut). Sachdienliche Link-Hinweise werden vom dankbaren Herrn Kaliban jederzeit per Kontaktformular entgegen genommen.

Das mutige Blau

by Gunnar on 27. April 2012 · 13 comments

Das Goldkindtm verlangt vom Herrn Kaliban allabentlich drei Geschichten: eine vorgelesene, eine frei erzählte und einen kurzen Nachklapp, ebenfalls improvisiert. Eine der wenigen wiederkehrenden Figuren bei der Erzählerei ist der “Zauberer mit den blauen Füßen”; eine seiner Geschichten soll hier mal dokumentiert werden.

Wir machen uns wieder ganz klein, ganz klein, bis wir ganz leicht sind. Jetzt wachsen uns unsichtbare Flügel, starke Flügel, die uns bei ersten Gedanken in die Luft tragen. Und nun fliegen wir los, durch die Wand, über die Stadt, dem Sonnenuntergang entgegen. Bis zum runden, grünen Hügel, auf dem der Turm des Zauberers steht.

Welcher Zauberer ist es? Richtig, der Zauberer mit den blauen Füßen. Wir sehen Licht in der obersten Stube, wir schweben durch das geschlossene Fenster und sehen folgende Szene:

Der Zauberer steht vor einer Leinwand auf einer Staffelei, er will ein Bild malen. Noch ist die Leinwand leer, doch neben dem Zauberer, auf einem Tischchen, liegen Dutzende Pinsel. Alle Pinsel sind aus dunklem Holz, haben helle Borsten und in der Mitte einen farbigen Punkt. Der Zauberer nimmt einen, den hellgrauen, soweit wir sehen können, und setzt ihn auf der Leinwand an. Der Pinsel zieht eine Linie, dabei hat der Zauberer ihn nicht in Farbe getaucht. Es ist ein Zauberpinsel! Zauberpinsel malen ohne Farbe und müssen nicht gereinigt werden.

Der Zauber malt ein paar Linien mit Grau und Schwarz, dann beginnt er unten eine Fläche in Grün auszumalen. Dann hält er inne, legt die Pinsel zurück und geht aus dem Zimmer. Die Pinsel auf dem Tischchen liegen still, bis er draußen ist. Dann rollen sie hin und her und fangen an zu tuscheln. Zauberpinsel können nämlich auch sprechen!

“Puh”, sagt Grau, “der kann’s ja nicht besonders.”
“Schon die ersten Linien sind schief”, fügt Schwarz hinzu.
“Daß wird doch nichtß”, zischelt Lila, das ein bisschen lispelt.
“Der fasst mich schon ganz falsch an” ergänzt Grün.

Blau wird das alles zu viel: “Dann sagt es dem Zauberer doch, wenn ihr das Bild nicht gut findet.”
“Ihm sagen?”, “Waaas?” “Aber es ist der Zauberer!”, alle Farben reden durcheinander.

Der Zauberer kommt zurück ins Zimmer, alle Pinsel verstummen.

Er hat sich einen Tee gemacht und schlürft jetzt aus einer dunkelblau leuchtenden Zaubertasse, während er sein angefangenes Bild betrachtet.

“Ach, nicht schlecht”, sagt er vor sich hin und greift den blauen Pinsel.

Er fängt an zu malen, am oberen Rand, offenbar soll das der Himmel werden. Aber der Blauton ist für diese Stelle zu dunkel, und der Zauber malt die Fläche nicht gut aus.

“AHEM”, räuspert sich der Pinsel.

“Huh”, macht der Zauberer und hätte ihn beinahe fallen lassen. “Ich wusste gar nicht mehr, dass ihr Pinsel auch sprechen könnt” sagt er.

“Tja”, antwortet der Pinsel und zögert.

“Was ist denn? Was gibt’s zu räuspern?”, fragt der Zauberer.

“Du machst das ganz falsch”, sagt der Pinsel, “du malst nicht gut.”

“Was?”, der Zauber ärgert sich sichtlich. “Ich muss mir von meinen Pinsel nichts sagen lassen.” Darauf legt er Blau zurück und will eine andere Farbe greifen.

“Bitte, nimm mich wieder” bettelt Blau kleinlaut, “ich will auch nichts mehr sagen”.

Der Zauberer nimmt Blau, setzt an, zieht einen Strich.

“Ahh!” ruft Blau, “so doch nicht.”

“Hrmpf” macht der Zauberer. “Jetzt reicht es aber.” Wieder legt er Blau hin.

“Oh, bitte bitte, nimm mich wieder” bettelt Blau erneut, “ich will auch nichts mehr sagen. Wirklich nicht.”

Der Zauberer nimmt Blau, setzt an, zieht einen Strich.

“Ahh!” ruft Blau, “so doch nicht.”

Der Zauberer hält inne und macht ein böses Gesicht. Er lehnt den Pinsel an die Leinwand und sagt: “Nun gut, wenn du meinst, es besser zu können als ich, dann mal das Bild doch selber.”

Er breitet die Arme aus, seine Augen beginnen grün zu leuchten, im Zimmer wird es duster. Er spricht einen Zauber:

Abro Kadabro Eselsteine
Der Pinsel hat jetzt… Beine

Abro Kadabro Mehlalarme
Der Pinsel hat jetzt… Arme

Der Pinsel beginnt zu zucken und zu zittern. Plötzlich wachsen ihm grüne Froscharme und Froschbeine. Mit denen krabbelt er die Leinwand hoch und begann, mit seinem Borstenkopf zu malen.

Der Zauberer schaut ihm zu, erst mit böser Miene, dann freundlicher. “Ganz und gar nicht schlecht, wie der Pinsel malt”, denkt er bei sich.

Er spricht einen weiteren Zauber:

Abro Kadabro Eselsteine
Alle Pinsel ha’m jetzt… Beine

Abro Kadabro Mehlalarme
Alle Pinsel ha’m jetzt… Arme

Und dann wachsen allen Pinseln Arme und Beine. Sie kriechen los, kreuz und quer über die Leinwand, um zu malen. Nach wenigen Minuten ist eine wunderschöne Flusslandschaft entstanden, mit Wiesen und blauem Himmel und Bergen im Hintergrund.

Der Zauberer schaut zu.

Plötzlich klatscht er in die Hände.

Abro Kadabro Meinkaufsliste
Alle Pinsel… in die Kiste

Da fliegen alle Pinsel in eine kleine flache Kiste am Ende des Raums. Die Kiste klappt zu.

“Ach”, sagt der Zauberer, “jetzt habe ich zwar ein schönes Bild, aber ich wollte doch selber malen, nicht bloß zugucken. Selbst wenn ich es nicht so gut kann wie die Pinsel. So macht mir das keinen Spaß.”

Und er geht aus dem Zimmer. Sobald er draußen ist, geht das Licht aus. Alles ist dunkel und still, nur in der Kiste hören man leise die Pinsel reden.

Wir wenden uns ab, schlagen mit den Flügeln und fliegen durch die Wand. Wir haben den Sonnenuntergang im Rücken, es geht über die Stadt bis zu unserem Haus. Wir schweben durch die Wand und landen sanft im Bett. Die Flügel schrumpfen und verschwinden, wir dehnen uns, bis wir wieder so groß sind wie vorher.

Jetzt sind wir müde vom Fliegen, ziehen die Decke bis zum Kinn, schließen die Augen und erinnern uns noch einmal kurz vor dem Schlafen an die Geschichte vom Zauberer und dem mutigen Blau.

Film Noir

by Gunnar on 26. April 2012 · 8 comments

Jaja, es ist nicht sehr originell, dass die Hälfte (gefühlt) der hier eingebetteten Musikvideos von Herr Kalibans aktueller Lieblingsband stammen. Aber hey, das Lied ist eben so besonders schön.

Gibt’s auch in einer längeren, ruhigeren Live-Version:

Ein Brief an die Spieleindustrie

by Gunnar on 24. April 2012 · 31 comments

Background: Vor allem in UK, mit der gerade erfolgten Pleite der Spielehandelskette GAME und dem starken Konsolenmarkt, läuft seit einem Monat eine Diskussion um das Thema “Machen gebrauchte Spiele das Geschäftsmodell der Spieleindustrie kaputt?”. Angeheizt wird die Debatte durch die Gerüchte um die Nachfolger von PS3 und Xbox 360, die angeblich keine Gebrauchtspiele mehr abspielen werden.

Dazu ein paar Anmerkungen von mir, in der derzeit beliebten Form des offenen Briefs:

Liebe Spieleindustrie,

wir kennen uns doch schon lang, dennoch habe ich manchmal das Gefühl, dass ich über Dich zuviel weiß, Du über mich aber gar nichts. Vielleicht trügt mich meine Eitelkeit aber nur, vielleicht weißt Du alles über mich, lässt nur eben Deine Handlungen nicht beeinflussen. Ich meine, hey, wenn Du mich kennen und schätzen würdest, würdest Du doch nicht all diese waffengeile Militärscheiße rausbringen, all die DRM-vernagelte Mittelmäßigkeit, all diese halbfertigen DLC-Fallen. Aber nun ja.

Liebe Spieleindustrie, ich erzähle Dir mal was Wichtiges über mich:

Ich kaufe jeden Monat ein Spiel.

Okay, das ist nicht ganz richtig, ich kaufe jeden Monat viel mehr Spiele, Indie-Games, iPhone-Games, kleine Sachen sozusagen. Aber in eurer Definition, im klassisch vollpreisigen Sinne kaufe ich pro Monat ein Spiel. Das kostet mich, weil ich zu träge bin nach Sonderangeboten zu schauen und bevorzugt auf der Konsole spiele, in aller Regel 69,90 Euro.

Das ist gar kein schlechter Preis, den ich da klaglos zahle: Für dasselbe Geld bekäme man auch 5 bis 10 Kinobesuche (ohne Popcorn), Battlestar Galactica komplett auf 25 DVDs (mit reichlich reichlich Popcorn), ein Jahresabo von GameStar oder die ersten sechs Bände von Unwritten. Oder einen Bordellbesuch, vermutlich, aber da kenne ich mich mit den Preisen nicht aus.

Für die 70 Steine bekomme ich, das weiß ich zu schätzen, ein hochwertig produziertes Entertainment-Produkt, das mich manchmal, es ist schwer vorauszusehen, 8 Stunden fesselt, manchmal auch 50 Stunden. Manchmal bin ich auch enttäuscht, übrigens nie wegen Grafik oder Bugs, sondern eigentlich immer nur wegen der polierten Seelenlosigkeit mancher Produkte. Das aber ist eine andere Geschichte. Also, egal, ob’s gut war oder mau, ich sitze nach Benutzung auf einem für mich wertlosen Produkt: Ich sammele nicht, ich wiederspiele nicht, das abgespielte Spiel fängt bei mir Staub. Ergo tue ich das, was ich mit allen anderen Dingen auch tue: Ich verschenke es, verleihe es, verkaufe es. Das mache ich mit Büchern, Kaffeemaschinen, Handys, DVDs, CDs und allem — mein Herz hängt nicht an Vintage dies und Retro das, ich versuche mein Leben ballastfrei zu halten.

So bin ich nun mal, liebe Spieleindustrie, das hast Du immer gewusst.

Und nun lese ich, dass ich schuld sein soll, dass das alles so schwierig ist mit dem Profit und dass Singleplayer-Games wegen mir sterben und dass das alles Notwehr ist und überhaupt. Das alles wirft man mir, metaphorisch, an den Kopf, quasi sobald ich den Laden um 70 Euro ärmer verlassen habe. Das macht mich nicht glücklich, ehrlich gesagt. Ich war der Meinung, es sei völlig okay, dass ich ein physikalisches Gut als mein Eigentum betrachte, aber ihr wollt es mir lieber nur vermieten. Gerne aber zum vollen Preis. Tja, dann kommen wir wohl nicht zusammen, liebe Spieleindustrie.

Ich sag’s hier mal ganz offen: Wenn ich mein 70-Euro-Spiel nicht wieder verkaufen kann, dann kaufe ich eben kein 70-Euro-Spiel mehr. Was mich dann vielleicht noch von dem Problem befreit, eine 500-Euro-Konsole erwerben zu müssen. Auf dem Handy, mit seinen 79- bis 799-Cent-Spielen (die mich aber auch gerne mal ein paar Wochen beschäftigen), da nehme ich es gerade noch hin, dass mir die bezahlte Ware nicht wirklich gehört, aber im Premium-Segment, liebe Industrie, im Premium-Segment erwarte ich mehr.

Also, hört auf, schlecht über mich und mein Geschäftsgebaren zu reden, und verkneift euch den Quatsch mit der Anti-Gebrauchtspiel-Konsole, sonst sind wir geschiedene Leute.

Herzlichst,

Euer Gunnar.

P.S. Und ja, es ist mir wurscht, ob meine Position in dieser Sache völlig konsistent ist.

Penis!

by Gunnar on 23. April 2012 · 2 comments

Preisfrage: Was passiert in dieser Szene?

Antwort: Ich weiß es leider auch nicht, aber es war sicher lustig.

Bisschen Background: Die Herren sind eine Band namens Poxy Boggards, treten auf Mittelaltermärkten in und um Los Angeles auf, und singen hauptberuflich Sauflieder. Ihr aktuelles Album heißt “Wish you were beer”. Naja.

Ach, und der Sänger, der stämmige Herr mit dem weißen Hemd links der Mitte, ist Bill Roper, früher Blizzard-Frontmann, später für Hellgate: London mitverantwortlich, zuletzt Producer von Champions Online. Der eine oder andere GameStar-Leser oder Spiele-Fan mag ihn kennen.

Was die Dame mit dem Schild da macht, kann ich mir aber auch nicht erschließen.

Sonntagslinks #132

by Gunnar on 22. April 2012 · 1 comment

Linkliste, sonntäglich. Außer manchmal.

VIDEO und AUDIO

PARODIE: Game of Ponies ist wie Game of Thrones, nur niedlicher. ###

LEGETRICK: Game of Thrones, mit Playmobilfiguren nachgespielt. ###

LIFEHACKS: Wie man eine Kartoffel oder ein Ei in 10 Sekunden schält. ###

TRAILER: The Dictator. Hm. ###

WERBUNG: Push to add drama – virales Marketing auf die Spitze getrieben. ###

PODCAST: Die Herren Schmidt und Lott stayforevern über die aktuellen Entwicklungen bei Kickstarter. ###

VIDEO: SNES-Charaktere in reale Umgebungen verpflanzt. Artsy, aber hübsch. ###

GRAFIKEN UND FOTOS

FOTOS: Infrarotfotografie oder: Wenn die Erde aussieht wie der Planet im Spiel Alpha Centauri. ###

ZEICHNUNGEN: Patentzeichnungen, eine unterschätzte Kunstform. ###

BILDCHEN: 9.30 kann ich kein Meeting machen. ###

FOTOS: 50 sensationelle Fotos. ###

KUNST: Guido Daniele bemalt Hände, hauptsächlich. ###

FOTOS: Coole Leute, die zusammen rumhängen. ###

FOTO: Die nationale Fischereibehörde in Hyderadbad sieht aus wie, nun, ein Fisch. Cool. ###

INFOGRAFIK: 20 Sachen die in einer Minute passieren. ###

TEXTE

DREHBUCH: Das Star Wars-Script, geschrieben von einem gewissen William Shakespeare. ###

INTERVIEW: 1994 — Campino von den Hosen interviewt die Jugendministerin Angela Merkel. Eröffnungssatz: “Waren Sie überhaupt mal jung?”

INTERVIEW: Computerspiele als gesellschaftliches Phänomen. ###

SPEKULATION: Was Valve da wohl für eine Maschine baut? ###

BLOGPOST: Social Games sind richtige Spiele, sagt Teemu vom Berliner Entwickler Wooga. ###

ARTIKEL: Kathrin Passig zum Überleben als Textfabrikant. Und ein verwandter Text von Malte Welding: Wir müssen über Geld reden. In anderer Richtung argumentiert Michael Seemann: Lieber frei und gerecht. ###

ARTIKEL: Warum Amerikaner deutsche Brettspiele lieben. ###

BLOGPOST: Piratenbashing 1: Volker Strübing, Poetry Slammer mit Fickt euch, Piraten. Piratenbashing 2: Frau Meike mit Briefpost an die Piratenpartei. ###

BLOGPOST: Falsche Ideale — oder KiK hat eine doofe Agentur. ###

BLOGPOST: Herrn Boschs kleine Geschichte der Handyfotografie am Beispiel von Instagram. ###

TEXT: Wenn in einer Firma der Notstand ausgerufen wird. ###

EIN KESSEL BUNTES

SITE: Chaos. In Deiner Stadt. Sehr cool, aber nur, wenn man Leute kennt, die im ge-treetview-ten Bereich wohnen. ###

SPIEL: X-Com-artige Alienabwehr, mit Legosteinen gespielt. ###

GAME: Organ Trail, die Zombieversion des Klassikers Oregon Trail. ###

LISTE: Acht Apps für mehr Produktivität. ###

KURIOSUM: An der National Cathedral in Washington (DC) findet man den Kopf von Darth Vader. Fernglas mitbringen! ###

PDF: Geleakt: das Handbuch, das Valve-Mitarbeiter bekommen. ###

Dies war die heutige Ausgabe der wöchentlichen Linkliste vom Herrn Kaliban, wie immer entstanden unter Mithilfe einiger freundlicher Linkeinsender (Julian, Klaas, Baruch, Sandra, Knut, Philipp, Vankog). Sachdienliche Link-Hinweise werden vom dankbaren Herrn Kaliban jederzeit per Kontaktformular entgegen genommen.

Helsinki, Stockholm, Hauptsache Schweden

by Gunnar on 21. April 2012 · 1 comment

stern google plus

Jaja, is’n bissken kleinlich, auf Fehlerchen von Redakteuren oder Redaktionspraktikanten herumzureiten. Aber hey, was den Stern-Leuten (bei der Artikelpromo in G+) passiert ist, ist schon sehr hübsch.

Kopf abbeißen!

by Gunnar on 20. April 2012 · 1 comment

Als ich kürzlich mit obigem T-Shirt-Motiv auf der Brust am Frühstückstisch saß, entspann sich folgender Dialog zwischen dem Goldkindtm und mir:

Goldkind: Papa, warum frisst die Pflanze auf dem Bild die Zombies nicht einfach?
Herr Kaliban:
Goldkind: Könnte sie doch einfach fressen, ist doch eine Fresspflanze. Mit Zähnen.
Herr Kaliban: Uh. Nun, bestimmt frisst sie sie noch. Vielleicht erst, wenn sie zu ihr kommen und sie angreifen.
Goldkind: Aber der Stiel ist lang genug. Sie könnte sich einfach rüberstrecken und dem linken, dem mit dem M wie Marleen auf der Mütze, dem könnte sie doch den Kopf abbeißen.
Herr Kaliban: Äh. Nun.
Goldkind: Außerdem sind die Zombies ganz blau, also bestimmt von der Frostpflanze getroffen worden, das heißt, sie sind langsam und können nicht weglaufen. Da könnte sie die doch ganz leicht fressen.

Hm. Das nimmt irgendwie beunruhigende Züge an. Vielleicht hätten wir dieses Spiel nie anfangen sollen.

Andererseits: cutest kid ever.

Social Media, Piraten und die Politik

by Gunnar on 19. April 2012 · 15 comments

Irgendwie funktioniert das Social Media-Ding nicht. Oder ich mache was falsch. Obwohl ich mich wirklich bemühe, News-Webseiten zu vermeiden, habe ich gestern dennoch wieder aus drei Quellen erfahren, dass die ARD Gottschalks Show abgesetzt hat. Ich kann überhaupt nicht, ohne Wörter von Tolkien’scher Epik zu bemühen, das unendliche, direkt kosmische Desinteresse beschreiben, das mich ankommt, wenn ich die Buchstabenkombination ARD beziehungsweise den Namen Gottschalk lese.

Was treibt all die cleveren Leute, denen ich hie und da folge, dazu, sich zu Fragen der Programmplanung eines Senders zu äußern, auf dem sie allenfalls einmal die Woche den Tatort einschalten, um sich dann auf Twitter über dessen mangelnde Authentizität aufzuregen?

Es wird sich ja gerne über die Boulevardisierung von SpOn beklagt, durchaus zu recht, ich habe aufgehört, die Seite zu lesen, als ich an drei aufeinanderfolgenden Tagen ungewollt Lady Gaga-Information ausgesetzt worden bin, aber hey, wenn all die lässigen Elite-Twitterer und Edel-Facebooker es für ironische Gelassenheit halten, belanglose Boulevard-News funny-funny zu kommentieren, dann läuft da was falsch, wie zum Beispiel auch im Bau dieses Satzes, der eine merkwürdige Bandwurmigkeit angenommen hat, aber das ist ja ein ganz anderes Thema.

Ein noch ganz anderes Thema, das nichts mit dem Beginn dieses Textes zu tun hat, aber mir eben gerade einfiel, ist die Piraterie. Ich rede da von der politischen Partei, nicht etwa von Räubern auf See. Diese Doppeldeutigkeit des Begriffs Piraten nervt mich übrigens unendlich, weil ich, als alter Herr quasi ständig von Reizüberflutung bedroht, immer unangenehme Zehntelsekunden der Verwirrung auszustehen habe, wenn ich wie gestern Schlagzeilen wie “Bundeswehr darf Piraten jetzt auch an Land verfolgen” lesen muss. Ich sehe dann vor meinem geistigen Auge immer Panzer über Uni-Campusse rollen, schreiende Nerds in schwarzen T-Shirts bedrohend. Kann man den Laden nicht in PPD oder etwas ähnlich Althergebrachtes umbenennen? Über die Piraten sagen übrigens viele, die seien doof, besonders Anhänger oder Funktionsträger verstaubter Pöstchenparteien mit schlechtem Trackrekord posten in diesen Social-Media-Kanälen (oh, Social Media, wir sind doch noch beim Thema, quasi) kleine Beweise der besondere Sachunkundigkeit oder schlichten Blödheit einzelner Piraten. Dazu wäre anzumerken, und mich wundert, dass das kaum jemand mal deutlich sagt, dass das Spotten über die piratische Unbedarfheit so weit am Thema vorbeigeht wie eine Tatortfolge, die in Dresden spielt, in der aber kein Sächsisch gesprochen wird. Die Piraten sind nicht beliebt, obwohl sie unbedarft und hilflos und jung sind. Die Piraten sind beliebt WEIL sie unbedarft und hilflos und jung sind. Denn in den Augen von wenigstens 10 Prozent der potenziellen Wähler ist jung und doof immer noch besser als alt, bestechlich und abgewichst. Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Selbst wenn die Piraten plötzlich versehentlich mit dem aktuellen Personal und den aktuellen Strukturen überall in Regierungsverantwortung müssten, es fiele ihnen schwer, es noch sehr viel schlechter zu machen als, sagen wir, ein CDU-Mann, der in einem verfassungwidrigen Verfahren 5 Milliarden Steuereuros für einen Konzern ausgibt (der kurz danach drastisch an Wert verliert), und wichtige Mails und Akten zum Deal nicht mehr findet. Oder ein Grüner, der sich von einem Lobbyisten Geld leiht und als Begründung angibt, er sei in Schwierigkeiten, weil er humanitären Organisationen so viel gespendet habe. Oder ein CSU-Mann mit erschlichenem Doktortitel, über dessen größte Amtsreform sein CDU-Nachfolger mit der Formulierung “unhaltbare Zustände” spricht. Oder oder oder, die entsprechenden Beispiele für Linke, FDP und SPD mag sich jeder selber ergoogeln. Ist nicht allzu schwer. Immer gut: Parteispenden, Postenvergabe, Bauvorhaben. Die etablierten Parteien bestehen, der Eindruck drängt sich auf, aus inkompetenten Abzockern und sind den Berliner Lobbyisten hilflos ausgeliefert. Dann lieber die Piraten, mag sich mancher denken.

Oh. Das hat jetzt einen ernsten Unterton angenommen, dabei begann der Beitrag so leicht. Zum Abschluss noch ein Vorschlag für eine Social Media-Sache, die ich gerne lesen würde: Kann mal einer dieser Hacker, von denen man allenthalben hört, vielleicht sogar ein Pirat, Angela Merkels Handy hacken und aus ihren SMS einen Twitterfeed machen? Das würde mich interessieren. Mehr als Herrn Gottschalks aktueller Aufgabenschwerpunkt.

Kaliban-Gespräche, Folge 2: Falko Löffler

April 18, 2012

Wie das mit den Vorsätzen so ist: Kaum drei Monate nach dem ersten Resultat meines Entschlusses, mehr Interviews zu posten, kommt “schon” Nr. 2. Also, ich sprach mit Falko Löffler, Fantasy-Autor und Computerspieletexter, über seine Arbeit. Herr Kaliban Falko, Du schreibst für Spiele. Ist das nicht schon nahe am Texten für Frühstücksflockenpackungen? Wie das mit […]

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Ärzteprobleme

April 17, 2012

Das Goldkindtm hört Die Ärzte, neuerdings. Quasi ihre erste Band, bislang gab’s nur Kinderlieder. Folgende Situation: Herr Kaliban flezt auf dem Sofa, das Goldkind sitzt auf dem Boden und schaut Ärzte-Videos auf Youtube. Es läuft “TCR” vom aktuellen Album “auch”. Wir kümmern uns um den Rock, wir sorgen dafür, dass ihr alle auf und ab […]

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