Kaliban-Gespräche, Folge 2: Falko Löffler

by Gunnar on 18. April 2012 · 13 comments

Wie das mit den Vorsätzen so ist: Kaum drei Monate nach dem ersten Resultat meines Entschlusses, mehr Interviews zu posten, kommt “schon” Nr. 2. Also, ich sprach mit Falko Löffler, Fantasy-Autor und Computerspieletexter, über seine Arbeit.

Falko Löffler (Jahrgang ’74) ist seriös examinierter Literatur- und Medienwissenschaftler, schreibt aber seit 1996 Texte für Computerspiele, seit 2003 als freier Autor. Derzeit arbeitet er unter anderem für Deck13 an “Jack Keane 2″, überarbeitet seinen nächsten Roman und fragt sich im Politblog “Weißes Rauschen”, was er von der Piratenpartei halten soll.

Herr Kaliban Falko, Du schreibst für Spiele. Ist das nicht schon nahe am Texten für Frühstücksflockenpackungen?

Falko Löffler Zumindest dürfte der Text auf der Frühstücksflockenpackung für den hungrigen Konsumenten genauso wichtig sein wie der Text in einem Computerspiel für den erlebnishungrigen Zocker. Keine Frage – viele, um nicht zu sagen: die allermeisten – Texte in einem Computerspiel müssen keinen hohen Ansprüchen genügen. Die wenigsten Spiele kommen ganz ohne Text aus, und wenn ein Spiel auch nur ansatzweise mit Figuren arbeitet, ist’s vielleicht kein Fehler, wenn die etwas Interessantes erzählen können. Und, hey, die Frühstücksflocken dürfen auch nicht ohne Nährwert-Tabelle verkauft werden.

Herr Kaliban „…keinen hohen Ansprüchen genügen“ ist freundlich gesagt, für vieles, was einem begegnet. Dennoch ist vieles auch wieder exzellent geschrieben, nicht nur bei Bioware. Die Bandbreite erscheint mir, bei Projekten mit vergleichbar großen Budgets, größer zu sein als bei Filmen. Oder täuscht das?

Falko Da stimme ich zu, und das liegt vermutlich daran, dass bei Filmen das Drehbuch immer am Anfang steht und x-mal überarbeitet wird – BEVOR die eigentliche Produktion beginnt. Das trifft sogar auf Effektvehikel wie “Transformers” zu, die gern von den Zuschauern für ihre bescheuerte Story gescholten werden, aber trotzdem sind darin die Figuren und die Dialoge immer noch überzeugender als in den meisten Spielen. Denn Texte für Spiele entstehen in den meisten Fällen während des zweiten Drittels der Produktionszeit und werden im letzten Drittel in diverse Sprachen lokalisiert. Doch auch in diesen beiden Phasen können sich noch grundlegende Dinge am Gameplay, am Leveldesign ändern. Texte für Spiele zu schreiben ist wie ein Auto während der Fahrt zu reparieren.

Herr Kaliban Hm. Das klingt ein bisschen so, als sei es ein Systemproblem. Als müssten bei Spielen zuweilen die Texte kaputtgehen, weil so viel geändert wird. Das erklärt nicht die hohe Bandbreite von „Miserabel“ bis „Oh, wow, das bringt in mir was zum Klingen“.

Falko Erst einmal ist natürlich sehr subjektiv, wo und wann sich der “Wow”-Effekt einstellt. Oder was man als miserabel empfindet. Ja, auch einige meiner Kunden und ich sind nicht immer einer Meinung, was meine eigenen Texte angeht…
Die Bandbreite dürfte sich dadurch erklären, dass einer dieser Fälle eintritt:
a) Niemand beim Entwickler oder Publisher interessiert sich für die Texte im Spiel.
b) Niemand beim Entwickler oder Publisher hat Ahnung von Textarbeit.
c) Es bleibt keine Zeit, zum Ende der Produktion die Texte grundlegend zu überarbeiten (oder es möchte niemand dafür Geld ausgeben).
Auch wichtig: Ein Drehbuch kann für sich stehen, spannend sein, auch ohne die Verfilmung. Bei Texten für Spielen ist das selten der Fall, weil sie ohne den Kontext des Gameplays kaum funktionieren.

Herr Kaliban True. Ich finde…

Falko Halt, ich habe noch eine Sache in meiner Antwort eben vergessen: d) Der Autor hat Mist geschrieben. Sollte man nicht unterschlagen.

Herr Kaliban Sehr selbstkritisch. Okay, ich finde es immer wieder erstaunlich, weil im Vergleich zu all dem, wofür bei Spielen Geld ausgegeben wird, Text so wahnsinnig billig ist. Das wäre doch eine Chance, sich auszuzeichnen ohne die Firma zu ruinieren. Aber naja. Wurscht. Reden wir von Dir, Falko. Was machst Du genau, wenn Du für Spiele schreibst, wie hat man sich das vorzustellen?

Falko Mein Beitrag ist von Spiel zu Spiel unterschiedlich. Manchmal bin ich frühzeitig involviert, um Welt, Hintergrundgeschichte, Dramaturgie, Charaktere zu entwickeln. Und schon bei dieser Tätigkeit hängt es wiederum davon ab, um welches Spielgenre es sich handelt. Ein Adventure verlangt da eine andere Herangehensweise als ein Actionspiel, ein RTS funktioniert wieder ganz anders usw. In dieser Phase ist auf alle Fälle eine starke Abstimmung mit dem Game Design und dem Producing nötig. Komme ich später zu einem Projekt dazu, stehen Story und Texte schon halbwegs, dann erledige ich etwas, das “Script Doctoring” beim Film genannt wird – also einfach gesagt die Überarbeitung der Texte, die fürs Spiel benötigt werden. Oft bin ich nur für das finale Lektorat oder Korrektorat zuständig. Und auch als Übersetzer aus dem Englischen bin ich regelmäßig tätig.

Herr Kaliban Beschreib mal genauer: Lieferst Du Word-Dokumente mit Weltenbeschreibungen? Excel-Tabellen mit Dialog-Zeilen? Schreibst Du in irgendwelche Content-Management-Systeme?

Falko All das – je nach Fall. Für keine Art von Text gibt es die eine richtige Methode oder das eine richtige Format. Prinzipiell ist zu unterscheiden zwischen Sachen wie der “World Bible” oder Charakterbeschreibungen, die während der Entwicklung fürs Team gebraucht werden, und den Texten, die direkt im Spiel erscheinen. Erstere können klassische Word-Dokumente sein oder in einem Wiki eingetragen werden. Die Spieltexte selbst sind tatsächlich meistens Excel-Tabellen, aber gerade bei umfangreichen Lokalisierungen wird eher mit einem CMS gearbeitet. Manchmal entwickeln Teams auch eigene Tools. Prinzipiell richte ich mich in allen Stufen nach dem, was der Entwickler wünscht, aber gebe natürlich meine Erfahrungswerte oder persönlichen Vorlieben weiter. Beispielsweise bin ich überhaupt kein Fan der sogenannten “Character Diamonds”, in denen man bestimmte Charakterzüge einer Figur visuell anordnet. Das wirkt in meinen Augen eher plakativ, hilft mir persönlich nicht weiter, einer Figur echte Ecken und Kanten zu geben. Da lasse ich eine Figur lieber in einer Szene agieren, schaue mir die Szene an, überarbeite, schaue sie mir wieder an usw.

Herr Kaliban Character Diamonds? Huh?

Falko Ich hätte ein paar Nachschlagelinks: 1 2.

Herr Kaliban (liest) Hm. Da wird der David Freeman erwähnt – ich glaube, der hatte das auch in seinem Buch “Emotioneering” behandelt. Doofes Buch. Ich habe den auch mal getroffen, Leipzig oder so, und ihm gesagt, dass das Buch in Grundzügen okay sei, wenn man 50 Prozent Geschwafel wegstreichen würde. Von da an ging das Gespräch bergab. Aber wurscht, das gehört nicht hierher. Weiter im Text: Hast Du ein Beispiel für etwas aus Deiner Arbeit, eine eklatant schöne Dialogzeile, eine Beschreibung, die Dich stolz macht, einen besonders schönen Namen für ein Raumschiff?

Falko Ich glaube, ich hatte selten mehr Spaß beim Schreiben für ein Spiel als bei einem Dialog im zweiten Teil der “Ankh”-Reihe, “Herz des Osiris”. Da steuert der Spieler den ägyptischen Pharao durch die Wüste und stößt auf einen einsamen, verdorrten Busch. Und dieser Busch spricht mit dem Pharao. Er entpuppt sich als größenwahnsinnig und hält sich für einen Gott. Der Spieler kann ihn mit sarkastischen Antworten zum Kokeln bringen – und wenn er ihn richtig wütend macht, brennt der Busch. Was praktisch ist, weil man gerade – in schöner Adventure-Tradition – ein Spiegelei zu braten hat. Darüber ist der Busch nicht sonderlich erbaut. Dieser ganze Dialog, den Jan Klose von Deck13 und ich zusammen geschrieben haben, hat schon während der Arbeit zu Kicherattacken geführt.
Ein Highlight war definitiv auch, mit Daedalic an der Umsetzung meines Fantasy-Romans “Drachenwächter” zu einem Wimmelbildspiel zu arbeiten. So richtig transmedial, wie die jungen Leute sagen.

Herr Kaliban Ich erinnere mich daran. Also an den Busch, nicht an das Wimmelspiel. Da war doch auch was mit Moses und der Steintafel. Lustig, jedenfalls. Aber nun zu was anderem – Falko, Du alter Medienprofi hast in seiner Antwort gleich die Überleitung zur nächsten Frage versteckt. Also, Du schreibst ja nicht nur für Spiele, sondern auch Romane. Was sagst Du, wenn Dich ein anderer Vater auf dem Spielplatz nach Deinem Beruf fragt? Spiele-Autor? Übersetzer? Fantasy-Autor? Oder einfach Schriftsteller?

Falko Meistens sage ich einfach “freier Autor”, aber dann denken die meisten Leute, ich würde Texte für Frühstücksflockenpackungen schreiben. Ehrlicherweise erkläre ich dann, dass ich hauptsächlich von Texten für Computerspiele lebe, was meistens zu begeisterten Reaktionen wie “Äh, die haben auch Texte?” führt. Dann führe ich aus, dass es erstens viele erzählende Spiele gibt und dass zweitens natürlich JEDES Spiel irgendwo Text hat, der bestmöglich sein sollte. Die anderen Väter beeindruckt das wenig, die Sprösslinge eher. Also kontere ich mit den Romanen, die ich veröffentlicht habe. Dann vermuten die Väter, ich sei reich, was ich schnell verneine, woraufhin sie mir den Rat geben: “Schreib doch so was wie Harry Potter”. Dann hole ich mein Handy raus und lästere via Twitter über andere Väter.

Herr Kaliban Ich habe jahrelang immer einfach “Journalist” gesagt, weil das hübsch klingt. Die Nachfragen haben dann aber jedes Mal rausgebracht, dass ich nicht für den SPIEGEL über Innenpolitik, sondern für GameStar über Computerspiele geschrieben habe. Die Reaktionen darauf waren dann immer ernüchternd. Naja, Schwamm drüber. Zurück zu Dir: Wie bist Du über die erste große Hürde gesprungen, einen kompletten Roman zu schreiben? Gerade, wenn man auch Gebrauchstexte schreibt, wo man immer mit knappen Deadlines und kurzen vordefinierten Formen zu tun hat, ist der Weg zur langen, freien Form des Romans schwierig, denke ich.

Falko Meinen ersten Roman habe ich 2007 veröffentlicht gesehen, also mit 33. Heißt: 20 Jahre nach den ersten Schreibversuchen. Diese waren allerdings keine Prosa, sondern – tusch! – Adventures. Ich habe seinerzeit versucht, auf dem C64 eigene Textadventures zu programmieren. Und schrieb dann die komischen Geschichten dafür auch in Erzählform auf. Was mir Spaß machte. Eine spezielle SF-Idee fand ich so gut, dass ich prompt meinen ersten Roman geschrieben habe – handschriftlich, ca. 25 DIN-A4-Seiten. Danach habe ich den “Roman” jahrelang auf dem Amiga 500 überarbeitet und bin damit nie richtig fertig geworden. Erst dann, so mit 17, habe ich begonnen, Kurzgeschichten zu schreiben. Eine nach der anderen, wie ein Bekloppter. Stark inspiriert von Stephen King (ja, heute noch einer meiner Helden). Der Wunsch, einen RICHTIGEN Roman zu schreiben, war aber weiter vorhanden, und über längere Kurzgeschichten habe ich mich herangetastet. Diese Kurzromane sind alle nicht erschienen und das bleibt auch so. Dann schrieb ich eine Fantasy-Kurzgeschichte (“Den Drachen nach!”), die danach schrie, ausgebaut zu werden. Das tat ich (so um 2000 rum), war mit Fassung 1 unzufrieden, fing von vorne an. Dann war ich zufrieden, ging mit dem Manuskript bei Verlagen hausieren und landete nach einer Ewigkeit beim kleinen, gerade gegründeten Spreeside Verlag. Also: für mich war das keine Hürde, sondern ein natürlicher Prozess über mehrere Jahrzehnte, den ich nach eigenem Gusto gestalten konnte.

Herr Kaliban Schön. Meine Kurzgeschichten reichen von Fan-Fiktion über Glossen bis zu blankem Unsinn. Nichts davon hat mich getrieben, was Längeres durchzuhalten. Das beste, was ich vorzuweisen habe, sind fünf bis zehn Romananfänge. Das reicht nicht mal für ein Buch über Romananfänge. Seufz. Daher von mir: Gratulation. Also, aus „Den Drachen nach“ wurde Drachenwächter. Und weiter?

Falko Dann erschien der Roman auch gleich als Hörbuch (übrigens gesprochen von dem großartigen David Nathan, den ich bei der Lokalisierung von “Kingdom Hearts 2″ kennengelernt hatte und der neben vielen anderen Rollen auch Jack Keane ist). Im Jahr drauf kam der Fantasy-Roman “Cadamar” (und auch als Hörbuch, diesmal mit Thomas Nero-Wolff als Erzähler), dann der zweite “Drachenwächter”-Band plus Hörbuch, dann der Jugendkrimi “Im Funkloch” bei dtv. Eigentlich hätte längst mein nächstes Buch erscheinen sollen – ein Politthriller vor dem Hintergrund des Afghanistan-Konflikts – aber ich musste das Manuskript immer wieder wegen anderer Jobs zurückstellen. Aktuell baue ich die Geschichte so um, dass sie auch noch funktioniert, wenn tatsächlich der ISAF-Einsatz bald beendet ist. Wenn das Manuskript fertig ist, kann ich guten Gewissens mit dem letzten Band von “Drachenwächter” beginnen. Zudem bin ich seit einigen Jahren bei der Literaturagentur “Schmidt & Abrahams” unter Vertrag, und mit meiner Agentin entwickle ich immer wieder neue Romankonzepte, die dann den Verlagen angeboten werden. Ja, das sind ziemlich viele Baustellen im Kopf…

Herr Kaliban Oh, Danke für die Werkschau. Könntest Du vom Schreiben leben, wenn die Arbeit für die Spiele nicht wäre?

Falko Wenn ich 100 Prozent meiner Zeit in Bücher investieren würde, dann wäre mein Ausstoß natürlich höher. Aber echtes Geld verdienen nur diejenigen, die in die Top 20 der Bestsellerliste kommen. Die sogenannte Midlist (zu der ich mich höchstens mit Wohlwollen zählen kann), also Autoren, die irgendwo zwischen Platz 40 und 100 landen oder gar nicht auf die Liste draufkommen, erhält einen relativ kleinen Vorschuss und hofft auf den Durchbruch, denn nach einem richtig erfolgreichen Buch gibt’s auch Tantiemen. Das war übrigens früher nicht anders – Philip K. Dick hat ein Buch nach dem anderen rausgehauen, weil er das Geld brauchte. Fakt ist: Von Romanen alleine könnte ich im Moment nicht leben, aber ein bezahltes Hobby als kleines zusätzliches Standbein ist auch was.

Herr Kaliban Falko, erzähl noch ein bisschen übers Schreiben. Wie gehst Du vor? Konkrete Plotplanung? Charakterzeichnungen? Lose Kette von Kapiteln entwerfen und einfach drauflos?

Falko Großes Thema, das Bücher füllen würde. Ich bin selbst neugierig, wie Kollegen an so was rangehen, und allgemein scheint man zwischen den Plottern und den Bauchschreibern unterscheiden zu können. Die einen planen jede Szene detailliert, andere schreiben einfach drauflos. Ich kenne einen Autoren, der das Buch plant, dann jedes Kapitel komplett fertig ausarbeitet, danach das nächste schreibt, bis er am Ende ist – und gar nicht zurückgeht und überarbeitet, weil er den Roman exakt so geschrieben hat, wie es geplant war. Andere – Wolfgang Hohlbein ist so einer – lassen sich treiben, planen gar nichts. Ich liege irgendwo dazwischen. Ein Roman wird grob durchgeplant, in Szenen angelegt. Aber diese sind so allgemein gehalten, dass sie bei der Ausarbeitung eine andere Form annehmen dürfen. Im Gegensatz zu dem erwähnten Kollegen überarbeite ich gern und viel – ich habe keine Skrupel, eine Szene einfach runterzuschreiben und dann zu schauen, ob ich sie wirklich brauche. Aus der ersten Fassung meines Jugendkrimis habe ich eine komplette Nebenhandlung rausgeworfen – etwa 1/3 des gesamten Umfangs – und stattdessen die Haupthandlung forciert. Für mich ein völlig normaler Prozess, für manche Kollegen vielleicht eine Horrorvorstellung.

Herr Kaliban Und wie ist die Situation? Schließt Du Dich ein, brauchst Du absolute Ruhe? Mir fällt immer auf, dass sich Schriftsteller in den Danksagungen immer bei ihren Familien entschuldigen.

Falko In dieser Hinsicht bin ich sehr launisch. Manchmal brauche ich tatsächlich diese absolute Ruhe und habe stundenlang nur einen Text vor der Nase, an anderen Tagen dröhnt mich Rockmusik an und ich springe zwischen Texten, Blogs und Facebook hin und her. Manchmal ist dabei ein Tag mit vielen Baustellen und vielen Ablenkungen ergiebiger als ein Tag der Ruhe. Der perfekte Arbeitsplatz, habe ich festgestellt, ist der ICE. Notebook, Kopfhörer, draußen wird die Landschaft vorbeigefahren, kein Internet – perfekt. Sollte mir eigentlich eine BahnCard 100 leisten und jeden Tag rumfahren. Was seltsam wäre, da mein Naturell eher Stubenhocker ist.

Herr Kaliban Das kenne ich: Die schiere Langeweile an Bord eines Zuges treibt mich, wenn das Buch ausgelesen ist, zuweilen in die Kreativität.

Falko Ein ausgelesenes Buch ist im Zeitalter der eBooks zum Glück kein Problem mehr. Kenne ich nur zu gut: Ich habe oft genug vor 4stündigen ICE-Reisen gestanden und hatte im aktuellen Buch nur noch 100 Seiten zu lesen. Nehme ich das mit? Oder lieber ein ungelesenes? Dann muss es aber auch dick genug sein, dass es für die Rückfahrt reicht. Stehe ich später am Bahnhofskiosk, denke ich: “Ach, die GameStar kaufe ich jetzt nicht, hab ja ein dickes Buch dabei.” So. Und dann sitze ich 15 Minuten im ICE, lese die ersten 30 Seiten und denke: “Gott, was für ein Mist”. Bei meiner nächsten Fahrt nach Berlin werde ich 40 ungelesene Bücher dabei haben – auf dem Reader. Ein Lob der Moderne. Zugegeben: Ob ich dann noch sonderlich produktiv auf der Fahrt bin, wird sich zeigen…

Herr Kaliban Noch eine letzte Sache zum Abschluss dieses Gesprächs: Was wäre Dein Traumprojekt, was würdest Du machen, wenn Du Zeit und Geld genug hättest?

Falko Mein bescheidener Charakterzug würde sich wünschen, mit den eigenen Projekten so erfolgreich zu sein, dass ich mich darauf konzentrieren kann. Aber mein größenwahnsinniger Teil hätte gern eine Firma, die Bücher, Filme und Spiele herstellt, die alle zusammenhängen und miteinander verwobene Geschichten erzählen.

Herr Kaliban Falko, vielen Dank für das Gespräch. Und alles Gute für Deine Projekte, ich freue mich auf den Afghanistan-Thriller.

{ 11 comments… read them below or add one }

Leave a Comment

{ 2 trackbacks }

Previous post:

Next post: