Juni 2012

Hochzeiten mit und ohne Kinder

by Gunnar on 24. Juni 2012 · 13 comments

Vorbereitungen zu einer Reise werden getroffen. Das Goldkindtm ist merkwürdig nachdenklich.

Herr Kaliban: Und morgen fahren wir dann früh los, weil wir ja rechtzeitig auf der Hochzeit von S. und P. sein wollen. Du weißt schon, das sind die Eltern von P. und M.

Goldkind: Ja. Hm. S. und P. heiraten. Und P. und M. sind dabei.

Herr Kaliban: Das wird sicher schön.

Goldkind: Wann heiratet ihr eigentlich, Du und die Mama?

Herr Kaliban: Uh. Hm. Tja. Wir sind schon verheiratet, schon seit vielen Jahren. Wir haben geheiratet, bevor Du geboren wurdest.

Goldkind: (kriegt einen Heulkrampf)

Herr Kaliban: Was?

Goldkind: Aber! Aber! Aber! (schluchzt stoßweise) ich wollte doch so gern dabei sein. Das ist gemein von Euch, dass ich nicht dabei sein durfte! Gemein!

Nun, wenn mir das jemand am Tag unserer Hochzeit gesagt hätte.

Kaliban has turned! Run Run Run!

by Gunnar on 14. Juni 2012 · 6 comments

Herr Kaliban crossed paths with Dr. Malakai and woke up in a chain link cage inside a warehouse surrounded by dozens of zombies. The doctor explained to him that he is simply food for his zombies and it wasn’t personal. When Herr Kaliban demanded to be set free the doctor laughed, said As you wish! and pulled a string that caused the fence to fall…

[Ich bin nunmehr, für eine bescheidene Spende von 25 Dollar (10 sind Minimum), Teil des 1000 Zombies-Projekts von Byron Hempel. Vorlage für die Malerei war das Foto in der rechten Spalte.]

Schland!

by Gunnar on 13. Juni 2012 · 1 comment

Die Vorbereitung ist das wichtigste.

Außen Fan, innen Nerd: Dies ist der Arm meines Ex-Kollegen Fabian Siegismund. Das Bild habe ich geklaut von seiner unterhaltsamen Facebook-Fanpage, wo er täglich zu seinen Fans spricht.

Und dies ist der Rücken meines Freundes Niklas. Der hat sich den Namen des, äh, für Deutschland wichtigsten Spielers auf die Beckenbauer-Jacke flocken lassen. Dabei gibt’s gar kein Elfmeterschießen.

robben für deutschland

Die Wolfsgeschichte

by Gunnar on 13. Juni 2012 · 14 comments

Herr Kaliban erzählt dem Goldkindtm eine Geschichte. Es geht um den Werwolf, der im Süden des Reiches Schafe reißt und Menschen frisst, unterstützt von einem ganzen Rudel kleinerer Wölfe. Der König hört davon und schickt den Ritter, den Jäger, den Piraten und den Zauberer aus. Die sind nach ihrem Sieg über die Werwölfe im Norden bereits ein erprobtes Team. Und bereit, sich der Sache anzunehmen.

Herr Kaliban: Und dann steigen sie am Waldrand aus der Kutsche, nehmen ihre Silberwaffen und marschieren den Waldweg entlang. Plötzlich hören sie ein lang gezogenes Heulen. Uuuuhhhhhuuuuu. Und dann…

Goldkind: Halt!

Herr Kaliban: Mh?

Goldkind: Das ist gefährlich. Besser ist es, sie gehen jetzt zurück zur Kutsche. Weil neben der Kutsche ist das Haus vom Handwerker. Und der Handwerker hat einen Zauberstab und kann sich auch in einen Wolf verwandeln, nachts, aber als Wolf beißt er nur andere Wölfe, böse Wölfe, keine Menschen oder Schafe oder andere liebe Leute. Und der Handwerkerwolf ist viel stärker als der große Werwolf und als die kleinen sowieso und er ist auch nicht allergisch gegen Silber. Und auch nicht gegen Gold und auch nicht gegen Katzenhaare. Und wenn die Wölfe kommen, der große Wolf voran und die kleinen Wölfe, die sind ja schlapp und schwach, die gehen hinterher und dahinter kommt dann der Handwerkerwolf und dann erschreckt er die kleinen Wölfe und greift den großen Wolf an und dann will der Werwolf ihn beißen und…

Herr Kaliban: (atemlose Stille)

Goldkind: … und der Werwolf hat ja silberne Zähne, mit denen…

Herr Kaliban: Was?

Goldkind: Pst. Mit den Silberzähnen beißt er den Handwerkerwolf, aber dem macht das nichts, er ist ja nicht allergisch, er blutet dann gar nicht und die Haut geht nicht kaputt. Er lacht nur. Und dann kommt noch die Marleen, die kann sich auch in einen Wolf verwandeln, einen lieben Wolf, der nur bösen Wölfen was tut. Und dann nehmen sie den Werwolf gefangen. Und bringen ihn zum Handwerker nach Hause.

Herr Kaliban: Die Marleen? Und den Wolf nach Hause?!

Goldkind: Ja, sie sperren ihn im Keller ein. Und dann… mmh… jetzt erzähl’ doch mal, Papa.

Herr Kaliban: Uff. Äh. Nun. Jetzt kommen der Zauberer, der Ritter, der Pirat und der Jäger dazu. Der Zauberer hat eine gute Idee: Er braut eine Medizin, mit der man die Werwolfkrankheit stoppen kann. Am nächsten Morgen zwingen sie den Werwolf, mittlerweile wieder ein Mensch, die Medizin zu trinken. Die Marleen und der Handwerker müssen das nicht trinken, die sind ja nicht böse, oder?

Goldkind: Nein. Die trinken das nicht. Und der Handwerker holt seinen Zauberstab, weil er hat noch eine bessere Idee. Werwolf, sagt er, ich zaubere dir die Medizin wieder aus dem Bauch, damit du wieder ein Wolf sein kannst. Aber nur, wenn du keine Schafe mehr frisst. Und keine Menschen. Das musst du versprechen und halten.

Herr Kaliban: Was soll er denn sonst fressen? Rehe?

Goldkind: Nein!

Herr Kaliban: Maulwürfe?

Goldkind: Nein!

Herr Kaliban: Aber irgendwas muss er doch fressen.

Goldkind: Der Handwerker stellt auch Wolfsfutter her, das kann er essen. Und wenn er jemanden fressen will, dann soll er (Kunstpause) die ZOMBIES fressen!

Herr Kaliban: Die Zombies? Was machen die denn in dieser Geschichte?

Goldkind: Die sind halt auch immer fies und tun den Menschen was. Die soll der Werwolf ruhig fressen, das muss er jetzt versprechen, dann kriegt er die Medizin wieder aus dem Magen gezaubert.

Herr Kaliban: Ich glaube ja, der Werwolf findet Zombies ekelig und will die nicht fressen.

Goldkind: Der Handwerkerwolf gibt ihm eine Medizin. Wenn er die trinkt, schmecken Zombies zuckersüß.

Herr Kaliban: Du hast an alles gedacht, oder?

Goldkind: Ja. Erzähl weiter, Papa.

Herr Kaliban: Und der Werwolf trinkt die Medizin, damit die Zombies süß schmecken und verspricht alles, was die anderen wollen. Dann packt er sich die Rucksack voll Wolfsfutter und geht los, um die Zombies zu suchen. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Goldkind: Ach Papa, du erzählst die besten Geschichten.

In Memoriam Ray Bradbury , Science Fiction-Autor, 22.12.1920 – 5.6.2012.

Einer der größten Autoren meiner Lieblingsliteraturgattung ist verstorben, im gesegneten Alter von 92 Jahren. Auf seinem Grabstein steht “Der Autor von Fahrenheit 451″. Der Kurzroman von 1953, brillant in seiner schnörkellosen Aufdenpunktigkeit, ist denn auch bei weitem sein bekanntestes Werk und der Grundstein seines Ruhm. Dazu gab’s übrigens neben einem Film auch mal ein tolles Spiel. Und wie so oft in meiner persönlichen Lesebiografie stand das Spiel am Anfang — ich spielte, erfuhr, dass es eine literarische Vorlage gibt, wurde neugierig, kaufte das Buch, entdeckte Ray Bradbury für mich. Fahrenheit blieb nicht das einzige Werk, ich las mich quer durch, mochte nicht alles, aber vieles, besonders blieben mir Die Mars-Chroniken und Der illustrierte Mann, eine clevere Kurzgeschichtensammlung mit übergreifendem Thema (jede Tätowierung auf der Haut des illustrierten Mannes ist ein Einstieg in eine kleinere Erzählung).

Schön sind aber auch seine Gedichte oder Kinderbücher, vor allem das wunderschöne Switch on the Night.

Wer mit seinem Werk noch unvertraut ist, könnte mit der Kurzgeschichtensammlung I Sing the Body Electric: And Other Stories einsteigen. Die zeigt einen ganz okayen Überblick.

Für mehr visuell orientierte Menschen:

Ein Gespräch mit Ray Bradbury
Story of a Writer (Doku)
Fahrenheit 451 (Film-Ausschnitte)

Und auf YT findet sich auch die folgende, huh, Liebeserklärung:

Mit Absicht!

by Gunnar on 11. Juni 2012 · 3 comments

Es läuft Fußball im Fernsehen. Herr Kaliban und das Goldkind schauen gespannt zu.

Herr Kaliban: Uh!
Goldkind: Ja, da hat der Blaue den Roten beim Spielen getreten. Das ist nicht nett. Da muss er sich nicht wundern, wenn der Gelbe…
Herr Kaliban: Das ist der Schiedrichter.
Goldkind: … der gelbe Schiedsrichter mit ihm schimpft.
Herr Kaliban: Mmm.
Goldkind: Au, jetzt hat der Blaue nochmal getreten, einen anderen Roten. Ah, jetzt kriegt er die gelbe Karte. Das hat er davon. Ich habe genau gesehen, dass er das mit Absicht gemacht hat!

Fußball ist aus der Sicht einer Vierjährigen auch nicht so viel anders als der Alltag im Kindergarten.

Sonntagslinks #138

by Gunnar on 10. Juni 2012 · 5 comments

Linkliste, sonntäglich. Kurze Fassung, wegen EM.

UPDATE: Ah, hatte noch einen Link vergessen, das schöne Flussdiagramm meines Ex-Kollegen Martin zur Jobwahl in der Spielebranche. Klickst Du hier. ###

VIDEO und AUDIO

VIDEO: Manhattan im Zeitraffer. Schön. ###

LISTE: 10 bescheuerte Arten, in Videospielen zu sterben. ###

PARODIE: Hitman Trailer, wörtlich genommen. ###

TECHNIK: Touchscreen mit Beulen. Huh. ###

KURZFILM: Symmetry. Interessant. CLever. ###

GRAFIKEN UND FOTOS

MALEREI: Nachtbilder und andere Werke von John Atkinson Grimshaw, einem Maler aus dem 19. Jahrhundert. ###

COMIC: You know nothing, John Snow. ###

COMIC: Make! Good! Art! (fordert Neil Gaiman). ###

FOTOS: (NSFW) Uninteressierte Katzen in Pornofilmen. ##

PHOTOSHOP: Real Americans support the german soccer team! ###

INGAME: Herr Andrews macht schöne Screenshots von Videospielen. ###

FOTOS: Ferropolis, die Stadt der toten Maschinen. ###

FOTOS: Eklatant schöne Buchskulpturen. ###

TEXTE

BERICHT: Der Pinguin — ein perverser Vogel? ###

ARTIKEL: Bob von 1UP kritisiert David Cages Art, Geschichten zu erzählen. Cage, ihr wisst schon, der mit Heavy Rain und demnächst Beyond. ###

INTERVIEW: Interview mit Leutheusser-Schnarrenberger zu ACTA und Urheberrecht. ###

ARTIKEL: Die Dokumentation “Indie Game: The Movie” porträtiert idealistische Spieleentwickler. ###

ARTIKEL: Star Wars – Dinge, die uns ganz schön alt aussehen lassen. ###

ARTIKEL: Der amerikanische Traum ist, nun, ein Traum. ###

BLOGPOST: Abgeordnetenwatch über die DVAG und ihre Spenden an CDU/FDP. ###

EIN KESSEL BUNTES

GAME: 3 Slices, Teil 2. ###

SERVICE: Netter Service für Instagram-Verwender: Kühlschrankmagnete nach Fotos zum fairen Preis. ###

DING: Star Trek-Bademantel. Huh. ###

Dies war die heutige Ausgabe der wöchentlichen Linkliste vom Herrn Kaliban, wie immer entstanden unter Mithilfe einiger freundlicher Linkeinsender (Knut, Dave, Daniel). Sachdienliche Link-Hinweise werden vom dankbaren Herrn Kaliban jederzeit per Kontaktformular entgegen genommen.

Sonntagsdings

by Gunnar on 3. Juni 2012 · 1 comment

Aufgrund eines eklatanten Faulheitsanfalls des Herrn Lott fallen die Sonntagslinks heute aus.

Als Trost aber schnell noch drei fünf sechs Surftipps:

Stay Forever, Folge 12: Die Herren Schmidt und Lott reden über Fußball-Games. ###

Makey Makey: Dieses (schon leicht überfinanzierte) Kickstarterprojekt dreht sich um ein universelles Erfinder-Kit. ###

20 Dollar Free2Play: eine hübsch illustrierte und sehr lustige geschriebene Liste über Dinge, die man für 20 Dollar in F2P-Spielen kaufen kann. ###

Black and White WTF: Eine Tumblr-Seite mit allerlei absurden historischen Fotos. ###

Everything is a remix: Eine Doku über die Essenz der Kreativität (oder warum Kopieren immer der Schlüssel im kreativen Prozess sein wird. ###

Make good art: Ein Comic über Kunst, basierend auf einer Rede von Neil Gaiman.

[Mit Dank an Teut und Thomas]

Ach, und ein Bildchen habe ich auch noch: