Die Wolfsgeschichte

by Gunnar on 13. Juni 2012 · 14 comments

Herr Kaliban erzählt dem Goldkindtm eine Geschichte. Es geht um den Werwolf, der im Süden des Reiches Schafe reißt und Menschen frisst, unterstützt von einem ganzen Rudel kleinerer Wölfe. Der König hört davon und schickt den Ritter, den Jäger, den Piraten und den Zauberer aus. Die sind nach ihrem Sieg über die Werwölfe im Norden bereits ein erprobtes Team. Und bereit, sich der Sache anzunehmen.

Herr Kaliban: Und dann steigen sie am Waldrand aus der Kutsche, nehmen ihre Silberwaffen und marschieren den Waldweg entlang. Plötzlich hören sie ein lang gezogenes Heulen. Uuuuhhhhhuuuuu. Und dann…

Goldkind: Halt!

Herr Kaliban: Mh?

Goldkind: Das ist gefährlich. Besser ist es, sie gehen jetzt zurück zur Kutsche. Weil neben der Kutsche ist das Haus vom Handwerker. Und der Handwerker hat einen Zauberstab und kann sich auch in einen Wolf verwandeln, nachts, aber als Wolf beißt er nur andere Wölfe, böse Wölfe, keine Menschen oder Schafe oder andere liebe Leute. Und der Handwerkerwolf ist viel stärker als der große Werwolf und als die kleinen sowieso und er ist auch nicht allergisch gegen Silber. Und auch nicht gegen Gold und auch nicht gegen Katzenhaare. Und wenn die Wölfe kommen, der große Wolf voran und die kleinen Wölfe, die sind ja schlapp und schwach, die gehen hinterher und dahinter kommt dann der Handwerkerwolf und dann erschreckt er die kleinen Wölfe und greift den großen Wolf an und dann will der Werwolf ihn beißen und…

Herr Kaliban: (atemlose Stille)

Goldkind: … und der Werwolf hat ja silberne Zähne, mit denen…

Herr Kaliban: Was?

Goldkind: Pst. Mit den Silberzähnen beißt er den Handwerkerwolf, aber dem macht das nichts, er ist ja nicht allergisch, er blutet dann gar nicht und die Haut geht nicht kaputt. Er lacht nur. Und dann kommt noch die Marleen, die kann sich auch in einen Wolf verwandeln, einen lieben Wolf, der nur bösen Wölfen was tut. Und dann nehmen sie den Werwolf gefangen. Und bringen ihn zum Handwerker nach Hause.

Herr Kaliban: Die Marleen? Und den Wolf nach Hause?!

Goldkind: Ja, sie sperren ihn im Keller ein. Und dann… mmh… jetzt erzähl’ doch mal, Papa.

Herr Kaliban: Uff. Äh. Nun. Jetzt kommen der Zauberer, der Ritter, der Pirat und der Jäger dazu. Der Zauberer hat eine gute Idee: Er braut eine Medizin, mit der man die Werwolfkrankheit stoppen kann. Am nächsten Morgen zwingen sie den Werwolf, mittlerweile wieder ein Mensch, die Medizin zu trinken. Die Marleen und der Handwerker müssen das nicht trinken, die sind ja nicht böse, oder?

Goldkind: Nein. Die trinken das nicht. Und der Handwerker holt seinen Zauberstab, weil er hat noch eine bessere Idee. Werwolf, sagt er, ich zaubere dir die Medizin wieder aus dem Bauch, damit du wieder ein Wolf sein kannst. Aber nur, wenn du keine Schafe mehr frisst. Und keine Menschen. Das musst du versprechen und halten.

Herr Kaliban: Was soll er denn sonst fressen? Rehe?

Goldkind: Nein!

Herr Kaliban: Maulwürfe?

Goldkind: Nein!

Herr Kaliban: Aber irgendwas muss er doch fressen.

Goldkind: Der Handwerker stellt auch Wolfsfutter her, das kann er essen. Und wenn er jemanden fressen will, dann soll er (Kunstpause) die ZOMBIES fressen!

Herr Kaliban: Die Zombies? Was machen die denn in dieser Geschichte?

Goldkind: Die sind halt auch immer fies und tun den Menschen was. Die soll der Werwolf ruhig fressen, das muss er jetzt versprechen, dann kriegt er die Medizin wieder aus dem Magen gezaubert.

Herr Kaliban: Ich glaube ja, der Werwolf findet Zombies ekelig und will die nicht fressen.

Goldkind: Der Handwerkerwolf gibt ihm eine Medizin. Wenn er die trinkt, schmecken Zombies zuckersüß.

Herr Kaliban: Du hast an alles gedacht, oder?

Goldkind: Ja. Erzähl weiter, Papa.

Herr Kaliban: Und der Werwolf trinkt die Medizin, damit die Zombies süß schmecken und verspricht alles, was die anderen wollen. Dann packt er sich die Rucksack voll Wolfsfutter und geht los, um die Zombies zu suchen. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Goldkind: Ach Papa, du erzählst die besten Geschichten.

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