Juli 2012

Das Rauschen der Fragen

by Gunnar on 31. Juli 2012 · 9 comments

Alle Leute, die Social Media-Kanäle betreiben, haben irgendwie gelernt, dass man Usern offene Fragen stellen muss, damit sie kommentieren. Das ist grundsätzlich nicht falsch, aber ein einfaches “Findet ihr das auch?” ist dann doch ein bisschen wenig, um eine schöne Diskussion zu starten, denke ich. Zumal man natürlich das Gefühl gewinnt, das betreffende Medium sei an einer Diskussion gar nicht interessiert, wenn es der Meute einfach nur einen Knochen hinwirft und von da an schweigt.

Außerdem rauschen jetzt täglich Hunderte offener Fragen an mir vorbei. Seht selbst:

Nervt ein bisschen. Findet ihr das nicht auch doof?

Ich bin ein Einhorn

by Gunnar on 30. Juli 2012 · 11 comments

Herr Kaliban hat die Schlacht um die Gender-neutrale Erziehung irgendwie verloren.

Goldkind: (hüpft durch die Wohnung, mit sphärischem Gesichtausdruck)
Herr Kaliban: Was machst’n du da?
Goldkind: Ich bin ein Einhorn.
Herr Kaliban: Ah.
Goldkind: Auf der Stirn trage ich rosa Glitzer, mein Horn ist rosa und funkelt, meine Augen leuchten. Mein Fell ist rosa, mit Glitzer.
Herr Kaliban: Ah.
Goldkind: (breitet die Arme aus) Auf meinen Flügeln sind gelbe Blumen aufgemalt, ohne Stängel.
Herr Kaliban: Ah.
Goldkind: Mein Name ist Pegasus.

Ah, Pegasus, daher die Flügel. Nun. Ist ja irgendwie folgerichtig.

Möglicherweise müssen wir von den Feengeschichten am Abend mal zu Rittern, Piraten, Autos und, sagen wir, Raumschiffen umschwenken. Aber vielleicht erst nächstes Jahr, man erzählt sich ja in Elternkreisen, dass Mädchen, die sich in der rosa Phase nicht voll ausleben können, als Teenager dann drauf hängen bleiben. Die logisch folgende Tragödie, erwachsene Frauen mit Hello-Kitty-Shirts und lustigen Zöpfchen, kann man ja täglich in deutschen Innenstädten beobachten.

All the Links of Sunday

by Gunnar on 29. Juli 2012 · 7 comments

Linkliste, sonntäglich.

VIDEO und AUDIO

TV-SENDUNG: Nicht nachmachen! (Folge 1) ###

VIDEO: Die sechs Mädchen, mit denen du im College ausgehst. ###

VIDEO: Portal Speedrun in achteinhalb Minuten. ###

BERICHT: Von dem Mann, der für 10 Dollar Materialkosten ein Papp-Fahrrad baut. ###

BERICHT: Ein Tag im Leben eines traditionellen Schuhmachers. ###

ANIMATION: Die Olympiade in 8-Bit. ###

MUSIK: Fallout 3 Theme, gespielt vom London Philharmonic Orchestra. ###

GRAFIKEN UND FOTOS

FOTO: Es ist bloß sechs Jahre her, aber ich seh’ da 20 Jahre jünger aus. ###

INFOGRAFIK: Videospiele sind gut für uns. ###

COMIC: Wie Religionen scheiße sind. ###

TEXTE

INTERVIEW: Ganz nettes Gespräch mit einer Dame, die erklärt, wann (Protest-)Symbole erfolgreich sind. ###

ARTIKEL: Das verlorene Jahrzehnt von Microsoft. ###

ARTIKEL: Ah, die Popmusik von heute ist repetitiv und zu laut, sagt die Wissenschaft. ###

ARTIKEL: Die Geschichte vom Ende der Spielefirma 38 Studios. ###

ESSAY: Bekenntnisse eines Spielejournalisten im mittleren Alter (nicht ich). ###

ARTIKEL: Lange Geschichte über Bruce Springsteen, der mittlerweile auch schon 62 ist. ###

ARTIKEL: Die ZEIT findet, es gibt zu wenig öffentliche Penisse. ###

ARTIKEL: The Making of Grand Theft Auto. ###

RANT: Nie wieder Treppenlift-Werbung! ###

BLOGPOST: The Making of Warcraft 1. ###

SATIRE: Der homöopathische Euro-Rettungsschirm. ###

EIN KESSEL BUNTES

INTERAKTIVE GRAFIK: Wie würden sich Olympiasieger vergangener Jahrzehnte gegen die heutigen Champions schlagen? ###

SERVICE: Mit GIFs kleine Storys bauen geht ganz leicht. ###

SERVICE: Eine sehr coole Sammlung von ausgesprochen praktischen Single-Service-Sites. ###

GAME: Final Ninja Zero. Cool. ###

Dies war die heutige Ausgabe der wöchentlichen Linkliste vom Herrn Kaliban, wie immer entstanden unter Mithilfe einiger freundlicher Linkeinsender (Julian, Marlene, Ingo). Sachdienliche Link-Hinweise werden vom dankbaren Herrn Kaliban jederzeit per Kontaktformular entgegen genommen.

Drinking with the Living Dead

by Gunnar on 27. Juli 2012 · 4 comments

Liebliche Musik zum Wochenende. Zombie-Country, sozusagen.

Die Band heißt Ghoultown, ist aus Texas und macht sonst eher Musik mit E-Gitarren. Die offizielle Musikrichtung heißt “tequila drinking hillbilly rock”.

Chemie des Hasses

by Gunnar on 26. Juli 2012 · 2 comments

Keine neue Erkenntnis, aber hübsch visualisiert.

Quelle: hier gefunden, keine Ahnung, wer’s erstellt hat.

You wouldn’t steal music, would you?

by Gunnar on 23. Juli 2012 · 13 comments

Bin leicht zu spät dran, wollte aber doch noch mal vermelden, dass für das Original des oben parodierten Spots (das wir alle vermutlich schon 1000 Mal gesehen haben) nicht korrekt lizensierte Musik verwendet wurde. Der Fall ging vor ein paar Tagen nochmal durch die Medien.

Schon interessant, wie oft es den Vorkämpfern für die harte Durchsetzung von Copyrights und Verwertungsrechten “passiert”, dass sie selber nicht nach den Regeln spielen: Herr Kauder, beispielsweise. Oder die generelle Unart vieler Medien (auch und gerade solcher, die für das so genannte “Leistungsschutzrecht” kämpfen), einfach User-Videos ohne Rückfrage von Youtube zu nehmen und frech als Quelle “Youtube” oder gleich “Internet” anzugeben. Demnächst schreibe ich ein wissenschaftliches Werk, zitiere irgendwen und schreibe schön als Quelle “Buch” dahinter.

Mein persönlicher Höhepunkt in dieser Sache ist Nikolas Blome vom Axel Springer Verlag, der in einem Interview flockig zugab, dass sich BILD ohne Hemmungen an Facebook-Profilen bedient:

Wenn Leute, Menschen — viele, viele Menschen offenkundig — ihr ganzes Privatleben im Internet ausbreiten, und das ist nun mal frei zugänglich, dann sind solche Folgen leider mit einzupreisen. Das heißt, dann müssen sich Menschen auch bewusst sein, dass sie sich öffentlich gemacht haben. Und das kann dann auch dazu führen, dass Zeitungen von diesen öffentlich zugänglichen Recherchefeldern, also zum Beispiel Facebook, also zum Beispiel Internet insgesamt, Gebrauch machen. (Dokumentiert bei Niggemeier.)

Erstaunlich, wie wenig Anstand viele Leute haben.

Sonntagslinks

by Gunnar on 22. Juli 2012 · 3 comments

Linkliste, sonntäglich.

VIDEO und AUDIO

KURZFILM: Wie Titanic die WM nach Deutschland holte. ###

VIDEO: 93 Spieleklassiker in zweieinhalb Minuten. Coole Musik zudem. ###

ANIMATION: Wildebeest ist Minifilmchen über ein paar Wildebeests mit einem Problem. ###

ANIMATION: Justice: New Lands ist ein cooler Kurzfilm. ###

GRAFIKEN UND FOTOS

INFOGRAFIK: Die zehn meistgelesenen Bücher der Welt (angeblich). ###

GRAFIK: 20 abgefahrene Poster-Designs. ###

LISTE: Die hübsche ZEIT-Serie “Deutschlandkarten” wollte ich auch schon immer mal verlinken. ###

FOTOS: Schöne Landschaftsbilder von Coby Cobb. ###

COMIC: Silver Chord ist ein netter Comic. Teil 1 ist kostenlos, Teil wird gerade auf Kickstarter verhandelt. ###

TEXTE

LISTE: Fotografenhumor: massenhaft fotografische Klischees. ###

LISTE: Doofe Bildunterschriften in der Wikipedia. Naja. ###

DOKUMENT: Der Business-Plan von Intel, Anno 1968. ###

ARTIKEL: Die illustrierte Geschichte der Batcave. ###

ARTIKEL: Sexismus in der Gamer-Szene. ###

BLOGPOST: Wenn Twitter mit sich selber Zork spielt. Cool. ###

BLOGPOST: Wenn ich die Katholische Kirche wäre, würde ich ###

BLOGPOST: Wenn der Finanzmarkt eine Singlebörse wäre. ###

LISTE: 9 absurde Sportarten, die nicht mehr olympisch sind. ###

LISTE: 5 Stereotypen in Computerspielen. ###

EIN KESSEL BUNTES

WISSEN: User-Interfaces, die dazu da sind, Leute hereinzulegen. ###

Dies war die heutige Ausgabe der wöchentlichen Linkliste vom Herrn Kaliban, wie immer entstanden unter Mithilfe einiger freundlicher Linkeinsender (Julian, Teut, Baruch, Yukiru, Knut). Sachdienliche Link-Hinweise werden vom dankbaren Herrn Kaliban jederzeit per Kontaktformular entgegen genommen.

Ein freundlicher Kollege empfahl mir beim Mittagessen heute die App der KVV, der Karlsruher Verkehrsverbundsdings. Die sei zwar nicht so besonders super, bewahre einen aber davor, eine Karte bei einem der nicht selten unfreundlichen Fahrer kaufen zu müssen. Gibt zwar auch Automaten, die aber sind ohne Logik oder Sinn über Stationen und Bahnen verteilt und nie da, wo man sie braucht. Und wenn doch, dann funktionieren sie nicht.

Ich lud also die App aufs iPhone, startete, schaute nach meiner bevorzugten Fahrkarte. Der Kollege startete seine Version auf seinem Android-Handy. Wir hielten die Geräte nebeneinander.

Kleine Überraschung im Vergleich:

Ah! Die KVV lässt die ungewaschenen Horden der Android-User den normalen Preis zahlen. Wir wohlriechenden, gut gekleideten iOS-Nutzer hingegen, mit unseren weißen Kopfhörern stets ein Hingucker im öffentlichen Raum und eine Zierde jedes Waggons, wir erhalten einen 10-Cent-Rabatt auf den Automatenpreis. Verständlich, eigentlich.

Leider hielt diese Deutung der Dinge dem Realitäts-Check nicht stand: Beim Versuch, auf iOS zu kaufen, kommt die App kurz in Panik, stoppt und meldet eine Preisänderung zurück. Dann kann man den Kauf nochmal beginnen und dann liegt der Preis auf Android-Niveau. Clevere Ingenieursleistung, einfach mal einen Preis hartzukodieren und den erst bei einem Kaufversuch zu updaten. Seufz.

»I’m a little bored of movies.«

by Gunnar on 19. Juli 2012 · 5 comments

Gerade beim Stöbern in alten Fotoarchiven wiedergefunden: ein von mir leider exzeptionell schlecht fotografiertes historisches Dokument. Aber hey, es war acht Uhr morgens in Barcelona, am Tag nach der Party, ich war müde. Von links nach rechts sind zu sehen: Peter Molyneux (seinerzeit Lionhead), Greg Zeschuk (Gründer von Bioware) und Peter Jackson (Regisseur von Herr der Ringe). Die sind vor knapp sechs Jahren (im September 2006) auf einem Event von Microsoft aufgetreten, weil Jackson damals gerade sein Games-Studio Wingnut Interactive gegründet hatte, um, wie er sagte, neue Formen des Geschichtenerzählens zu explorieren.

»”From a movie-maker’s point of view, it is clear to me that the Xbox 360 platform is the stage where storytellers can work their craft in the same way they do today with movies and books but taking it further with interactivity.”« sagte er. Und: »I’m a little bored of movies.«

Hatte das schon fast wieder vergessen, aber jetzt, sechs Jahre später, weiß man, was passiert ist: nichts. Das angedachte Spieleprojekt im Halo-Universum ist gescheitert, die Firma gibt’s nicht mehr. Jackson macht, was er immer macht: Filme.

Schade, eigentlich. Oder Gottseidank?

[Für historisch Interessierte: IGN hat ein komplettes Transkript des Gesprächs; bei MSXboxWorld gibt’s auch ein Video.]

Hier gibt’s was umsonst!

by Gunnar on 17. Juli 2012 · 18 comments

Herr Kaliban wundert sich über die Menschheit. Das ist ja nichts Neues.

Es gehört zu den Vorbereitungsritualen jeder auf einer Games-Messe ausstellenden Firma, sich in einem lebhaften Meeting zu überlegen, was man an Zeug mitnimmt, dass man am eigenen Stand in die Menge werfen kann. »Swag« heißt das im Branchensprech, also Swag wie Swag und nicht wie Swag. Man unterscheidet zwei Sorten: Endkunden-Swag und Journo-Swag. Das eine ist die Streuware, die von der Gamescom-Bühne verteilt wird, das andere sind die Sachen, die man den Journalisten in die Tüte tut, die er am Ende des Gesprächs kriegt. Endkunden bekommen Code-Kärtchen, Bändchen, Demo-DVDs, Aufkleber, aufblasbaren Schnickschnack, aber auch mal T-Shirts oder auch Gaming-Zubehör, wenn man einen Hardware-Sponsor hat. Journalisten bekommen Broschüren, T-Shirts, Handtücher, Games, Sponsorware und auch sonst nette Sachen. Manchmal auch nichts, der intermittierenden Verstärkung wegen (Achtung: Ironie).

Bei GameStar galt die Linie, wenn ich mich recht erinnere, hatte ich sie selber eingeführt, dass man als Redakteur das Zeug dankend mitnimmt und als Verlosungspreis zur Verfügung stellt. Das galt auch, dennoch gehe ich auch heute noch mit Codemasters-Handtuch schwimmen und schneide meine Pizza mit dem Pizza Connection-Pizzaschneider.

Offenbar hatte ich meine Schäfchen schon vor der Einführung der harten Linie im Trockenen. Ahem. Aber auch sonst war’s mir immer zu mühsam, irgendwo anzustehen oder durch sonstwelche Feuerreifen zu springen, um irgendwas zu bekommen, das ich mir vermutlich eh nicht selber gekauft hätte.

Naja, was mich jedenfalls immer erstaunt hat, wie weit Leute gehen, um was Kostenloses abzugreifen, egal wie geringwertig es ist. Gut bezahlte Journalisten fragen drei Mal nach einer weiteren Tüte “für die Kollegen” und einem Extra-Exemplar des Spiels für die Sammlung oder nehmen auf Events an lächerlichen Wettbewerben um Poster oder Figürchen teil; Mädchen ziehen sich auf der Bühne bis auf den BH aus, um ein T-Shirt für den Freund abzugreifen; Jungs schreien für die Chance auf einen Kugelschreiber zehn Mal “Frogster ist geil” oder sowas.

Klar geht’s da auch mal einfach um die schiere Stimmung und den Spaß an der Sache, wie auf dem Bild oben (aufgenommen von Uwe Miethe), das auf der GC in Leipzig Anno 2005 entstanden ist. Und natürlich nehmen Journalisten auch mal eine Tüte mit, um gegenüber dem Pressesprecher nicht unhöflich zu sein, aber grundsätzlich: Leute greifen gern ab.

Noch besser als meine kleine Erzählung illustriert das das folgende Video:

Sonntagslinks #141

Juli 15, 2012

Linkliste, sonntäglich. Le Miroir from ramonandpedro on Vimeo. VIDEO: Wer sich für einen talentierte Gitarrenspieler hält, kann sich ja zum Vergleich mal diesen Kerl hier anschauen. ### AUDIO: Neue Folge Stay Forever: es geht um Day of the Tentacle. Mit Gastauftritt von Boris Schneider. ### VIDEO: Wie McDonald’s seine Burger fotografiert. ### ANIMATION: Ein schönes […]

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Dickstarter

Juli 10, 2012

Penny Arcade, vor einem Jahr. Penny Arcade, heute. Penny Arcade, vor einem Jahr. Penny Arcade, heute.

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