Oktober 2012

Quarantäne

by Gunnar on 28. Oktober 2012 · 13 comments

Der Herr Kaliban ist erkrankt, nicht ernstlich, aber doch so, dass das Verfassen von flockigen Blogbeiträgen oder länglichen Linklisten derzeit keine Option ist.

Daher gibt’s hier nichts zu lesen oder sehen, sorry.

Update: So, die Phase ist vorbei. Erstaunlich, wie sehr einen sowas in der Lebensfreude dämpft. Ich hole jetzt erstmal alles Mögliche and beruflichen und privaten Verpflichtungen nach, dann geht’s auch hier auf dem Blog weiter.


Alles Neu – Peter Fox von sgkmuc

Evil animals

by Gunnar on 19. Oktober 2012 · 2 comments

Weil’s mir gerade einfällt: Man kann nicht genug Eddie Izzard hören/sehen.

Krankendings

by Gunnar on 18. Oktober 2012 · 5 comments

Jeden Morgen, wenn ich meine Tochter im Kindergarten abliefere, komme ich an der Klinik für Gesichtschirurgie und Dermatologie vorbei. Dort stehen immer Menschen vor der Tür, hastig an Zigaretten ziehend, von einem Bein auf andere tretend. Versehrte Menschen, mit Gesichtsverbänden, Ausschlag, Pflastern, wie die Opfer einer Seuche. Der Anblick ist ein bisschen bedrückend, aber wenn dann, zum Schichtwechsel, ein Geschwader junger, sportlicher Schwestern einrückt, mit gesunder Draußenbräune und einem fröhlichen “Morgen!” auf den geschminkten Lippen an den kranken Rauchenden vorbei joggt, dann…

…wird das Bild nachgerade deprimierend in seiner Tragikomik.

Oder auch nicht, vielleicht ist das nur die männertypische Aversion gegen Krankheit, Krankenhäuser und kranke Menschen, die da aus mir spricht. Angst vor der eigenen Sterblichkeit und so. Ich tendiere ja auch dazu, Arztbesuche aufzuschieben und Wehwehchen zwar laut zu beklagen, aber ansonsten zu ignorieren. Wir haben da im männlichen Zweig der Familie eine lange Tradition des Verschleppens harmloser Krankheiten, die dann durchs Ignorieren schlimmer werden. Krasseste Ausprägung: mein Urgroßvater, Wilhelm Lott, der am Blinddarm gestorben ist. Andererseits ist da auch das Gegenbeispiel meines Opas, der mit maßvollem Nikotin- und Alkoholkonsum 95 wurde. Und nie Medikamente genommen hat. Der Doktor verschrieb immer irgendwas, Oma holte es von der Apotheke, um es passiv-aggressiv auf die Kommode zu stellen, Opa schüttete das Zeug weg oder ließ es eintrocknen. Irgendwann kam der Arzt wieder, gratulierte zur guten Besserung und lobt die Wirkung des Medikaments. Opa nickte nur. Und konzentrierte sich aufs Überleben.

Ich hoffe mal, dass ich diese Zähigheit geerbt habe. Wir sprechen uns in 50 Jahren.

Zwischendurchlinks

by Gunnar on 11. Oktober 2012 · 7 comments

Da ich nicht recht weiß, ob ich am Wochenende zum Sonntagsverlinken komme, hier ein paar schnelle Hinweise zwischendurch:

# Mein schwuler Ex-Kollege Daniel Matschijewsky spricht über’s Schwulsein als Gamer. Und das cool und unaufgeregt.

# Stay Forever Podcast, Folge 16: Wing Commander vs. X-Wing! Eine Art Streitgespräch. Clever getimet auf die Ankündigung von Chris Roberts’ neuem Spiel, Star Citizen.

# Mit dem reizenden Manu sprach ich im Frühstückspodcast über meine Zeit bei der GamePro.

# Humblebundle, das “Wir kleben einen Haufen cooler Indiegames zusammen und verkaufen sie als Paket”-Projekt, hat dieser Tage sehr schöne eBooks im Angebot.

# Rock Paper Shotgun, die vermutlich beste Spieleseite der Welt, schaut sich mal an, was die Trends des Jahres 2012 bislang waren.

# Video Game Tourism schreibt über die Krise des Games-Journalismus. Ich mache ein paar Anmerkungen in den Kommentaren. In diesem Zusammenhang, der in den Kommentaren erwähnt Artikel von Herrn Zurschmitten ist in der Tat großartig. Und auch ganz interessant, mein Ex-Kollege Daniel Raumer betrachtet in dem Fachblatt Gamesmarkt das Verhältnis zwischen Presse und Bloggern. Und wenn wir gerade bei Daniel sind, sei Gespräch mit Christian Schmidt ist auch nett.

# Und zum Ausgleich noch was ganz ohne Gaming-Bezug: Internet-Guru Nico Lumma erzählt, welche Cloud-Dienste er nutzt und warum.

Musik zum Wochenende

by Gunnar on 5. Oktober 2012 · 1 comment

Oh, I for one may not shy,
Away from the fact that I’m sick,
And too tired to stand this,
It all seems contagious.
I know a few would back that up,
Can’t say a few is not enough,
To skip a beat in this motion sickness.
I’d second that emotion.

Our state,
Our state,
Our state of grace is gone.
Our state,
Our state,
Our state of grace is gone.

Oh, I for one don’t want to die,
Old and in the way from poison.
‘Cause I hate the taste of medicine,
We all hate the taste of medicine.
I know a few would back that up,
Can’t say a few is not enough,
To skip a beat in this motion sickness.
I’d second that emotion.

Our state,
Our state,
Our state of grace is gone.
Our state,
Our state,
Our state of grace is gone away.

Our state of grace is crumbling,
I fear we’re good for nothing,
And simply disintegrating into the terra firma.

Our state,
Our state,
Our state of grace is gone.
Our state,
Our state,
Our state of grace is gone.
May we combine tradition,
Science and innovation.
To benefit what’s ailing,
Our state of grace is gone.

Nun, keine Ahnung, was sie mir sagen wollen, aber es klingt cool.

Lange schallt’s im Walde noch

by Gunnar on 2. Oktober 2012 · 5 comments

In diesen schlimmen Zeiten sind zarte Kinderseelen im TV und Netz allezeit raffiniertester Werbung ausgesetzt.

Schrecklich ist das. Grausam, fast. Beklagenswert.

Gut, dass das damals in meiner Kindheit noch nicht so war.

Für sehr viel jüngere Leute: Das obige ist ein Ausriss aus Lurchi, Band 2. Die Lurchi-Bücher sind eine Art gereimte Kinder-Comics von der Firma Salamander. Gibt’s heute noch zu kaufen, glaube ich. Früher bekamen wir die im Schuhladen geschenkt. Wer mal reingucken will, hier ist eine Leseprobe.

Das harte Leben im Lizenzgeschäft

by Gunnar on 1. Oktober 2012 · 12 comments

Eine Filmfirma, Abteilung Licensing.

Telefon: (klingelt)
Mitarbeiter 1: Ja, Filmfirma, Abteilung Licensing, Mitarbeiter 1 am Apparat.
Mitarbeiter 1: Ah, ja, die Hobbit-Lizenz. Unser Kronjuwel. Ja, die können Sie erwerben. Ist natürlich nicht billig. Dafür werden Sie dann offizieller Partner für Ihre Produktkategorie. Was stellen Sie denn her?
Mitarbeiter 1: Uh. Nun. Ja, die, äh, Produktkategorie ist noch frei, da wären Sie exklusiv.
Mitarbeiter 1: Ja, *hust*, da haben Sie recht, das geheimnisvolle Flair ihres Produkte passt natürlich gut zu dem Fantasy-Szenario. Und, nun, Indien und Mittelerde sind ja beides ferne Länder, nicht?
Mitarbeiter 1: (hält den Hörer mit der Hand zu) Hilfe! Ich kann nicht mehr ernst bleiben. Kann mich jemand ohrfeigen?
Mitarbeiter 2: (sticht Mitarbeiter 1 eine aufgebogene Büroklammer in die Hand)
Mitarbeiter 1: Ah! Ja, die jeweiligen Figuren können Sie gut auf spezifische Produktsorten aufteilen, ich sehe zum Beispiel die Elfenkönigin auf der Sorte “Lovely” und Gandalf auf, uh, “Classic”. (gluckst)
Mitarbeiter 2: (sticht Mitarbeiter 1 eine aufgebogene Büroklammer in die Hand)
Mitarbeiter 1: Ah! “Sweet” haben sie auch noch? Da nehmen wir einen Zwerg, die sind ja auch ganz süß. Und “Spicy”, jo, nun, ach, der Elfenkönig passt immer, der vereint ja in sich auch das, äh, Scharfe und das Schöne. Nun. (gluckst)
Mitarbeiter 2: (sticht Mitarbeiter 1 eine aufgebogene Büroklammer in die Hand)
Mitarbeiter 1: Ah! Nein, nichts, mir ist bloß was runtergefallen. Ja, dann sind wir uns ja grundsätzlich einig. Ich schreibe Ihnen unser Angebot rasch zusammen und schicke es Ihnen als Entscheidungsvorlage. Ja, sehr gerne. Nein, keine Ursache. Vielen Dank, wir hören uns. (legt auf, bricht über dem Schreibtisch zusammen)
Mitarbeiter 2: Was um Gottes Willen war das? Wieder der Kondomhersteller?
Mitarbeiter 1: Schlimmer.

[via]