November 2012

Science Fiction ♥

by Gunnar on 27. November 2012 · 13 comments

Zusammenschnitt von Szenen aus 100 Sci-Fi-Filmen in sechseinhalb Minuten. Schön — oder wie jemand in den Youtube-Kommentaren treffend anmerkte: “This looks like the trailer for one fucking epic movie”.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch mal kurz auf meinen kleinen Text namens Ich habe Dinge gesehen, die ihr Menschen niemals glauben würdet. Der ist mir seinerzeit ganz gut gelungen, denke ich.

Sonntaglinks

by Gunnar on 25. November 2012 · 8 comments

Linkliste, fast sonntäglich. Manchmal vor dem Tatort. Heute aber nicht.

VIDEO und AUDIO

PODCAST: Stay Forever steht bei Folge #17. Wollte ich nur zur Sicherheit mal erwähnt haben. ###

MUSIK: Dumb Ways to die kennt natürlich schon jeder. Hier nur sicherheitshalber aufgenommen. ###

VIDEO: Ein Metal-Song aus der Sicht des Drummers, aufgenommen mit Headcam. ###

VIDEO: Der traurigste Junge der Welt. Kurzfilm. ###

GRAFIKEN UND FOTOS

FOTO: Die Eltern dieses Kindes haben ein Problem, das mir gut bekannt ist. ###

FOTO: Das Weltraumfoto des Tages. ###

COMIC: Ich schlafe schlecht ein, wenn du nicht da bist. ###

CARTOONS: 20 ziemlich nerdige Wissenschaftswitzchen. ###

KUNST: Karten in Wasserfarben. ###

INFOGRAFIK: Bisschen zu spät jetzt, aber: die US-Wahlen visualisiert mit Burgern. ###

GRAFIK: Die gesamte Erdgeschichte als Facebook-Wall. ###

TEXTE

WISSENSCHAFT: Die Flasche, die sich von selber füllt. ###

ARTIKEL: Die Spiele müssen nicht gerettet werden. ###

ARTIKEL: Wo die christlichen Fundamentalisten ihre Elite ausbilden. ###

ARTIKEL: Ein US-Journalist über die Idee, dass die republikanischen Staaten eine Sezession anstreben könnten. Seine Meinung: soll’se doch. ###

COMMUNITY: Was genervte Starbuck’s-Mitarbeiter so über ihre Kunden sagen. ###

BLOGPOST: Warum der Quatsch mit den homöopathischen Globoli so gefährlich ist. ###

BLOGPOST: Lieber Qualitätsjournalismus, ###

BLOGPOST: Die Reihenfolge, in der man die Star Wars-Filme schauen sollte (wenn man sie noch nicht kennt). ###

BLOGPOST: Ein Rechtsanwalt schreibt über den Fall Mollath, das ist der Typ, der in Bayern in die Psychiatrie gesperrt wurde, weil er von einem Schwarzgeldsystem bei der Hypovereinsbank gefaselt hat. Verschwörungstheorie, paranoides Weltbild und so. Allerdings haben sich seine Vorwürfe als korrekt herausgestellt. ###

SAMMLUNG: Der Rest von Hamburg ist eine hübsche Kollektion von Hamburger Stadtteilgeschichten. ###

HISTORIE: Zehn Gründe gegen das Wahlrecht für Frauen. ###

LISTE: Die zehn Gebote des Game-Designs. ###

ARTIKEL: Oh, die Umsätze der Filmindustrie sinken seit dem Aus von Megaupload? ###

EIN KESSEL BUNTES

SITE: Wie unfassbar brillant der Randall Munroe ist. Unfassbar. Brillant. Okay, das ist keine neue Erkenntnis, aber man sollte es sich immer mal wieder vor Augen führen. ###

SITE: Coole Rezepte, schön fotografiert. ###

AKTION: Ich fühle mich im Stadion sicher, trotz der künstlichen Debatte über Gewalt beim Fußball. ###

Dies war die heutige Ausgabe der wöchentlichen Linkliste vom Herrn Kaliban, wie immer entstanden unter Mithilfe einiger freundlicher Linkeinsender (Julian, Thomas, Klausmensch, Markus). Sachdienliche Link-Hinweise werden vom dankbaren Herrn Kaliban jederzeit per Kontaktformular entgegen genommen.

Ach, das Netz ist so gefährlich

by Gunnar on 20. November 2012 · 48 comments

Vor ein paar Tagen hat die SZ, mit der mich eine Hassliebe verbindet, einen dieser Artikel über das böse Internet und den Untergang des Abendlandes online gestellt. Habe nur kurz drüber geschaut, die Klick-Bildergalerie “Die größten Selbstdarsteller im Netz” gesehen, dann bin ich wieder gegangen. Dann wider besseres Wissen nochmal quer gelesen, Halsaderschwellung bekommen und wieder gegangen. Dann nochmal ganz gelesen.

Es gäbe am Artikel ein, zwei, dreißig Dinge zu bekritteln, aber danach steht mir nicht der Sinn, eigentlich wiederholt er nur die üblichen Vorurteile. Wenn in ein paar Foren ein paar Leute irgendwas Blödes machen, ist es der rechtsfreie Raum im Internet, den man nicht dulden darf und die “Schwarmfeigheit” der anonymen User. Das kann man schon mal sagen, an vielen Stellen im Netz ist der Umgangston nicht sehr zivil. Aber immer so zu tun, als sei das ohne Präzedenz und ein reines Netzphänomen, das ist eine Verzerrung. Propaganda. Man erinnere sich an den Irrsinn der Titanic seinerzeit, die Sache mit der “Bestechung” der Fifa-Funktionäre. BILD veröffentlichte die Telefonnummer der Redaktion und ein paar Hundert oder Tausend Leser riefen an und wünschten der Titanic Übles (inklusive “Sie gehören ins KZ” und so). Ein Mob, im Schutze der Anonymität des Telefons, orchestriert von einem Boulevard-Medium. Wo war da die Debatte in den Qualitätsmedien, wo war der Aufschrei der SZ-Redaktion?

Jaja, man soll derlei Dinge nicht vergleichen, aber die Welt ist überall schlimm, wo Menschen ein bisschen in eine Richtung geschubst und von der Verantwortung für ihr Handeln befreit werden, das wurde ja schon hinreichend bewiesen. Wenn man sich die Weltgeschichte anschaut, ist das breite Netz geradezu überraschend zivil. Kein Grund, da immer gleich das Ende der Schöpfung auszurufen. “Wer zahlt für die Folgen versehentlich einberufener Facebook-Partys” barmt die SZ-Autorin scheinheilig, ohne einen Gedanken dran zu verschwenden, wer eigentlich dafür zahlt, wenn mal wieder drei Leute von einer Brücke springen, weil eine Lokalzeitung entgegen dem Konsens der Medien, Selbstmordschauplätze nicht zu erwähnen, eine Selbermördermeldung mit einem Foto garniert hat.

Aber das alles ist wie erwartet. Die Autorin, Alexandra Borchardt, immerhin CvD der Zeitung, ist halt in den 40ern und hat schon eine schöne Karriere in den Printmedien hinter sich, da greift die alte Douglas-Adams-Regel*: “Anything that gets invented after you’re thirty is against the natural order of things and the beginning of the end of civilisation as we know it.”

[EINSCHUB]
Das klingt, als würde ich denken, das Leute über 40 das Internet nicht verstehen. Aber ss geht nicht ums Verstehen. Es geht ums Nutzen und sich Wohlfühlen und Teilhaben.

Surfen und googeln und e-mailen und dropboxen und ein bisschen twittern, das ist nicht das Internet. Das können alle. Verständnis für dieses Medium mit all seinen Chancen und Problemen gewinnt man so nicht. Dazu hilft es, seinen Freundeskreis auf FB zu haben, Diskussionen bei Reddit zu führen, in Foren unterwegs zu sein, seine Infos aus einem 500 Quellen umfassenden RSS-Feed zu saugen, Wikipedia-Artikel zu schreiben, keine Ahnung, all das und mehr.

Meine vierjährige Tochter kommt nicht mehr auf die Idee, sich mit einem “Weiß ich nicht” zufrieden zu geben — wenn sie wissen will, was ein Ozelot ist und ich nur grob sagen kann, nun, das ist ein Tier, ein, äh, Raubtier mit Fell und so, dann sagt sie, “Papa, guck’s doch rasch auf dem iPad nach”. Das ist das, was das Adams-Zitat meint. Für meine Tochter gibt es keine Welt ohne Computer in der Hosentasche, ohne “Always On”, ohne Internet in ständiger Reichweite.

In meinem Leben (ich bin ja auch über 40) begann das Internet erst, als ich schon im Studium war. Meine erste E-Mail-Adresse war caliban@liteline.mcnet.de, um sie abzurufen, musste ich mich bei einer Mailbox einwählen. Ich habe volles Verständnis für Leute, die nicht mehr alles mitmachen müssen, mich stört nur die Glorifizierung des Alten (“Guten Journalismus gibt’s nur in Print”, “Eine Welt ohne Bücher aus Papier wäre eine verarmte Welt”, blabla) und die Verleumdung des Neuen (“Twitter ist nur weißes Rauschen”; “Auf FB schreiben Leute nur über die Pizza, die sie gerade essen”; “die User wollen alles umsonst, das ist das Ende der Kunst” und so weiter).

[EINSCHUB ENDE]

Viel ärgerlicher als all die oft gelesene Behauptungen, Verkürzungen und Pauschalisierungen (der Klassiker, die Urheberrechtskritiker pauschal “Urheberrechtsgegner” zu nennen, ist auch wieder dabei) ist ein Zitat einer Passauer Professorin, Barbara Zehnpfennig, das sich im Artikel findet:

Denn vollkommene Transparenz zerstöre, vor allem wenn sie mit großem Zeitdruck verbunden ist, die Schutzräume, in denen Demokratie erst gedeihen kann: Diskretion und Diplomatie, die Zeit zum Reifen von Überzeugungen, der öffentliche, von Medien gebündelte Diskurs.

Schön gesagt, aber ist nun wirklich das ungefilterte Denken der Eliten.

Genau so hätten sie’s gern. Keine Mitbestimmung, keine Transparenz, nur der Klüngel und die Hinterzimmer. Und die großen Zeitungen als ideologischer Türwächter, die der ungewaschenen Bevölkerung die Sache so oder so erklären. Die schöne alte Welt, in der Journalisten saftige Geheimnisse erzählt kriegen (und sie nicht weiter erzählen), in der Politiker unenttarnt Mätressen unterhalten können, in der Bauprojekte nach Nase und Gegengefallen vergeben werden.

Da möchte man doch schreien. Transparenz ist die einzige Waffe, die wir haben, gegen die Leute, die das Land schädigen, um des eigenen Egos und des eigenen Vorteils willen. Gegen die Leute, die uns zu einer internationalen Lachnummer machen, weil unser Bundestag es nicht für nötig hält, die UN-Konvention gegen Korruption zu ratifizieren (denn da wäre ja, oh Graus, eine Erweiterung des Straftatbestandes der Abgeordnetenbestechung nötig). Gegen die Leute, die sich den Staat zu eigen machen und das Wohl des Volkes der Ratio der Wahlkämpfe unterordnen.

Aber nun. Das ist natürlich alles kein Problem, die SZ sorgt sich lieber um raubkopierende Jugendliche und Facebook-Partys und um die Diskretion in der Demokratie.

In der Arena tot über’m Zaun hängen

by Gunnar on 19. November 2012 · 6 comments

Vor der Jahreshauptversammlung des FC Bayern beherrscht den Verein wieder einmal eine Debatte mit den eigenen Fans. Noch immer bleibt die Stimmung in der Fröttmaninger Arena oft mau, dabei ist das Stadion wunderschön. Der Klub hat nicht das Publikum, das daraus ein brodelndes Rund machen könnte – zuletzt hielt es sich sogar aus der Kurve fern.

…schrieb die SZ vor ein paar Tagen in einem hübschen Artikel.

Und in der Tat ist das mit der Atmosphäre in der Arena ein bisschen mau. Ist mir früher schon aufgefallen, wenn ich vom Logenplatz aus über meinen Cocktail schaute in der Gästekurve mit den anderen Werder-Fans sang. Ahem. Distanzierter sind die Fans gegenüber der eigenen Mannschaft nur in Dings, Hoffenheim. Ich war dort mal, bei einem Spiel gegen Freiburg. Da war’s ähnlich: Freiburger singen trotz Rückstand, Hoffenheimer pfeifen bein Rückpässen. “Seid doch froh, dass ihr hier Bundesligafußball habt, ihr Nasen” möchte man der Kurve zurufen, aber nunja.

Ich würde ja stumpf diagnostizieren, dass das halt der Preis ist, den man für eine mit Erfolgs- und Modefans aufgeblähte Fanbase zahlt, aber meine Freunde auf Facebook sehen die Sache differenzierter:

Fette, die keinen abkriegen

by Gunnar on 18. November 2012 · 23 comments

Gestern, in der S-Bahn belauschte ich ein kurzes Gespräch:

Schmales, schlecht geschminktes Mädchen: Ist schon blöd, dass “Schwer verliebt” nicht mehr kommt sonntags. War für meine Freundin und mich ein fester Bestandteil unseres Sonntags.
Netter blasser Junge mit Stoffmütze: Keine Ahnung, aber ich habe letztens eine Vorschau gesehen, das kommt bald wieder. Anfang Dezember oder so.
Schmales Mädchen: Echt? Wow! Wow! Wow! Der Sonntag ist gerettet!
Blasser Junge: Was findet ihr überhaupt denn an der Sendung?
Schmales Mädchen: Ist doch geil, lauter Fette, die keinen abkriegen. Am besten sind eigentlich unsere Kommentare währenddessen.

Ah.

Ich hatte bis eben keine Ahnung, was das für ein Format ist, aber der letzte Satz des Mädchens lässt keinen Zweifel: Offenbar eine typische Guck mal, wie scheiße die alle sind-Produktion des glorreichen deutschen Privatfernsehens. Zweifellos moderiert von einer schlanken, hübschen Dame, die den unüberbrückbaren Graben zwischen Zur-schau-Gestelltem und Zur-Schau-Steller zu illustrieren hat, damit die Objekte der Sendung noch unterschichtiger aussehen. Mir liegt es auf der Zunge, ins Gespräch zu rufen, “Ist es nicht besser, eine Fette zu sein, die keinen abkriegt, als eine stumpfe Provinztrulla, die sich am Unglück anderer Leute weidet? Die Fette kann immerhin abnehmen.” aber ich tue es natürlich nicht.

Statt dessen steige ich aus. Und hoffe, dass meine Tochter das Gespräch, wenn sie es gehört haben sollte, noch nicht erfassen konnte. Wenn sie jemals solche Sendungen gucken sollte, muss ich sie enterben.

Nachsatz: Mit einem ähnlichen Phänomen befasste sich vor Jahren der Post “Die Zeitschrift und der Freak” in dessen Kommentarsektion sich sogar der Zur-Schau-Gestellte äußert.

Der unentschlossene Bär

by Gunnar on 13. November 2012 · 12 comments

Das ist mir auch schon passiert. Nicht nur einmal.

Das Schreiben von Artikeln, seit langem nicht mehr mein Hauptberuf, ist ein Geschäft voller Unwägbarkeiten: Mal schreibt man einfach nur ein Wort hin, dann nimmt einen der magische Flow bei der Hand und schwimmt mit einem raus aufs Meer, die Zeit bleibt stehen, und man erwacht zwei Stunden später mit einem Pulitzer-Preis-verdächtigen Werk auf der Festplatte. Das ist, nun, der seltene Fall. Normalerweise schreibt man ein paar Absätze, findet ein paar Sätze gut, andere so mittel und beginnt den ersten von vielen Überarbeitungsgängen, an deren Ende dann etwas Brauchbares steht, vielleicht. Den Prozess nannten wir früher “aus Bronze Gold machen” oder, bei der Redigatur untalentierter freier Autoren, auch despektierlich “aus Scheiße Bronze machen”. Ahem.

Naja, ich jedenfalls schrub neulich einen Artikel für die lobenswerte WASD, das war eine reine Qual, wie sie mir kaum je passiert ist. Vier Anläufe, vier halbe Artikel mit unterschiedlichen Angriffen aufs Thema, aber kein Ansatz wollte funktionieren. Jedes Mal war nach der Mitte klar, dass man es so nicht schlüssig zuende bringen kann. Am Ende, weit nach dem versprochenen Abgabetermin, war es nur noch ein Rückzugsgefecht und der Versuch, aus Dreck wenn schon nicht Bronze, dann wenigstens, sagen wir, Blech zu machen.

Das Resultat ist irgendwann in der WASD nachlesbar (falls der Herausgeber es nicht noch heimlich unter den Tisch fallen lässt, um den Qualitätsdurchschnitt seines Magazins zu halten), ich aber sitze hier mit einem Haufen halber Artikel und einem leicht eingedellten journalistischen Selbstbewusstsein.

Eine ganz hübsche Passage, die es nicht in den Artikel geschafft hat, möchte ich wenigstens hier verwerten. Das zugrunde liegende Ereignis muss in den Achtzigern passiert sein, ich kam drauf, weil ich für den Artikel über die Macht von Metaphern beim Game-Design nachdachte. Also:

Ich habe vor vielen Jahren mal an einem Rollenspiel teilgenommen, 50 Menschen in einem Raum, keine Regeln außer einer knappen Vorgeschichte: „Der König ist gestorben. Ihr seid die Versammlung, die den Nachfolger aus ihrer Mitte wählt.“ Man konnte sich dann noch eine Rolle frei auswählen, sofern sie in das Fantasy-Setting passte, Herr der Diebesgilde, Sprecher der Hobbitgemeinden, so was in der Art. Der Spielleiter schenkte einem dann passend zur Rolle Spielgeld und Einflusspunkte, los konnte es gehen. Den Rest machten wir selber. Es folgten vier Stunden Gespräche zwischen Impro-Comedy und Schauspielschule, das ganze Chaos zusammengehalten dem Wissen, dass am Ende eine Abstimmung stehen würde. Wir logen, schworen, bestachen, bezircten, drohten. Ganz wie im richtigen Wahlkampf. Am Ende gab es einen schwachen König, fast handlungsunfähig durch all die Versprechen, die er abgeben musste, um sich Stimmen zu sichern, aber auf jeden Fall der Mann, der für die unterwegs entstandenen Bündnisse das kleinste Übel war.

Dann brach noch die Revolution aus, aber das war möglicherweise meine Schuld, weil ich die Hobbits aufgewiegelt hatte, das tut hier nichts zur Sache.

Sehr realistisches Resultat übrigens, fast wie bei einer richtigen Wahl.

Das beschriebene Rollenspiel fand auf dem STARD statt, einem längst vergessenen Rollenspiel-Con der frühen Pionierzeit. Ich meine mich zu erinnern, dass der Spielleiter Hadmar Wieser* war, aber ich würde da meinem Gedächtnis nicht vertrauen. Jedenfalls war es eine coole Erfahrung, zu sehen, aus wie wenig man ein interessantes Spiel machen kann: Neben der sehr starken Ausgangssituation (“Wählt den König”) gab es fast nichts, schon gar kein Regelwerk. Alles passierte nur in den Köpfen der Spieler.

So, nun ist wenigstens noch ein Blogbeitrag rausgesprungen bei dem Desaster.

Puppen in unordentlichen Verhältnissen

by Gunnar on 11. November 2012 · 5 comments

Das Goldind arrangiert Puppen, Herr Kaliban schaut zu.

Goldkind: Okay, wir spielen mit den Puppen. Das sind die Kinder.
Herr Kaliban: Mhm.
Goldkind: Ich bin die Mutter, Du bist der Vater, Mama ist die Oma.
Herr Kaliban: Mhm.
Goldkind: Einen Opa haben die Kinder auch, aber wohnt nicht hier.
Herr Kaliban: Wie bitte?
Goldkind: Der Opa hat eine andere Frau (wegwerfende Geste), die ist die Tante der Kinder.
Herr Kaliban: Wie bitte?!?
Goldkind: Ja, oder die Cousine.

Ah, offenbar sind die Puppenkinder Teil einer Patchworkfamilie. Interessant, wie sie darauf kommt, wo’s doch in unserer Familie (die auch verwirrend genug ist, jedenfalls auf der kalibanischen Seite) für diese Konstellation keinen Präzedenzfall gibt.

Politiker und Nebentätigkeiten

by Gunnar on 9. November 2012 · 15 comments

Habe mal, wie es das Recht eines Bürgers ist, mir die Freiheit genommen, einen Brief an meinen Abgeordneten zu schreiben, der gestern (als CDU-Mann nicht überraschend) mit seinen Kollegen gegen die Offenlegung der Nebeneinkünfte von Abgeordneten gestimmt hat. Was ich, Parteipolitik hin oder her, für einen Skandal halte. In anderen Ländern ist ja die Demokratie auch nicht zusammengebrochen, weil man da ein bisschen offener sein muss.

Vielleicht fühlt sich ja jemand inspiriert.

Sehr geehrter Herr Wellenreuther,

mit Bedauern habe ich zur Kenntnis genommen, dass Sie mit Ihrer Fraktion gegen eine größere Transparenz bei den Nebentätigkeiten der Abgeordneten gestimmt haben.

Politiker der CDU führen gerne, bei der Verschärfung von Gesetzen im Sicherheitsbereich etwa, die Maxime “Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten” im Munde, wir müssen nun nach dieser Abstimmung leider davon ausgehen, dass Sie alle von der Offenlegung etwas zu befürchten hätten.

Das ist sehr schade, es hätte ein guter Tag für die repräsentative Demokratie werden können. So gehen wir alle den eingeschlagenen Weg weiter, in Richtung sinkender Wahlbeteiligungen, Politikverdrossenheit, Abwendung der Bürger von den Institutionen des Staates und der Demokratie.

Selbstverständlich sind Sie jetzt als Oberbürgermeister einer Stadt auch nicht mehr wählbar, ich werde davon absehen, Sie bei der kommenden OB-Wahl zu unterstützen.

Mit freundlichem Gruße,

Gunnar Lott
Kaiserallee 51a
76133 Karlsruhe

Okay, das ist jetzt leicht über-dramatisiert, ich hätte einen CDU-Mann vermutlich eh nicht gewählt, aber man kann ja mal versuchen, diesen Leuten ins Gewissen zu reden. Ich gebe die Hoffnung nicht auf.

Nothing ever changes in the US of A

by Gunnar on 8. November 2012 · 14 comments

[Quelle: Internetfundstück]

Obama vs. GOP 2:0

November 7, 2012

… rief heute morgen der Schriftsteller Tad Williams in die aufbrandende Euphorie (oder ist es nur Erleichterung) der Obama-Anhänger. Hat er natürlich recht. Die Republikaner könnten jede Wahl gewinnen, es gibt eine strukturkonservative Mehrheit in den USA, aber sie schießen sich durch den eigenen Irrsinn immer selber ins Knie. Wie der eine Typ, der sagte, […]

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Teddybären-Evolution

November 6, 2012

Die Geschichte einer Idee: Der Designer Begemott stellte im Oktober 2006 ein hübsches Bild auf Deviant Art ein: Daraus entstand ein kleines Meme, mit diesem hübschen Demotivation-Poster: (1902 ist übrigens das Jahr, in dem der Teddybär erfunden wurde.) Als ich das sah, dachte ich, huh, was für eine starke Metapher, dazu müsste man mal eine […]

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