Politiker und Nebentätigkeiten

by Gunnar on 9. November 2012 · 15 comments

Habe mal, wie es das Recht eines Bürgers ist, mir die Freiheit genommen, einen Brief an meinen Abgeordneten zu schreiben, der gestern (als CDU-Mann nicht überraschend) mit seinen Kollegen gegen die Offenlegung der Nebeneinkünfte von Abgeordneten gestimmt hat. Was ich, Parteipolitik hin oder her, für einen Skandal halte. In anderen Ländern ist ja die Demokratie auch nicht zusammengebrochen, weil man da ein bisschen offener sein muss.

Vielleicht fühlt sich ja jemand inspiriert.

Sehr geehrter Herr Wellenreuther,

mit Bedauern habe ich zur Kenntnis genommen, dass Sie mit Ihrer Fraktion gegen eine größere Transparenz bei den Nebentätigkeiten der Abgeordneten gestimmt haben.

Politiker der CDU führen gerne, bei der Verschärfung von Gesetzen im Sicherheitsbereich etwa, die Maxime “Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten” im Munde, wir müssen nun nach dieser Abstimmung leider davon ausgehen, dass Sie alle von der Offenlegung etwas zu befürchten hätten.

Das ist sehr schade, es hätte ein guter Tag für die repräsentative Demokratie werden können. So gehen wir alle den eingeschlagenen Weg weiter, in Richtung sinkender Wahlbeteiligungen, Politikverdrossenheit, Abwendung der Bürger von den Institutionen des Staates und der Demokratie.

Selbstverständlich sind Sie jetzt als Oberbürgermeister einer Stadt auch nicht mehr wählbar, ich werde davon absehen, Sie bei der kommenden OB-Wahl zu unterstützen.

Mit freundlichem Gruße,

Gunnar Lott
Kaiserallee 51a
76133 Karlsruhe

Okay, das ist jetzt leicht über-dramatisiert, ich hätte einen CDU-Mann vermutlich eh nicht gewählt, aber man kann ja mal versuchen, diesen Leuten ins Gewissen zu reden. Ich gebe die Hoffnung nicht auf.

{ 15 comments… read them below or add one }

Leave a Comment

Previous post:

Next post: