Kein Review, nur ein kurzer Erfahrungsbericht nach einem Monat mit dem Kindle Paperwhite.
Kontra:
# Die UI ist anders als bei meinem letzten Kindle, aber immer noch scheiße. Halt anders scheiße. Amazon checkt’s einfach nicht.
# Eine besondere Farce ist der Swipe. Man zieht einmal über den Screen, wenn man fertig ist, kommt das Bild nachgeruckelt.
# Auch Touch ist nicht so toll, oft muss ich mehrmals drücken, ehe das Ding reagiert. Der Kindle teilt zum Blättern den Schirm in Zonen ein, die linke Zone, etwa 20 Prozent der Fläche, blättert zurück, der Rest vor, und oben ist noch ein Bereich für sonstige Funktion. Ich treffe die kleinere Zone gerne mal nicht und verblättere mich. Liegt vielleicht an mir, aber die Tasten der älteren Modelle waren praktischer. Und das Flackern beim Umblättern ist auch nicht viel besser als früher.
# Überhaupt: Das ganze Ding fühlt sich, wenn man Tablets von Apple oder Google gewohnt ist, an wie… nun, wenn sich Plattenbauten anfühlen müssen, wenn man Altbauvillen mit Stuckdecken gewohnt ist. Billiges Plastik.
Pro:
# Es leuchtet. Der Paperwhite ist leicht von hinten beleuchtet, bisschen unregelmäßig, aber nicht so, dass es nervt. Das ist super. Perfekt. Genau getroffen. So genau, dass man sich fragt, wie man jemals auf einem anderen Kindle lesen konnte. Oder gar in einem unbeleuchteten Papier-Buch. Absurd.
# Es ist leicht. Und klein. Kann man in die Jackentasche stecken, kann man in einer Hand angenehm im Bett halten.
# Man kann damit lesen. Das Schriftbild ist scharf, die Augen ermüden nicht.
# Hält lange. Ich habe in den drei, vier Wochen nur einmal die Batterie geladen, obwohl ich obendrein immer vergesse, WLAN auszuschalten, wenn ich’s nicht brauche.
Gäbe noch mehr zu sagen, aber das sind die einzigen Dinge, die mich interessieren. Der Paperwhite ist der Mario Gomez unter den Stromgadgets: Besonders toll oder modern ist das alles nicht und ja, Eleganz ist was anderes, aber hey, am Ende zählen die Tore kommt es darauf an, wie’s sich damit lesen lässt.
Ich bin zufrieden mit dem Ding und nutze es täglich. Aber es ist nicht viel Fantasie nötig, um zu prognostizieren, dass diese Geräteklasse in ein paar Jahren wieder ausstirbt — wenn man ein Nexus 7 oder ein iPad Mini hat, liest man darauf zwar schlechter als auf dem Kindle, aber auch nicht so viel schlechter, dass es sich lohnen würde, nur für das Lesen ein zusätzliches Gerät mitzuschleppen oder überhaupt zu besitzen. Außer man ist Hardcore-Leser.
Den Paperwhite gibt’s, wo sonst, bei Amazon, das Modell ohne 3G kostet 129 Euro.



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Hab das T1 von Sony. Ohne Beleuchtung. Alles nur SchnickSchnack
Ich bin mit meinem Nexus 7 echt zufrieden. Durch Feineinstellung der Beleuchtung und dem Kindle Layout, also Schriftgröße, Zeilenabstand, usw., kann man das Leseerlebnis fast auf Kindle Fire Niveau kriegen, finde ich. Lediglich die weiche Hintergrundbeleuchtung kriegt man so nicht ganz hin.
Also bisher reißen mich die Geräte allesamt nicht vom Hocker. Meine Freundin hat auch das T1 von Sony. Äh, glaub ich. Na ja, das Schriftbild jedenfalls ist beeindruckend scharf, aber die Trägheit des Gerätes stört mich, dieses Flacken beim Umblättern sowieso. Dafür ist es angenehm leicht. Der Bildschirm wiederum ist mir zu dunkel. Ob’s das Licht bei dem Modell hier rausreißen würde … Na ja, ich weiß ja nicht.
Warum nutzt du es täglich, wo es doch offensichtlich Sandras* Kindle ist?
* Ich stalke dich nicht intensiv genug um zu wissen wie deine Frau heißt, aber ich vermute jetzt einfach mal, dass ihr Name Sandra ist. ;)
Ist mein Kindle. Amazon hatte irgendwann mal den Namen, aber…
.. das ist eine lange und verwirrende Geschichte. Ein andermal.
1. Das Flackern beim Umblättern ist der Refresh des Screens, um auf jeder Seite ein sauberes Schriftbild zu haben. Lässt sich ausschalten / seltener machen, dafür wird halt die Schrift verwaschener. Entweder oder. Geht bei E-Ink wohl nicht anders.
2. Das Fehlen jeglicher Tasten ist für mich auch ein Rückschritt und kein Fortschritt. Was ist einfacher, als mit einem minimalen Druck des Fingers umzublättern?
3. Dass eBook-Reader mittelfristig aussterben, weiß nicht. Zwei Punkte kriegt derzeit kein Tablet besser hin: Nicht-spiegelndes Display und wochenlanger Akku. Genau bei letzterem liegt dir Krux: Da man mit einem Tablet alles machen kann, muss der Prozessor was auf dem Kasten haben. Und das kostet Strom. Da sehe ich auch mittelfristig keine Besserung.
4. Hm. Von Schirach. “Es war Spätsommer, die letzten Tage, der Wind war noch warm hier”…
Zu Punkt 3:
“Dass Feature-Phones mittelfristig aussterben, weiß nicht. Zwei Punkte kriegt derzeit kein Smartphone besser hin: Akkulaufzeit und Telefonqualität. Bei ersterer liegt die Krux: Da man mit einem Smartphone alles machen kann, muss der Prozessor was auf dem Kasten haben. Und das kostet Strom. Da sehe ich auch mittelfristig keine Besserung.”
Einspruch. Die Geräteklasse wird höchstens dann aussterben, wenn man mit einem iPad (mini) im Sommer draussen bei strahlendem Sonnenlicht vernünftig lesen kann. Und deren akkus leistungsfähiger werden.
Nun, es gibt einen Punkt, der mich den Kindle nie wird kaufen lassen: Ich lasse mir nicht vorschreiben, wo ich meine Bücher zu kaufen habe. ;)
Ansonsten: Bin ich ganz bei Herrn Kaliban, sind Reader als eigene Geräteklasse nur ein Übergangsmodell. Alles, was dagegen vorgebracht wird, sind technologische Gründe. Und technologische Probleme wurden bisher immer gelöst (wer es nicht glaubt, betrachte die lange Historie diesbezüglicher Fehlprognosen vom Höchstbedarf für weltweite Computer bis zu 640kB RAM etc.).
Es hilft sicherlich, das “aussterben” nicht ganz so wörtlich zu nehmen, es erscheinen schließlich immer noch neue MC, warum soll es also nicht in 10 Jahren noch Reader geben – aber werden die noch relevant sein?
Und ich würde unbedingt dazu raten, die Zeitspannen weiter zu fassen. Nicht die gesamte Gesellschaft hält im selben Tempo mit. Es gibt eine ganze Menge, also geradezu Millionen von Menschen, denen sind Smartphones, Tablets und eReader aber mal sowas von egal. Das wird sicher nicht so bleiben, aber es geht alles nicht so schnell, wie uns das manchmal vorkommt.