Herr Kaliban steht in einer überfüllten S-Bahn, nahe der Tür. Die Bahn fährt nicht los. Möglicherweise liegt das daran, dass Herr Kaliban einen Fuß in der Lichtschranke hat.
Fahrer: 22 Minuten sind wohl noch nicht genug.
Herr Kaliban: …
Fahrer: (schreit) 22 MINUTEN SIND WOHL NOCH NICHT GENUG, WAS?
Herr Kaliban: Sprechen Sie mit mir?
Fahrer: (Schaum vor dem Mund) 22!!! MINUTEN!!! VERSPÄTUNG!!!
Herr Kaliban: (nimmt den Fuß aus der Schranke, was eine Wellenbewegung bis in den hinteren Zugteil auslöst)
Fahrer: (Schaum vor dem Mund) 22!!! MINUTEN!!! VERSPÄTUNG!!!
Herr Kaliban: (ruhig) Ja doch, tut mir leid. Ich mache das ja nicht mit Absicht, hier ist eben wenig Platz. Sagen Sie’s doch einfach, anstatt mir die Verspätung vorzuwerfen.
Fahrer: (wird langsam ruhiger, fährt los) Ich sage das 1000 Mal am Tag. Können Sie mir glauben.
Herr Kaliban: Ja, schon recht.
Fahrer: Machen Sie mal meinen Job den ganzen Tag lang, da werden Sie zum Mörder.
Uh. Nun. Da hat er vielleicht nicht unrecht. Möglicherweise würde man.
Fahrer: (murmelt) Zum Mörder könnte man werden. 22 Minuten. Das geht alles nicht auf meine Kappe. Mörder.
Herr Kaliban: Äh. Gute Fahrt noch. (steigt hastig aus, ehe der Fahrer die Bahn möglicherweise aus Frust und Wut an der nächsten Weiche entgleisen lässt)
Fahrer: (murmelt) Zum Mörder könnte man werden. 22 Minuten. Das geht alles nicht auf meine Kappe. Mörder.


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So eine ähnliche Situation hatte ich letzten Samstag. Auch da standen Leute ständig in der Tür und die Bahn fuhr nicht weiter, was allerdings eher an den Leuten als an Überfüllung lag.
Der Fahrer war allerdings um einiges cooler und meinte nur trocken über die Sprechanlage, “Ich weiß ja nicht wie es bei ihnen ist, aber ich habe um 18 Uhr Feierabend, ich komme pünktlich zur Sportschau heim und kann mir die Spiele anschauen”
Wie schnell doch auf einmal die Füße aus den Türen waren…
Ist in Wien immer weider der Fall, vor allem bei einigen heillos überlasteten Straßenbahnlinien… Einige FAhrer nehmen es gelassen “Bitte die Türen freimachen sonst kann der Zug nicht fahren”, andere cooler “Bitte gehn’s aus den Lichtschranken, einige FAhrgäste wollen vielleicht nach HAuse, zur Arbeit oder zur Uni…” … Aber leider sind Menschen nunmal dumm und neigen dazu sich bei einer Türe zusammenzurotten auch wenn der restliche Zug annährend leer ist und genügend Platz bietet… aber die 5 Meter zur nächsten Tür zu gehen ist wohl wesentlich anstrengender als sich einfach zu den anderen Menschen hineinzuquetschen die ihrerseits natürlich auch nicht weiter zu den freien Stellen gehen wollen… bei einer anderen Tür auszusteigen als bei der man eingestiegen ist muss extreme Ängste auslösen…
Wow! Karlsruhe muss ja absolut traumhafte Bahnen haben.
Wenn in Berlin der Fahrer die Türen schliessen läßt, dann schliessen die sich. Sollte dann ein Fuß oder eine Hand noch im Türbereich sein, hat derjenige dem sie gehört Pech gehabt.
Ja, hier ist das gelobte Land.
Die Leute sind sehr viel freundlicher und gelassener als anderswo. Muss am Wetter liegen.
Japp und das ist auch gut so. Ist auch immer schön wenn die Ansagenfrau ihre Ansage manchmal wiederholen muss, vor allem am Alex a la “Zurückbleibn hab ick jesagt” :D
Man möchte immer antworten:
“Jetzt hören Sie doch mal auf, das zu sagen, die meisten Leute hier schon doch schon ziemlich zurückgeblieben.”
Das gilt aber nicht für die Berliner Busse. Da sind zwar gelbe Markierungen auf den Türschwellen, aber die die Lichtschranke reicht weiter in den Fahrgastbereich hinein als diese gelbe Balken suggerieren – von wegen ich geh aus der Lichtschranke raus. Da reicht bei manchen gelegentlich selbst der gute Wille nicht.
Hört ich nach einer S5 an., auf anderen Linien des KVV wäre die Bahn ausgefallen ;)
@Copec: Oder S4 zwischen Bretten und Heilbronn. Immer wieder ein Genuss :)
Diese deutsche Angewohnheit alles mit Lichtschranken stillzulegen. Muss an absurden Haftungsentscheidungen liegen. Ich finde das Pariser System gut: Signal->Paff-Türe zu. Damit jeder gewarnt ist gibt es süße Bildchen mit einem Häßchen mit eingeklemmter Pfote. Selbst in der manchmal übervollen Linie 1 habe ich noch nie erlebt, dass das mit den Türen nicht klappen würde.
Anders in Köln, wo sich jeder Arsch berufen fühlt gerne auch noch IN der Türe zu stehen, weil ein lahmer Kumpel gerade noch die Treppe hochwalzt. Stoßzeiten am Neumarkt sind eine Katastrophe, weil ein konstanter Strom von Menschen von der Rolltreppe in die Bahn schwappt. Lächerlich.
Puh, in Berlin war das aber nicht, oder? Hier ist man markige Sprüche von den Busfahrern ja gewöhnt. Die Berliner haben sich drauf eingestellt. Lieblingsszene:
Busfahrer: (kommt völlig empört zur Hintertür, die immer noch nicht schließt, weil jemand zu nahe an der Lichtschranke steht, obwohl gar nicht drunter) “Ick sag doch, hier darf keener steh’n! Hier darf nich’ ma’ ‘n Hund mit ‘n Schwanz wackeln, sonst jeht die Tür nich’ zu..”
Fahrgast: “Wackelt doch och ja keen Hund mit’n Schwanz.”
Nun ja.
freundliche Busfahrer… da gibts doch noch andere Leidtragende:
http://www.youtube.com/watch?v=0_QRarfNO0Y
Und wer Marc Uwe Kling nn nicht kannte – ein super Last minute Geschenk (die Hörbücher sind einfach vollkommen – epic)
http://www.youtube.com/watch?v=ez3vJSHVW-0
Fremdschämen…
Ist das die Strafe für unfreundliches Personal? Singen auf youtube? :D
Ich gehöre nicht zu den Leuten, die ihr Leben in vollen Zügen geniessen.
Auch wenn es jetzt nur ne S-Bahn war und kein Zug, aber ich dachte den Spruch hau ich jetzt mal raus.
Ich kann den Fahrer gut verstehen. Ist tatsächlich etwas, was man nur nachfühlen kann, wenn man selbst mal ne Bahn in der Stoßzeit bewegt hat und sich dem ganzen Wahnsinn im Straßenverkehr über einen längeren Zeitraum (ich spreche hier von Jahren) täglich min. 8 Stunden ausgesetzt hat.
Er muss dann natürlich dennoch abgezockt genug sein und es schon gar nicht es an den Fahrgästen auslassen, aber verstehen kann ich ihn. Fahrer im ÖPNV ist eine sehr undankbare Aufgabe. Geht etwas schief ist man gleich schuld, klappt alles ist das eine Selbstverständlichkeit.
Zum Glück sind wir ja alles nur Menschen.
Ich arbeite nebenbei in einer Garderobe in einem Club, da darf man auch jede Nacht alles hundertmal sagen. Und ja da wird man allerdings zum Mörder, leider, und meist trifft’s dann die Leute die noch am vernünftigsten sind. Bin auch schon auf ein eigentlich armes kleines Blondchen los, aber man ist wirklich nur ein Mensch. Oder um 4 Uhr morgens ein erboster Zombie.