Ich, ich habe die Realität immer verteidigt.
Ich hielt ihr noch die Treue, als damals, auf dem Gymnasium, uns nach der Schule die drei halbstarken Hauptschüler abpassten und vermöbelten, was hauptsächlich mich betraf, da meine falschen Freunde Sascha* und Matthias es vorzogen, nur symbolischen Widerstand zu leisten.
Ich habe noch zu ihr gestanden, als Bayern erst Rekordmeister und danach immer noch rekordmeisteriger wurde, als Hannover 96 in die 2. Liga musste, als ich, während sich Völlers Truppe in München blamierte, fast allein unter lauter Engländern bei einer Party in Surrey im Epizentrum eines 5-1, and even Heskey scored-Kanons unterging.
Ich versuchte weiter zu leben, als mir klar wurde, dass das brillante Spiel System Shock 2 sich nicht ausreichend verkauft hatte, um irgendwie für irgendwen die Entwicklung eines dritten Teils zu rechtfertigen.
Ich verdammte die Realität nicht, als ich — möglicherweise von bösen Geistern ferngesteuert — beim Ausparken im Parkhaus die komplette linke Seite meines Firmenwagens demolierte und am Tag darauf mein Missgeschick dem strengen Chef der Verwaltung gestehen musste. Und auch nicht, als mir das im Jahr drauf nochmal passierte.
Ich klagte nur wenig, als die FDP gegen alle Vernunft im Jahr der Finanzkrise drittstärkste Partei wurde und sich gleich nach der Wahl wie erwartet dranmachte, den Staat an die Hotelkonzerne und die Apotheker zu verscherbeln.
Ich akzeptierte beinahe schweigend, dass im letzen Jahr nahezu allen meinen Körperteilen gleichzeitig auffiel, dass sie irgendwie mit sportlicher Betätigung, fettfreiem Essen und nikotinfreier Luft unterversorgt sind — und eine Revolte der Zipperlein begann.
Aber dass jetzt, verdammt, eine Bande von Fahrraddieben in einer konzertierten Aktion gleichzeitig mein Fahrrad und das meiner Frau entwendet, das schlägt dem Fass den Boden aus. Verdammt. Sowas ist doch verboten!
Jetzt reicht’s. Ich bin dann weg. Sucht mich im Internet.
[Leicht veränderter Repost von 2010. Ahem.]


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Sei nicht traurig, andere Leute sind noch schlimmer dran. Die haben nicht einmal ein Fahrrad! Oh. Hm.
Shit happens. Sometimes twice a day.
Einer meiner Töchter haben sie letztes Jahr ihr Rad an der Schule komplett zu Schrott getreten. Als sie es übers Wochenende stehen lassen musste, weil sie den Schlüssel zum Fahrradschloß verloren hatte. Quasi so eine sinnlose Aktion aus Langeweile & Frust, wahrscheinlich gemischt mit Alkohol. Aufregen lohnt nicht ;-)
Manno, müssen Sie denn so ernste Themen mit so viel Humor verpacken? Ich weiß gar nicht, ob ich traurig sein oder mich amüsieren soll.
Was sagt denn das Goldkind zu dieser Situation?
Wenn ich einen erwischen würde wie er eine meiner vom Munde abgespart Fahrräder zu klauen versucht, würde ich nicht die Polizei rufen…
Gegen 25.000 Packungen Kekse – die mit der hellen Schokolade – bekommen sie beide wieder. Versprochen.
Realität hat einfach ein schlechtes Spieldesign.
Aber geile Grafik, meistens.
Da muss ich was verpasst haben, wo sieht was in der Realität geil aus? Filme sehen geil aus (Da nicht real), immer mehr Spiele auch, ja.
Herr Kaliban, Ich vermute, du denkst, du hättest die Räder noch ein paar Jahre nutzen können. Aber kannst Du sicher sein?
Möglicherweise hätten die Diebe Dich krankhausreif geschlagen, wenn Du Sie gestört hättest, so sind nur 2 Fahrräder weg; vielleicht hast Du so einen schlimmen Unfall bei der Fahrt auf der Strasse vermieden? Ist es nicht spannend zu sehen, welche Verbesserungen sich in der Technik in den letzten Jahren ergeben haben, die Dir sonst entgangen wären? Oder es war nur ein Zeichen dafür, dass Du nicht genug in die Sicherung der Gegenstände investiert hast?
Jeder dieser Interpretationen ist jedenfalls genauso möglich wie Deine. Nur meine Interpretation sorgt für weniger Stress.
Wenn Du die Wahl zwischen einen Leben mit und ohne Stress hättest, was würdest Du wählen?
Das letzte Fahrrad, das sie mir geklaut haben, sollte eigentlich in die Werkstatt. Es hatte eine gebrochene Lenkstange. Der Schaden war vom Chassis verborgen und fiel dem unglücklichen Dieb daher nicht rechtzeitig auf. Fünf Minuten von meinem damaligen Wohnort entfernt gab das Material seinen Geist auf und der Kerl wurde von einem Sprinter samt Hänger überfahren.
Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst der Realität entfremdet bin, aber es tut mir nicht im Geringsten leid. Selbst wenn ich mich bemühe, um an seine Nächsten zu denken, die vielleicht heute noch um ihn trauern, verdrängt ein Gedanke jedes schlechte Gewissen: selbst Schuld.
Ich wünsche dir, Gunnar, dass den Halunken genau das Schicksal widerfährt, welches sie in deinen Augen verdient haben.
@ Johannes:
Oh, oh, Du hast ja ganz schön Hass aufgebaut. Sollte nicht jeder seine schuldangemessene Strafe bekommen? Für einen Fahrradklau zu Tode kommen ist sicher nicht schuldangemessen. Ich verstehe zwar, dass Du sauer bist, aber nach moralischen Maßstäben haust Du für meinen Geschmack mit einer zu großen Keule drauf.
@ Kaliban: Mir wurde kürzlich eine teure Jacke geklaut. Geteiltes Leid ist halbes Leid!
…vielleicht haben die Fahrräder den umzug nur nicht mitgemacht….is nur so ein gedanke …
@Kaliban
Standen die Räder draussen oder im Keller? Ich habe eins auf dem Hof, eins im Keller und das Rennrad in der Wohnung. Wobei ich so paranoid bin und das Rad in der Wohnung auch abschließe. Ich weiß es macht keinen wirklichen Sinn. Lache da selbst über mich.
Standen draußen, war schon auch doof von uns.
Ich habe meine Fahrräder irgendwann abgeschafft, weil ich mich nicht mehr über Diebstähle ärgern wollte.
Jetzt laufe ich wieder mehr zu Fuss, oder benutze für kleine Wege bequen den PKW. Und solange sie mir den nicht klauen oder die Beine absägen bleibe ich dabei.