Gurtpflicht, Tempolimit und all das

by Gunnar on 15. Mai 2013 · 49 comments

Ich kann nicht sagen, wie sehr mich die Debatte um das Tempolimit ermüdet, die letzte Woche mal wieder ausgebrochen ist. Beide Seiten führen massenhaft sinnlose Argumente ins Feld, im Wesentlichen, um zu rechtfertigen, dass es so, wie sie es bisher ohnehin tun, richtig ist.

Die Raser dissen die Schleicher (“Wir schreiben euch doch auch nicht vor, dass ihr schnell fahren müsst”), die Schleicher dissen die Raser (“Ich fühle mich gestresst, wenn da wieder ein Spinner mit 200 Km/h sein und mein Leben aufs Spiel setzt”).

Aber wenn man das ganze Getrommel und alle Scheinargumente (“Staus würden verschwinden”, “Das Abendland geht unter”) abzieht, bleibt eine einfache Tatsache: weniger Tempo bei sonst gleichbleibenden Bedingungen bedeutet weniger Emissionen und weniger Tote.

Und das sollte doch reichen — warum nicht einfach das Vernünftige tun?

Hat mit der Gurtpflicht doch auch geklappt und da war die Debatte nicht weniger hitzig. Ich weiß noch, dass mein Vater (der in der Tat mal einen Unfall überlebt hatte, weil er NICHT angeschnallt war) lange gewettert hatte, dass er den Quatsch nie mitmachen würde. Und heute? Alles Wasser unter der Brücke, wie man im Englischen sagt. So war das damals:

{ 49 comments… read them below or add one }

Xand Mai 15, 2013 um 10:48

Da stimme ich zu. In einem Radiobeitrag zu dem Thema hörte ich kürzlich, dass der ADAC gegen das Tempolimit sei, da ohnehin nur um die 10 Prozent (die genaue Zahl weiß ich nicht mehr) aller Unfälle auf Schnellstraßen passierten. Die 10 Prozent der Leute, die bei diesen Unfällen zu Schaden kommen, sind also irrelevant. Es sollte doch erstrebenswert sein, jedes einzelne Leben zu schützen, egal um wie viele (oder wenige) es sich dabei handelt.

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lazee Mai 17, 2013 um 16:14

Nein, es muss auch Verhältnismäßigkeit herrschen. Wenn mit 99.99% der gekauften Küchenmesser Gemüse geschnitten wird und 0.01% Morde begangen werden, wäre es nach deiner Logik sinnvoll, Küchenmesser zu verbieten.

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Volker Mai 17, 2013 um 17:22

Erstens ist das eine Unterstellung und zweitens geht es ja nicht um 0,01% sondern um 10%. Und auch nicht um Morde sondern um die Folgen von Fahrlässigkeit und Fehleinschätzung von Risiken und eigenen Fähigkeiten.

Volker Mai 17, 2013 um 17:42

Und außerdem: Wenn ich eine funktionierende Methode habe, um bis zu 10% aller Autounfälle mit jährlich etwa 29.000 Verletzten zu verhindern oder die beiden Zahlen zumindest weit zu verringern: Soll ich dann dieses Mittel nicht benutzen, bloß weil anderswo die anderen 90% der Unfälle passieren?

lazee Mai 17, 2013 um 17:44

Haarspalterei. Es geht am Ende um Menschenleben. Das sollte dir nur illustrieren, dass “jedes einzelne Leben” eben nicht losgelöst von Verhältnismäßigkeit behandelt werden kann. Lies mal deinen letzten Satz.

Ich bin btw. für ein Limit auf ca. 130 kmh. Nur “doofe” Argumentation hilft in so einer Debatte nicht. “Wenn auch nur ein Leben gerettet werden kann….” ist eine lobenswerte Sichtweise, aber praktisch nicht durchsetzbar. Bei den 10% bin ich schon auf deiner Seite.

Volker Mai 17, 2013 um 18:07

Ja, dann hab ich deinen Punkt missverstanden.
“Jedes einzelne Leben” ist nicht machbar. Letzten Endes bin ich der Überzeugung, dass ein generelles Tempolimit und vor allem eine bessere Kontrolle der Einhaltung (wer hält sich schon an Verbote,wenn er praktisch nicht erwischt werden kann?) sehr positive Effekte haben dürfte.

Und es kommt ja noch dazu, dass wir nicht vor der Wahl stehen, entweder die 10% oder die 90% zu anzugehen. Es ist ja möglich, sich um beides zu kümmern. Von Bekannten, die sich deutlich besser mit Verkehrssicherheit auskennen als ich, höre ich allerdings oft genug, dass es gerade auf Landstraßen enorm schwierig sein soll, die Unfälle zu verringern, weil man sich – v. a. aus finanziellen Gründen – einfach nur drauf verlassen kann, dass die Leute vernünftig fahren und sich an die vorgegebenen Geschwindigkeiten halten. Überall doppelte Leitplanken auftustellen und alle 2 Km einen Blitzer ist einfach nicht möglich. Autobahnen sind da vielleicht auch einfach “machbarer”. Das führt jetzt aber auch zu weit, glaube ich.

Sven Mai 15, 2013 um 12:21

Wie geht das mit dem Gurt?
Verstehe ich nicht.

Wieso hat es geholfen, nicht angeschnallt zu sein? Kann mir kein Szenario vorstellen, bei dem das passt.

Ansonsten:
Tempo 120 und Ende der Diskussion.
Könnte so einfach sein….

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Gunnar Mai 15, 2013 um 13:48

Das war eine irrsinnige Ausnahme – er wurde beim Crash aus dem Wagen geschleudert, dem der Aufprall ein paar Mikrosekunden später die Fahrgastzelle zerdrückt hat.

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lazee Mai 17, 2013 um 16:15

Dieses Szenario hab ich auch schonmal von jemandem gehört. Selten, aber passiert.

Marc Mai 15, 2013 um 13:44

Hab gar nicht gewusst das die Gurtpflicht “erst” seit den 80er gibt. Ich weis noch wie meine Eltern mir und meiner Schwester das eingebläut haben: “Wenn ihr euch hinten nicht anschnallt fahren wir gar nicht erst los!”

Vor allem witzig zu sehen im Video wie da manche den Gurt so anlegen als wollten sie sich gleich noch strangulieren :D

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Gunnar Mai 15, 2013 um 13:50

Interessant dabei: Die Gurtpflicht hat von einem Jahr aufs andere die Zahl der Verkehrstoten halbiert. Einfach so. Mit einer einzigen Vorschrift.

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Volker Mai 15, 2013 um 19:07

Manchmal hat man den Eindruck, es seien die beiden größten Albträume des deutschen Michels, die hier kollidieren: Erstens, dass man nicht so dürfen kann, wie man meint, wollen zu müssen; zweitens, dass andere es nicht so machen, wie man selbst – denn das ist ja der einzig richtige Weg.
Vernunft hat damit leider relativ wenig zu tun – was leicht an der Diskursführung zu erkennen ist, die dem us-amerikanischen Diskurs um die Waffengesetzgebung nicht ganz unähnlich ist.

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ellenn Mai 15, 2013 um 20:21

Haben Sie sich aus dem SPON-Forum hierher verirrt? Da tummeln sich zig-Leute die diese unsägliche Floskel vom “deutschen Michel” absondern, weshalb ich diesen Ort inzwischen meide.
Bitte 10 Euro in die Phrasenkasse zahlen. Danke!

Für Tempo 130, mehr braucht’s nicht.

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hoschi Mai 15, 2013 um 21:24

Danke für den Kommentar. Beim “deutschen Michel” hab ich auch schon geistig abgeschaltet, der Rest des Texts hat es bestätigt.

Volker Mai 15, 2013 um 22:34

Wirklich? Sich mit “Betrag XY in die Phrasenkasse” über abgedroschene Phrasen mokieren? Ich muss doch bitten.

Lars Mai 15, 2013 um 20:01

Mal von den Verkehrstoten abgesehen, scheint die angesprochene Irrationalität beim Thema Emissionen generell weit verbreitet zu sein. Es gibt ja nach wie vor Hardliner, die behaupten, der Temperaturanstieg habe nix mit dem Menschen zu tun – als wenn es in irgendeiner Form schaden würde, den CO2-Ausstoß zu senken…

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hoschi Mai 15, 2013 um 21:20

Hardliner? Logisch denkende Menschen würde ich sagen.Uns wird seit ein paar Jaren plötzlich wie blöd eingetrichtert CO2 sei böse und sowieso das schlimmste überhaupt. Zudem wird noch jeder in China umgefallene Sack Reis auf wirre Art und Weise in CO2-Ausstoß umgerechnet. Und warum, den Käse gabs doch früher nicht? Weil damit sehr viel Geld gemacht wird! Thats it. Darauf muss man nicht reinfallen und schon gar nocht unterstützen.
Schon mal drangedacht dass die Erde selber jährlich mehr als 600 Megatonnen von diesem unglaublich schlechtem CO2 selbst produziuert und in die Atmosphäre abgibt? Rate mal wie groß der Anteil der Menschen bzw derern Technik daran ist? Weniger als 0,01%! Ich denke mehr muss man dazu nicht sagen… Naja eines vielleicht noch: Der CO2 Anteil in der Atmosphäre war in den letzten Jahrhunderten bzw -Tausenden schon zig mal weit weit über dem aktuellen Wert…ohne Autos und Co.

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Lars Mai 16, 2013 um 09:16

Genau das mein ich: Du siehst also absolut keinen Bedarf, den CO2-Ausstoß zu verringern?

hoschi Mai 16, 2013 um 17:37

@Lars: da hast du Recht, warum sollte auch ich den Pflanzen und Mikroorganismen ihr wichtigstes Gut vorenthalten.
Umweltfreundlich bin ich gerne. Aber dieser CO2-Quatsch,der übrigens von vielen namhaften Wissenschaftler kritisiert wird und man nur nicht in unseren ach so objektiven Medien sieht, kann mir gestohlen bleiben…
Schon allein von der geistigen Verknüpfung von CO2 Ausstoß und Tempolimit bekomm ich Kopfschmerzen. Von mir aus kann man gegen Tempolimit sein, aber nicht so.

Lars Mai 17, 2013 um 11:22

…was meine Frage noch nicht beantwortet. Also ruhig mehr CO2?

lazee Mai 17, 2013 um 16:17

Er hats dir beantwortet mit “Da hast du Recht”. Ja, er sieht absolut keinen Bedarf.

lazee Mai 17, 2013 um 16:22

@hoschi:

Zitat: “Der Mensch ist nur für drei Prozent des CO2 verantwortlich — Wer das sagt, vergleicht Äpfel mit Birnen. Die 97 Prozent CO2-Emissionen, für die angeblich die Natur zuständig ist, gehören zu einem geschlossenen Kreislauf: Menschen, Tiere und Pflanzen atmen Milliarden von Tonnen CO2 aus. Allerdings stehen auf der anderen Seite Pflanzen, die das CO2 (zusammen mit anderen Stoffen) durch die Photosynthese wieder in Blätter und Holz umwandeln. Der biologische Kohlenstoffkreislauf ist geschlossen. „Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre war jahrtausendelang praktisch konstant und steigt erst an, seit wir dem System riesige Mengen an zusätzlichem Kohlenstoff aus fossilen Lagerstätten zuführen“, erklärt Rahmstorf.”

Quelle: http://www.focus.de/wissen/klima/tid-8638/diskussion_aid_234319.html

lazee Mai 17, 2013 um 16:46

Ich muss noch einen nachschieben:

“A meta-study published yesterday looked at over 12,000 peer-reviewed papers on climate science that appeared in journals between 1991 and 2011. The papers were evaluated and categorized by how they implicitly or explicitly endorsed humans as a contributing cause of global warming. The meta-study found that an overwhelming 97.1% of the papers that took a stance endorsed human-cause global warming.”

http://science.slashdot.org/story/13/05/17/133201/97-of-climate-science-papers-agree-global-warming-is-man-made?utm_source=rss1.0mainlinkanon&utm_medium=feed

hoschi Mai 17, 2013 um 20:21

@lazee:Deine Aussage bzgl. des geschlossenen Systems impliziert doch, dass solange die Natur CO2 produziert genau das Maß an Pflanzen und anderen Aufnehmern existiert, welche dieses CO2 wieder entnehmen (bzw. den genau richtigen Anteil daran) und somit ein perfekter geschlossener Kreislauf entsteht. Das ist doch absurd! Denn das hieße ja: sind die CO2 Schwankungen von der Natur verursacht, gleicht sich alles wunderbar aus. Geschieht es von Menschen und sei es dabei nur eine winzige 0,01%(!!!) Abweichung, dann nicht.
Und die CO2 Konzentration war sicher nicht Jahrtausende lang konstant. Dazu muss man kein verrückter Klimaskeptiker sein um das anzukreiden. Die Erde unterliegt selbst innerhalb Jahrtausenden (und weniger)großen Schwankungen: Eiszeiten, Vulkanausbrüche, Sonnenzyklen, evtl. sogar Meteoriteneinschläge usw. Da ist nichts, aber auch GAR nichts konstant. Und so ist es schlussfolgernd dann auch beim CO2.
Du bringst hier als Link focus.de. Das ist ja schön und gut aber zu jedem Punkt könnte man hier eine andere Erklärung bringen, die nicht weniger gut wissenschaftlich bewiesen werden kann.
Ich will mir nicht anmaßen die Klimaweisheit mit dem Löffel gegessen zu haben, denn ich habe keine Studien zu diesem Thama durchgeführt oder Messungen gemacht,aber ich will nur andeuten, dass es durchaus andere Meinungen geben kann die sogar durchaus schlüssiger sind als das was uns täglich serviert wird. Beim Rest den du täglich in den nachrichten hörtst glaubst du ja sicher auch auch nicht daran, dass dies genaus so stimmt…

Gunnar Mai 17, 2013 um 21:08

“Der CO2 Anteil in der Atmosphäre war in den letzten Jahrhunderten bzw -Tausenden schon zig mal weit weit über dem aktuellen Wert…ohne Autos und Co.”

Die CO2-Konzentration hat, nach allem, was man weiß, in den letzten 800.000 Jahren nie über 300 ppm gelegen, eher so zwischen 180 und 280. Jetzt hat man 400 gemessen — der Anstieg ist signifikant und einzigartig.

Aky Mai 15, 2013 um 21:29

Seltsamerweise klingt die Diskussion immer so als würde eine Horde wildgewordener Alphamännchen mit dicken Schleudern aus Spaß an der Freude durch die Gegend düsen. Vielleicht gibt es aber auch noch andere, denen eine ständige Geschwindigkeitsbegrenzung auf 120/130 km/h unangenehm aufstößt? Ich musste um meine Familie zu sehen – die jobbedingt 300km von mir entfernt wohnte – jedes Wochenende für nahezu 15 Jahre lange Autobahnstrecken auf mich nehmen. Je nach Verkehr und Zeitfenster fuhr ich mit einer Maximalgeschwindigkeit von 125 bis 170 km/h. Gerade am späten Abend oder frühen Morgen ließ sich auf leeren Straßen einiges an Zeit aufholen. Glücklicherweise ist diese Fahrerei für mich nicht mehr nötig, aber bei einer halben Stunde Fahrtzeitunterschied wäre das milchmädchengerechnet ca. 1 zusätzlicher Monat meines Lebens, den ich statt bei meiner Familie im ‘Auto verbracht hätte.

Achso…und bevor mir jemand mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt: die Fahrzeit hätte sich mehr als verdoppelt und die letzten 20km hätte ich ein Taxi nehmen müssen. Alles ausprobiert.

In den 15 Jahren habe ich auch gelernt, dass rasende und drängelnde Idioten genauso gefährlich sind wie langsame und unaufmerksame Wochenendfahrer. Das nimmt sich recht wenig. Aus meiner Sicht kommt es hauptsächlich auf Aufmerksamkeit, Abstand, vorausschauendes Fahren, eine gewisse Gelassenheit und vor allem gesunden Menschenverstand an. Dann ist das mit der Geschwindigkeit nebensächlich.

Bin übrigens absolut für Gurtpflicht, hatte aber auch einen Klassenkameraden, der unangeschnallt vom Rücksitz durch die Frontscheibe gestartet ist, kurz bevor die Rücksitzbank zerquetscht wurde. Kommt vor, ist trotzdem keine Ausrede.

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memeqri Mai 15, 2013 um 22:21

Da wundere ich mich aber sehr wie der durchschnittliche US-Amerikaner diese Situation nur erträgt. Riesige Entfernungen für Pendler und recht niedrige Tempolimits. Kein Wunder schießen die so oft um sich, anders lässt sich das ja gar nicht verarbeiten!

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MichaelK. Mai 15, 2013 um 22:44

Bei den Klapperkisten, die die Amis teilweise fahren dürfen (von Tüv und so), sind 120 als Limit OK. ;-)

Uli Mai 16, 2013 um 07:49

Ich denke, dass genau die großen Entfernungen der Punkt sind. Die erträgt man nur MIT Tempolimit. Cruise Control (Tempomat) rein, zurücklehnen und mit dem Strom dahingleiten.
Hunderte von Meilen mit Höchstgeschwindigkeit zwischen langsameren Autos durchschlängeln, immer bereit in die Eisen zu gehen, weil ein Schleicher ohne zu blinken rauszieht – das hält man vielleicht ein paar Mal durch, aber alt wird man so nicht…

Tom Mai 15, 2013 um 21:57

1. Emissionen: Die Ölvorräte der Welt gehen zu Ende. Glaubt hier jemand ernsthaft daran, dass die Menschheit Öl als Energiequelle ablösen wird, bevor es ihr ausgeht? Falls nicht, macht Energiesparen für die Umwelt keinen Sinn: Das Öl wird weiterhin aus der Erde gepumpt und verbrannt, bestenfalls etwas später. Vieleicht nicht mal das, denn unsere Energiesparsamkeit reduziert die Nachfrage und senkt dadurch den Preis für Andere.

2. Sicherheit: Das Leben ist unsicher, überall lauern Todesgefahren, die man mit Gesetzen abschwächen könnte. Die Frage ist: Stehen Sicherheitsgewinn und Einschränkungen in einem angemessenen Verhältnis? Für jemanden, der ohnehin kein Interesse hat, schneller als 120 zu fahren, ist das hier sicherlich der Fall. Andere fühlen sich aber eingeschränkt – eine Position, die genauso legitim ist wie der Wunsch von Spielern nach der freien Zugänglichkeit an gewalthaltigen Spielen (obwohl diese möglicherweise ein Baustein der Ursache von Gewaltverbrechen labiler Jugendlicher darstellen).

Zu guter Letzt gibt es mMn einen Grund, der uns von einer allgemeinen Geschwindigkeitsbegrenzung verschonen wird: Nicht wenige Autofahrer würde zögern hübschen Summen für einen 180PS Mercedes/BMW/Audi/Porsche-Oberklassenwagen zu zahlen, wenn sie damit nur mit 120 über die Autobahn zuckeln dürften.

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Dennis Mai 21, 2013 um 08:17

Grundsätzlich teile ich Deine differenzierte Sichtweise. Jedoch – unsere Gesellschaft fußt eben darauf, bei einer Vielfalt von unterschiedlichen Interessenlagen – jede für sich genommen legitim – letztlich eben die Schwächeren zu schützen.

Auf einer typischen Autobahn gibt es zwei Spuren, also zwei Möglichkeiten, eine Geschwindigkeit zu wählen. Auf freier Strecke und völlig allein hätte nun jeder einen legitimen Anspruch auf seine präferierte Geschwindigkeit.

Leider ist es aber im Leben so, dass wir Menschen uns den öffentlichen Raum mit anderen Menschen teilen, deren Präferenzen erstmal ebenso legitim sind.

Wenn nun fünf Autofahrer in fünf präferierten Geschwindigkeiten gleichzeitig auf einer Autobahnspur den LKW überholen wollen, sind wüstes Lichthupen, Schimpfen, Dicht-Auffahren und hochrote Wut-Köpfe vorprogrammiert – und damit leider auf risikoreiche Situationen.

Unterm Strich sind die Wunsch-Geschwindigkeiten also immer noch völlig legitim – jedoch nicht praktikabel. Schon fünf Individuen sind oft nicht in der Lage, so zu kooperieren, dass es reibungslos abläuft.
Eine naheliegende Lösung ist für einen solchen Fall wirklich eine externe Steuerung in Form einer Tempovorgabe. Ganz objektiv gesehen.

Zuviel Wahlfreiheit führt eben dazu, dass jeder das Gefühl hat, einen “Anspruch” auf Durchsetzung seiner Wahl zu haben. Da wird dann mit “Verhältnismäßigkeit” und “Eingriff in die Freiheit” argumentiert.

Und zum Argument mit den teuren Autos: Schau mal über die Grenze nach Holland oder Belgien (ich vermute mal, das gilt analog für ganz Europa): Die Dichte an “dicken Autos” ist dort nicht geringer, sonder – gefühlt – noch viel höher… von meinen vielen Kollegen aus Belgien hat jeder zweite einen ultradicken BMW oder ähnliches…

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MichaelK. Mai 15, 2013 um 22:47

Ich glaube das drängeln z.B. und die Unfälle würden noch schlimmer werden. Wir kennen doch alle die überbreiten super ausgebauten Landstraßen wo irgendein Hansel Tempo 70 verordnet hat. Was passiert? Die meisten fahren das, was man aufgrund der guten Straße fahren kann: Schneller. Was passiert, wenn sich einer an die 70 hält? Er hat eine riesen Schlange hinter sich und viele Deppen versuchen zu überholen, obwohl es vielleicht garnicht geht. Und so ähnlich dürfte das auch auf den Autobahnstrecken sein, wo man normalerweise weit über 130 fahren könnte, aber man plötzlich auf 120 ausgebremst wird. Was passiert? Die meisten fahren eh 130-150 und die die 120 fahren, haben dann die Schlange hinter sich, wenn sie sich links breit machen…

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Gunnar Mai 15, 2013 um 23:05

Möglich. Vielleicht würde es aber auch wie in nahezu allen anderen Ländern, wo bei 120 Limit alle entspannt 130 fahren und gut is’.

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MichaelK. Mai 16, 2013 um 19:29

Wenn man denn dann immer 120 (130) fahren könnte.. ;-) Gibt doch jetzt schon genug Stellen wo auf 100 oder gar 80 beschränkt ist.

Ich meine, ich fahr garnicht oft Autobahn. Eigentlich so gut wie selten. Nur wenn ich denn mal fahren sollte, würde ich ab und zu auch mal etwas schneller fahren. ;-)

Styg Mai 16, 2013 um 08:18

Ach, 120 – und hinter jedem Busch dann ein Blitzer um die Horden an Pendlern zu melken, die seit Jahrzehnten deutlich schneller zur Arbeit fahren ohne sich oder andere scharenweise zu exekutieren.
Mit 150 könnte ich leben, das wäre auch einigermaßen realitätsnah. Länder mit Limit haben keine bessere Statistik – vermutlich, weil ein Tempolimit auf der Autobahn ein vergleichsweise kleiner Einflussfaktor ist.

Wer ehrlich auf eine Senkung der Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden hinaus will, beginnt mit Maßnahmen innerorts und vor allem auf den Landstraßen. Gerade außerorts wird teilweise brutal geheizt ohne das weit und breit irgendjemand bereits bestehenden Gesetze kontrollieren würde.

http://www.adac.de/_mmm/pdf/4%205%20Vergleich%20des%20Unfallgeschehens%20nach%20Stra%C3%9Fenarten_42780.pdf

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/2110/umfrage/fehlverhalten-von-fahrzeugfuehrern-mit-unfallfolge/

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Egoshootermane Mai 16, 2013 um 10:28

Das finde ich sowieso ganz interessant – wo kommen die 120 her? Warum nicht 100? Oder 150?

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Michael Orth Mai 16, 2013 um 16:34

“Mit 150 könnte ich leben, das wäre auch einigermaßen realitätsnah. Länder mit Limit haben keine bessere Statistik – vermutlich, weil ein Tempolimit auf der Autobahn ein vergleichsweise kleiner Einflussfaktor ist.”

Nein, vermutlich eher deshalb, weil Deutschland das *mit Abstand* modernste, best ausgebaute Autobahnnetz und den modernsten Fahrzeugbestand hat.

Zudem sind Tote nicht alles, durch die modernen Autos gibts auch oft “nur” Verletzte, und immerhin gut 17.000 Unfälle mit Personenschaden (knapp 28.000 Verletzte) finde ich für eine Straßenart, bei der es (außer Geisterfahrern) keine Frontalkollisionen, keine Kruzungs- und Abbiegeunfälle gibt, schon sehr heftig.

Zugleich sind die Autobahnen bei nur 6% Anteil an den Gesamtunfällen für immerhin 10% der Toten verantwortlich.

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MichaelK. Mai 16, 2013 um 19:36

Der Kompromiss: Die Geschwindigkeitsvignette: Generell gilt 120, wer sich aber diese Vignette monatlich oder jährlich für Betrag X kauft und vorne ins Auto legt, darf bei unbegrenzten Stellen schneller als 120 fahren. :-) Zwei Fliegen mit einer Klappe. ;-)

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Jan Mai 17, 2013 um 13:59

Mein Lieblingsargument von den Verkehrsclubs und Radikalliberalen ist immer, dass in Deutschland ja sowieso schon fast überall Tempolimits wären und heute gerade Mal noch auf winzigen drölf Prozent der Autobahnen unbegrenzt gerast werden dürfte. Deshalb sei ein allgemeines Tempolimit ja jetzt auch quatsch.
Leuchtet mir nicht ein, warum diese letzten drölf Prozent so emotional verteidigt werden müssen.

Dass die Gurtpflicht noch so jung ist, war mir auch gar nicht klar gewesen. Vielen Dank für diese Geschichtsstunde. In meiner Kindheit war das schon so etabliert, dass unsere komplette Clique vollkommen entrüstet war, als wir erfuhren, dass der Vater von J. sich tatsächlich nicht immer beim Autofahren anschnalle.

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Skiver Mai 17, 2013 um 22:36

Meiner Erfahrung nach sind an den Gefahrstellen mit hohem Verkehrsaufkommen bereits Geschwindigkeitsbegrenzungen installiert (Beispielsweise die Autobahnkreuze im Ruhgebiet).

Fraglich bleibt ob ein solches Tempolimit die Unfallzahl durch zu schnelles Fahren reduzieren würde. Ich wohne in einer Stadt direkt an der Grenze zu den Niederlanden und bin daher schon ein ums andere Mal auf den dortigen Autobahnen gefahren. Die Niederländer haben zwar ein Tempolimit bis 120 km/h, die Raser werden dadurch jedoch trotzdem nicht aufgehalten. Fehlende oder unzureichende Kontrollen sind der Tod jedes Tempolimits.

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Me Mai 18, 2013 um 11:18

Ganz einfach? Wie die Kommentarflut zeigt, ist es eben nicht ganz einfach. “Weniger Tote” ist schon mal das Kinderpornoargument der Tempolimitdiskussion. 80km/h bringt nämlich auch “weniger Tote”. Das Verbieten von Autos mit mehr als 100PS auch. Alles zusammengedrängt auf die wenigen Autobahnkilometer, auf denen tatsächlich kein Tempolimit herrscht. Die Gurtpflicht hat den toten Zweiradfahrern auch nichts genutzt. Aber eine Helmpflicht für Radfahrer und Protektorenpflicht für Motorradfahrer würden auch weniger Tote bringen.

Und Emissionen? Srsly? Dicke SUVs mit einem lt. Datenblatt auf 6l/100km geschönten Benzinverbrauch, die dann KFZ-Steuervorteile bekommen? Die Emissionen, die ich dann bei der Parkplatzsuche vorm McFit oder Bioladen reinen Herzens wieder ausblasen darf, weil ich auf den 5% Autobahn kräftig gespart habe?

Zwei ganz andere Diskussionen sollten wir führen. 1. Welche Maßnahmen sind für mein Ziel tatsächlich relevant und welche Maßnahmen eignen sich tatsächlich nur zur Scheindiskussion auf dem Blogstammtisch. Und 2. Wie weit wollen wir noch gehen, um anderen korrektes Verhalten aufzudrängen?

Übrigens fahre ich ein Auto mit 75PS. Meine Reisegeschwindigkeit auf Autobahnen beträgt 130.

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krustyDC Mai 18, 2013 um 12:07

Wenn man die deutschen Unfallzahlen mit denen unserer europäischen Nachbarn, die ein Tempolimit haben, vergleicht, findet man keinen eindeutigen Beleg für eine signifikante Verringerung des Unfallrisikos.

Aber klar, ich denke auch, dass die Unfallzahlen zurückgehen würden. Andererseits akzeptiere ich ein allgemeines Lebensrisiko und bin gegen die Beschneidung von Freiheiten. Es könnten sicherlich auch deutlich mehr Verbrechen aufgeklärt und damit zukünftige Verbrechen verhindert werden, wenn alle Internetdaten jahrelang gespeichert werden würden. Will hier auch niemand…

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Volker Mai 18, 2013 um 12:52

Nur am Rande: Ich halte es irgendwie für merkwürdig, die Möglichkeit, überall so fahren zu können, wie man will zu einer Art Bürgerrecht aufzuwerten. Es ist eine bedenkliche Tendenz, dass die Regulierung des [b]öffentlichen Raums[/b] auf eine Ebene gehoben wird mit z. B. der Einschränkung der Religionsfreiheit, des Postgeheimnisses oder der Unverletzlichkeit der Wohnung.
Da muss eben abgewogen werden, ob einige den gemeinsamen Raum so nutzen können, wie sie wollen und dadurch die Nutzung für andere gefährlich machen oder verunmöglichen; oder ob durch Regulationen der Raum für möglichst viele nutzbar gemacht werden soll.

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Me Mai 18, 2013 um 15:17

Gut gesprochen Volker. Dass diese Regulation tatsächlich dem behaupteten Nutzen dienlich ist, bleibt weiterhin vehement von mir widersprochen. Und da bin ich nicht der einzige.

MichaelK. Mai 18, 2013 um 18:28

Es geht doch nicht darum, dass man ÜBERALL so fahren zu können wie man will, sondern halt auf den Strecken die dafür geeignet sind.

Player 1 Mai 19, 2013 um 18:49

Da es hier bisher viel um die ganz großen Dinge geht (Leben und Tod, Rettung der Umwelt), möchte ich mal ein anderes Argument in die Diskussion werfen: Wer öfter im europäischen Ausland mit dem Auto unterwegs ist, wird schnell feststellen, dass es sich dort um Größenordnungen entspannter fährt (Ausnahme vielleicht Frankreich/Italien, wo Tempolimits für manche traditionell wohl eher theoretischer Natur sind).

Das hat seinen Grund, und der ist auch ziemlich simpel: Es herrscht viel weniger von der Deutschland-typischen Platz-da-jetzt-komm-ich-Mentalität auf der Autobahn.

Erstaunlicherweise kommt man trotzdem regelmäßig an sein Ziel, und insgesamt nicht signifikant langsamer als auf deutschen Autobahnen. Für mich ist das alleine Grund genug für ein Tempolimit, ganz ohne Rettung der Welt. Leider würde es danach wohl noch 20 Jahre dauern, bis obige Mentalität aus den meisten Köpfen verschwindet, aber irgendwann muss man ja anfangen.

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Me Mai 19, 2013 um 19:07

Witzig, Player. Fahr in Italien auf der linken Spur und häng dem Hintermann nicht auf der Stoßstange. Was passiert? Du wirst rechts von einer Frau im vollbesetzten Familienvan überholt und beim wiedereinscheren geschnitten. Fahr durch Neapel und komm ohne Beule wieder raus, wenn Du Herausforderungen liebst. Fahr auf griechischen Autobahnen 100 und Du bist aufgrund der schlechten Straßen mal eben 30km/h zu schnell. Fahr über den Pariser Ring, wenn Dich Achterbahnen langweilen. Das geltende Tempolimit ist dabei meist nur eine hypothetische Grenze, weil man da eh drunter bleibt.

Das war jetzt ein Argument für ein Tempolimit? Ach ja, Italien und Frankreich gelten ja nicht…

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David Mai 28, 2013 um 20:19

Von denen, die ein Tempolimit fordern, wäre es interessant zu erfahren, wie viele Kilometer die auf der Autobahn so monatlich abreißen. Denn wer dort nur sporadisch unterwegs sein muss, für den lässt sichs natürlich prima über Tempolimits reden, besonders wenn man auf persönlichen Kontakt zu Leuten nicht zwingend angewiesen ist, sondern Skype oder sonstwas zur Überbrückung der Distanzen nutzt.

Wenn ich in einem jüngst im ZDF ausgestrahlten Magazin (dessen Name mir entfallen ist) sehe, wie eine Frau die A4 Richtung Aachen befährt und sich über den Fahrer hinter ihr beschwert, von dem sie sich “bedrängt” fühlt (Ausschnitt zeigt Streckenabschnitt zwischen Kreuz Köln-West und Köln-Eifeltor, dreispurig, da ist max. 120 erlaubt), dann sollte man auch beachten, wie sie die Person hinter ihr zu einer Lichthupe veranlasst: Das typische Verhalten auf der linken Spur mit 105,6, ohne nach erfolgtem Überholvorgang wieder rechts rüber zu ziehen (Sicherheitsabstand wäre da längst gegeben). Das nervt einfach mindestens genauso sehr, wie ungeduldige Drängler, die anderen Verkehrsteilnehmern das Überholen von Anfang an nicht ermöglichen wollen und deshalb auf 1 Kilometer Entfernung bereits mit der Lichthupe “vorwarnen”.

Stichworte Fahrtzeit, Kosten-/Nutzenfaktor:
Fahre ich die 200km von Bielefeld ins Bergische mit durchschnittlich 140 bin ich eine halbe Stunde schneller, als wenn ich nur 20 km/h langsamer fahre. Ich bin außerordentlich froh um die paar Stellen auf der Strecke, die nicht dauerhaft mit einem Tempolimit belegt sind.
Mit Bus&Bahn benötige ich für die Strecke 4 bis 4,5 Stunden im Nahverkehr (mehr als doppelt so lang und unter der Voraussetzung, dass Anschlüsse erreicht werden, was durch den RE1 regelmäßig zunichte gemacht wird); im Fernverkehr dauerts immer noch 3 Stunden – dazu muss zusätzlich beachtet werden, dass ich, am Zielbahnhof angekommen, noch mit dem Taxi weiterfahren muss (ÖPNV kann man in der Gegend vergessen).
Wen wunderts, dass ich da lieber mit dem Auto fahre?

Stichwort Kosten:
Kann ich einigermaßen durchgehend 140 fahren verbrauche ich weniger Sprit, als bei 120. Bei 120 Höchstgeschwindigkeit muss man ständig abbremsen und wieder neu beschleunigen, wenn man an einem LKW oder einem noch langsamer fahrenden PKW vorbei will. Übrigens auch so ein Punkt:

Stichwort Bestehendes zielgerichteter kontrollieren:
Es wissen ja alle, dass LKWs nicht die für sie ohnehin vorgeschriebenen 80 bzw. 100 fahren und auch, wie gerade von denen, die sich sonst so eisern an Tempolimits halten, die 80- und 60-Beschränkung innerhalb von Baustellen sträflich missachtet wird. Bevor man noch wieder neue Regelungen einführt, bin ich dafür, dass man sowas strenger kontrolliert und entsprechend ahndet. Zum Beispiel auch das Überholen in Sicherheitsabstände, die Schnellerfahrende üblicherweise lassen, sowieo das elende Schneiden beim Aus- und WIedereinscheren (das können beide, Drängler und Schleicher, ziemlich gut).
Zeigen die Matritzen auf der A45 Olpe Richtung Lüdenscheid 120 oder 100 an, werde ich kurioserweise gerade hier von den Nasen überholt, die auf den Kilometern Freifahrt zuvor selbst genau diese Geschwindigkeit gefahren sind.

Ich bin an sich auch für ein Tempolimit, aber bitte nichts unter oder einschließlich 120. Die Richtgeschwindigkeit auf deutschen Autobahnen liegt bei 130 und danach richten sich auch Versicherungen bei der Bemessung von Schadensersatz. Das ist ein guter Wert, finde ich. 200 muss in der Tat kein Mensch fahren, ich selbst fahre auch selten über 140, weil ab 150 der 1.8-75PS-Motor schon wieder zuviel verbraucht.
Und bevor das Klimaknallerargument angeführt wird, möge man bitte überlegen, ob es nicht praktikabler wäre, Motoren zu verbauen, die schlicht nicht so viel Kraftstoff verbrauchen und mit denen trotzdem ordentliche Geschwinigkeiten erzielt werden können.

Es hilft meiner Meinung nach auch wenig, wenn man bloß Unfallstatistiken und Tempolimits im EU-Ausland mit Deutschland vergleicht. Da spielt noch so viel mehr rein, als da wären: Fahrbahnausbau, Fahrzeugaufkommen oder Verkehrsdichte. Deutschland liegt halt mitten drin und wird in sämtlichen Verkehrsachen rege in Anspruch genommen, insbesondere auch von Transportunternehmen anderer europäischer Länder, deren Fahrer auch gerne “wie Hacke” fahren.

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Frank Juni 3, 2013 um 13:44

Ich kann beide Seiten verstehen und die Argumente sind auf beiden Seiten “gut”. Ich hätte nichts gegen ein Tempolimit – es würde dazu führen, dass ich weniger Sprit verbrauche, da ich mich daran halten würde. Weniger Tote? Sicherlich ein schönes und ehrenwertes Ziel und man sollte dafür alles machen, dann muss man aber auch Tabak und Alkohol verbieten, denn da stehen ca. 500 Verkehrstote auf der deutschen Autobahn (ADAC 2011) gegen über 100.000 und mehr durch Zigarettenkonsum und mehr als 70.000 durch Alkohol.

Klar ist das hier der berühmte Vergleich von Äpfeln mit Birnen, aber das ist der Vergleich von Gurtpflicht und “Fahrweise” auch. Drängler und Schleicher wird es mit Sicherheit auch bei einem Tempolimit von 1xx km/h geben (erlebe ich täglich auf der Autobahn ohne selbst einer der beiden Fahrertypen zu sein).

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