Ich? Wieso ich?

by Gunnar on 10. Mai 2013 · 8 comments

Mit der Verantwortung ist es so eine Sache beim Goldkindtm.

Goldkind: Mir ist ein bisschen kalt.
Herr Kaliban: Ja, nun, es mag daran liegen, dass du keine Jacke anhast.
Goldkind: Aber wir haben meine Jacke auch gar nicht dabei!
Herr Kaliban: Ja, weil du dich vorhin auf den Boden geworfen, mit allen Gliedmaßen gezappelt und darauf bestanden hast, dass — ich zitiere — die Jacke nicht “schick genug” sei, um zu der sensationellen Kombination von Streifen getragen zu werden, für die du dich heute entschieden hast.
Goldkind: Mh.
Herr Kaliban: Ja, du wolltest das so, da bist du selber schuld.
Goldkind: Aber, du hast es doch erlaubt! Also bist du auch schuld!
Herr Kaliban:
Goldkind: Eigentlich bist du viel mehr schuld, ich bin ja noch klein!

Kurze Zeit später.

Herr Kaliban: Bleib an der Ampel bitte stehen.
Goldkind: Aber es ist doch grün.
Herr Kaliban: Bleib bitte trotzdem kurz stehen, bis ich da bin.
Goldkind: (schreit) ARRGHH! IMMER MUSS ICH WARTEN! DAS IST DOCH DOOF!
Herr Kaliban: Hey, schrei mich nicht an, nur weil ich versuche, dich vor Schaden im Straßenverkehr zu bewahren.
Goldkind: (schreit minimal leiser) IMMER! DOOF!
Herr Kaliban: Ich möchte nicht von dir angeschrien werden. In der Stimmung geht es nicht auf den Spielplatz, komm, wir gehen wieder nach Hause.
Goldkind: Aber ich wollte gar nicht schreien. Das hat sich nur mein Kopf ausgedacht. Es war nicht meine Schuld!

Hm. Das müssen wir noch üben, das mit dem Übernehmen von Verantwortung fürs eigene Handeln. Aber nun, die meisten Erwachsenen können es ja auch nicht, vielleicht sollte man dem Kind keinen Vorwurf machen.

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