Altherrenweisheiten

Ich dokumentiere hier mal eine komplette Facebook-Diskussion von älteren Herren aus meinem Bekanntenkreis, weil’s so hübsch bizarr ist. Ist anonymisiert, sicherheitshalber. Wir schreiben das Jahr 2011, nur zur Erinnerung.

Amigajünger 1: das einzig gute am ST war die tastatur, die sah ganz cool aus. der rest… *würg*
Atari-ST-Verteidiger: Moooment, der ST war ein Super Computer. Allein der 70 Hertz S/W-Monitor war Gold wert. Und das zu Zeiten, als Commodore nicht mehr als den +berteuerten Amiga 1000 zu bieten hatte. Wer spielen UND arbeiten wollte, kam um den ST nicht herum. Allein schon wegen Signum. Und dann die beiden Midi-Buchsen…
Amigajünger 1: toll wenn man 2 midi buchsen hat aber kein multitasking um auch beide anzusteuern ;)
Amigajünger 1: jedenfalls war midi maze das einzige spiel auf ST, das es nicht in besser auf Amiga gab.
Atari-ST-Verteidiger: äh, wie meinen? Das sind Midi In und Out. Und klar kann man beide gleichzeitig ansteuern. Hat Steinbergs “24″ ganz hervorragend hingekriegt. Multitasking am Amiga habe ich trotz vier Jahre in [ANONYMISIERT] nicht einmal gesehen…
Atari-ST-Verteidiger: nö, da gab es noch ne ganze Menge. Starglider, Gunship und so ziemlich alles von Microprose. Gerade bei Polygondarstellung war der ST nun mal schneller.
Amigajünger 2: Was nur daran lag das der ST paar Khz mehr CPU power hatte …
Atari-ST-Verteidiger: ist ja egal warum…
Amigajünger 1: dafür hatte Starglider auf dem Amiga eine geile gesampelte Titelmusik. das hat der ST mit seinem Yamaha soundchip nicht gekonnt. ätsch
Amigajünger 2: Mehr wars aber auch nicht am ST. CPU, RAM, MIDI. Deswegen war er nur in D so populär :p
Amigajünger 2: Ach und was Multitasking angeht, das ganze OS war Multitasking. Blind.
Atari-ST-Verteidiger: der Soundchip war tatsächlich die einzige echte Schwäche die der ST hatte. Und das fehlende Hardwarescrolling…
Amigajünger 1: und auf die disketten ging weniger drauf, weil TOS
Amigajünger 2: Und mit SW Monitor lief dann gar nix mehr außer … serious Anwendungen omg
Atari-ST-Verteidiger: ‎@Amigajünger 2: wie meinst du das? Waren wir Deutschen zu dumm, um die Überlegenheit des Amigas zu erkennen? CPU und RAM sind doch die Kennziffern, die einen Rechner, vor allem damals, auszeichneten. Aber ich führe schon wieder dieselben ollen Diskussionen wie mit den gazen anderen Amigajüngern in der Redaktion. Später war für die dann der PC der Hauptfeind, bis Commodore endlich den Bach runter gegangen war…
Atari-ST-Verteidiger: eben, es gab auch Leute, die arbeiten wollten. Da warste am Amiga völlig aufgeschmissen
Amigajünger 2: Atari ging doch eher den Bach runter? Amiga war erfolgreicher, von dem redet heute noch jeder. Atari ST verwechseln die meisten mit nem VCS.
Amigajünger 2: Amiga war das bessere Arbeitsgerät … wer ein ST hatte war nur zu arm sich ein Mac zu kaufen
Atari-ST-Verteidiger: nee, den hatten nur so Schüler die Raubkopien tauschten. Geh man an ne Uni, da lobt man den ST heute noch. Atari hat leider viele Dummheiten gemacht und mit dem TT eine Katastrophe als Nachfolger geliefert.
Amigajünger 1: Also nen Atari ST emulator für iOS sehe ich jedenfalls keinen ;)
Amigajünger 1: ‎(um mal zum topic zurückzukehren)
Atari-ST-Verteidiger: das bessere Arbeitsgerät? Wofür denn? Und nen Mac hatte seinerzeit absolut niemand. Da gabs auch nur ein Ubootspiel drauf… hat sich bis heute wenig dran geändert.
Amigajünger 2: Der Amiga war seiner Zeit weit vorraus. Kann man vom ST nicht sagen. Und Unis, richtig, Studenten ohne Geld. Die laufen heute mit Macs rum.
Amigajünger 2: Ich bin also ein niemand. Mein SE/30 wird beleidigt sein über solche Aussagen.
Atari-ST-Verteidiger: ich rede von wissenschaftlichen Abteilungen. Am Amiga gabs nicht mal ne naturwisenschaftliche Textverarbeitung. Und womit war er seiner Zeit voraus? Mit seinen sperrig programmierbaren Extrachips?
Atari-ST-Verteidiger: Kannst dich beglückwünschen, wahrscheinlich warst du tatsächlich der Einzige.
Amigajünger 2 Wurden nicht alle eure Magazine auf Mac layoutet weil der PC das nicht konnte? Und für Photoshop die dolle Speicher Grenze dem in Weg stand? Egal.
Atari-ST-Verteidiger: Wurden nicht alle Spiele auf dem PC gespielt, weil sie auf dem Amiga gar nicht mehr rauskamen?
Amigajünger 1: wobei ich Videobearbeitung durchaus als “seriöses Arbeiten” verbuchen würde…. Videotoaster… Scala… jaja
Amigajünger 2: ‎”gab es noch nicht mal …” kann man sich immer was feines suchen was es nicht gab am anderen Gerät gelle? Wissenschaftliche Textverarbeitung. GROßE Zielgruppe.
Amigajünger 1:ausserdem ist das gelogen, es gab sehr wohl TeX. das hatte ca 20 disketten
Amigajünger 2: TeX, genau, so hieß das. Zudem gabs DPaint, der Urvater vom Photoshop :p Und gute Compiler, Editoren & Basteleien. Golem Erweiterung z.b. :)

Und damit faserte es aus. Nochmal: Da geht es darum, welcher Computer besser gewesen ist, damals vor 20 Jahren, der Commodore Amiga* oder der Atari ST*. Absurd.

Andererseits: Ich bewundere die Herren durchaus für ihr Gedächtnis; ich hatte auch jahrelang einen Amiga und weiß nicht mal mehr, wie der Startbildschirm aussah, geschweige denn könnte ich einzelne Programme aufzählen.

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Die GameStar ohne Chris?

28. Juni 2011 · 36 comments

Ach, es bleibt nichts bestehen in der schrumpfenden Welt der Printmedien. Die GEE ist quasi eingestellt, Christian Schmidt hat die GameStar verlassen, als nächstes erscheint vermutlich der SPIEGEL mit einem lila Rahmen.

1998, Anfang Mai, ich war gerade einen Monat bei der GameStar, stellte Jörg L. einen blonden Jüngling ein, ausgerechnet aus der Konkurrenzstadt Nürnberg, wo die mächtigen Computecs damals residierten. Der junge Mann, Christian Schmidt hieß er, übernahm von mir die Betreuung der Rubrik der Budget-Spiele, eine dankbare Aufgabe für Neu-Redakteure, weil man dort ohne Wertungsdruck seine Spielewissen verbreitern konnte. Aber der Herr Schmidt brachte ohnehin schon ein immenses Wissen mit, eine normale Jugend kann er nicht gehabt haben, so viele Spiele kannte er aus eigener Anschauung. Dieses brennende Interesse am Medium hat er sich dann über die Jahre erhalten, quasi als einziger der mir bekannten Redakteure — wir alle haben uns zwar noch fortgebildet, aber uns irgendwann privat auf ein Genre kapriziert. Manche hingen auf WoW, andere auf Battlefield, ich reihe noch immer Solo-Rollenspiel an Solo-Rollenspiel, nur der Chris, der brachte es fertig, letztes Jahr Montags in der Redaktion zu erscheinen, einen Kurztest zu einem der Redaktion unbekannten Nischending namens Armada 2526 abzugeben und zu verkünden, er habe den Titel privat am Wochenende gespielt und dann nebenbei rasch noch den Test geschrieben. Chris war unser Experte für alles, was nicht Mainstream war: Rundenstrategie, Adventures, Wimmelbildspielchen und anderes Kleinzeug aber auch Story-Shooter, Rollenspiele und Echtzeitstrategie. Er testete eine Reihe von Meilensteinen (Deus Ex, Bioshock, Warcraft 3, System Shock 2), war der Hauptkolumnenschreiber und verantwortlich für das Kronjuwel des Magazins, die Reports. Seine Karriere lief nicht ganz gerade, zwischendurch nahm er sich eine Auszeit, begann ein Studium, kehrte zurück, betreute Sonderhefte, wurde dann Leitender Redakteur und schließlich Stellvertretender Chefredakteur.

Und jetzt, jetzt ist er weg.

Mal sehen, wo er wieder auftaucht, die Spiele werden ihn nicht loslassen, nehme ich an.

So. Und warum gebe ich mir so eine Mühe, das Ausscheiden eines einzelnen Redakteurs zu bereden? Nun, weil Chris meiner bescheidenen Meinung nach der beste Autor und Spiele-Analyst der ganzen verdammten deutschsprachigen Spielejournaille ist. Und der GameStar mächtig fehlen wird.

Ich nehme mir mal die Freiheit, für Christians gut zwölf Jahre Games-Journalismus einen virtuellen Schrein zu erreichten und präsentiere hier einige seiner schöneren Werke. Also, wir beginnen leichtfüßig mit seinem ersten Auftritt in “Raumschiff GameStar”:

Nun zu schwererer Kost, hier sind zwei Essays über gute Anfänge und gute Enden von Spielen: Richtig anfangen / Richtig aufhören

Jetzt wieder was Lustiges, Chris’ vernichtende Kritik an den Bugs von Gothic 3:

Und wieder Gravitas: Nutze den Tod ist ein Essay über den Tod in Videospielen.

Nun Minecraft, das meistgesehene Testvideo der GS-Redaktion, mit fast 800.000 Views auf Youtube.de und GameStar.de:

Und jetzt endlich ein richtiger Spieletest: Amnesia: The Dark Descent Obwohl, es ist kein typischer GameStar-Test, Chris macht hier ein Experiment mit subjektiver Erzählweise, sehr unüblich in der konservativen deutschen Spieletesterei.

Und jetzt wieder ein Video, eine kundige Historie über die Diablo-Serie. Chris hat noch weit bessere Historien-Videos gemacht, die sind nur leider nicht online.

Wir schließen mit einer polemischen Kolumne gegen die Spielehasser von BILD.

Das reicht erstmal.

Obwohl, so richtig vollständig ist das hier nicht, wenn man nicht wenigstens ein Expertengespräch gesehen hat, Schmidts und Grafs Impro-Comedy:

Hm. Mir fielen noch mehr schöne Schmidt-Werke ein, aber der Beitrag hier ist eh schon überladen.

Also, Chris, alles Gute für die Zukunft und vielen Dank für all die Jahre als geschätzter Kollege.

Update: Chris hat sich hier, im GSPB von den Lesern verabschiedet.

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Videospielende Modeschöpfer

24. Juni 2011 · 12 comments

Herr Kaliban trifft auf einen Vertreter der heutigen Jugend und erlebt einen Retro-Flash.

Eben, im Lokal: Der Kellner, der mir meine Pasta bringt, hat ein T-Shirt mit einem “Com. Keen”-Schriftzug an; ich wähne in ihm, trotz seiner Jugend, einen verwandten Geist und lobe ihn für seinen guten Geschmack und stilsichere Kenntnis von Vintage-Jump’n'Runs.

[Einschub für verwirrte Nachgeborene: Commander Keen* ist eine PC-Spieleserie aus den frühen 90ern, entwickelt von der Firma id, richtig, das sind die Doom-Leute, John Carmack und so]

Nach der ersten Verwirrung stellt sich raus, dass er von einem Videospiel namens “Commander Keen” noch nie gehört hat und eigentlich denkt, die Unterzeile “Goodbye Galaxy” bezöge sich auf einen Football-Club aus Hessen.

Auf meine Frage hin, wo er das gute Stück her habe, sagt er “Jeans-Halle”.

Ahhhh.

Ich setze zu einer Tirade über die Ignoranz von jungen Leuten an, beiße mir aber im letzten Moment auf die Zunge, weil das T-Shirt irgendwie komisch aussieht:

Eine kurze, unter dem Tisch gesmartphonte, Recherche ergibt, dass das Ding von einem dänischen Label namens Solid kommt, die wohl mit Absicht “Com. Keen” statt “Commander Keen” geschrieben haben, um Lizenzfragen aus dem Weg zu gehen, außerdem nehmen sie nicht den originalen Schriftzug und kein Bild. Aber klar ist es trotzdem, was gemeint ist: Die Kombination “Keen” plus “Goodbye Galaxy” plus “1991″ kann kein Zufall sein. Also eine Hommage, sozusagen.

Ich finde, der junge Mann ist entschuldigt (ist ja immerhin kein Original-Shirt) und verzichte auf eine Ermahnung. Weise ihn aber immerhin auf den Ursprung von Keen hin und gebe zuviel Trinkgeld, möglicherweise leicht berauscht von meinem Retropopkulturwissen und meiner Fähigkeit, in 30 Sekunden ein T-Shirt zu googeln.

quote

Deppe und das Goldfarming

24. Juni 2011 · 1 comment

Retro-Flash am Nachmittag:

Heuern wir demnächst für Ultima Online per Tele-Banking eine Aushilfe an, die für uns auf Gegner eindrischt, während wir uns sinnvoll beschäftigen?

(Martin Deppe sieht in GameStar 1/1998 das Goldfarming voraus.)

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Wie GamePro hätte werden sollen

23. Dezember 2010 · 24 comments

So. Da ich ja nicht mehr so richtig bei IDG angestellt bin, kann ich ja endlich AUSPACKEN!

[Klicken und weiterlesen]

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Das Katholikenproblem

29. Oktober 2010 · 298 comments

Alter Text, der in Norddeutschland in den frühen Neunzigern kursierte. Hier repliziert for your reading pleasure. Copyright ungewiss.

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich habe nichts gegen Katholiken. Im Gegenteil, jeder Katholik, der sauber ist und hier seit Jahren Steuern zahlt, ist willkommen. Ich wehre mich nur dagegen, dass wir Deutsche durch den Zustrom von schwarzen Schafen und ihren bischöflichen Hirten unsere kulturelle Identität verlieren.
Leider ist es den meisten Katholiken aufgrund ihrer fundamentalistischen Einstellung bisher nicht gelungen, ihre naturreligiöse Vorstellung von Sexualität, nach der sexuelle Handlungen nur zum Zwecke der Fortpflanzung ausgeübt werden dürfen, abzulegen. Das führt dazu, dass diese Bevölkerungsgruppe, die wir einst als Gäste in unser Land riefen, sich hier vermehrt wie Karnickel in der Geest. Sind es nicht jene Katholiken, die durch ihre beharrliche Ablehnung jeglicher Form von Empfängnisverhütung in erheblichem Umfang zur Verschärfung von Problemen wie Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit beigetragen haben und die Stabilität der D-Mark in Gefahr bringen?

Nach Untersuchungen des Landeskriminalamtes Bayern wurde eindeutig nachgewiesen, dass 78,47% aller bayrischen Straftäter Katholiken sind. Allein diese Zahl macht schon deutlich, dass der dramatische Anstieg der Kriminalität in den letzten Jahren nicht unabhängig vom Katholikenproblem betrachtet werden darf.

Noch stellen die Katholiken in unserem Deutschland eine Minderheit dar, doch allein in der Zeit von 1961 bis 1987 hat sich ihre Zahl um 22% auf 1570000 erhöht. Schon das Symbol, das die Katholiken anbeten, das Bildnis eines Gefolterten am Kreuz, ist ein beredtes Zeugnis der latenten Gewaltbereitschaft dieser Gruppe.

Muss es erst soweit kommen, dass sich keine deutsche Frau mehr aus Angst vor Katholiken auf die Straße traut?

Nach wie vor stehen eine Vielzahl der religiösen Rituale der Katholiken im eklatanten Widerspruch zum Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Hierzu nur zwei Beispiele: Während das Grundgesetz Ehe und Familie unter den besonderen Schutz der Gemeinschaft stellt, verbietet die katholische Kirche ihren Priestern kategorisch die Eheschließung und Familiengründung.

Während nach dem Grundgesetz Männer und Frauen gleichberechtigt sind, ist es den Frauen in der katholischen Kirche verboten, Priesterin zu werden.

Muss es erst soweit kommen, dass der Erzbischof von Köln die Macht an sich reißt, um das Grundgesetz außer Kraft zu setzen und seinen sogenannten Gottesstaat ohne demokratische Legitimation zu errichten?

Besonders besorgniserregend ist für Fachleute die Tatsache, dass zwischen der Einführung des Bundessozialhilfegesetzes im Jahre 1961 und dem Anstieg der Katholikenzahl in Deutschland direkte Zusammenhänge vermutet werden können. Hier ruhen sich die Katholiken ganz offensichtlich in der Hängematte unseres Wohlfahrtsstaates aus. Zwar sind wir noch eines der reichsten Länder der Erde, aber wie lange können wir uns diesen Missbrauch durch die Katholiken noch leisten?

Bereits jetzt sind die negativen Einflüsse der Katholiken auf die deutsche Wirtschaft erkennbar. Die hohe Anzahl ihrer religiösen Feiertage führt zu Produktionseinbußen in Milliardenhöhe. Dies hat die Konkurrenzfähigkeit z.B. zur japanischen Industrie, in der so gut wie keine Katholiken arbeiten, erheblich beeinträchtigt. Muss die deutsche Wirtschaft erst völlig am Boden liegen, bevor die Katholikenflut eingedämmt wird? Die Katholiken haben einen eigenen Staat, eine Heimat, in der sie nicht unterdrückt und verfolgt werden. Wenn sie zu uns kommen, geschieht das in der Regel nur aus wirtschaftlichen Gründen, obwohl der Vatikan das höchste Pro-Kopf-Einkommen der Welt hat. Müssen wir am Ende alle 900 Millionen Katholiken der Erde bei uns aufnehmen?

Nein, wir können das Katholikenproblem dieser Welt nicht alleine lösen, und die zunehmende Katholikenfeindlichkeit in Deutschland erfordert sofortiges Eingreifen und Handeln.

Wir schlagen deshalb vor: Abweisung aller Katholiken an den Grenzen Deutschlands! Sofortige Abschiebung aller krimineller Katholiken in den Vatikan! Erteilung einer befristeten Aufenthaltsgenehmigung für Katholiken nur bei Nachweis eines Arbeitsplatzes! Abschaffung des Wahlrechtes für Katholiken! Ausweisung aller Katholiken bei Sozialhilfebezug und Arbeitslosigkeit!

Unterbringung aller Katholiken in Gemeinschaftsunterkünften! Ausweisung aller Katholiken bei verfassungsfeindlichen Aktivitäten!

DAS BOOT IST VOLL! STOPPT DIE KATHOLIKENFLUT!

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Erziehungsratgeber

15. September 2010 · 14 comments

Ein Beitrag für werdende oder junge Eltern unter den Kaliban-Lesern. Falls es solche gibt.

Eines wissen alle Eltern auf der Welt: wie die Kinder anderer Leute erzogen werden sollten. (Alice Miller)

Wir hängen beim Erziehen unserer kapriziösen Tochter keinen grundsätzlichen Ideologien an. Wir glauben das alte Rezept “Liebe plus Vorbild”, an klare Regeln und Konsistenz. Und an Würde — wer seine eigene Würde nicht erniedrigt, indem er sich vom Kind herumkommandieren lässt und die Würde des Kindes wahrt, indem er ihm Raum zu eigenen Entfaltung lässt, der ist schon ziemlich auf dem richtigen Weg. Finden wir.

Unterstützend beim Bilden unserer eigenen Meinung waren einige Bücher, die ich schon lange mal empfehlen wollte, durch den Wust von Ratgeberliteratur zum Thema Erziehung blickt ja keiner mehr durch. Ich stehe allerdings der heutzutage üblichen Problematisierungspädagogik nicht allzu nahe und habe die für mich und meine Frau besten Ratschläge in eher altmodischeren Werken gefunden, zum Beispiel in denen von Emmi Pikler — die Dame hat sehr handfeste und empirisch fundierte Ansichten über die Entwicklung von Kleinkindern, insbesondere die Bewegungsentwicklung. Anspieltipp für den Pikler’schen Ansatz ist ein neueres Buch einer ihrer Schülerinnen: Magda Gerbers Dein Baby zeigt Dir den Weg. Von Piklers eigenen Büchern hat uns Friedliche Babys, zufriedene Mütter am meisten gebracht.

Eher speziell auf bestimmte Problematiken zugeschnitten sind die Bücher der Psychologin Christine Rankl: So beruhige ich mein Baby ist ein brillant und ziemlich witzig geschriebenes Buch mit handfesten Tipps für Eltern von Schreikindern; bei Einschlafen – (k)ein Kinderspiel geht’s um ewige Thema Schlafen.

Wer ein Kind in der Trotzphase hat, könnte zudem mal in Das Kinderbuch von Anna Wahlgren ‘reinlesen — das Buch ist insgesamt umstritten und nicht allzu lesbar geschrieben, aber das Kapitel über’s Trotzen ist ziemlich auf den Punkt.

Grundsätzlich gilt: Ratgeber sollten einem verstehen helfen, die eigenen Reaktionen und die des Kindes, mehr nicht. Schritt für Schritt befolgbare Patentrezepte gibt es nur wenige, hilfreiche Augenöffner hingegen viele. Zum Beispiel auch in (SCHLEICHWERBUNG!) meinem Buch Elterngeheimnisse: Tricks von Eltern für Eltern, das im Januar 2011 erscheint. Ahem.

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Wieso eigentlich »Kaliban«?

31. August 2010 · 6 comments

Herr Kaliban erklärt das dem K-Wort nochmal, für die Leser, die seit 2006 dazugekommen sein mögen.

Vor vielen, vielen Jahren, da spielte ich das grandiose Weltraumspiel TIE Fighter von LucasArts. Eines der ersten Male in meiner Spielehistorie, dass ich für die böse Seite, in diesem Falle das Imperium, antrat. Dafür brauchte ich einen neuen Kampfnamen, die sonst verwendeten [Gun], [Lord_Mord] oder, ahem, [GuLo] passten nicht so recht. Nach kurzem Studium klassischer Werke und nordischer Mythologie kam ich auf Caliban. Klingt ein bisschen böse, geht leicht von der Zunge und, hey, er hat intellektuell was zu bieten — Caliban ist der fiese bucklige Sklave in Shakespeares »The Tempest« (»Der Sturm«). Außerdem eine der faszinierendsten Figuren, die Shakepeare überhaupt erschaffen hat, Sohn der Hexe Sycorax und des Gottes (Teufels?) Setebos. Von Shakepeare ambivalent angelegt, einerseits als komische Figur, andererseits hat er aber auch eine gewisse natürliche Wildheit*. In späteren Jahren wurde er als Symbol für den die unterdrückte Urbevölkerung zu Zeiten des Kolonialismus genommen, was Shakespeare natürlich nicht beabsichtigt haben konnte.

Caliban ist ein überdies hübsch sprechender Name, hat Anklänge an Cannibal, Kannibale, und »calibaun« ein Zigeunerwort, das »schwarz« bedeutet. Ich benutze den Namen seither in fast jedem Spiel, für gute wie böse Charaktere, bin allerdings vor einigen Jahren auf Kaliban mit K* gewechselt, weil der Name seltener verwendet wird. Dennoch: Gerade Engländer und Amis nutzen das Wort auch gerne, ob mit K oder C. Mein Xbox-Gamertag ist daher nur »Herr Kaliban«, der Rest war belegt. Und die Domain caliban.de habe ich irgendwann zugunsten von kaliban.org (früher) und kaliban.de aufgegeben, weil mir die ständigen Nachfragen nach der gleichnamigen Band auf die Nerven gegangen sind. Hat nur so mittel geholfen, weil’s natürlich auch Musiker und Bands mit dem Namen Kaliban gibt, aber naja.

So. Jetzt wisst ihr’s.

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Das universelle Geschäftsmodell

12. August 2010 · 11 comments

Herr Kaliban erinnert sich an eine grundlegende Regel.

Früher arbeitete ich, studiumsbegleitend, bei der Firma ViCo Multimedia in Kassel und Göttingen. Der einfallsreiche Name ViCo stand für Video- und Computerspiele — und das war es denn auch, was dort verkauft wurde. So richtig klassisch im Einzelhandel, Steam gab es ja noch nicht, und Amazon.de hieß noch Telebuch. Ich legte dort, im Fronteinsatz am Gamer, den Grundstein für meine spätere Karriere, indem mich mir durch ausdauerndes Ausprobieren der Ware die absurden Detailkenntnisse aneignete, mit denen ich dann Anno 1998 meinen späteren Chef im Vorstellungsgespräch beeindrucken konnte. Eine der Fragen damals war: “Auf wie vielen unterschiedlichen Screens stellt Fallout 1 am Ende des Spiels den Fortgang das weitere Schicksal der Welt dar?” Schlimm. Weiß auch gar nicht mehr, was ich geantwortet habe, aber das ist ja auch nicht Gegenstand dieser Beitrags, denn eigentlich wollte ich von der universellen Regel erzählen, die Ramin (mein Chef bei ViCo) seinerzeit aufstellte.

Folgende Situation: Irgendwer, vermutlich Ramin, hatte ohne Remissionsrecht für das totgeborene Sega Mega CD allerlei Spiele und Zubehör eingekauft, die nunmehr in der Auslage verschimmelten. Viele Winter zogen ins Land, Kinder wurden geboren und starben als Greise, Gletscher wanderten meilenweit und noch immer lag das Mega CD-Zeug von den Kunden verschmäht im Regal. Da fasste ich mir ein Herz und reduzierte den Preis auf einen nur noch knapp zweistelligen Markbetrag, in der Hoffnung, damit die Brieftaschen der letzten Sega-Fans zu öffnen. Ramin pfiff mich zurück, hieß mich den Preis wieder nach oben setzen und sprach die denkwürdigen Worte:

“Gunnar, wir halten den Preis. Denn höre, jeden Morgen steht ein Idiot auf. Und wir hoffen eben, dass er heute zu uns kommt.”

Und so war es dann auch, beinahe: Ein paar Wochen später brachen ein paar Halbstarke nachts im Laden ein, bekamen die Kasse aber nicht auf und nahmen, vermutlich aus Unkenntnis, unser gut sortiertes und hoch bepreistes Mega CD-Sortiment komplett mit. Das wird die Versicherung nicht gefreut haben.

Mich begleitet Ramins Regel jetzt durch’s Leben — und hilft mir, das Geschäftsmodell vieler Internetangebote besser zu verstehen.

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Trio und ich

10. Juli 2010 · 4 comments

Herr Kaliban erinnert sich dunkel an die Musik der frühen 80er.

Anfang 1982, da war ich 12. Es war das Jahr, in dem ich mich in Nena* verlieben sollte. Kohl wurde Kanzler, Großbritannien besiegte Argentinien im Falklandkrieg, Italien besiegte Deutschland im WM-Finale, der C-64 kam auf den Markt und — die Großenknetener Band Trio* wurde erstmals einem überregionalen Publikum bekannt, als die Single Da Da Da erschien.

Stephan Remmler, der Sänger, lebte bis Ende der Siebziger in Bevern (Niedersachsen), dem Ort, an dem auch ich aufgewachsen bin. Und unterrichtete an der Grund- und Hauptschule von Bevern, an der auch ich meine ersten drei Schuljahre erduldete. Ich hatte nie Unterricht bei ihm, daher wurde mir die ganze Sache erst bewusst, als Trio in die Charts einzogen. Ich fragte daraufhin meine Tante Paula, Handarbeitslehrerin an besagter Schule in Bevern, was sie vom Herrn Remmler wisse. Sie sagte, der habe seine Stelle 1979 hingeworfen, um fortan ausschließlich “Popmusik” zu machen. Das erschien ihr ein blödsinniger Plan zu sein. “Herr Remmler, dafür haben Sie doch gar kein Talent. Behalten Sie doch Ihre sichere Stellung”, will sie gesagt haben. Aber der Lehrer Remmler hat nicht auf sie gehört, und der Rest ist Geschichte.

Trio wurde eine stilbildende Band, trotz und wegen ihrer musikalischen Beschränktheit. Leider erinnert man sich heute fast nur noch an “Da Da Da”, dabei hatten Trio auch sonst wirklich große Momente, vor allem live auf kleinen Bühnen.

Mein Lieblingslied der Band ist “Los Paul”, das kann ich auch fast 30 Jahre später noch beinahe ohne Schmerzen hören:

Lustig übrigens, wie befremdet die Zuschauer im Studio von Radio Bremen den Pogotänzer anschauen.