<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>KALIBAN (You are likely to be eaten by a grue) &#187; Best of Kaliban</title>
	<atom:link href="http://kaliban.de/category/best-of-kaliban/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://kaliban.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Wed, 23 May 2012 22:01:12 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
		<item>
		<title>Fear and Loathing in Skyrim</title>
		<link>http://kaliban.de/2011/12/fear-and-loathing-in-skyrim/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=fear-and-loathing-in-skyrim</link>
		<comments>http://kaliban.de/2011/12/fear-and-loathing-in-skyrim/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 21 Dec 2011 16:27:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunnar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Best of Kaliban]]></category>
		<category><![CDATA[Spielzeug]]></category>
		<category><![CDATA[Games]]></category>
		<category><![CDATA[Rollenspiele]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaliban.de/?p=13399</guid>
		<description><![CDATA[Der folgende Text wurde als Gastbeitrag für den Adventskalender von Polyneux geschrieben und sollte, so war der Plan, hier einfach nochmal veröffentlicht werden. Dann gefiel er mir nicht mehr, irgendwie, und ich fing an, an Sätzen und Abschnitten herumzubasteln. Jetzt erscheint er hier in einer deutlich veränderten Fassung. Texte sind eben eine Baustelle, ich ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>Der folgende Text wurde als Gastbeitrag für den Adventskalender <a href="http://www.polyneux.de/" target="_blank">von Polyneux</a> geschrieben und sollte, so war der Plan, hier einfach nochmal veröffentlicht werden. Dann gefiel er mir nicht mehr, irgendwie, und ich fing an, an Sätzen und Abschnitten herumzubasteln. Jetzt erscheint er hier in einer deutlich veränderten Fassung. Texte sind eben eine Baustelle, ich drücke jetzt auf »Publish«, ehe ich nochmal von vorne anfange.</em>.</p>
<p>Ich habe dieses Problem mit virtuellen Welten.</p>
<p>Für mich funktionieren sie nicht, meistens.</p>
<p><span id="more-13399"></span></p>
<p>Andere, beneidenswerte Menschen von großer innerer Stärke, schauen lässig darüber hinweg, wenn in Detroit Sprayer stundenlang an der Wand stehen und nicht merken, dass <a href="http://www.youtube.com/watch?v=g2LRdyLWIYk">aus ihren Spraydosen gar keine Farbe kommt</a>. Andere stören sich nicht daran, dass in Gotham ein kleiner Anstaltsleiter mit einem miesen Track Record mal eben Bürgermeister wird und dann auch noch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Batman:_Arkham_City#Handlung">Teile der Innenstadt als Gefängnis ausweist</a>, obwohl man anderswo ohne Bürgerinitiative nicht mal einen Bahnhof ausbauen kann. Anderen macht es nichts aus, dass die Stadtwachen in allen Städten, von Weißlauf bis Einsamkeit, alle <a href="http://knowyourmeme.com/memes/i-took-an-arrow-in-the-knee">Probleme mit den Knien</a> haben – und die Geschichte ohne gebührende Ehrfurcht dem vorbeischauenden Weltretter erzählen, anstatt erstmal einen roten Teppich auszurollen und ihm ein Heißgetränk und die Jungfrauen des Ortes anzubieten.</p>
<p>Ach, die Logik.</p>
<p>Und doch spiele ich Skyrim. Und doch macht mir das Spiel Spaß, auch in der 20plus-ten Spielstunde.</p>
<p>Dabei ist da eigentlich alles falsch: Die Dialoge sind mau, größtenteils; man gibt mir nicht das Gefühl, jemand Besonderes zu sein; der Kampf ist merkwürdig körperlos; die Animationen machen aus Charakteren zombifizierte Schaufensterpuppen. Außerdem passiert ständig <a href="http://kaliban.de/2011/11/skyrim-momente/">irgendwas Absurdes</a>: Einen Kampf gegen einen Drachen im Hof der Magierakademie etwa habe ich komplett verpasst, weil das Biest genau während eines Dialogs angegriffen hat – als ich mit dem Gespräch fertig war, hatten die Kollegen das offenbar kränkliche Tier schon erlegt. Über all die Kerzen und Feuerschalen, die in gottverlassenen Verliesen voller Untoter brennen, rege ich mich schon gar nicht mehr auf, da gibt&#8217;s offenbar einen Hausmeisterdienst oder sowas. Am Schlimmsten ist aber, dass alle naselang jemand gelaufen kommt und einen Brief überbracht, ein Beziehungsproblem gelöst oder seinen Hof gekehrt  haben will und immer fehlt die wichtigste Dialogoption: »Fick Dich, Du Depp, sehe ich aus wie ein Laufbursche?«</p>
<p>Das Spiel ist halt eines von denen, die lautstark fordern, dass man sich auf sie einlässt. Hey, sagt es, hey Gunnar, ich habe eine ausgefeilte Welt, mit NPCs und Quests und Story Arcs und Vast Narratives und weiteren Fachbegriffen ohne deutsche Entsprechung, vertief dich in mich, sei mein Held. Und dann, wenn es dich hat, tritt&#8217;s dir vor&#8217;s Schienbein. Pech, sagt es, und tritt nochmal, ist eben Pech, wenn in jedem Dungeon die Begleiter verloren gehen, weil die Wegfindung scheiße ist. Da muss man eben Kompromisse machen. Pech, dass meine Entwickler keine Zeit mehr hatten, sich eine überzeugende Haupthandlung oder auch nur ein überzeugendes Inventarsystem auszudenken, Pech. Und dann tritt es einem nochmal auf den Fuß.</p>
<p>Naja.</p>
<p>Ich gebe mir Mühe. Ich mache halt die meisten Mini-Quests (die unter »Verschiedenes«) erst gar nicht, ich sage mir zwischendurch, wenn die Leute mir dumm kommen, immer wieder mein Mantra <i>Ich bin der Thane von Weißlauf und der Erzmagier der Akademie und Jesus wurde auch vom normalen Volk verkannt</i> auf. Ich rede nicht mit Wachen, ich passe auf meine Begleiter auf. Ich freue mich an Kleinigkeiten, an der Landschaft, am Laufen durch die Welt, an der Länge meines Schwertes. Ich spinne mir im Kopf eine eigene kleine Heldengeschichte zusammen, in der ich den Nonsense ausblende.</p>
<p>Denn eines muss man sagen, genügend Bausteine für diese Geschichte gibt mir Skyrim auf jeden Fall: Ich habe eine handfeste Schildmaid geheiratet und bin jetzt in den Dungeons als Ehepaar unterwegs; ich bin auf den höchsten Berg gestiegen und habe das Land, mein Land, unter mir ausgebreitet gesehen – nicht ohne einen wohligen Anflug von Heimatliebe zu empfinden. Ich bin mit klopfendem Herzen durch Zwergenruinen geschlichen, immer auf der Hut vor den Gefahren einer unbekannten Kultur. Ich habe Sonnenuntergänge in freier Natur erlebt, bin durch atmende Wälder gewandert, habe für mein Land gekämpft, habe Wunder geschaut.</p>
<p>Für all das bin ich dankbar. All das macht Skyrim dann doch zu meinem Spiel des Jahres, zu einem Blumenstrauß wunderbarer Momente, auch wenn ich hin und wieder mal ein paar Stängel Unkraut dazwischen herausklauben muss. Und Disteln. Und Brennnesseln.</p>
<p>Und übrigens, wenn der doofe Hund (<a href="http://www.xbox360cheats.com/The_Elder_Scrolls_V_Skyrim/Invincible_Dog_Companion/" target="_blank">dieser Cheater</a>) mich noch einmal in einem Verliesgang einsperrt, weil er, anders als andere Gefolgsleute, mir immer direkt auf der Pelle hockt und nicht auf’s Schubsen reagiert, werfe ich die DVD aus dem Fenster, verdammt!</p>
<p><a href="http://kaliban.de/wp-content/uploads/2011/12/skyrimmap1.png"><img src="http://kaliban.de/wp-content/uploads/2011/12/skyrimmap1.png" alt="" title="skyrimmap1" width="600" height="438" class="aligncenter size-full wp-image-13412" /></a></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://kaliban.de/?flattrss_redirect&amp;id=13399&amp;md5=1bfff106dca72d81873dc80b506cbd38" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://kaliban.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaliban.de/2011/12/fear-and-loathing-in-skyrim/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>13</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Spiel mit den Pflanzen</title>
		<link>http://kaliban.de/2011/12/das-spiel-mit-den-pflanzen/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=das-spiel-mit-den-pflanzen</link>
		<comments>http://kaliban.de/2011/12/das-spiel-mit-den-pflanzen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 16:30:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunnar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Best of Kaliban]]></category>
		<category><![CDATA[Vater sein dagegen sehr]]></category>
		<category><![CDATA[Casual Games]]></category>
		<category><![CDATA[Games]]></category>
		<category><![CDATA[Goldkind]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaliban.de/?p=13268</guid>
		<description><![CDATA[Herr Kaliban und das Goldkindtm fahren mit der S-Bahn.

Goldkind: Papa, wollen wir zuhause was spielen?
Herr Kaliban: Klar.
Umsitzende Bahnfahrer: (lächeln freundlich)
Goldkind: Das Spiel mit den Pflanzen?
Herr Kaliban: Hm.
Umsitzende Bahnfahrer: (lächeln freundlich)
Goldkind: Papa?
Herr Kaliban: Nein, das hatten wir heute morgen schon.
Umsitzende Bahnfahrer: (lächeln verständnisvoll)
Goldkind: Aber Papa, ich WILL das spielen!
Herr Kaliban: Nein, das hatten wir heute ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>Herr Kaliban und das Goldkind<sup>tm</sup> fahren mit der S-Bahn.</em></p>
<p><strong>Goldkind:</strong> Papa, wollen wir zuhause was spielen?<br />
<strong>Herr Kaliban:</strong> Klar.<br />
<strong>Umsitzende Bahnfahrer:</strong> <em>(lächeln freundlich)</em><br />
<strong>Goldkind:</strong> Das Spiel mit den Pflanzen?<br />
<strong>Herr Kaliban:</strong> Hm.<br />
<strong>Umsitzende Bahnfahrer:</strong> <em>(lächeln freundlich)</em><br />
<strong>Goldkind:</strong> Papa?<br />
<strong>Herr Kaliban:</strong> Nein, das hatten wir heute morgen schon.<br />
<strong>Umsitzende Bahnfahrer:</strong> <em>(lächeln verständnisvoll)</em><br />
<strong>Goldkind:</strong> Aber Papa, ich WILL das spielen!<br />
<strong>Herr Kaliban:</strong> Nein, das hatten wir heute morgen schon.<br />
<strong>Umsitzende Bahnfahrer:</strong> <em>(lächeln verständnisvoll)</em><br />
<strong>Goldkind:</strong> <em>(doppelte Lautstärke)</em> Aber Papa, ICH LIEBE ZOMBIES! ICH WILL DIE ZOMBIES!<br />
<strong>Herr Kaliban:</strong> Pssst. Nicht so laut.<br />
<strong>Umsitzende Bahnfahrer:</strong> <em>(schauen entsetzt)</em><br />
<strong>Goldkind:</strong> ZOMBIES! ZOMBIES! ZOMBIES!<br />
<strong>Herr Kaliban:</strong> Komm, wir müssen raus. <em>(steht auf, zieht das Goldkind hinter sich her)</em><br />
<strong>Umsitzende Bahnfahrer:</strong> <em>(blicken irritiert in die Runde)</em></p>
<p>Ah, und wieder einmal haben wir das Leben unserer Mitmenschen einen Tick surrealer gestaltet. Und dabei waren sie gar nicht dabei, als wir neulich im Kaufhaus an einem lebensgroßen Kaktus vorbeiliefen und das Goldkind fragte, ob der auch die roten Stacheln habe, um damit die Ballonzombies abzuschießen. Wir spielen nämlich, wie das popkulturell vorgebildete Publikum dieser Webseite schon geahnt hat, zuweilen Plants vs. Zombies! Wir machen das immer gemeinsam, sie sammelt die Sonnen und verbrennt Untote mit Paprikas, ich mache den Rest. Ich hab’s noch nicht über mich gebracht, ihr zu erzählen, dass Zombies Hirn essen, daher sage ich immer, wenn einer durchkommt, dass der ins Haus ginge, um da “Sachen kaputt zu machen”. Was dann wieder dazu geführt hat, dass ich komische Blicke geerntet habe, neulich bei Freunden im Garten, als das Goldkind auf die Terrassentür deutete und mit funkelnden Augen ankündigte, dass sie jetzt ein Zombie sei, ein böser obendrein und jetzt reinginge, um drinnen alles kaputt zu schlagen.</p>
<p>Naja, noch schauen sie, aber wenn die Zombiekalypse kommt, habe ich eine Tochter, die weiß, was zu tun ist.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://kaliban.de/?flattrss_redirect&amp;id=13268&amp;md5=0f169b1974b1ce0745315768dbe00b7d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://kaliban.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaliban.de/2011/12/das-spiel-mit-den-pflanzen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>21</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Something&#8217;s rotten in Deus Ex: Human Revolution</title>
		<link>http://kaliban.de/2011/09/verschworungstheorie-deus-ex-human-revolution/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=verschworungstheorie-deus-ex-human-revolution</link>
		<comments>http://kaliban.de/2011/09/verschworungstheorie-deus-ex-human-revolution/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 24 Sep 2011 04:46:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunnar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Best of Kaliban]]></category>
		<category><![CDATA[Fakten. Fakten. Titten.]]></category>
		<category><![CDATA[Sklaven der Wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[Spielzeug]]></category>
		<category><![CDATA[Action-Rollenspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Games]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaliban.de/?p=12624</guid>
		<description><![CDATA[Herr Kaliban guckt sich sein aktuelles Spiel ein bisschen genauer an.

Hm. Da ist doch was komisch in Deus Ex: Human Revolution.

Wir springen mal in die erste Zwischensequenz am Anfang des Spiels, in der Adam, das ist der Held, mit Megan Reed redet. Die Reed ist seine Kollegin und Ex-Freundin und das obligatorische Superchick, das ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>Herr Kaliban guckt sich sein aktuelles Spiel ein bisschen genauer an.</em></p>
<p>Hm. Da ist doch was komisch in Deus Ex: Human Revolution.</p>
<p>Wir springen mal in die erste Zwischensequenz am Anfang des Spiels, in der Adam, das ist der Held, mit Megan Reed redet. Die Reed ist seine Kollegin und Ex-Freundin und das obligatorische Superchick, das man dieser Tage häufiger in Comicsspielenfilmen findet: der Nobelpreisträgerhirn-im-Supermodel-Körper-Typus.</p>
<p><a href="http://kaliban.de/wp-content/uploads/2011/09/deus0.png"><img src="http://kaliban.de/wp-content/uploads/2011/09/deus0.png" alt="" title="deus0" width="600" height="336" class="aligncenter size-full wp-image-12630" /></a></p>
<p>Unhöflicherweise telefoniert er nebenbei.</p>
<p><a href="http://kaliban.de/wp-content/uploads/2011/09/deus11.png"><img src="http://kaliban.de/wp-content/uploads/2011/09/deus11.png" alt="" title="deus1" width="600" height="336" class="aligncenter size-full wp-image-12627" /></a></p>
<p>Und liest Zeitung, auf einem Tablet oder sowas.</p>
<p><a href="http://kaliban.de/wp-content/uploads/2011/09/deus2.png"><img src="http://kaliban.de/wp-content/uploads/2011/09/deus2.png" alt="" title="deus2" width="600" height="336" class="aligncenter size-full wp-image-12626" /></a></p>
<p>Doch halt, was steht denn da?</p>
<p><a href="http://kaliban.de/wp-content/uploads/2011/09/deus51.png"><img src="http://kaliban.de/wp-content/uploads/2011/09/deus51.png" alt="" title="deus51" width="335" height="182" class="aligncenter size-full wp-image-12648" /></a></p>
<p><strong>[blabla]terrorist attack on Sarif Industries. [blabla] in the attack was Dr Megan Reed.</strong></p>
<p>Oh. Die aktuelle Zeitung berichtet schon von dem Überfall, <strong>der im Spiel erst in ein paar Minuten stattfindet</strong>. Adam hätte also alles verhindern können, hätte er bloß den Detroiter Journalisten mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Denn kurz danach geschieht, was die Zeitungsmeldung vorausgesehen hat:</p>
<p><a href="http://kaliban.de/wp-content/uploads/2011/09/deus4.png"><img src="http://kaliban.de/wp-content/uploads/2011/09/deus4.png" alt="" title="deus4" width="600" height="336" class="aligncenter size-full wp-image-12634" /></a></p>
<p>Ein Haufen muskulöser Cyberfritzen attackiert das Gebäude und schlachtet die Wissenschaftler hin. Megan wird getötet, Adam nur knapp gerettet, unter Einsatz von aufwändiger Schnickschnacktechnologie.</p>
<p>Hm.</p>
<p>Prophetische Redekteure? War das überhaupt keine Zeitung, sondern ein Planungsdokument der Terroristen? Wusste Adam Bescheid? Ist alles eine gigantische Verschwörung?</p>
<p>Oder hat da der Zwischensequenzenbauer bei Eidos Montral einfach nicht aufgepasst?</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://kaliban.de/?flattrss_redirect&amp;id=12624&amp;md5=d8025fc92f1c3823622486a9f2a79d0b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://kaliban.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaliban.de/2011/09/verschworungstheorie-deus-ex-human-revolution/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>8</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Für Siri (ein Versuch)</title>
		<link>http://kaliban.de/2011/09/fur-siri-ein-versuch/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=fur-siri-ein-versuch</link>
		<comments>http://kaliban.de/2011/09/fur-siri-ein-versuch/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 12 Sep 2011 19:45:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunnar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Altherrenweisheiten]]></category>
		<category><![CDATA[Best of Kaliban]]></category>
		<category><![CDATA[Vater sein dagegen sehr]]></category>
		<category><![CDATA[Goldkind]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaliban.de/?p=12452</guid>
		<description><![CDATA[Herr Kaliban hält eine leicht altväterliche Rede an seine Tochter, die das hier gottlob noch nicht lesen kann. 

Zuerst das Wichtigste: Niemand sollte mit 16 Entscheidungen treffen, die auf das ganze Leben Auswirkungen haben. Mach also keine Experimente mit Feuerwaffen oder Tätowierungen oder Verhütungsmitteln.

Oder mit Drogen. Eine einzige Zigarette zu rauchen, beispielsweise, bedeutet folgendes: ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>Herr Kaliban hält eine leicht altväterliche Rede an seine Tochter, die das hier gottlob noch nicht lesen kann. </em></p>
<p>Zuerst das Wichtigste: Niemand sollte mit 16 Entscheidungen treffen, die auf das ganze Leben Auswirkungen haben. Mach also keine Experimente mit Feuerwaffen oder Tätowierungen oder Verhütungsmitteln.</p>
<p>Oder mit Drogen. Eine einzige Zigarette zu rauchen, beispielsweise, bedeutet folgendes: das ganze Leben lang ein Verlangen nach Zigaretten zu verspüren. Und wenn sich die Drogen gesellschaftlich schon nicht vermeiden lassen, arbeite mit einem Plan: Wenn Du zu trinken vorhast, wähle ein Getränk und bleibe dabei, den ganzen Abend.</p>
<p>Wähle früh dein Hobby und bleibe dabei &#8212; wenn du mit 40 noch das Hobby betreibst, dass du mit 16 begonnen hast, stehen die Chancen gut, dass du es dir jetzt lässig leisten kannst.</p>
<p>Sei höflich, das kostet nichts und sieht gut aus: Öffne Leuten die Türen, benutze den Warentrenner im Supermarkt, bleibe nicht am Ende von Rolltreppen stehen. Und: Trolle nicht in Foren oder Kommentarspalten.</p>
<p>Gib ausreichend Trinkgeld.</p>
<p>Vermeide die Verwendung von Emoticons außerhalb von Chats. Und meide ihre Verwender.</p>
<p>Wenn du wissen willst, ob jemand wirklich schlau ist, beantworte diese einfache Frage: Wie gut beherrscht er seine Muttersprache?</p>
<p>Verlasse dich nicht auf&#8217;s GPS auf Ampelfarben oder Vorfahrtsschilder, verlass dich auf deine Augen.</p>
<p>Das Leben ist eine Bühne, und du wirst nicht vermeiden können, Rollen zu spielen &#8212; aber such&#8217; sie dir gut aus und lege sie so an, dass du nah an dir selbst bleibst. Zu viel Verstellung vergiftet die Seele. Vor allem anderen gilt das für die Liebe.</p>
<p>Verschwende deine Jugend, das ist besser als die Alternative.</p>
<p>Verlasse die Heimat früh, sonst bereust du das Zögern. Aber vergiss nie, dass niemand anderswo deine Sprache <em>genau richtig</em> spricht. Und halte immer die Option der Rückkehr offen.</p>
<p>Glück ist, trotz aller Versuche, nicht erforschbar. Glück ist freies Geld, guter Sex, ein Railgun-Treffer in Quake Live, eine Zwei in Sachkunde. Finde heraus, was dich glücklich macht und halte es fest, notfalls gegen alle Widerstände.</p>
<p>Niemand weiß, ob es Gott gibt, aber Religionen sind tröstlich, für die, die glauben können. Aber egal, was die Priester sagen: In die Hölle kommt nicht, wer Sex mit dem falschen Geschlecht hatte, sondern nur die, die anderen Menschen ihren Willen gewaltsam aufgezwungen haben.</p>
<p>Du bist nicht dumm: Wenn du etwas nicht verstehst, hat es der Lehrer nicht gut erklärt. Sei nicht zickig, aber verlange, was dir zusteht.</p>
<p>Erfolg jeder Art ist stets eine Frage von Präzision, vom gelungenen Witz über den Fernschuss in den Winkel bis zur gloriosen Markteinführung einer Software. Hoffe nicht auf den Zufallstreffer.</p>
<p>Sei nett zu deinen Eltern, versuche, ihnen möglichst früh zu verzeihen. Am Ende tust du es eh, es ist nicht nötig, all die Jahre zornig zu sein.</p>
<p>Wunder geschehen, Katastrophen passieren. Nicht alles ist vermeidbar, nicht alles ist planbar. Mach dir nicht zu viele Sorgen.</p>
<p>Hake Niederlagen rasch ab, nimm Siege sportlich und mit Demut. Schon wenn du das schaffst, hast du mehr erreicht als zwei Drittel der anderen Leute.</p>
<p>Halte an Freundschaften fest, auch über lange Distanzen. Menschen, die dich mit 20 kannten, haben ein besseres Bild von dir als Menschen, die dich mit 40 kennen lernen.</p>
<p>Rede nicht (allzu) schlecht über andere, Lästereien machen schlechtes Karma. Gib keine ungefragten Ratschläge und sprich keine ungefragten Beurteilungen aus.</p>
<p>Bedenke bei der Partnerwahl folgende Gesetzmäßigkeiten: 1. Die für dich attraktivste Person ist, nach normalen Begriffen, ungefähr so attraktiv wie du. Vielleicht ein bisschen mehr. 2. Du wirst dich selten wirklich angezogen fühlen von Menschen, die dich ablehnen. Der Gelegenheit folgt die Fantasie folgt die Anziehung. 3. Frauen werden angezogen von Stärke, Männer von Verletzlichkeit. Außer, wenn es anders herum ist.</p>
<p>Und unabhängig davon: Vermeide asymmetrische Beziehungen.</p>
<p>Finde die Musik, die zu dir passt. Tipp: Die beste Musik erschließt sich nicht beim ersten Hören.</p>
<p>Versuche, ein paar Fertigkeiten wirklich gut zu beherrschen. Es gibt wenig im Leben, was mehr Spaß macht als das Gelingen schwieriger Tätigkeiten oder das Lösen kniffliger Aufgaben.</p>
<p>Tierliebe ist, wie das Rauchen von Haschisch, eine Frage der Dosierung. Ein bisschen macht dich möglicherweise zu einem besseren Menschen; zuviel macht dich merkwürdig.</p>
<p>Dissonanz ist wichtig, aber behalte Augenmaß: Niemand mag dich, weil du recht hast.</p>
<p>Sei kein Behalter. Das Aufheben von Sachen fesselt dich. </p>
<p>Das Multitasking kann deine Generation sicher besser als meine, aber bedenke, wie gut man ist, wenn man sich auf etwas voll konzentriert, sei es ein Gespräch, eine Aufgabe oder auch nur das Lesen eines Textes. </p>
<p>Versuche, mehr Fotos von Menschen als von Gebäuden zu schießen.</p>
<p>Wenn man ein Kind kriegt (und über das erste Jahr hinweg ist), wünscht man sich, man hätte es früher bekommen. Bedenke das bei deiner Lebensplanung.</p>
<p>Hab keine Angst. Probiere Dinge, die dich ängstigen. Iss exotische Lebensmittel, sprich fremde Leute an. </p>
<p>Finde eine Fahne, mit der in der Hand du die Barrikaden stürmen würdest. Schließ dich einer guten Sache an, kämpfe für ein Ideal. Vergieße Herzblut, immer wieder.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p><em>Inspiriert von Mary Schmichs großartigem Text <a href="http://www.chicagotribune.com/news/columnists/chi-schmich-sunscreen-column,0,4054576.column?page=1">Advice, like youth, probably just wasted on the young</a>, der später von Baz Luhrmann gewinnbringend <a href="http://www.youtube.com/watch?v=sTJ7AzBIJoI">vertont wurde</a>.</em> </p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://kaliban.de/?flattrss_redirect&amp;id=12452&amp;md5=28446ea29ddea33c876f227e5cba64c2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://kaliban.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaliban.de/2011/09/fur-siri-ein-versuch/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>47</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zum Zustand der deutschen Spielekritik</title>
		<link>http://kaliban.de/2011/09/zum-zustand-der-deutschen-spielekritik/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=zum-zustand-der-deutschen-spielekritik</link>
		<comments>http://kaliban.de/2011/09/zum-zustand-der-deutschen-spielekritik/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 07 Sep 2011 06:00:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunnar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Best of Kaliban]]></category>
		<category><![CDATA[Die Doofheit der Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Games]]></category>
		<category><![CDATA[GameStar]]></category>
		<category><![CDATA[Journaille]]></category>
		<category><![CDATA[PC-Spiele]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaliban.de/?p=12400</guid>
		<description><![CDATA[Dies ist ein Gastbeitrag von Christian Schmidt. Chris (34) ist seit 13 Jahren Fachjournalist für Computer- und Videospiele. Er war zuletzt stellvertretender Chefredakteur von GameStar und lange Jahre Kollege des Herrn Lott. Der folgende Text ist eine Langfassung des gestern auf SpOn erschienen Debattenbeitrags.

[Eine kurze Einlassung von Herrn Lott findet sich am Ende dieses ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>Dies ist ein Gastbeitrag von Christian Schmidt. Chris (34) ist seit 13 Jahren Fachjournalist für Computer- und Videospiele. Er war zuletzt stellvertretender Chefredakteur von GameStar und lange Jahre Kollege des Herrn Lott. Der folgende Text ist eine Langfassung des gestern auf <a href=" http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,784531,00.html">SpOn erschienen Debattenbeitrags</a>.</em></p>
<p><strong><em>[Eine kurze Einlassung von Herrn Lott findet sich am Ende dieses Beitrags.]</em></strong></p>
<p>Ich habe mein Handwerk – das Testen von Computerspielen – vor 13 Jahren auf sehr gründliche Weise gelernt. Mein erster Chefredakteur reichte mir meine Texte gewöhnlich mit einer Reihe von Fragen zurück, die mit rotem Stift an den Rand des Blattes gesetzt waren: Wie funktioniert das Erfahrungssystem? Welche Fahrzeuge besitzt die dritte Kriegspartei? Wie verhält sich der Computergegner auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad? Ich fand zielsicher jede Passage aufgespießt, in der ich mich mit einem kurzen Satz durchzumogeln versucht hatte. Wer fair über Spiele urteilen will, so lernte ich, der muss ihre Funktionsweise gewissenhaft ausleuchten. Ich war ein guter Schüler. Als ich später selbst junge Redakteure anleitete, habe ich diese Akribie an sie weitergegeben. Das ist etwas, das ich jetzt, im fortgeschrittenen Alter von 34 Jahren, bereue.</p>
<p>Wir haben das Falsche gelernt.</p>
<p><span id="more-12400"></span></p>
<p>Videospiele sind auf den Weg in die Mitte der Gesellschaft. Gleichzeitig befindet sich der Fachjournalismus, die professionelle Kritik dieser Spiele, auf dem umgekehrten Pfad. Er bewegt sich aus der Mitte der Gesellschaft an ihren Rand.</p>
<p>Je mehr mehr Menschen Videospiele zu einem Teil ihres Lebens machen, desto größer sollte die Relevanz und Deutungsmacht der Journalisten sein, die über dieses Medium berichten. In Deutschland ist das Gegenteil ist der Fall. Die etablierte Spielekritik nimmt ihren Vertretungsanspruch nicht wahr. Zum gesellschaftlichen Diskurs über das Medium hat sie wenig beizutragen. Neuere Spielerschichten, die über Facebook, Browser Games oder Smartphones zum Medium finden, erreicht sie kaum. Und sie verliert Ihre klassische Klientel.</p>
<p>Vor sieben Jahren durften sich Spielemagazine zu den leserstärksten Fachzeitschriften Deutschlands rechnen, die Marktführer Computerbild Spiele, GameStar und PC Games erreichten monatlich mehr als eine halbe Million Menschen. Seitdem ist ihre Leserschaft eingebrochen. In den letzten fünf Jahren hat sich die Auflage aller großen Zeitschriften halbiert, als Spitzenreiter verlor Computerbild Spiele 61% ihrer Kunden. Das Ausmaß ist existenzbedrohend. Einst starke Marken wie Bravo Screenfun wurden, zu Skeletten abgemagert, bereits begraben.</p>
<p>Mit einem generellen Markttrend und dem Paradigmenwechsel weg von Print hin zu Online lässt sich dieser freie Fall nur bedingt erklären. Das gesamte Segment der Fachzeitschriften sank im gleichen Zeitraum <a href="http://www.ivw.de/index.php?menuid=37&#038;reporeid=10#fachzeitschriften">laut IVW lediglich um rund 20%</a>. Natürlich boomen bei den meisten Anbietern die Webseiten, im Schnitt verdreifachten die großen Spielesites in den letzten fünf Jahren ihre Besucherzahlen. Aber dieses Wachstum entspricht der Entwicklung des Gesamtmarkts. Die von der IVW gezählten Besuche aller Medienwebseiten stiegen um 371%, auch wenn dieser Wert nur bedingte Aussagekraft hat, da er Neuanmeldungen einschließt. Aber das Web-Wachstum auch anderer Fachmagazine wie Kicker, Auto Motor und Sport oder Chip bewegt sich im Bereich zwischen 200 und 400%, selbst etablierte Publikumsmedien wie Spiegel Online oder Focus Online konnten ihre Kundschaft noch einmal verdoppeln. Gaming-Webseiten verdanken zudem einen guten Teil ihres Besucherstamms angegliederten Foren und Netzwerkseiten, nicht ihrem redaktionellen Kernangebot.</p>
<p>Spielemagazine kompensieren den dramatischen Leserschwund in Print also nicht durch ausgleichend überdurchschnittliches Wachstum im Netz. Unterm Strich gehen ihnen Leser – und vor allem Käufer – verloren.</p>
<p>Man darf sich angesichts dessen die Frage stellen, welche Rolle der Inhalt der Spielemagazine für diese Entwicklung spielt. Die Vermutung liegt nah, dass die althergebrachte Art der Berichterstattung für immer weniger Leser Relevanz besitzt. Das sollte niemanden überraschen. Das Angebot der Verlage hat sich überlebt. In den Redaktionsstuben wird eine verknöcherte, selbstzweckhafte und in vieler Hinsicht anachronistische Form des Spielejournalismus gepflegt, die diesen Namen nicht verdient.</p>
<p>28 Jahre nachdem sie mit den <a href="http://www.kultboy.com/Happy-Computer-Zeitschrift/22/">»Happy Computer«-Zeitschriften</a> ernsthaft begann, ist die deutsche Spielekritik in einem traurigen Zustand, nämlich im Großen und Ganzen in dem von vor 28 Jahren. Als Computerspiele noch eine Domäne von Hobbyisten waren – über viele Systeme zersplittert, experimentierfreudig und häufig von mieser Qualität – leistete die junge Spielekritik mit ihren einordnenden Empfehlungen einen wertvollen Dienst. Solche Kaufberatung sehen die meisten Spieletester bis heute als ihre Hauptaufgabe. In Zeiten, in denen Videospiele als Medium mit gesellschaftlicher Aussagekraft, als Kulturgut und Kunstwerke gelten wollen, betrachtet die klassische Spielekritik sie in erster Linie als Produkt.</p>
<p>Die großen Fachmedien haben es – auch mit meiner engagierten Mitwirkung – ohne Zweifel zu einiger Meisterschaft darin gebracht, <a href="http://download.gamestar.de/public/35800/35892/GS01_T_048_Wertung.pdf">Spiele in ihre funktionalen Bestandteile zu zergliedern</a>, deren Wechselwirkung zu beschreiben und das Ergebnis in detaillierten Prüfprotokollen niederzulegen, nach Vorbild der Stiftung Warentest. Aber die Nachfrage nach dieser Dienstleistung sinkt. Heutige Spieler verlassen sich in einem solchen Maß auf das Qualitätsversprechen großer Marken, das Stimmungsbild in der peer group und ihr eigenes Urteilsvermögen, dass Spieletests ihren Servicewert verlieren. Er müsste durch ein anderes Wertversprechen ersetzt werden.</p>
<p>Zu dem Zeitpunkt, da ein Testbericht erscheint, haben die Spieler das Programm meist selbst bei sich laufen. Ein Artikel müsste ihnen etwas anderes bieten als die Beschreibung dessen, was sie schon wissen. Das mechanistische Testverfahren der klassischen Schule tut sich zudem systembedingt schwer damit, abzubilden, wie individuell die Spielerfahrung von Person zu Person ausfallen kann. Sein Objektivitätsgedanke verträgt sich nicht mit Geschmacksurteilen.</p>
<p>Im angelsächsischen Raum hat der New Games Journalism seit <a href="http://gillen.cream.org/wordpress_html/?page_id=3">Kieron Gillens Manifest von 2004</a> Bahn gebrochen für eine sehr subjektive, erfahrungsgetriebene Art der Schilderung, eine Reportage aus dem virtuellen Raum. Sein Thema ist die Faszination des Spielerlebnisses am persönlichen Beispiel, oft verknüpft mit intelligenter Reflexion über dessen Wirkungsweise. Dass ein Kernstück dieser Ideologie der Verzicht auf Werturteile ist, geht bei der Übertragung ins Preußische verloren. Im deutschen Raum wird New Games Journalism gemeinhin so interpretiert, <a href="http://www.4players.de/4players.php/dispbericht/Allgemein/Test/9776/72478/0/Deus_Ex_Human_Revolution.html">die Funktionsaufzählung nun eben aus der Ich-Perspektive zu verfassen</a>.</p>
<p>Für die deutsche Spielekritik ist der Vollständigkeitsanspruch zu einer Hypothek geworden. Ihr Detailfetisch gaukelt eine Gründlichkeit vor, die weder dem Medium gerecht wird noch dem eigenen Ziel. Wer das Kleinteilige zu seinem Sujet macht, muss dort vom Hundertsten ins Tausendste kommen. Es ist ein Kniefall von dem Hardcore-Gamer, der Laientum wittert, wenn im Test nicht erwähnt wurde, dass die Gegner bei Beschuss mit Glock-Pistolen manchmal nach links umfallen statt nach rechts. Die Redaktionen irren, wenn sie diese Ultras als ihre Kernklientel verstehen. Aber sie lassen sich von ihnen vor sich hertreiben.</p>
<p>Die klassische Spielekritik wird geplagt von einer Angst vor Kürze und der Unfähigkeit zur Unterscheidung von Wichtigem und Unwichtigem. Das Resultat sind <a href="http://www.gamersglobal.de/test/shogun-2">ausschweifende Demonstrationen</a> <a href="http://www.4players.de/4players.php/dispbericht/PC-CDROM/Test/22663/71283/0/Total_War_Shogun_2.html">eines Spezialistentums</a>, das einen ebenso elitären Anspruch an sein Publikum setzt wie an sich selbst.</p>
<p>Der Fokus auf das Uhrwerk verengt den Blick und führt zu inhaltlicher und formaler Verarmung. Gerade in einer Branche, in der durch festgelegte Spiele-Erscheinungstermine oder Preview-Veranstaltungen alle Publikationen zur gleichen Zeit das gleiche Thema behandeln, müsste es eine Tendenz zu kreativer Abgrenzung, originellen Blickwinkeln und Autorenstil geben, von eigener Themensetzung ganz zu schweigen. Stattdessen dominiert Austauschbarkeit.</p>
<p>Man muss den Eindruck bekommen, dass deutsche Spielekritiker ihr Handwerk in erster Linie darin verstehen, Spielszenen nachzuerzählen und Spielelemente aufzuzählen. Der szenische Einstieg, danach ein Absatz zur Handlung, einer zum Leveldesign, einer zur KI, einer zur Grafik. Es ist eine haarsträubende Talentverschwendung, wie so Tag für Tag Texte nach Schema F herausgepresst werden. Die Fachpublikationen laufen Gefahr, ihre Leser an große Publikumsmedien wie Spiegel Online oder Zeit Online zu verlieren, deren Themenvielfalt über Games schon jetzt breiter gefächert ist und deren Berichterstattung wächst.</p>
<p>Aber es ist womöglich kein Wunder. Während Spielefirmen die Qualität ihrer Öffentlichkeitsarbeit in den letzten 15 Jahren stark verbessert haben, ist der Professionalisierungsgrad deutscher Spielemedien rückläufig. Der Konkurrenz durch Enthusiasten-Angebote aus dem Internet begegnen die etablierten Verlage, indem sie sich deren Methoden aneignen. An die Stelle integrierter Fachredaktionen rücken Laiennetzwerke. Der Umbau entspringt dem Gedanken, dass man für die Vielfalt der Spiele – vor allem der unzähligen Free2Play-MMOs – eine Vielfalt von Spezialisten brauche. Das entspricht in etwa der Vorstellung, dass ein großer Garten am besten einen Experten für Rosen, einen für Hibiskus, einen für Flieder benötigt.</p>
<p>Es ist aber auch der Versuch, die klassische Spielekritik bezahlbar zu halten. In keinem anderen Medium steht der Aufwand für eine fundierte Aussage in einem so ungünstigen Verhältnis zum Ertrag. Ein Film ist nach zwei Stunden vorbei, ein Buch nach zehn Stunden gelesen, ein Spiel verschlingt zum Teil 30 Stunden, bevor der Abspann läuft. Bei Online-Spielen darf man unter 100 Stunden nicht von solider Kenntnis reden. Rechnete man die Spielzeit in den Stundenlohn ein, dann wäre ein guter Teil der Games-Besprechungen unrentabel. Festangestellte Fachredakteure spielen deshalb selbstverständlich nach Dienstschluss weiter. Als komfortabler haben sich aber junge Fans erwiesen, oft Studenten, die als günstige Praktikanten oder freie Zuträger auf 400-Euro-Basis aus den Spielwelten berichten, in denen sie sowieso ihre Freizeit verbringen.</p>
<p>Die Aufgabe eines Journalisten schließt ein, sich Detailwissen anzueignen, indem er Spezialisten befragt. Aber Journalisten, die das beherrschen, sind teuer, Laien günstig. Manche Publikationen werden inzwischen zu einem großen Teil von Praktikanten befüllt. Wie überall in der Medienwelt nimmt auch im Gaming-Segment der Anteil freier Autoren zu, denen man feste Honorarsätze unabhängig von der Spielzeit zahlen kann. Die Freiberufler haben – allein aus Überlebensnotwendigkeit – ein Interesse daran, ihren Zeiteinsatz möglichst effizient zu gestalten. Bei einem Durchschnittshonorar von 200 Euro für einen Test erreichen viele Freie einen Stundensatz, der unter dem Mindestlohn für Putzfrauen (8,55 Euro) liegt.</p>
<p>Die Verlage lagern Wissen aus, aber integrieren gleichzeitig Enthusiasmus und Fantum. Eine nüchterne Distanz zum Medium macht das zumindest nicht wahrscheinlicher. Eine weitblickende Strategie kann ich darin nicht erkennen. Wie der deutsche Fachjournalismus einer Milliardenindustrie auf Augenhöhe begegnen will, wenn er sein Personal aus Amateuren rekrutiert, bleibt unklar. Dabei sollte, muss das sein Anspruch sein.</p>
<p>Es ist hier müßig, das PR-Gängelband und den reglementierten Informationsfluss zu beklagen, dem sich Fachmedien zumal in großen Branchen zwangsläufig ausgesetzt sehen. Kritik verdient allein die Willfährigkeit, mit der sich deutsche Gaming-Medien diesem Diktat unterwerfen, und wie lethargisch sie die thematische Linienführung akzeptieren. Dass die gelegentlichen niedrigen Wertungen für ein enttäuschendes Spiel als Unabhängigkeitsbeweis im Schild geführt werden, wirkt nachgerade kindisch. Das Gros der deutschen Spielemedien erbringt keine nennenswerte journalistische Eigenleistung.</p>
<p>Aber wie auch? Die wenigsten deutschen Gaming-Fachjournalisten haben eine adäquate Ausbildung oder auch nur ein abgeschlossenes Studium. Ihnen fehlt das journalistische Rüstzeug, geschweige denn die Erfahrung. Zu oft mangelt es an Interesse an übergeordneten Zusammenhängen, was jedoch schwerlich ein Vorwurf sein kann, wenn es von Chefredaktionen nicht eingefordert wird.</p>
<p>Deutsche Spielekritiker haben sich in einem Biotop eingerichtet, das ihnen minimalen Denkaufwand abverlangt. Ihr journalistisches Niveau ist schwach, der Grad an intelligenter Reflexion erschreckend gering. Es ernüchtert, wenn in Spielen Grundsteine für Diskurse anlegt sind – in Bioshock über Ayn Rands Objektivismus, in GTA 4 über den American Way of Life –, wenn Spiele eine historische Epoche interpretieren wie Red Dead Redemption oder sich in eine literarische Tradition stellen wie L.A. Noire, und die deutsche Fachpresse nichts dazu zu sagen weiß außer bestenfalls einer Erwähnung des Sachverhalts.</p>
<p>Man wünschte sich angesichts eines Modern Warfare 2 auch in Deutschland einen so luziden Kommentar wie den von <a href="http://infinitelag.blogspot.com/2011/07/death-fetish.html">John Peter Grant in dessen Blog Infinite Lag</a>, der mit einem Nebensatz (»Activision is creeping ever closer to Zynga levels of transparently formulaic cash-grabbing«) mehr über das Spiel aussagt als seitenweise deutsche Tests. Man hätte gehofft, dass das aktuelle Deus Ex: Human Revolution nicht nur danach beurteilt wird, wie nah es am ersten Deus Ex ist, sondern auch danach, wie glaubhaft seine transhumanistische Zukunftsvision ausfällt und warum. Anhand von Deus Ex können deutsche Autoren von amerikanischen lernen, die <a href="http://xbox360.ign.com/articles/118/1189591p2.html">Intention des Spieldesigns</a> auszuloten oder die <a href="http://www.destructoid.com/review-deus-ex-human-revolution-209544.phtml">Glaubwürdigkeit der Spielwelt</a> zu hinterfragen, vor allem aber, ihren Fokus richtig zu setzen. Dass ein so vielversprechender Text wie der <a href="http://www.eurogamer.de/articles/2011-08-23-deus-ex-human-revolution-test">von Martin Woger für Eurogamer.de</a> nach dem reflektierten Einstieg dann doch nicht darum herumkommt, alle Waffentypen des Spiels aufzuzählen, spricht Bände darüber, welchen Ballast die deutsche Spielekritik mit sich herumschleppt.</p>
<p>Wenn gute Games-Kritik unbezahlbar geworden ist, dann muss man sich fragen, ob das Geschäftsmodell noch stimmt – oder die Definition dessen, was »gut« bedeutet. Der Gedanke, dass Fachmedien möglichst jedes Spiel möglichst schnell möglichst vollständig zu beurteilen hätten, ist utopisch geworden. Die Verlage klammern sich an das überkommene Konzept der gründlichen Inspektion, das ihnen früher Auftrieb gab, aber nun als Betonschuh an ihnen zerrt. Der Versuch, es aufrecht zu erhalten, wirkt selbstzerstörerisch. In Zeiten, in denen sich die Gestalt von Spielen durch Patches und Zusatzinhalte verändert und MMOs eine kontinuierliche Evolution durchlaufen, sind statische Bewertungen doppelt auf Sand gebaut. Ist es denkbar, ein Spiel sinnvoll zu beschreiben, ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben – und so, dass sich Spieler trotzdem in ihrem Hobby ernst genommen fühlen?</p>
<p>Eine relevante Games-Kritik, die Impulse setzen, Leser ansprechen und den Diskurs um das Medium Videospiel bereichern will, braucht eine neue Ausrichtung.</p>
<ul>
<li>Sie muss aufhören, Spiele als Summe einzelner Teile zu begreifen. Sie muss ihren Blick auf das Ganze richten, den Kontext kennen und Einordnung geben.</li>
<li>Sie muss intelligenter werden. Sie muss die Funktionsbeschreibung zurückschrauben zugunsten der Interpretation; sie muss nicht erklären, wie Spiele funktionieren, sondern welche Bedeutung sie haben. Sie muss ihre funktionalen Urteile über Spiele ergänzen durch ökonomische, politische, ethische, künstlerische und gesellschaftliche Urteile, wenn sie angebracht sind.</li>
<li>Sie muss sich aus ihrem Elfenbeinturm befreien und das Videospiel in Beziehung setzen können zu anderen Kulturträgern, Literatur, Kunst, Film, und es mit deren Diskurs verweben, wie etwa <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/34/34303/1.html">Claus Jahnel auf Telepolis in einem Artikel über Bulletstorm</a> oder <a href="http://www.gamestar.de/specials/reports/2323110/playing_columbine.html">Daniel Raumer in einem Feature über Playing Columbine auf GameStar.de</a>.</li>
<li>Sie muss Plattformdenken ablegen und das Medium Spiel in all seinen Ausprägungen ernst nehmen, nicht nur den Kern der Hardcore-Spiele, sondern auch und gerade die Trabantenstädte – von Social Games bis Indie, von Mods bis Mobile –, wie in <a href="http://www.zeit.de/digital/games/2011-08/neuheiten-facebook-spiele/seite-2">Dennis Kogels Artikel über aktuelle Social Games für Zeit Online</a>, auch wenn dessen Einschätzungen diskussionswürdig sind.</li>
<li>Sie muss neue Erzählweisen finden. Sie muss Geschichten über Spiele erzählen, nicht nur Geschichten aus Spielen. Sie muss sich stärker an Menschen heranrücken, sei es in der Form der Reportage, sei es durch den Annäherungsversuch an ein Spiel über dessen Autor, wie in <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,780270,00.html">Carsten Görigs Artikel über From Dust auf Spiegel Online</a>.</li>
<li>Sie muss neue Themen aufspüren und journalistisch arbeiten, die muss Geschehnisse hinterfragen, recherchieren und Risiken eingehen. Sie muss eigene Gedanken entwickeln, statt sich ihre Themen von Terminkalendern diktieren zu lassen. Sie muss komplexe Entwicklungen so kenntnisreich zusammenfassen wie etwa <a href="http://www.4players.de/4players.php/kommentar/Spielkultur/874/0/index.html">Julian Dasgupta zum Thema digitale Distribution auf 4Players</a>.</li>
<li>Sie muss sich als Kontrollinstanz für ihre Branche verstehen, nichts als Erfüllungsgehilfe der Industrie. Sie muss ihre Unabhängigkeit wahren und Missstände aufdecken, wie in <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article7376422/Peinliche-Posse-um-Deutschen-Computerspielpreis.html">Thomas Lindemanns Abrechnung mit dem Deutschen Computerspielpreis auf Welt Online</a>.</li>
<li>Sie muss teilnehmen an der gesellschaftlichen Debatte, die sie bereichern kann um den spezifischen Blickwinkel des Spielers, so wie es <a href="http://stigma-videospiele.de/wordpress/">Matthias Dittmayer in seinem Blog Stigma Videospiele demonstriert</a>.</li>
<li>Sie muss, kurzum, der der Bedeutung des Mediums Videospiel Rechnung tragen. Dazu gehört, das engagierte Laientum, mit dem sie kokettiert, abzulegen und sich endlich zu professionalisieren.</li>
<li>Sie soll und darf sich dabei aber die Spontaneität und den bissigen Witz erhalten, der sie vor drögeren Fachmedien auszeichnet und mit dem sie das Establishment gelegentlich so brillant verspottet wie <a href="http://www.giga.de/top-themen/00154464-giga-explodiert-rtl-explosiv-hat-uns-den-tag-verdorben-jetzt-sind-wir/">Giga unlängst mit der Parodie eines Beitrags von RTL Exklusiv</a>.</li>
</ul>
<p>Das ist keine Utopie für bessere Zeiten, sondern eine Frage veränderter Zielsetzungen. Die Chefredaktionen der maßgeblichen Medien stellen sich seit Jahren nicht ausreichend der Frage, welche Aufgabe die Spielekritik heutzutage erfüllen muss und wo ihr Publikum liegt. Es ist höchste Zeit, diese Debatte nachzuholen.</p>
<p>Wer alte Konventionen in Frage stellt und journalistische Kreativität erneuert, der weckt Interesse über bewährte Zielgruppen hinaus. Eine 11Freunde kann man auch (und gerade!) dann mit Gewinn lesen, wenn man Fußball im Großen und Ganzen für Zeitverschwendung hält. Über Videospiele soll es ja ähnliche Ansichten geben.</p>
<p><em>(c) Christian Schmidt</em></p>
<p>&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p>Ein paar Anmerkungen von Herrn Lott:</p>
<p>Christian hat sich eloquent und nicht unangemessen geäußert &#8212; und die getroffenen Hunde bellen. Aber die Kollegen, die sich äußern, tun das fast durchgehend unter Auslassung von Argumentation. Keiner verteidigt seine Art zu schreiben als die richtige, kaum jemand bringt Beispiele für guten Journalismus. Viel leichter aber fällt die pauschale Ablehnung. <em>&#8220;Nachtreten&#8221;</em> wirft man Chris vor, und ein Kollege hat ihn gar als Störenfried im System ausgemacht: <em>&#8220;Wenns ihm nicht passt kann er ja Theaterkritiken schreiben&#8221;. </em>Womit gleich der Ton gesetzt wäre, Chris&#8217; Kritik bezieht sich nach Meinung einiger Kollegen offenkundig nicht auf die Realität, denn <em>&#8220;was der Herr Schmidt da möchte, ist eine Art Spiele-Feuilleton&#8221;</em>. Oder in anderen Worten: <em>&#8220;Den Sinn des Lebens oder weiß der Geier was noch in einem Mario-Spiel o.ä. entdecken? Ach nööö.&#8221;</em></p>
<p>So macht man&#8217;s sich natürlich leicht. Wenn man den Beitrag so liest, als wolle der Schmidt nur eine Art akademische Super-Kritik oberhalb der normalen Spielebesprechungen ansiedeln, kann man sehr viel leichter die eigenen schlechten Texte als normal ansehen und Christians Debattenanstoß von vornherein abwürgen. Aber das hieße, eine Chance zu vertun, denn egal ob man Chris&#8217; Meinung teilt oder nicht: Die Diagnose ist richtig, der deutsche Spielejournalismus (einst der kommerziell erfolgreichste der Welt!) ist belanglos geworden, produziert trotz positiver Gegenbeispiele viele schlechte Texte und wenig wirklich gelungene Formate. Und er ist kommerziell im Sinkflug &#8211;ob das durch bessere Qualität oder mehr Relevanz vermeidbar wäre, sei dahingestellt. Ist auch müßig: Die großen Zeitschriften und Webseiten werden natürlich ihre Arbeitsweisen nicht ändern, nur weil im Internet diskutiert wird. Aber wenn wir eine Debatte bekämen, an deren Ende ein klareres Bild dessen stünde, was machbar und wünschenswert ist, wären wir schon ein ganzes Stück weiter.</p>
<p>Ich sprach mal vor Jahren mit einem Redakteur von NEON (ein kommerziell erfolgreiches Heft, das eine Leserschaft im Nichts gefunden hat und sie seit Jahren gut bedient) über das ideale Spieleheft. Er sagte sinngemäß, nun, es müsste ungefähr so sein wie GEE, aber die GEE mache sich beim Testen nicht die Hände schmutzig, das fehle total. Das finde ich weiterhin ein ganz gutes Bild &#8212; wenn Spielejournalisten von Publikation X das Können und den Ehrgeiz hätten, eine bunte Palette wie die der GEE zu beherrschen und gleichzeitig die Fähigkeit, knallhart und tief zu testen, das wäre eine unschlagbare Truppe.</p>
<p>Und wenn wir schon bei Tests sind, sollten wir mal über gute Spieletests reden. Was mich bei englischen Tests nervt, ist, dass da zuweilen von Anfang an die Metaebene bezogen &#8212; und nicht mehr verlassen wird. Das ist meist interessant zu lesen, aber ich erfahre zu wenig über das Spiel. Die Deutschen hingegen steigen mit Beschreibungen und Funktionen ein und kommen nie zu Metaebene. Das ist sehr ermüdend, besonders ermüdend bei Nischenspielen, wo sich die Kollegen dann zu Nischenjargon versteigen, um nicht hinterher in den Foren zu ge-bash-t zu werden. Die Wahrheit liegt dazwischen: Ich brauche (und ich bin ja auch nur Spieler und schon lange kein Tester mehr) durchaus diverse Details aus dem Spiel, wie funktioniert das Kampfsystem, wie wird die Story erzählt et cetera. Das muss man nicht beschreiben, das kann man in Vergleichen tun. Weiterhin gibt es grundlegende Design-Entscheidungen bei Spielen, die ich nicht mag (Auto-Heal oder nicht, Quick-save oder nicht, begrenztes Inventar oder nicht), daher ist mir wichtig zu wissen, auf welcher Seite das Spiel da steht. Ich weiß auch gerne, ob wie der kundige Tester den Titel in der Historie einordnet, wie er ihn im Vergleich zu Vorgängern sieht und &#8212; das ist meist sehr schwer zu beantworten &#8212; ob das Produkt das erreicht, was es erreichen will. Es ist nicht jedermanns Cup of Tea, aber bei Spielen wie Mass Effect oder Bioshock die Bruchlinien zwischen fertigem Produkt und der ursprünglichen Vision aufzuzeigen, finde ich interessant und hilft mir, ein Spiel in meinem Universum zu verorten. Außerdem gibt es gewisse Strömungen, denen Spiele angehören können: Tekken-artige Spiele sind anders als Soul Calibur-artige, obwohl beides Beat&#8217;em&#8217;Ups sind. Half-Life 2 ist ein langsamer Ego-Shooter, Quake ein schneller, es ist durchaus hilfreich zu wissen, dass Crysis 2 ins Half-Life-Lager gehört. Und so weiter. Da gibt es sicher noch bessere Beispiele.</p>
<p>Ich persönlich reagiere auch ganz schlecht auf fehlende innere Logik in Spielen, unbelebte Welten, nonsensige Dialoge und derlei und brauche da eine Warnung von den Rezensenten. Hat mir nämlich wieder keiner bei Deus Ex: HR vorher gesagt, dass man da erschossen wird, wenn man erfolglos unter den Augen von Feinden ein Codeschloss manipuliert, es aber niemanden stört, wenn man sich aus einem Gespräch abwendet und in den nächsten Lüftungsschacht kriecht. Das macht mich wahnsinnig. Aber gut, ich bin da vielleicht eine Ausnahme. </p>
<p>Und wenn das Spiel noch eine zusätzliche Ebene hat, etwa den vielzitierten Bezug auf Ayn Rand bei Bioshock (der <a href="http://agitpopblog.org/?p=414">hier</a>, natürlich in einem Blog, brillant aufgedröselt wird), dann möchte ich das wenigstens wissen. Man muss es mir nicht ausführlich erklären, aber einen Startpunkt für eigene Recherche hätte ich schon gern.</p>
<p>So. Wenn all das erfüllt ist, bin ich zufrieden. Geht das?</p>
<p>Oder geht das nicht?</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://kaliban.de/?flattrss_redirect&amp;id=12400&amp;md5=25c89f5f4d7e54c6f0aeb69c5c92c210" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://kaliban.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaliban.de/2011/09/zum-zustand-der-deutschen-spielekritik/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>195</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die GameStar ohne Chris?</title>
		<link>http://kaliban.de/2011/06/die-gamestar-ohne-chris/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=die-gamestar-ohne-chris</link>
		<comments>http://kaliban.de/2011/06/die-gamestar-ohne-chris/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 28 Jun 2011 09:38:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunnar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Altherrenweisheiten]]></category>
		<category><![CDATA[Best of Kaliban]]></category>
		<category><![CDATA[GameStar]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaliban.de/?p=11830</guid>
		<description><![CDATA[Ach, es bleibt nichts bestehen in der schrumpfenden Welt der Printmedien. Die GEE ist quasi eingestellt, Christian Schmidt hat die GameStar verlassen, als nächstes erscheint vermutlich der SPIEGEL mit einem lila Rahmen.

1998, Anfang Mai, ich war gerade einen Monat bei der GameStar, stellte Jörg L. einen blonden Jüngling ein, ausgerechnet aus der Konkurrenzstadt Nürnberg, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>Ach, es bleibt nichts bestehen in der schrumpfenden Welt der Printmedien. Die GEE ist quasi eingestellt, Christian Schmidt hat die GameStar verlassen, als nächstes erscheint vermutlich der SPIEGEL mit einem lila Rahmen.</em></p>
<p><img src="http://kaliban.de/wp-content/uploads/2011/06/chruis-224x300.jpg" alt="" title="christian schmidt gamestar redakteur" width="224" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-11839" />1998, Anfang Mai, ich war gerade einen Monat bei der GameStar, stellte Jörg L. einen blonden Jüngling ein, ausgerechnet aus der Konkurrenzstadt Nürnberg, wo die mächtigen Computecs damals residierten. Der junge Mann, Christian Schmidt hieß er, übernahm von mir die Betreuung der Rubrik der Budget-Spiele, eine dankbare Aufgabe für Neu-Redakteure, weil man dort ohne Wertungsdruck seine Spielewissen verbreitern konnte. Aber der Herr Schmidt brachte ohnehin schon ein immenses Wissen mit, eine normale Jugend kann er nicht gehabt haben, so viele Spiele kannte er aus eigener Anschauung. Dieses brennende Interesse am Medium hat er sich dann über die Jahre erhalten, quasi als einziger der mir bekannten Redakteure &#8212; wir alle haben uns zwar noch fortgebildet, aber uns irgendwann privat auf ein Genre kapriziert. Manche hingen auf WoW, andere auf Battlefield, ich reihe noch immer Solo-Rollenspiel an Solo-Rollenspiel, nur der Chris, der brachte es fertig, letztes Jahr Montags in der Redaktion zu erscheinen, einen Kurztest zu einem der Redaktion unbekannten Nischending namens Armada 2526 abzugeben und zu verkünden, er habe den Titel privat am Wochenende gespielt und dann nebenbei rasch noch den Test geschrieben. Chris war unser Experte für alles, was nicht Mainstream war: Rundenstrategie, Adventures, Wimmelbildspielchen und anderes Kleinzeug aber auch Story-Shooter, Rollenspiele und Echtzeitstrategie. Er testete eine Reihe von Meilensteinen (Deus Ex, Bioshock, Warcraft 3, System Shock 2), war der Hauptkolumnenschreiber und verantwortlich für das Kronjuwel des Magazins, die Reports. Seine Karriere lief nicht ganz gerade, zwischendurch nahm er sich eine Auszeit, begann ein Studium, kehrte zurück, betreute Sonderhefte, wurde dann Leitender Redakteur und schließlich Stellvertretender Chefredakteur.</p>
<p>Und jetzt, jetzt ist er weg.</p>
<p>Mal sehen, wo er wieder auftaucht, die Spiele werden ihn nicht loslassen, nehme ich an.</p>
<p>So. Und warum gebe ich mir so eine Mühe, das Ausscheiden eines einzelnen Redakteurs zu bereden? Nun, weil Chris meiner bescheidenen Meinung nach der beste Autor und Spiele-Analyst der ganzen verdammten deutschsprachigen Spielejournaille ist. Und der GameStar mächtig fehlen wird. </p>
<p>Ich nehme mir mal die Freiheit, für Christians gut zwölf Jahre Games-Journalismus einen virtuellen Schrein zu erreichten und präsentiere hier einige seiner schöneren Werke. Also, wir beginnen leichtfüßig mit seinem ersten Auftritt in &#8220;Raumschiff GameStar&#8221;:</p>
<p><object width="600" height="480"><param name="movie" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/2IrUAo2Z8wo?version=3&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube-nocookie.com/v/2IrUAo2Z8wo?version=3&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" width="600" height="480" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Nun zu schwererer Kost, hier sind zwei Essays über gute Anfänge und gute Enden von Spielen: <a href="http://www.makinggames.de/index.php/magazin/661_richtig_anfangen">Richtig anfangen</a> <a href="http://www.makinggames.de/index.php/magazin/675_richtig_aufhren">/ Richtig aufhören</a></p>
<p>Jetzt wieder was Lustiges, Chris&#8217; vernichtende Kritik an den Bugs von Gothic 3:</p>
<p><object width="600" height="480"><param name="movie" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/kRKVaGZ6OzM?version=3&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube-nocookie.com/v/kRKVaGZ6OzM?version=3&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" width="600" height="480" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Und wieder Gravitas: <a href="http://www.makinggames.de/index.php/magazin/527_nutze_den_tod">Nutze den Tod</a> ist ein Essay über den Tod in Videospielen.</p>
<p>Nun Minecraft, das meistgesehene Testvideo der GS-Redaktion, mit fast 800.000 Views auf Youtube.de und GameStar.de:</p>
<p><object width="600" height="371"><param name="movie" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/b_pL0YIq1BM?version=3&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube-nocookie.com/v/b_pL0YIq1BM?version=3&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" width="600" height="371" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Und jetzt endlich ein richtiger Spieletest: <a href="http://www.gamestar.de/spiele/amnesia-the-dark-descent/test/amnesia_the_dark_descent,45685,2317490.html">Amnesia: The Dark Descent</a> Obwohl, es ist kein typischer GameStar-Test, Chris macht hier ein Experiment mit subjektiver Erzählweise, sehr unüblich in der konservativen deutschen Spieletesterei.</p>
<p>Und jetzt wieder ein Video, eine kundige Historie über die Diablo-Serie. Chris hat noch weit bessere Historien-Videos gemacht, die sind nur leider nicht online.</p>
<p><object width="560" height="335"><param name="movie" value="http://www.gamestar.de/emb/player.swf?config=http://www.gamestar.de/emb/getVideoData.cfm?vid=13714"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.gamestar.de/emb/player.swf?config=http://www.gamestar.de/emb/getVideoData.cfm?vid=13714" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="335"></embed></object></p>
<p>Wir schließen mit einer <a href="http://www.gamestar.de/spiele/world-of-warcraft/artikel/bild_zeitung,33592,1947277.html">polemischen Kolumne gegen die Spielehasser von BILD</a>.</p>
<p>Das reicht erstmal.</p>
<p>Obwohl, so richtig vollständig ist das hier nicht, wenn man nicht wenigstens ein Expertengespräch gesehen hat, Schmidts und Grafs Impro-Comedy:</p>
<p><object width="600" height="371"><param name="movie" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/H9Gxjf7lY84?version=3&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube-nocookie.com/v/H9Gxjf7lY84?version=3&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" width="600" height="371" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Hm. Mir fielen noch mehr schöne Schmidt-Werke ein, aber der Beitrag hier ist eh schon überladen.</p>
<p>Also, Chris, alles Gute für die Zukunft und vielen Dank für all die Jahre als geschätzter Kollege.</p>
<p><strong>Update:</strong> Chris hat sich <a href="http://www.gamestar.de/community/gspinboard/showthread.php?t=399143">hier, im GSPB</a> von den Lesern verabschiedet.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaliban.de/2011/06/die-gamestar-ohne-chris/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>38</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ich habe Dinge gesehen, die ihr Menschen niemals glauben würdet</title>
		<link>http://kaliban.de/2010/09/ich-habe-dinge-gesehen-die-ihr-menschen-niemals-glauben-wurdet/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=ich-habe-dinge-gesehen-die-ihr-menschen-niemals-glauben-wurdet</link>
		<comments>http://kaliban.de/2010/09/ich-habe-dinge-gesehen-die-ihr-menschen-niemals-glauben-wurdet/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 08 Sep 2010 20:38:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunnar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Best of Kaliban]]></category>
		<category><![CDATA[Die Schönheit der Welt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaliban.de/?p=8306</guid>
		<description><![CDATA[Eine (allzu) kurze Liebeserklärung an die Science Fiction.

Ich habe Dinge gesehen, die ihr Menschen niemals glauben würdet. Gigantische Schiffe, die brannten, draußen vor der Schulter des Orion. Und ich habe C-Beams gesehen, glitzernd im Dunkel, nahe dem Thannhäuser-Tor.

Ich sah Spock sterben, allein im Strahlenhagel des Reaktors. Ich erinnere Citadel; ich war der Avatar der ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>Eine (allzu) kurze Liebeserklärung an die Science Fiction.</em></p>
<p>Ich habe Dinge gesehen, die ihr Menschen niemals glauben würdet. Gigantische Schiffe, die brannten, draußen vor der Schulter des Orion. Und ich habe C-Beams gesehen, glitzernd im Dunkel, nahe dem Thannhäuser-Tor.</p>
<p>Ich sah Spock sterben, allein im Strahlenhagel des Reaktors. Ich erinnere Citadel; ich war der Avatar der Maschinengottheit. Ich erlebte Ashs Verrat im Auftrag von Weyland-Yutani, der unser aller Schicksal besiegelte. Ich lernte die Nacht zu fürchten, damals im Jahr 802.701. Ich ging an John Sheridans Seite, als er, ein alter Mann, ein letztes Mal die leere Raumstation besuchte. Ich folgte Hiro und Y.T auf ihrer Reise durch die Realität und das Metaversum, die meine Synapsen explodieren ließ. Ich schaute Rama hinterher, als es unser Sonnensystem verließ und alle seine Geheimnisse mit sich nahm. Ich sah die Flecken auf den Lippen der Mentaten, das Blau der Augen Ibads. Ich reiste mit dem Doktor zum Ende der Zeit und erriet die wahre Identität des Gesichts von Boe. Ich nahm Teil an der Revolte von Luna, die Mikes Ende war. Ich kämpfte auf der Ringwelt gegen die Flood und floh mit James Raynor vor den Truppen der Terranischen Liga. Ich starb wie alle anderen in den engen Gängen des Space Hulks, als die Genestealer kamen. Ich traf allein die Entscheidung, Kaidan zu opfern, um Ashley zu retten. Ich schluckte das Gegenmittel zu den Maskonen und sah, endlich, das wahre Elend der Welt. Ich erforschte die Biologie der Chtorr auf der Suche dem Grund für ihre Anwesenheit. Ich stand am Tisch, als Han zuerst schoss. Ich sah den Wahnsinn der Clans auf dem Alpha-Mond. Ich hörte GlaDOS singen. Ich spielte Azad gegen den Imperator und ahnte nicht, dass auch ich nur eine Figur in einem Spiel war. Ich schützte die Königin der Krabbler und nahm die Verantwortung für den Tod ihrer Spezies auf mich. Ich verlor mich in den Geschichten auf dem Körper des illustrierten Mannes.  Ich war dabei, als im Serenity Valley unser Traum von der Freiheit endete, trotz aller Tapferkeit. Ich erblickte das Funkeln in Starbucks Augen nach ihrer Rückkehr. Ich war in London, als die Raketenbomben einschlugen und die Proles um ihre Leben liefen. Ich liebte Siri von Maui-Covenant für ihren Mut, ihre Opferbereitschaft und ihre Schönheit. Ich reiste auf den Schiffen der Queng Ho, als die Emergents hinterrücks ihre Gehirne mit dem Virus infizierten. </p>
<p>Aber all diese Momente werden verloren sein&#8230; in der Zeit, so wie&#8230; Tränen im Regen.</p>
<p>[<a href="http://video.google.com/videoplay?docid=4176679811538561619#">*</a>] [<a href="http://kaliban.de/2010/09/ich-habe-dinge-gesehen-die-ihr-menschen-niemals-glauben-wurdet/comment-page-1/#comment-36887">**</a>]</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://kaliban.de/?flattrss_redirect&amp;id=8306&amp;md5=2827eb3980f414b8f8e2f969b77acdd9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://kaliban.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaliban.de/2010/09/ich-habe-dinge-gesehen-die-ihr-menschen-niemals-glauben-wurdet/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>62</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wochentagsvegetarier</title>
		<link>http://kaliban.de/2010/05/wochentagsvegetarier/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=wochentagsvegetarier</link>
		<comments>http://kaliban.de/2010/05/wochentagsvegetarier/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 25 May 2010 21:27:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunnar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Best of Kaliban]]></category>
		<category><![CDATA[Ich Ich Ich]]></category>
		<category><![CDATA[Essen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaliban.de/?p=9816</guid>
		<description><![CDATA[Herr Kaliban isst kein Fleisch. Außer, wenn er will. Es gibt Leute, die schimpfen ihn inkonsequent.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>Herr Kaliban isst kein Fleisch. Außer, wenn er will. Es gibt Leute, die schimpfen ihn inkonsequent.</em></p>
<p>Ich achte auf ausgewogene Ernährung, trinke zwischendurch aber doch immer mal wieder drei Bier auf einer Party oder pfeife mir im Meeting zehn Kekse rein. Ich mache ein bisschen Sport, lasse aber fast jeden zweiten Fitnessstudio-Termin faulheitsbedingt aus und nehme bei einem Hauch von Regenwolke statt des Fahrrads das Auto zur Arbeit. Ich rauche nicht, will aber nicht ausschließen, auf der nächsten Silvesterfeier einen Zigarillo zu paffen. Ich esse kein Fleisch, mag aber bei Fisch nicht neinsagen und würde beim Abendessen mit Freunden einen selbstgeschmorten Rinderbraten durchaus nicht ablehnen. Ich schaue kein Fernsehen und weiß nicht mal, wie die Stimme von Lena Meyer-Landrut klingt, kann aber doch mal einen hirnlosen Abend vor &#8220;Schlag den Raab&#8221; verbringen.</p>
<p>Ich finde mich dabei grundsätzlich ganz gut: lebe bewusster als sie meisten Leute, ohne ständig als Streber aufzufallen. Ein bisschen frustiert mich allerdings, dass mein Verhalten ständig mit Hohn und Spott überkübelt wird: Raucher, Flimmerkistenfreunde und Schokoladensüchtige nennen mich schwach, weil ich nicht komplett entsage; Sesselsitzer finden mein halbherziges Sporttreiben affig und prophezeien feixend ein baldiges Ende meines Elans; kurzatmige Fleischsemmelfetischisten verstehen nicht, warum ich nicht nur noch Tofu und Bambussprossen zu mir nehme &#8212; wenn schon, denn schon, sagen sie.</p>
<p>Aber warum eigentlich? Ist es nicht typisch für diese Zeit, kleine Widersprüche (Bio essen und kalifornischen Rotwein trinken, etwa) easy auszuhalten? Wäre es nicht ganz hilfreich, wenn mehr Leute wenigstens teilzeit auf Fleisch verzichten würden? Warum verlangen eigentlich gerade die Gar-nicht-Entsager, dass alle anderen vollständig konsequent sind? Ist es der gelbnasige Neid auf die, die wenigstens ein bisschen was erreichen und sich nicht komplett gehen lassen? Oder ist es, ahem, vielleicht so, dass gerade die Flexitarier und die Partyraucher und die Quasi-Sportler <strong>besonders</strong> unerträgliche Zeitgenossen sind? Weil sie, um ein gewagtes Bild zu verwenden, unentwegt Diavorträge veranstalten, obwohl sie auf dem <em>Weg Zu Einem Besseren Leben</em><sup>tm</sup> eigentlich doch nur bis zu ersten Raststätte gekommen sind?</p>
<p>Hm.</p>
<p>Äh.</p>
<p>Gut möglich.</p>
<p>Ich muss da mal mein eigenes Kommunikationsverhalten überprüfen. Vielleicht. Vielleicht sind aber auch einfach nur alle anderen Leute doof.</p>
<p><strong>P.S.</strong> Zum Thema &#8220;Teilzeitvegetarier&#8221; gibt&#8217;s einen ganz netten Vortrag von Graham Hill:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="446" height="326" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="wmode" value="transparent" /><param name="bgColor" value="#ffffff" /><param name="flashvars" value="vu=http://video.ted.com/talks/dynamic/GrahamHill_2010-medium.flv&amp;su=http://images.ted.com/images/ted/tedindex/embed-posters/GrahamHill-2010.embed_thumbnail.jpg&amp;vw=432&amp;vh=240&amp;ap=0&amp;ti=860&amp;introDuration=15330&amp;adDuration=4000&amp;postAdDuration=830&amp;adKeys=talk=graham_hill_weekday_vegetarian;year=2010;theme=new_on_ted_com;theme=a_taste_of_ted2010;event=TED2010;&amp;preAdTag=tconf.ted/embed;tile=1;sz=512x288;" /><param name="src" value="http://video.ted.com/assets/player/swf/EmbedPlayer.swf" /><param name="bgcolor" value="#ffffff" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="446" height="326" src="http://video.ted.com/assets/player/swf/EmbedPlayer.swf" flashvars="vu=http://video.ted.com/talks/dynamic/GrahamHill_2010-medium.flv&amp;su=http://images.ted.com/images/ted/tedindex/embed-posters/GrahamHill-2010.embed_thumbnail.jpg&amp;vw=432&amp;vh=240&amp;ap=0&amp;ti=860&amp;introDuration=15330&amp;adDuration=4000&amp;postAdDuration=830&amp;adKeys=talk=graham_hill_weekday_vegetarian;year=2010;theme=new_on_ted_com;theme=a_taste_of_ted2010;event=TED2010;&amp;preAdTag=tconf.ted/embed;tile=1;sz=512x288;" bgcolor="#ffffff" wmode="transparent" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://kaliban.de/?flattrss_redirect&amp;id=9816&amp;md5=76e4245d99c8edb932eb54c6d6e1df91" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://kaliban.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaliban.de/2010/05/wochentagsvegetarier/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>24</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Unter Reichen</title>
		<link>http://kaliban.de/2010/03/unter-reichen/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=unter-reichen</link>
		<comments>http://kaliban.de/2010/03/unter-reichen/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 27 Mar 2010 12:19:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunnar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Best of Kaliban]]></category>
		<category><![CDATA[Die Bosheit der Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Leben in München]]></category>
		<category><![CDATA[Bogenhausen]]></category>
		<category><![CDATA[Geld]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaliban.de/?p=9430</guid>
		<description><![CDATA[Ein kurzer Beitrag, in welchem der Verfasser eines seiner Lebenstraumata aufarbeitet: den immer noch ausbleibenden siebenstelligen Lottogewinn.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>Ein kurzer Beitrag, in welchem der Verfasser eines seiner Lebenstraumata aufarbeitet: den immer noch ausbleibenden siebenstelligen Lottogewinn.</em></p>
<p>Unsere Wohnung ist an einer Bundesstraße gelegen und hat einen Blick auf einen verrotteten Siebzigerjahrebau mit grünen Fensterrahmen. Einerseits. Andererseits liegen die Tempel der Reichen in Altbogenhausen nur einen Schwarzgeldkofferwurf entfernt. Ich muss also nur ein paar Straßen weitergehen, um mich &#8212; je nach Stimmung &#8212; entweder als Bewohner einer vornehmen Gegend zu fühlen oder von den in Regimentsstärke die Parkplätze bevölkernden Porsches ans eigene Normalverdienertum erinnert zu werden.</p>
<p>Naja.</p>
<p>Wenn ich besonders mutig bin, wage ich mich in den Supermarkt der Reichen, Schönen und schön Reichen: die Feinkostapotheke Käfer. Dort trifft man die kariert pullunderige Jeunesse Dorée Münchens, die Champagner für den Abend einkauft, in der Sonne von St. Tropez verbrannte hagere Endfünfzigerinnen in Begleitung des Körbe schleppenden Hauspersonals, in der Langeweile der 20-Zimmer-Villa füllig gewordene Ehefrauen auswärts übernachtender CEOs, die Hände voller 8-Euro-Schokoladentafeln, strickjackige ältere Herrn mit Luxushunden, geliftete Geschäftsführerinnen, perfekt unrasierte Agenturbosse und ihre italienischen Liebhaber und so weiter.</p>
<p>Und, manchmal, trifft man dort Leute, die sich offenkundig verirrt haben, wie den bedauernswerten Familienvater, der sich eine kleine runde Himbeertarte einpacken lässt, dann das Preisschild sieht und erschrocken nachfragt: <em>&#8220;Hier steht 29 Euro! Auf dem Schild in der Auslage hieß es doch 5 Euro?!&#8221;</em> Worauf der perfekt geschulte  Verkäufer anmutig den Kopf schräg legt und &#8220;<em>5 Euro ist der Preis für ein Stück</em>&#8221; entgegnet. Der Familienvater wird bleich, winkt nach seinen Kindern und verlässt geschlagen den Schauplatz.</p>
<p>Ich fühle mit ihm.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://kaliban.de/?flattrss_redirect&amp;id=9430&amp;md5=75f481d288e2d56687c415dd9669f63c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://kaliban.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaliban.de/2010/03/unter-reichen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>16</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Warum ich so selten abwasche</title>
		<link>http://kaliban.de/2010/03/warum-ich-so-selten-abwasche/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=warum-ich-so-selten-abwasche</link>
		<comments>http://kaliban.de/2010/03/warum-ich-so-selten-abwasche/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 19 Mar 2010 15:17:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunnar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Best of Kaliban]]></category>
		<category><![CDATA[Die Bosheit der Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Nur in meinem Kopf]]></category>
		<category><![CDATA[Cartoon]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Zombies]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaliban.de/?p=9365</guid>
		<description><![CDATA[Eine Ausrede. Nicht sehr glaubhaft, allerdings.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><a href="http://kaliban.de/wp-content/uploads/2010/03/Image2.gif"><img class="aligncenter size-full wp-image-9366" title="Zombies" src="http://kaliban.de/wp-content/uploads/2010/03/Image2.gif" alt="" width="599" height="536" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #999999;">[Zeichnung: Alichemy * Ausrede: Herr Kaliban]</span></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://kaliban.de/?flattrss_redirect&amp;id=9365&amp;md5=2ea2d12b9367b27b9feca006f30706dc" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://kaliban.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaliban.de/2010/03/warum-ich-so-selten-abwasche/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>12</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

