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Danke-schön, ihr Lieben

12. März 2008 · 9 comments

Hey! Danke für all die guten Wünsche und freundlichen Worte, auch an die Jungs aus dem GameStar-Forum (GSPB), die sehr nett hierher verlinkt haben, um mir zu meinem, ich zitiere, Level-1-Twink* zu gratulieren. Was übrigens für einen Besucherrekord auf dieser Seite gesorgt hat, auch wenn ich mir dafür unverblümt sagen lassen musste, dass Marleen Siri Lott nahezu ein Name der Kategorie Jimi Blue Ochsenknecht sei. Aber nun, das GSPB wäre ohne seine Leidenschaft zur Kritik nicht das GSPB, und GameStar wäre nicht GameStar ohne das GSPB. So ist die Welt eben eingerichtet.

Jedenfalls war es sehr schön, meine exorbitante Freude über das gestrige Wunder der Welt mitteilen zu können und von so vielen Menschen, die mich gar nicht persönlich kennen, beglückwünscht zu werden.

Das macht meine strahlende Welt noch einen Funken heller.

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Meine Fresse, die SPD

7. März 2008 · 20 comments

Huch, da geissele ich gerade noch die derzeit unfassbar rückgratlose SPD und dann findet sich doch noch eine Abgeordnete mit Zivilcourage und Anstand. Erstaunlich. Aber es spricht natürlich Bände, dass die Funktionäre die Ypsilanti loben, für ihren, uh, verantwortungsvollen Rückzug. Und nicht die Abgeordnete Dagmar Metzger. Dabei wäre eine Anerkennung der Position der Frau Metzger für die SPD-Bonzen der einzige Weg gewesen, wenigstens ein bisschen Würde zu bewahren.

Aber die SPD ist dem gewöhnlichen Wähler und seinen Moralvorstellungen derzeit so fern wie, nun, Roland Kochs Unterhose.

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Ach.

7. März 2008 · 12 comments

Mein Blog-Fu ist schwach in diesen Tagen.

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Schilf

4. März 2008 · 1 comment

Ich verstehe nicht viel vom Theater. Mein schlichtes Herz begehrt Spektakel, und wenn die Regie ein hübsches kleines Feuerwerk an hübschen kleinen Ideen abfeuert, dann bin ich schon zufrieden. Mir fehlt der Kontext, um Anspielungen oder Doppelbödigkeit oder Stilzitate würdigen zu können. Was ich aber durchaus würdigen kann, ist, dass die eher unbekannte Regisseurin Bettina Bruinier aus einem unerträglich geschwätzigen und ziemlich unüberzeugend konstruierten Roman von Juli Zeh ein peppiges und kurzweiliges Theaterstück herausdestilliert hat. Unglaublich. Allen Ballast abgeworfen, alle schönen Stellen erkannt, herausgearbeitet und verstärkt.

Das Stück läuft in München im Volkstheater. Wer Sinn für Unterhaltung abseits von DVD-Serien und RTL hat und nicht allzu weit von hier entfernt wohnt, mag der Sache eine Chance geben. Lohnt sich.

stadtratswahl münchen

Egal, welche Gruppierung gestern die Stadtratswahl gewonnen hat, verdient hat sie’s nicht. Jedenfalls nicht, wenn man sich die Gestaltung der Plakate anguckt. In heutigen Zeiten, wo es eine Myriade Bücher über Image, Markenbildung, Marketing und andere modernen Formen der Bauernfängerei gibt, ist es doch wirklich nicht mehr angemessen, einfach das freigestellte Grinsegesicht des Kandidaten vor die Farbe der Partei zu montieren. Dazu eine aussagelose Parole (Für mehr netto! Für Bayern! Für morgen! etc.), fertig. Soll sich doch das doofe Wahlvolk selber Gedanken machen, wer für was steht. Kein Wunder, dass die Parteien von den Rändern, dort, wo die Demokratie ausfranst, immer mal wieder überraschende Erfolge einfahren — die haben einfach halbwegs verständliche Slogans. Sowas wie “Ausländer raus” versteht eben jeder. Sogar die nahezu leseunkundigen Bildungsverweigerer, auf die es gezielt ist.

Also, wenn ICH antreten würde, dann würde ich schon mal auf’s Plaket drucken, was ich ablehne — stinkreiche Steuerhinterzieher meinetwegen, den Bau des Transrapid vielleicht, den FDP-Kandiaten natürlich. Und dazuschreiben, dass ich Katzen mag, das Internet an sich, Tom Waits, Erich Kästner und meine Frau, meine Freunde und die Heimat. Nicht gelogen und doch allgemein genug, dass sich jeder damit identifizieren kann. Ich wette, damit würde ich eine FDP-Verwaltungswirtin wie Frau Neff, die (wie oben auf dem Bild zu sehen) sich öderweise nichts mehr wünscht als eine ausgeglichene Kassenlage in der Zukunft, doch wohl lässig aus dem Feld schlagen.

Nachtrag: Den Dieter-Hallervorden-Gedenkpreis für den blödesten Slogan gewinnen in dieser Wahl übrigens die Grünen, die ihren Bürgermeisterkandidaten Hep Monatzeder mit der absurden Zuschreibung Münchens beste Grün-Anlage bewerben. Huh, Kalauer-Alarm.

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108 Stimmen für München

2. März 2008 · 10 comments

stadtratswahl münchen

Heute ist Wahl in München. Wir wählen den Oberbürgermeister, das geht ganz einfach und schnell, zumal ja nur der Sonnenkönig Ude und ein paar Zählkandidaten antreten. Der härteste “Gegner” ist Josef Schmid, CSU, der politisch außer der Mitgliedschaft im Heimat- und Volkstrachtenverein Alpenrösl e.V. nicht viel vorzuweisen hat. Und erst kürzlich peinlich auffiel, weil er forderte, Rot-Grün abzuwählen, um so den “bayrischen Löwen zu entlausen”. Keine Schwierigkeit also.

Dann gibt’s aber noch den Bezirksausschuss, für den man, argh, nicht weniger als 27 Stimmen hat und den Stadtrat, für den man satte 80 Stimmen vergeben kann. Da steht man ‘ne gute halbe Stunde in der Wahlkabine. Gottseidank ist es auch erlaubt, einfach nur die Partei der Wahl anzukreuzen, womit dann die 80 Kreuzchen automatisch auf die Liste verteilt werden. Ich verzichte aber natürlich auf derlei Hilfen und gebe meine kostbaren Stimmen einzeln, indem ich Kandidaten der hinteren Plätze bevorzuge, wenn sie mir sympathische Berufe haben — mehr weiß man ja nicht über die Leute, nur Namen und Beruf. Also: Rentner? Kein Kreuz. Anwalt? Natürlich nicht. Interkulturelle Trainerin? Ach bitte. Mediaberater? Huh. Die Sorte kenne ich. Umweltjournalistin? Ach, sowas gibt es? Aber okay, da will ich mal nicht so sein. Das wären dann drei Stimmen für die Journalistin, bleiben noch 24. Am Ende des sorgfältigen Auswahlprozesses sitze ich dann auf zwölf Stimmen, weil es bei meiner Partei zu wenig Leute mit netten Namen und okayen Professionen gibt. Da ich aber keine Stimmen an den Feind verschwenden will, gebe ich am Ende dann doch all meine Stimmen wahllos weg und wähle die Liste von oben nach unten. Ach. Es ist ein Kreuz mit der Demokratie.

Ich würde übrigens lieber Kandiaten der anderen Parteien auswählen, wobei dann aber derjenige mit den meisten Kreuzchen ausgepeitscht oder ausgewiesen oder pauschal der Steuerfahndung überantwortet würde. Und alle nicht abgewählten Kandidaten dürften dann, unabhängig von der Parteizugehörigkeit, die Regierung bilden. Das wär’s. Wir bekämen viel bessere Regierungen, voller bescheidener, netter Leute. Und vollständig frei von Anwälten.

spd

So, aha, die SPD in Hessen kann sich durchaus vorstellen, ihre Ministerpräsidentin von den Ex-SED-Jungs wählen zu lassen. War ja klar, erstmal Koch weg und dann gucken, vielleicht Neuwahlen, vielleicht doch die FDP umwerfen, vielleicht irgendwas. Ja, ich kann schon verstehen, dass das alles blöd ist für Frau Y., gewonnen und doch nicht gewonnen, ärgerlich irgendwie.

Aber WENN man es in Erwägung zieht, mit den Lafontainern Sex oder wenigstens Petting oder vielleicht auch nur eine Knutscherei auf der Rückbank von Gysis Benz zu haben, DANN soll man es bitte vorher sagen. Geht doch ganz einfach: Wir wollen Koch absägen, um jeden Preis, das müsst ihr verstehen, als ultima ratio auch durch einen Pakt mit links außen, wir versprechen euch, wir machen das korrekt, schaut doch nach Berlin, da sind die auch ganz vernünftig. Und so weiter.

Hat man aber nicht gesagt, gesagt hat man stattdessen “Mit der Linkspartei wird es keine Zusammenarbeit geben – weder so noch so”, wie das auf der offiziellen SPD-Seite netterweise immer noch nachzulesen ist. Das war eine veritable Lüge. Und warum? Weil man den Wählern eben lieber erst nach der Wahl die Wahrheit sagt, denn dann hat man ja ein paar Jahre, um sich zu rehabilitieren. Das ist zum Reichstage anzünden, wie offen die Parteien, links wie rechts, mit der Vergesslichkeit des Volkes spielen.

Kann man da nicht irgendwas machen? So eine Art Stiftung Wählerschutz gründen, die dann kurz vor dem nächsten Urnengang eine kleine Zeitung herausgibt, in der die mittlerweile obsoleten Versprechen vor der letzten Wahl aufgelistet sind? Oder braucht man vielleicht eine Art sauber dokumentiertes Wahlversprechen-Wiki?

Hmm…

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Klicken auf eigene Gefahr

22. Februar 2008 · 3 comments

80 Millionen winziger Bilder

Das Wi-Fi Detector Shirt

Fähigkeiten, die man nicht mehr braucht

GAP — Gesichter auf Plakaten

dr. klaus zumwinkel_post

Erstaunlich, wie aktuell die Worte des großartigen Erich Kästner auch heute noch immer wieder sind. Die Zeilen oben und im Foto rechts stammen aus dem Gedicht Zeitgenossen, haufenweise.

Nicht, dass ein falsches Bild entsteht: Mir ist letztendlich egal, wie groß der Geldhaufen ist, auf dem der Klausi von der Post sitzt und auf uns doofe Mietezahler, Golffahrer und Bei-Lidl-Einkäufer herunterschaut. Wer aber die Hybris hat, methodisch Steuern zu hinterziehen und gleichzeitig beim Thema Mindestlohn tränenreich den freundlichen Arbeiterversteher zu geben (“…von sechs Euro Stundenlohn kann man in Deutschland nicht leben…”, der gehört dauerhaft in den Siebten Kreis der Hölle versetzt.

Ist man eigentlich automatisch erwachsen, wenn man Verantwortung übernimmt, für sich und andere und noch mehr andere? Oder gilt das nur, wenn man sich dabei nicht auf eine einsame Insel wünscht, umgeben von Hula-Tänzerinnen und Retro-Konsolen?

So fragte ich gestern harmlos die Leser dieses Blogs. Und erwartete eigentlich nicht wirklich eine Antwort.

Mitleser Groove schlägt aber, in den Kommentaren heute um 9:52, maliziös einen Lackmus-Test vor: Frag doch einen tatsächlichen Jugendlichen einmal, wie um Deine Jugendlichkeit bestellt ist.

Uh. Lackmus-Tests (gibt’s die überhaupt noch oder ist das mittlerweile auch schon eine entlarvende Altherren-Redensart?), Lackmus-Tests sind vom Teufel. Wie alle Unternehmungen, die klare Aussagen herbeiführen könnten. Schließlich haben wir in den langen Jahren unseres Lebens, in all den Meetings und Diskussionen, gelernt, dass alles grau ist, nichts schwarz oder weiß. Wir haben uns so behaglich in der Zone des Spekulativen, des Man-müsste-mal, des Wir-sind-irgendwie-dabei eingerichtet. Das kann man sich doch nicht ruinieren, indem man in konfrontativ herbeigeführten ehrlichen Gesprächen, falls es sowas überhaupt gibt, sich die gestempelte Bescheinigung abholt, dass man optisch nicht mehr allzu frisch wirkt, eine vage onkelhafte Attitüde angenommen hat und überhaupt nur noch Bands hört, die vor 15 Jahren gegründet wurden. Absurd.

Das schmieren einem die eigenen Kinder noch früh genug aufs Butterbrot. Ich höre es schon, dieses Ach, davon verstehst du nichts, Papa.