Fakten. Fakten. Titten.

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Bankzinsenluder?

19. Juni 2010 · 3 comments

Ohne weiteren Anlass und ohne wirklichen Sinn — hier sind Herr Kalibans 5 Lieblingsanagramme aus dem schönen und vielseitigen Wort “Bundeskanzlerin”:

1. Bankzinsen-Luder!
2. Bande (Zensur inkl.)
3. Brisanz und Ekeln.
4. Abends zur Linken.*
5. Erzkundin blasen.

Rausgefunden mit dem praktischen Anagrammgenerator. Und wo wir grad’ bei Anagrammen sind: Das beste Nerd-Anagramm ev0r ist das, welches man aus dem Namen des PC-Spiels Wing Commander IV bilden kann. Hier:

Wing Commander IV = Cover dim Wingman

Sensationell. Auf dieses Faktum nutzlosen Wissens hat vor vielen Jahren die legendäre englische Zeitschrift PC Zone mal hingewiesen, übrigens Jahre, bevor es Anagrammgeneratoren im Internet gab, und sich damit meine ewigwährende Hochachtung erworben.

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Unter’m Schuh die, äh, 5.0

17. Juni 2010 · 29 comments

Herr Kaliban spürt ein ganz klein wenig Hoffnung, wenn er sich die Umfragewerte der FDP anguckt.

Ist es zu viel verlangt vom deutschen Volk, wenn ich mir wünschen würde, dass wir es gemeinsam (also wir, die Wähler und die, die geföhnte Apothekerlobby an der Regierung) schaffen, die FDP zur Wahl 2013 unter die Fünfprozenthürde zu bekommen?

P.S. 18!

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Soccer Power Index FTW!

15. Juni 2010 · 5 comments

Herr Kaliban wüsste gerne mehr. Insbesondere über den deutschen Fußball.

Ich bin, wie viele Fußball-Fans, immer für handfeste Statistiken zu haben. Und fühle mich da grundsätzlich unterversorgt von deutschen Medien. Bei uns erfährt man ja höchstens mal, dass “Lukas Podolski verhältnismäßig wenig nach hinten gearbeitet hat”* und Kloses Leistung gegen Australien nach Meinung der namenlosen Redaktion mit der Schulnote “2,5″* zu bewerten ist. Die Amerikaner sind da ein Stück weiter, nicht nur bei ihren Nationalsportarten, sondern auch beim Fußball. Auf ESPN gibt’s beispielsweise den Soccer Power Index (SPI), der alle Teams nach Leistung einstuft, woraus sich dann auch gleich Siegwahrscheinlichkeiten berechnen lassen. Für die nächsten beiden Spiele von Deutschland sieht es beispielsweise so aus:

Man kann sich mittels des SPI auch gleich die Chancen aller Mannschaften im Turnier auf einmal anzeigen lassen, wo dann herauskommt, dass Brasilien eine knapp 22%ige Chance auf den Cup-Sieg hat, Deutschland hingegen nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 18 Prozent überhaupt das Halbfinale erreicht. Spielerei, jaja, aber suuuper, um das Geplapper in der Halbzeitpause zu überbrücken und trotzdem im Fußball-Thema zu bleiben.

Wem das alles zu viel Spekulation ist, der kann natürlich auch beim Handfesten bleiben und bei ESPN nachschauen, wo beim Australien-Spiel dieser Özil auf dem Spielfeld zu finden war…

… oder von wo die Torschüsse der Deutschen ausgeführt wurden oder wieviele Fouls es pro Mannschaft gab. Oder die Entstehung einzelner Tore:

Und so weiter und so fort.

Warum kriegt man das eigentlich in Deutschland so nicht? Das interessiert doch im Grunde jeden. Oder gibt es irgendwo noch hochfrequentierte deutsche Webseiten mit tiefen Analysen und relevanten Statistiken, die mir bislang entgangen sind?

P.S. Herrn Kalibans Dank für den Tipp mit dem SPI geht an seinen Freund H. aus G.
P.P.S. Wo wir grad’ bei Großtaten ausländischer Medien sind: Marca aus Spanien hat jedes Tor als 3D-Animation und überdies diesen sensationellen WM-Planer.
P.P.P.S. Passt hier nicht ganz, aber wurscht: Die beste iPhone-App zum Thema Fußball ist IMHO übrigens die von Sport1.

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Superhelden, alle beide

6. Mai 2010 · 10 comments

[Geborgt vom stets inspirierten Herrn iPeg.]

Einer dieser Beiträge, in denen der Herr Kaliban seine geschätzen Leser um ein bisschen AAL* bittet.

Ich schreibe, beruflich wie privat, einen Haufen E-Mails und bekomme noch mehr. Mich nervt ein großer Teil der Korrespondenz und, da ich davon ausgehe, dass es anderen auch so geht, versuche ich zunehmend, meine Mails interesanter zu gestalten: vernünftige Sprache, hilfereiche Formatierungen und Hervorhebungen, Ordnung von wichtig nach halb-relevant nach ignorierbar und so weiter. Wenn ich Links zu Texten ‘rumschicke, fasse ich kurz zusammen, was drinsteht. Manchmal verwende ich sogar Großschreibung.

Langer Rede, kurzer Sinn: Ich schreibe auch häufiger an Leute in verschiedenen Ausländern und würde dann gerne anbiederndrespektvoll eine Grußformel in deren Landessprache anhängen. Oder das typische englische “Hello” durch, sagen wir, “¡Hola!” ersetzen. Ich kann aber nur begrenzt viele Sprachen und so richtig leicht googeln lassen sich Grußformeln nicht — auf den einschlägigen Seiten stehen oft mehrere und ich weiß nicht, wie ich auswählen soll. Nicht, dass ich da plötzlich irgendwas einsetze, was sonst nur bei Verabschiedungen auf Beerdigungen verwendet wird.

Also, liebe Mitlesende, dies ist ein Fall für Wisdom of KrautsCrowds. Mir geht’s nicht um subtile Unterschiede, ich hätte gerne eine Liste von Wendungen, die immer gehen und nicht allzu sehr von der Stellung des Grüßenden zum Gegrüßten abhängig sind. Eher Standardformeln, falls es die gibt, so Sachen wie “Hallo”, die man im formlosen E-Mail-Verkehr mit vage Bekannten einsetzen kann.

Wisst ihr da was? Kann man das überhaupt in so eine simple Liste packen — oder ergeben sich aus de jeweiligen Kontexten zu viele Spezialformulierungen?

* Arbeit anderer Leute.

Update: Hier ist das Resultat der Arbeit der Kaliban-Leser [in eckigen Klammern steht, wer's gewusst hat].
Deutsch: Hallo (Begrüßung); Mit freundlichen Grüßen (Verabschiedung)
Englisch: Hello (Begrüßung); Best Regards (Verabschiedung)
Spanisch: ¡Hola! (Begrüßung); (Muchos) Saludos! (Verabschiedung) [MissForest]
Schwedisch: Hej (Begrüßung), Hejsan (Begrüßung förmlich); Vänliga hälsningar (Verabschiedung) [Christopher]
Französisch: Salut (Begrüßung), Bonjour (Begrüßung förmlich); Salut oder à bientôt (Verabschiedung), Cordialement oder “Amicalement (Verabschiedung, förmlich) [ROFLcOptimist, sven, moutardine, Rebbot]
Dänisch: Hej (Begrüßung); Med venlig hilsen (Verabschiedung) [Raven]
Norwegisch: Hei (Begrüßung); Hjertelig hilsen (Verabschiedung) [Raven]
Estnisch: Tere (Begrüßung); Kõike paremat (Verabschiedung) [interesthing]
Isländisch: Góðan Dag oder sæl(l) (Begrüßung); Bestu kveðjur oder Kærar kveðjur (Verabschiedung) [Philipp, Sebastian, Groovechampion]
Polnisch: Cześć (Begrüßung), Szanowni Panstwo oder Dzień dobry (Begrüßung, förmlich); Cześć (Begrüßung), z pozdrowieniami oder Do widzenia (Verabschiedung, förmlich) [Sebastian, Dominik Jungowski]
Portugiesisch: Olá (Begrüßung); Cumprimentos (Verabschiedung) [Willi]
Griechisch: Jassu (Begrüßung), γειά σου (Begrüßung, förmlich); Jassu (Verabschiedung), με φιλικούς χαιρετισμούς (Verabschiedung, förmlich) [Marjan, Picard]
Niederländisch: Hallo (Begrüßung), Geachte heer/mevrouw (Begrüßung förmlich); Met vriendelijke groeten (Verabschiedung) [Fat Cat]
Chinesisch: 尊敬的X先生 (Begrüßung); 此致 敬礼 (Verabschiedung) [Sgt. Pepper]
Japanisch: 今日は (Begrüßung); お元気で (Verabschiedung) [Chikari, Froschi, Replicanya]
Russisch: Здравствуйте (Guten Tag, förmlich) und До свидания! (Auf Wiedersehen, förmlich) [via] // Привет (Hallo); Пока (Tschüß) [Marco]
Italienisch: Ciao (Begrüßung); XXX (Verabschiedung) [GregMcKenna]
Österreichisch: Habidere (Begrüßung); Sers (Verabschiedung) [Eol Ruin, Replicanya]

Die Kollegen von Stern.de knöpfen sich in ihrer lesenswerten Serie “Die größten Geißeln der Talkshows” meinen speziellen Freund Prof. Dr. Pfeiffer vor:

Der kurzzeitige Justizminister von Niedersachsen, Leiter des kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (Spezialgebiet: die Erkundung von lukrativen staatlichen Geldquellen für Forschungsprojekte), propagiert unbeirrbar die These, dass “Killerspiele” unsere Jugend abstumpfen, verrohen und zu schrecklichen Dingen treiben können. Unter Fachkollegen ist er mit derlei Kausalitäten höchst umstritten. Zumal seine Kenntnisse der Computerspielewelt zu wünschen übrig lassen, wie ein Auftritt bei “Hart aber fair” mal belegte. Aber Pfeiffers knackiges Schlagwörterarsenal (“mediale Verwahrlosung”, “dramatische Einbußen an Sensibilität für die Leiden der Opfer” usw.) machen ihn unentbehrlich, wenn nach spektakulären Verbrechen die üblichen hastig zusammengetrommelte Quasselrunden quicke Erklärungen versuchen. Zwischentöne sind nur Krampf im Quotenkampf, davon profitiert er. (Quelle)

Bisschen boshaft, aber gut zusammengefasst. Wie erfreulich, dass nicht alle Medien die ganze Zeit auf eitle Stichwortgeber steil gehen, sondern wenigstens hin und wieder mal nach Substanz im Gesagten schauen.

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Europawahl: keine Analyse

7. Juni 2009 · 35 comments

Nur ein paar ungeordnete Gedanken zur heutigen Wahl:

### Die CDU fährt weiter ihre Linie, konsequent und treu: Augen zu, Fresse halten und hoffen, dass der Mutter-Merkel-Bonus und die Politik der Ruhigen Handtm reichen, um die Wahl zu gewinnen. So entfernt sie sich dauerhaft von der 40%-Marke, aber immerhin sind die Ergebnisse stabil. Erstaunlich allerdings, dass Seehofers Wischiwaschi-CSU wieder knapp die 50 Prozent in Bayern erreichte. Was sicher auch daran liegt, dass ihre Hauptkonkurrenz hierzulande die Freien Wähler (FW) sind, die allerdings ihre Stärken eher im Kommunalen haben und die deshalb nicht unbedingt erste Wahl für’s EU-Parlament sind. ###

### Das SPD-Desaster war vorauszusehen: Diese Partei ist mitverantwortlich für die Aktionen der schlechtesten Regierung seit ich denken kann, hat kein attraktives Personal und eiert bei jeder halbwegs wichtigen Frage zwischen Populismus und Panik. Und die Idee, den Europawahlkampf zu einer Art Bundestagstest zu machen, ist auch nicht die allerschlaueste gewesen. Ach, und nochwas: Diese hübsch gemalten, aber nachgerade schwachsinnigen Plakate, die ich als Wähler einer anderen Partei persönlich beleidigend fände, haben sicher nicht geholfen. ###

### Die Grünen haben sich in diesem Wahlkampf außer dem bekloppten WUMS-Akronym und den Äußerungen von Claudia Roth eigentlich nichts Substanzielles zuschulden kommen lassen. Haben sich obendrein ausdrücklich auf Europa bezogen. Und ein, zwei Positionen klingen sogar sinnvoll und zukunftsfähig. Der Wähler mag sowas. Allerdings sind die Grünen eine Partei ohne natürlichen Koalitionspartner. Pech. ###

### Die FDP rast wie ein ICE von Sieg zu Sieg — die Gründe dafür entziehen sich meiner Deutungskraft. Ich kann nur mutmaßen, dass die fortlaufende Missachtung marktliberaler Positionen durch die Merkel-CDU massenhaft enttäuschte Unternehmer und BWLer aus der Union in die Arme der FDP treibt. ###

### Die Linke steht. Und wankt nicht. Klare Positionen, unerfüllbare Forderungen, eigentlich machen sie das gar nicht schlecht. Dennoch stagniert die Linke bloß, obwohl diese Krisenzeiten sie eigentlich begünstigen müssten — vermutlich schadet es der Linken doch, dass sie in den Ländern und den Kommunen Skandälchen auf Skandälchen produziert. ###

### Die absurde Piratenpartei hat unter Twitter-Usern laut einer total unrepräsentativen Umfrage 55 Prozent geholt. Klassische Protestwähler-Stimmverschwendung. Aber 0,7 Prozent bundesweit (wenn die Hochrechnung stimmt) sind für eine gerade eben gegründete Partei gar nicht übel, das bedeutet allein für Bayern 22.000 Stimmen. In den deutschen Großstädten liegen sie stabil über 1,2 %. Stimmen offenbar, die vermutlich direkt von Grünen und Linken entliehen sind. Naja, bei der Bundestagswahl sind sie wieder verschwunden, nehme ich an. ###

Keine Ahnung, warum die Entlassung irgendeines Trainingsleiters von irgendeinem, allenfalls regional bedeutsamen, Fußballverein so wichtig ist, dass die ARD dafür ihr Programm umstellen muss. Finde das irgendwie surreal. Aber offenbar hat die ganze Sache mehr Relevanz, als ich ihr zunächst beigemessen habe — ein, uh, mir persönlich bekannter, hochrangiger Münchener Medienmanager meinte, das Scheitern der Klinsmann’schen Visions werde es zukünftig erschweren, Change Prozesse durchzusetzen (huh ?). Und meine Frau, die nicht einmal mehr als vier Bundesligavereine aufsagen kann, gab zu erkennen, dass sie die Entlassung bedauert und dass ihr der Herr Klinsmann sympathisch sei.

Möglicherweise ist damit die Trainerdiskussion an sich in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Aber egal, wer sich für die traurige Geschichte der Ehe zwischen dem FCB und dem Sommertrainer interessiert, ist am besten bei den Kollegen von der SZ aufgehoben, welche die ganze Sache sehr schön aufgearbeitet haben: hier klicken.

Ausnahmsweise schnell mal drei Videos aus unterschiedlichen Quellen. Weil sie so schön sind, dass ich nicht bis zu den obligatorischen Sonntagslinks warten mag. Unbedingt angucken!

Collegehumor sagt: We didn’t start the flame war:

Jaja, Wahlwerbung. Aber wenn’s doch so wahr ist:

The Onion: Schatzamt beginnt eine Rückrufaktion für Dollars:

Axel Dammler - Verloren im NetzGerade frisch erschienen: das neue Buch von Axel Dammler, es heißt Verloren im Netz und geht der Frage nach, ob das Internet Kinder süchtig macht.

Axel ist Jugendforscher und Geschäftsführer bei iconkids&youth und ziemlich renommiert, hat aber eine leichte, pragmatische Art, mit Jugendthemen umzugehen. Ich habe ein paar Mal mit ihm gearbeitet, finde seine Arbeit generell gut und möchte auch dieses Buch empfehlen, obwohl mir der Part mit den Online-Rollenspielen eher zu flach ist.