Für eine bessere Welt

Ausnahmsweise FCB

by Gunnar on 19. Mai 2012 · 7 comments

Liebe FCB-Fans,

wir geben es zu: Eben haben wir dem BVB auch noch das sechste und siebte Tor gewünscht, nur um Arjen Robben weinen und den Bratwurstbaron die Backen aufblasen zu sehen.

Heute jedoch, mit ängstlichem Blick auf die Uefa-Fünfjahreswertung und die Stimmung des Bayern-Blocks in der Nationalmannschaft, sind wir voll auf eurer Seite. Zumal Chelsea ja nun auch wirklich der unsympathischte Verein auf Gottes Erdboden ist.

Los also, feuert eure Millionäre an, damit sie Herrn Abramowitsch und seinen Millionären zeigen, wo der Hammer hängt. Wir würden sogar ein demütigendes 5:0 über die Engländer gutheißen. Auch wenn wir dann ein paar Monate lang eure unerträglich gute Laune ertragen müssen.

Alles Gute,

der Rest der Republik

P.S. Das heißt noch lange nicht, dass ihr jetzt alle eure Profilbildchen bei Facebook und Twitter und Gravatar und Google+ durch Bayern-Logos ersetzen sollt. Das nun nicht. Jede Toleranz hat Grenzen. Es ist doch auch eine Frage der Ästhetik. Denkt doch an die Kinder!

Ein letztes Wort zur Causa Wulff

by Gunnar on 17. Februar 2012 · 29 comments

‎”wenn man die Maßstäbe die man beim ihm angelegt hat, auch bei allen potenziellen Nachfolgern anlegt, und unsere “Journaille” wieder so fleißig in deren Vergangenheit kramt, wird es sehr sehr schwer sein, einen geeigneten Nachfolger zu finden”

… meinte ein User auf Facebook heute bei einer Diskussion um die Wulff-Klamotte, die heute hoffentlich ihren Abschluss gefunden hat. (Der Rest ist Sache der Ermittlungsbehörden.) Diese Meinung, dass Wulff (auch) an ungerechten Maßstäben gescheitert sei, ist nicht selten.

Dazu möchte ich nur ganz kurz und abschließend anmerken, dass ebensolche und durchaus noch härtere Maßstäbe täglich bei kleinen Beamten, Putzfrauen, Kassiererinnen und anderen Menschen angelegt werden. In den “Richtlinien zum Verbot der Annahme von Belohnungen und Geschenken” für Angestellte der Stadt München etwa ist alles an Zuwendungen verboten, was die Wertgrenze von 15 Euro übersteigt. Die gründlichen Münchner haben auch gleich sicherheitshalber noch drauf hingewiesen, dass diese Summe überschritten ist, wenn man mehr als ein Hendl und ein Bier auf dem Oktoberfest spendiert kriegt. Zinsvergünstigte Darlehen sind auch ausdrücklich erwähnt. In Niedersachsen dürfen Beamte nicht einmal ein paar Bonbons annehmen.

In Hannover hat, nach einer Verschärfung der Regeln durch die Wulff-Regierung, ein Polizeibeamter seinen Job verloren, weil er zwei Rispen Weintrauben von einem LKW-Fahrer bei einer Kontrolle angenommen hat. Und wir wollen die Verkäuferin nicht vergessen, die 2009 bei Tengelmann geflogen ist, wegen Pfandbons im Wert von 1,30.

Ich bitte alle, die Wulff als ein armes Opfer ansehen, sich jemanden zu suchen, der seine Existenz oder seine Pensionsansprüche oder seinen guten Ruf wegen einer Lappalie dieser Art verloren hat und demjenigen mal die Rede vom armen Wulff und den bösen Medien zu halten.

Ein Beruf, eine Position oder ein Amt bestehen vor allem aus Aufgaben und Pflichten, denen dann als Kompensation ein Gehalt gegenüber steht. Viel zu viele Leute, neben Politikern und Managern auch Journalisten, neigen dazu, den historisch gewachsenen oder persönlich annektierten Strauß an Privilegien (Einladungen, Weihnachtsgeschenke, Freiexemplare, Leihstellungen, Betreuung, Freifahrten, Upgrades et cetera) für einen selbstverständlichen Teil der Entlohnung zu halten.

Liebe Content-Industrien,

ich habe durchaus Verständnis für Copyrights. Ich habe mein ganzes Berufsleben und auch privat als Blogger und Autor täglich das produziert, was heute so abwertend “Content” heißt. Und möchte nicht, dass Leute sich ohne zu fragen daran bedienen. Ich habe auch die dramatische Amiga-Zeit mitbekommen, als die Firma Thalion unterging, deren Spiele ich mochte, die aber wegen der Raubkopien keine Zukunft für sich mehr sah. Ich war dabei, als Anno 1602 in Deutschland im ersten Jahr gut das Fünffache von Starcraft verkaufte, weil Starcraft eben keinen Kopierschutz hatte und Anno immerhin einen schwachen. Ich stehe auf dem altmodischen Standpunkt, dass wenn man etwas nutzen möchte, auf dem ein Preisschild klebt (und für dessen Erschaffung jemand hart gearbeitet hat), man gefälligst zahlen möge.

Aber das ist die eine Ebene, die intellektuelle Ebene sozusagen.

Meine Lebenserfahrung lehrt mich etwas ganz anderes.

Vor langer Zeit, da kaufte ich regelmäßig CDs. Bis mir auffiel, dass sich gekaufte CDs in meinem Auto-CD-Player nicht mehr abspielen ließen, wegen des Kopierschutzes, gebrannte aber schon. Da ich im Auto Musik hören wollte, stieg ich um.

Dann kaufte ich Musik auf iTunes, bis mir irgendwann gleichzeitig iPod und PC crashten und sich die gekaufte Musiksammlung, wegen des Kopierschutzes, nicht mehr legal abspielen ließ, die gerippten Tracks aber weiterhin liefen. Ich kaufte dann Musik bei Amazon, DRM-frei, das löste das Problem.

Dann kaufte ich Serien auf iTunes, bis mir gestern auffiel, dass ich die Folgen nicht auf meine Xbox streamen kann, wegen des Kopierschutzes, im Netz herrenlos aufgefundene Filme aber schon. Ich kann mir jetzt ein Apple-TV kaufen oder wieder nach DRM-freien Quellen suchen, bin’s aber durchaus auch leid, durch immer neue Feuerreifen zu springen, während die Industrie mir weiterhin Steine in den Weg legt.

Liebe Entscheider der Content-Industrien, ich gehöre zur ersten Generation der Internet-User. Wir sind die Leute, die iTunes mit unserer Kaufkraft überhaupt erst möglich gemacht haben. Wir sind die Leute, die mit Flattr spenden, die über Paypal Serials für Software kaufen, die den Indies über die Humble Bundles ein bisschen Herzblut zurück geben, die die ganze App-Ökonomie am Leben halten.

Wir tun das nicht, weil wir nicht wüssten, wie ein Jailbreak funktioniert. Oder wo wir Keygens und Cracks und Serialz und Musik und ganze Filme finden. Wir tun das aus Überzeugung, weil wir für das, was wir konsumieren, gerne bezahlen. Ich würde erwarten, dass man uns für diese Haltung liebt. Aber nein, wir sind die Feinde, denen man widerstrebend gerade so viel Nutzungsrecht überlässt, damit ein Vertrag erfüllt werden kann.

So geht das nicht. Ich will mein Eigentum so nutzen, wie’s mir gerade gefällt, auf welcher Plattform auch immer. Und ich möchte, in einer globalisierten Welt, Werke dann kaufen können, wenn sie auf den Markt kommen und nicht erst dann, wenn ein Portfolio-Manager entscheidet, dass er mein Land jetzt endlich doch auch freischalten möchte, weil alle anderen Verwertungsketten erschöpft sind.

Johnny von Spreeblick hat das kürzlich noch ein bisschen hübscher gesagt: “Und wenn sich die Unterhaltungsbranche dann irgendwann mal dazu bequemen könnte, aus dem Erfolg von Megaupload etc. zu lernen und internationale Lösungen für Konsumenten anzubieten, statt ihre Energie in nicht minder schmutzige Lobbyisten-Arbeit in der Politik zu vergeuden, dann kommt vielleicht langsam mal was ins Rollen. Von mir aus kann dieser ganze Schrott wie Megaupload nämlich gerne aus dem Netz verschwinden, ich will weder beschissene Pornowerbung noch flackernde Download-Timer ertragen müssen und an solche Portale erst recht kein Geld zahlen, um den Film meiner Wahl sehen zu können, sobald er fertig produziert wurde. Ich lege gerne fünf oder zehn Euro im Monat aufs Trackpad, wenn ich davon ausgehen kann, dass die Produzenten einen Teil davon erhalten und der ganze Kram legal ist.”

Geht in euch, ich bin den ganzen Ärger ein bisschen leid.

Herzlichst,

ein zahlender Kunde

Fremdcontent: Es folgt das übersetzte Transkript von Cory Doctorows Vortrag The coming war on general computation auf der 28C3-Konferenz vom 27.12., hier veröffentlicht unter CC-Lizenz. Gefunden bei Christian Wöhrl. Das englische Original der Transkription liegt hier, einen Videomitschnitt gibt’s hier.

Ich poste das hier mal, weil der Vortrag, abseits einiger Fachwörter und Fachkonzepte, ziemlich allgemeinverständlich ist und einige sehr relevante Punkte anschneidet.

[click to continue…]

Militanz, drei Geschmacksrichtungen

by Gunnar on 9. Dezember 2011 · 9 comments

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Dota Kehr: Utopie

by Gunnar on 26. Oktober 2011 · 0 comments

“Es geht nicht um ein Stück vom Kuchen, es geht um die ganze Bäckerei.”

Es singt Dota Kehr, diesmal ohne ihre Begleitband “Die Stadtpiraten”. Ein Stück von der großartigen Scheibe Bis auf den Grund.

Lebensmittelprobleme

by Gunnar on 21. September 2011 · 6 comments

Kurzer Hinweis auf einen ganz interessanten Artikel drüben bei den FAZ-Blogs:

Ein Missverständnis namens Mindesthaltbarkeitsdatum

Auszug:

“Tagesware wie Salat oder Radieschen wird morgens ins Regal sortiert und abends wieder rausgenommen – egal, in welchem Zustand die Ware ist”, sagt Thurn. Und mit “rausgenommen” meint er: weggeworfen. Trotzdem sind die Regale im Supermarkt immer voll, weil die Kunden auch kurz vor Ladenschluss gerne die volle Auswahl haben. Thurn erklärt: “Es ist für die Handelsketten schlimmer, wenn ein Kunde im Markt umkehrt, weil er sein Lieblingsjoghurt nicht mehr kriegt und zur Konkurrenz geht, als Waren zu vernichten.”

Das Phänomen kennt jede(r): Man hat Hunger auf Vanillejoghurt oder Tomatensalat, geht abends rasch ‘rüber zum Supermarkt und kauft die Zutaten. Hat der Laden nur noch schäbige Tomatenrestbestände, wird man ärgerlich und beschimpft, wenigstens im Geiste, den Supermarktleiter für seine misslungene Warenwirtschaft. Dabei könnte man natürlich auch auf Kürbissuppe oder Schokopudding ausweichen, macht man aber nicht, weil man sich an das gleichbleibende Warenangebot gewöhnt hat.

Bin da auch schuldig im Sinne der Anklage. Gelobe Besserung.

Church Tank

by Gunnar on 22. August 2011 · 3 comments

Peace is not just the absence of war. Like a cathedral, peace must be constructed patiently and with unshakable faith.

(Zitat: Papst Johannes Paul II)

Stellenanzeige

by Gunnar on 13. Juli 2011 · 8 comments

Mit Ihrer Rifter haben Sie schon einmal eine Shieldcane in schwere Bedrängnis gebracht, Ihr Loltraktor hat Chuck Norris als Gunner und sie besitzen volles Tier 12 Equip mit einem Gearscore von mindestens 373.

Sie sprechen fließend Klingonisch, kennen das D&D-Regelwerk auswendig (Third Edition) und lösen einen 5×5 Rubiks Cube einhändig hinter dem Rücken. Vor dem Frühstück.

Aus einer Stellenanzeige der Gameforge AG. [Quelle]

Das Anti-Spoiler-Spray

by Gunnar on 21. Juli 2010 · 3 comments

Die Kollegen vom Herrn Kaliban haben eine wirklich gute Idee.

Das Filmchen ist übrigens als Übung auf einer Fortbildung entstanden, ebenso wie dieses hier, in dem Fabian so schrecklich schwitzt.

Die Geister von Kunduz

Februar 27, 2010

Eine kurze Nacharbeitung der Ereignisse im Deutschen Bundestag von gestern, in welcher der Verfasser seine persönliche Bindung zur einer bestimmten Partei auf die Probe gestellt sieht.

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Fortschritt wird überschätzt, womöglich

Februar 18, 2010

Ein kurzer Beitrag, in welchem der Verfasser erst Hoffnung in die moderne Technik schöpft und dann doch wieder verzweifelt.

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