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	<title>KALIBAN &#187; Für eine bessere Welt</title>
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	<description>A hollow voice says &#34;fool&#34;.</description>
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		<title>Ein offener Brief an die Herrscher der DRM-Hölle</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 15:57:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunnar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Bosheit der Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Für eine bessere Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Medienmissbrauch]]></category>
		<category><![CDATA[contentmafia]]></category>
		<category><![CDATA[DRM]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Content-Industrien,

ich habe durchaus Verständnis für Copyrights. Ich habe mein ganzes Berufsleben und auch privat als Blogger und Autor täglich das produziert, was heute so abwertend "Content" heißt. Und möchte nicht, dass Leute sich ohne zu fragen daran bedienen. Ich habe auch die dramatische Amiga-Zeit mitbekommen, als die Firma Thalion unterging, deren Spiele ich ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>Liebe Content-Industrien,</em></p>
<p>ich habe durchaus Verständnis für Copyrights. Ich habe mein ganzes Berufsleben und auch privat als Blogger und Autor täglich das produziert, was heute so abwertend &#8220;Content&#8221; heißt. Und möchte nicht, dass Leute sich ohne zu fragen daran bedienen. Ich habe auch die dramatische Amiga-Zeit mitbekommen, als die Firma Thalion unterging, deren Spiele ich mochte, <a href="http://home.wtal.de/gmb/Artikel/amiga.htm" target="_blank">die aber wegen der Raubkopien keine Zukunft für sich mehr sah</a>. Ich war dabei, als Anno 1602 in Deutschland im ersten Jahr gut das Fünffache von Starcraft verkaufte, weil Starcraft eben keinen Kopierschutz hatte und Anno immerhin einen schwachen. Ich stehe auf dem altmodischen Standpunkt, dass wenn man etwas nutzen möchte, auf dem ein Preisschild klebt (und für dessen Erschaffung jemand hart gearbeitet hat), man gefälligst zahlen möge.</p>
<p>Aber das ist die eine Ebene, die intellektuelle Ebene sozusagen.</p>
<p>Meine Lebenserfahrung lehrt mich etwas ganz anderes.</p>
<p>Vor langer Zeit, da kaufte ich regelmäßig CDs. Bis mir auffiel, dass sich gekaufte CDs in meinem Auto-CD-Player nicht mehr abspielen ließen, wegen des Kopierschutzes, gebrannte aber schon. Da ich im Auto Musik hören wollte, stieg ich um.</p>
<p>Dann kaufte ich Musik auf iTunes, bis mir irgendwann gleichzeitig iPod und PC crashten und sich die gekaufte Musiksammlung, wegen des Kopierschutzes, nicht mehr legal abspielen ließ, die gerippten Tracks aber weiterhin liefen. Ich kaufte dann Musik bei Amazon, DRM-frei, das löste das Problem.</p>
<p>Dann kaufte ich Serien auf iTunes, bis mir gestern auffiel, dass ich die Folgen nicht auf meine Xbox streamen kann, wegen des Kopierschutzes, im Netz herrenlos aufgefundene Filme aber schon. Ich kann mir jetzt ein Apple-TV kaufen oder wieder nach DRM-freien Quellen suchen, bin&#8217;s aber durchaus auch leid, durch immer neue Feuerreifen zu springen, während die Industrie mir weiterhin Steine in den Weg legt.</p>
<p>Liebe Entscheider der Content-Industrien, ich gehöre zur ersten Generation der Internet-User. Wir sind die Leute, die iTunes mit unserer Kaufkraft überhaupt erst möglich gemacht haben. Wir sind die Leute, die mit Flattr spenden, die über Paypal Serials für Software kaufen, die den Indies über die Humble Bundles ein bisschen Herzblut zurück geben, die die ganze App-Ökonomie am Leben halten.</p>
<p>Wir tun das nicht, weil wir nicht wüssten, wie ein Jailbreak funktioniert. Oder wo wir Keygens und Cracks und Serialz und Musik und ganze Filme finden. Wir tun das aus Überzeugung, weil wir für das, was wir konsumieren, gerne bezahlen. Ich würde erwarten, dass man uns für diese Haltung liebt. Aber nein, wir sind die Feinde, denen man widerstrebend gerade so viel Nutzungsrecht überlässt, damit ein Vertrag erfüllt werden kann.</p>
<p>So geht das nicht. Ich will mein Eigentum so nutzen, wie&#8217;s mir gerade gefällt, auf welcher Plattform auch immer. Und ich möchte, in einer globalisierten Welt, Werke dann kaufen können, wenn sie auf den Markt kommen und nicht erst dann, wenn ein Portfolio-Manager entscheidet, dass er mein Land jetzt endlich doch auch freischalten möchte, weil alle anderen Verwertungsketten erschöpft sind.</p>
<p>Johnny von Spreeblick hat das kürzlich noch <a href="http://www.spreeblick.com/2012/01/23/content-mafia/#more-51888" target="_blank">ein bisschen hübscher gesagt</a>: <em>&#8220;Und wenn sich die Unterhaltungsbranche dann irgendwann mal dazu bequemen könnte, aus dem Erfolg von Megaupload etc. zu lernen und internationale Lösungen für Konsumenten anzubieten, statt ihre Energie in nicht minder schmutzige Lobbyisten-Arbeit in der Politik zu vergeuden, dann kommt vielleicht langsam mal was ins Rollen. Von mir aus kann dieser ganze Schrott wie Megaupload nämlich gerne aus dem Netz verschwinden, ich will weder beschissene Pornowerbung noch flackernde Download-Timer ertragen müssen und an solche Portale erst recht kein Geld zahlen, um den Film meiner Wahl sehen zu können, sobald er fertig produziert wurde. Ich lege gerne fünf oder zehn Euro im Monat aufs Trackpad, wenn ich davon ausgehen kann, dass die Produzenten einen Teil davon erhalten und der ganze Kram legal ist.&#8221;</em></p>
<p>Geht in euch, ich bin den ganzen Ärger ein bisschen leid.</p>
<p>Herzlichst,</p>
<p><em>ein zahlender Kunde</em></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://kaliban.de/?flattrss_redirect&amp;id=13722&amp;md5=b72ab7808f0798f7d263783498492a72" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://kaliban.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der kommende Krieg gegen universelle Computer</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 12:37:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunnar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Für eine bessere Welt]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>

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		<description><![CDATA[Fremdcontent: Es folgt das übersetzte Transkript von Cory Doctorows Vortrag The coming war on general computation auf der 28C3-Konferenz vom 27.12., hier veröffentlicht unter CC-Lizenz. Gefunden bei Christian Wöhrl. Das englische Original der Transkription liegt hier, einen Videomitschnitt gibt's hier.

Ich poste das hier mal, weil der Vortrag, abseits einiger Fachwörter und Fachkonzepte, ziemlich allgemeinverständlich ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Fremdcontent: Es folgt das übersetzte Transkript von Cory Doctorows Vortrag <strong>The coming war on general computation</strong> auf der 28C3-Konferenz vom 27.12., hier veröffentlicht unter CC-Lizenz. Gefunden bei <a href="http://achnichts.cwoehrl.de/?p=3782" target="_blank">Christian Wöhrl</a>. Das englische Original der Transkription liegt <a href="https://github.com/jwise/28c3-doctorow/blob/master/transcript.md" target="_blank">hier</a>, einen Videomitschnitt gibt&#8217;s <a href="http://youtu.be/HUEvRyemKSg" target="_blank">hier</a>.</p>
<p>Ich poste das hier mal, weil der Vortrag, abseits einiger Fachwörter und Fachkonzepte, ziemlich allgemeinverständlich ist und einige sehr relevante Punkte anschneidet.</p>
<p><span id="more-13462"></span></p>
<p>Und los:</p>
<p>[[32.0]] Wenn ich an Orten spreche, an denen die Muttersprache nicht Englisch ist, kommt immer diese Vorbemerkung als Entschuldigung, denn ich bin von Natur aus ein Schnellsprecher. Als ich bei den Vereinten Nationen bei der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weltorganisation_f%C3%BCr_geistiges_Eigentum">World Intellectual Property Organization</a> war, war ich der berüchtigte Schrecken des Simultanübersetzer-Teams. Ich stand auf und sprach, und dann drehte ich mich um, und hinter jedem Übersetzerfensterchen machten die Leute so: <em>[Doctorow schlägt die Hände vors Gesicht]. [Publikum lacht]</em> Deshalb gebe ich euch im Voraus die Erlaubnis, mir ein Zeichen zu machen, sobald ich zu schnell spreche <em>[Doctorow macht SOS-Gebärde]</em>, und ich werde mich bremsen.</p>
<p>[[74.1]] Also, der heutige Vortrag – wah, wah, waaah <em>[Doctorow macht Alarmsirenen-Geräusch, anscheinend als Reaktion auf SOS-Zeichen im Publikum - Publikum lacht]</em> – der heutige Vortrag ist kein Vortrag über Copyright. Ich halte ständig Vorträge über Copyright; Angelegenheiten von Kultur und Kreativität sind allemal interessant, aber ehrlich gesagt hängen sie mir zum Hals heraus. Wenn ihr hören möchtet, was freie Autoren wie ich darüber zu erzählen haben, wie wir in Zukunft unseren Lebensunterhalt verdienen werden, dann sucht doch bitte einen meiner vielen Vorträge zu diesem Thema bei YouTube. Aber heute Abend möchte ich über etwas Wichtigeres sprechen – nämlich über universelle Computer. Denn universelle Computer sind wirklich erstaunlich – so erstaunlich, dass unsere Gesellschaft immer noch damit beschäftigt ist, zu lernen, wie sie damit umgehen soll; damit, herauszufinden, wozu sie gut sind, wie man ihnen gerecht wird und überhaupt, wie man sie ertragen kann. Womit ich blöderweise schon wieder beim Copyright bin.<br />
<span id="more-3782"></span><br />
[[133.8]] Denn das allgemeine Wesen der Copyright-Kriege ist wichtig, ebenso wie das, was wir aus ihnen über die kommenden Kriege lernen können, die über das Schicksal des universellen Computers entscheiden. Zuerst hatten wir verpackte Software und die dazugehörige Industrie, und wir hatten das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sneakernet">Sneakernet</a>. Wir hatten also Disketten in Hüllen oder Kartons, die hingen in den Läden am Haken und wurden verkauft wie Schokoriegel oder Zeitschriften. Und sie waren hochgradig anfällig für Vervielfältigung, also wurden sie schnell und oft vervielfältigt, und das machte die Leute, die Software herstellten und verkauften, sehr traurig.</p>
<p>[[172.6]] Auftritt DRM 0.96. Sie begannen damit, die Disketten mit physischen Defekten auszustatten, oder sie bestanden auf anderen physischen Eigenheiten, die die Software abfragen konnte – <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dongle">Dongles</a>, versteckte Sektoren, Frage-Antwort-Protokolle, die den Besitz umfangreicher, sperriger Handbücher voraussetzten, die man schlecht kopieren konnte; und selbstverständlich scheiterten sie damit, aus zwei Gründen. Erstens waren diese Produkte natürlich kommerziell erfolglos, denn sie verringerten die Nutzbarkeit der Software für rechtmäßige Käufer, ohne diejenigen zu behelligen, die sich die Software besorgten, ohne dafür zu zahlen. Die rechtmäßigen Käufer fluchten über unbrauchbare Backups, sie hassten es, wie die Authentifizierungs-Dongles die knappen freien Ports verstopften, und sie mochten nicht ständig fette Handbücher mit sich herumschleppen, wenn sie ihre Software benutzen wollten. Und zweitens hielt all das keinen einzigen Piraten fern, denn die Piraten fanden es trivial, die Software zu patchen und die Authentifizierung zu umgehen. </p>
<p>Das ging typischerweise so, dass ein Experte, der über die nötige Technik verfügte und dem Software-Verkäufer in puncto Erfahrung ebenbürtig war, die Software per <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reverse_Engineering">Reverse Engineering</a> rekonstruierte und gecrackte Versionen veröffentlichte, die sich dann rasant verbreiteten. Das klingt jetzt so, als sei diese Art Technik und Erfahrung etwas sehr Spezielles, aber dem ist nicht so: Herauszufinden, was widerspenstige Programme so machen, und um die Defizite bekackter Floppys herumzurouten, das sind Grundkenntnisse für Computerprogrammierer, und sie waren es um so mehr in der Ära zerbrechlicher Disketten und in den holprigen Anfangszeiten der Softwareentwicklung. Anti-Kopier-Strategien wurden parallel zum Wachstum der Netzwerke nur noch überfrachteter; sobald wir Mailboxen, Onlinedienste, Usenet-Newsgruppen und Mailinglisten hatten, konnte die Erfahrung der Leute, die herausfanden, wie man Authentifizierungsverfahren umgeht, mit der Software in kleinen Crack-Dateien verpackt werden, und als die Netzwerkkapazität wuchs, konnten auch die gecrackten Disk Images oder Exe-Dateien selbst verbreitet werden. </p>
<p>[[296.4]] Womit wir bei DRM 1.0 wären. Um 1996 hatte sich bis zu den Mächtigen der Welt herumgesprochen, dass etwas Wichtiges im Entstehen war. Wir würden uns zu einer Informationsgesellschaft entwickeln, was auch immer das sein mochte. Sie nahmen an, es ginge da um ein Wirtschaftssystem, in dem mit Informationen gehandelt würde. Nun, Informationstechnik macht die Dinge effizient – man stelle sich nur mal die Märkte vor, die es in einer Informationsökonomie geben könnte: Man könnte ein Buch für einen Tag kaufen, man könnte für einen Euro das Recht verkaufen, diesen einen Film zu betrachten, und dann könnte man den Pause-Knopf für einen Cent pro Sekunde vermieten. Man könnte Filme in dem einen Land für diesen Betrag und in dem anderen Land für jenen ganz anderen Betrag verkaufen und so weiter, und so fort – die Fantasien jener Tage ähnelten einer langweiligen Science-Fiction-Adaption des alttestamentarischen Buchs Numeri <em>(4. Buch Mose, AdÜ)</em>, eine endlose Auflistung jeglicher Abwandlungen von Dingen, die Menschen mit Informationen tun, und der Möglichkeiten, sie dafür zur Kasse zu bitten.  </p>
<p>[[355.5]] Aber nichts davon wäre möglich, solange wir nicht kontrollieren können, wie Menschen ihre Computer und die Dateien darauf benutzen. Ist ja gut und schön, darüber zu reden, jemandem auf 24 Stunden begrenzte Rechte an einem Video zu verkaufen oder das Recht, Musik auf einen iPod zu kopieren, aber nicht wieder vom iPod auf ein anderes Gerät; aber wie zum Teufel konnte man das sicherstellen, wenn man jemandem erst mal die Datei gegeben hatte? Zu diesem Zweck musst du herausfinden, wie man Computer davon abhalten kann, bestimmte Programme laufen zu lassen und bestimmte Dateien und Prozesse abzurufen. Zum Beispiel kannst du eine Datei verschlüsseln und den Benutzer dazu zwingen, ein Programm zu nutzen, das die Datei nur unter bestimmten Bedingungen entschlüsselt.</p>
<p>[[395.8]] Aber wie heißt es im Internet: “Jetzt hast du zwei Probleme.” Jetzt musst du den Benutzer auch noch davon abhalten, die Datei im entschlüsselten Zustand abzuspeichern, und du musst ihn daran hindern, herauszufinden, wo das Entschlüsselungsprogramm seine Schlüssel abspeichert. Denn wenn der Nutzer die Schlüssel findet, dann entschlüsselt er einfach die Datei und wirft das dämliche Abspielprogramm in die Tonne.  </p>
<p>[[416.6]] Und jetzt hast du drei Probleme <em>[Publikum lacht]</em>, denn jetzt musst du diejenigen Benutzer, die auf die unverschlüsselte Datei zugreifen können, davon abhalten, sie mit anderen zu teilen, und jetzt hast du VIER Probleme, denn jetzt musst du die Leute, die wissen, wie man Entschlüsselungsprogrammen ihre Geheimnisse entlockt, davon abhalten, das anderen Leuten weiterzuerzählen, und jetzt hast du FÜNF Probleme, weil du diese Leute auch noch davon abhalten musst, anderen zu verraten, was genau diese Geheimnisse waren! </p>
<p>[[442.0]] Das sind ziemlich viele Probleme. Aber 1996 hatten wir eine Lösung. Wir hatten den WIPO-Copyrightvertrag, verabschiedet von der United Nations World Intellectual Property Organization; daraus entstanden Gesetze, die es illegal machten, Geheimnisse aus Entschlüsselungsprogrammen zu extrahieren, und Gesetze, die es illegal machten, Medien im Klartext im laufenden Betrieb aus den Entschlüsselungsprogrammen zu extrahieren, und Gesetze, die es illegal machten, anderen zu erzählen, wie man Geheimnisse aus Entschlüsselungsprogrammen extrahiert, und Gesetze, die es illegal machten, copyrightgeschützte Werke und Geheimnisse und so weiter zu hosten … und das alles komplett in einem optimierten Verfahren, das es erlaubte, Zeug aus dem Internet zu entfernen, ohne sich erst noch groß mit Anwälten und Richtern rumzuärgern und all das Zeug. Und so verschwand das illegale Kopieren für immer <em>[lautes Gelächter und Applaus im Publikum]</em>, die Informationsökonomie erblühte zu voller Pracht und brachte der ganzen Welt Wohlstand; wie sagt man auf dem Flugzeugträger? “Mission erfüllt.” <em>[Publikum lacht]</em>  </p>
<p>[[511.0]] Nein, das ist natürlich nicht das Ende der Geschichte, denn so ziemlich jeder, der etwas von Computern und Netzwerken verstand, der verstand auch, dass diese Gesetze mehr Probleme schafften, als sie jemals würden lösen können. Denn mit diesen Gesetzen wurde es auch illegal, in deinen Computer reinzuschauen, während bestimmte Programme liefen; es wurde illegal, anderen Leuten zu erzählen, was du fandest, als du in deinen Computer schautest; und diese Gesetze machten es leicht, Material im Internet zu zensieren, ohne überhaupt beweisen zu müssen, dass irgendetwas Falsches passiert war. Kurzum: Sie stellten die Realität vor unrealistische Aufgaben, und die Realität weigerte sich, dem Folge zu leisten. Schließlich wurde das Kopieren seit der Verabschiedung dieser Gesetze immer noch einfacher, und es wird auch in Zukunft immer noch einfacher werden! So schwierig wie jetzt, 2011, wird Kopieren nie wieder!<br />
Eure Enkel werden euch mal an der Weihnachtstafel darum bitten, “Oma, Opa, erzählt uns noch mal von damals 2011, als das Kopieren noch so schwierig war! Als ihr noch keine Laufwerke so groß wie ein Fingernagel hattet, auf die alle jemals gesungenen Lieder passen, jeder jemals gedrehte Film, jedes jemals gesprochene Wort, jedes jemals aufgenommene Foto, und die man schneller übertragen kann, als man es überhaupt merkt. Erzählt uns noch mal von damals 2011, als es so verflixt schwierig war, Sachen zu kopieren!” Und so setzte die Realität sich durch, und jeder lachte einmal herzhaft darüber, was wir für merkwürdige Vorstellungen hatten damals zu Beginn des 21. Jahrhunderts, und dann entstand dauerhafter Frieden und Freiheit und Wohlstand für alle. <em>[Schmunzeln im Publikum]</em></p>
<p>[[593.5]] Nun, nicht wirklich. Denn wie die Dame im <a href="http://www.rhymes.org.uk/there_was_an_old_lady.htm">Kinderlied</a>, die eine Spinne schluckt, um eine Fliege zu fangen, und dann einen Vogel schlucken muss, um die Spinne zu fangen, und dann eine Katze, um den Vogel zu fangen, und so weiter, so muss ein vermeintlich gutes Gesetz, das lausig implementiert ist, in ein neues Gesetz münden, das dazu dient, die Defizite des ersten zu kompensieren. Jetzt wäre es verlockend, die Geschichte hier zu beenden; ich könnte sagen, das Problem besteht einfach darin, dass der Gesetzgeber planlos ist oder böswillig oder vielleicht auch böswillig-planlos, und könnte es damit bewenden lassen. Das wäre aber ziemlich unbefriedigend, weil es im Prinzip ein Eingeständnis der Verzweiflung wäre: Ich würde damit implizieren, dass unsere Probleme unlösbar sind, so lange Dummheit und Bosheit in den Hallen der Macht gegenwärtig sind, und das würde bedeuten, dass unsere Probleme auf ewig unlösbar sind. Aber ich habe eine andere Theorie dazu, was hier passiert ist.</p>
<p>[[644.4]] Es geht nicht darum, dass Gesetzgeber nichts von Informationstechnik begreifen, denn es sollte wohl möglich sein, ein Nicht-Experte zu sein und trotzdem ein gutes Gesetz zu machen! Parlamentarier, Kongress-Mitglieder etc. werden gewählt, um Bezirke und Menschen zu vertreten, nicht Fachbereiche und Themen. Wir haben keinen Parlamentarier für Biochemie, und wir haben keinen Senator aus dem Bundesland der Stadtentwicklung, und wir haben auch kein Mitglied des Europäischen Parlaments aus der Kinderfürsorge. (Vielleicht sollten wir welche haben.) Und trotzdem schaffen es diese Leute, die Experten für Politik sind und nicht etwa Experten für technische Fachbereiche, oft genug, gute und sinnvolle Gesetze zu verabschieden. Und der Grund dafür ist, dass Regierungen sich auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heuristik">Heuristik</a> stützen – Faustregeln dafür, den Experten-Input von unterschiedlichen Seiten eines Themas auszubalancieren.    </p>
<p>[[686.3]] Aber Informationstechnik wirft diese Heuristik über den Haufen, es tritt sie in einer ganz wesentlichen Hinsicht in den Hintern, und zwar so: Ein wichtiger Test, ob ein bestimmtes Gesetz für einen bestimmten Zweck geeignet ist, ist erstens natürlich, ob es überhaupt funktioniert, aber zweitens, ob es im Rahmen seiner Umsetzung massenhaft Auswirkungen auf alles andere hat. Wenn ich vom Kongress oder vom Parlament oder von der EU ein Gesetz haben möchte, mit dem das Rad reguliert wird, dann werde ich wohl kaum Erfolg haben. Wenn ich ankäme und sagte, “okay, jeder weiß, dass Räder gut sind und so, aber haben Sie mal gemerkt, dass restlos jeder Bankräuber vier Räder an seinem Wagen hat, wenn er nach dem Bankraub flüchtet? Können wir da nicht was machen?”, dann wäre die Antwort selbstverständlich “nein”. Und zwar weil wir nicht wüssten, wie wir ein Rad machen sollen, das immer noch allgemein nutzbar ist für rechtmäßige Rad-Anwendungen, dabei aber unbrauchbar für die bösen Jungs. Und wir sehen ein, dass die allgemeinen Vorzüge des Rades so umfassend sind, dass wir bescheuert wären, wollten wir sie in dem hilflosen Versuch aufs Spiel setzen, Bankraub durch Veränderungen des Rades zu verhindern. Selbst wenn eine Epidemie an Banküberfällen ausbräche, ja selbst wenn die Gesellschaft durch all die Banküberfälle an den Rand des Zusammenbruchs getrieben würde, käme dennoch niemand auf die Idee, dass ausgerechnet das Rad der richtige Ansatzpunkt wäre, das Problem zu lösen.</p>
<p>[[762.0] Wenn ich andererseits vor demselben Gremium erschiene und sagte, ich hätte zuverlässige Beweise dafür, dass Freisprecheinrichtungen das Autofahren gefährlich machen, und ich sagte, “Würden Sie bitte ein Gesetz erlassen, das Freisprecheinrichtungen in Autos illegal macht?”, dann würde der Gesetzgeber vielleicht sagen, “Ja, das leuchtet uns ein, das könnten wir machen.” Und vielleicht wären wir uns uneinig darüber, ob das nun eine gute oder eine schlechte Idee wäre oder ob meine Beweise valide wären; aber die wenigsten von uns würden sagen, “Hey, wenn wir die Freisprecheinrichtungen aus den Autos rausschrauben, sind es ja gar keine Autos mehr.” Wir wären uns einig, dass Autos Autos bleiben, auch wenn man ihnen gewisse Features entnimmt. Autos sind bereits etwas sehr Spezialisiertes (zumindest im Vergleich mit Rädern), und der Einbau einer Freisprecheinrichtung tut nichts weiter, als einer ohnehin spezialisierten Technologie ein weiteres Feature hinzuzufügen. Es gibt da übrigens eine Heuristik, die wir hier anwenden können: Spezialisierte Technologie ist komplex. Und man kann ihr Features wegnehmen, ohne damit massive Zerstörung an der grundlegenden Nützlichkeit anzurichten. </p>
<p>[[816.5]] Diese Faustregel hilft dem Gesetzgeber im allgemeinen recht gut, aber vom universellen Computer und dem universellen Netzwerk – vom PC und dem Internet – wird sie null und nichtig gemacht. Denn wenn man sich Computer-Software als je ein einzelnes Feature vorstellt, wenn also ein Computer, auf dem eine Tabellenkalkulation läuft, ein Tabellenkalkulations-Feature hat, und wenn ein Computer, auf dem World of Warcraft läuft, ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/MMORPG">MMORPG</a>-Feature hat, dann führt diese Heuristik zu der Annahme, dass man vernünftigerweise sagen kann, “Bau mir einen Computer, auf dem keine Tabellenkalkulation läuft” und dass das kein größerer Angriff auf den Computer per se wäre, als der Wunsch “Bau mir ein Auto ohne Freisprecheinrichtung” ein Angriff aufs Auto schlechthin wäre. Und wenn man sich Protokolle und Sites als Features des Netzwerks vorstellt, dann klingt plötzlich “Mach mal das Internet so, dass <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bittorrent">BitTorrent</a> nicht funktioniert” oder “Mach mal das Internet so, dass thepiratebay.org nicht mehr aufgerufen werden kann”, das alles klingt dann wie “Änder mal das Besetztzeichen” oder “Klemm die Pizzeria an der Ecke von der Telefonleitung ab” und nicht wie ein Angriff auf die grundlegenden Funktionen des Internets.</p>
<p>[[870.5]] Wenn man nicht begreift, dass diese Faustregel, die für Autos und für Häuser und für jeden anderen wesentlichen Bereich technologischer Gesetzgebung gilt, für das Internet eben nicht mehr gilt, dann ist man noch lange nicht böse und auch noch längst kein Ignorant. Man ist dann bloß ein Teil der großen Mehrheit auf der Welt, für die Konzepte wie “<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Turing-Vollst%C3%A4ndigkeit">Turing-Vollständigkeit</a>” und “<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/End-to-end">End-to-end</a>” keine Bedeutung haben. Also gehen unsere Gesetzgeber hin und verabschieden munter diese Gesetze, und damit werden sie zu einem Teil der Realität unserer technologischen Welt. Und plötzlich gibt es Zahlen, die wir im Internet nicht mehr aufschreiben dürfen, und Programme, die wir nicht veröffentlichen dürfen, und alles, was gebraucht wird, damit legitimes Material aus dem Internet verschwindet, ist, dass jemand sagt, “Das da, das verletzt ein Copyright.” Damit verfehlt man zwar das eigentliche Ziel des Gesetzes, denn es hält niemanden davon ab, ein Copyright zu verletzen, doch zumindest oberflächlich betrachtet hat man etwas für die Copyright-Durchsetzung getan: Es wird dem Sicherheits-Syllogismus gerecht, “Es muss etwas getan werden – ich tue etwas – es ist etwas getan worden”. Und so kann jegliches Versagen darauf zurückgeführt werden, dass das Gesetz nicht weit genug geht, statt darauf, dass es von vornherein zum Scheitern verurteilt war. </p>
<p>[[931.2]] Diese Art oberflächlicher Ähnlichkeit bei gleichzeitig grundlegenden Unterschieden kennen wir aus anderen technischen Zusammenhängen. Einer meiner Freunde, der früher eine hohe Führungsposition in der Konsumgüter-Industrie hatte, erzählte mir mal die Geschichte, wie die Marketing-Abteilung den Ingenieuren erklärte, sie hätte da eine großartige Idee für ein Waschmittel: Von jetzt an würde die Firma ein Waschmittel herstellen, das die Kleidung mit jedem Waschen neuer macht! Tja, nachdem also die Techniker vergeblich versucht hatten, den Marketing-Leuten das Prinzip der Entropie zu vermitteln <em>[Publikum lacht]</em>, kamen sie zu einer anderen Lösung – “Lösung” -, sie würden nämlich ein Waschmittel entwickeln, das mit Hilfe von Enzymen lose Faser-Enden angreift, die durch aufgebrochene Fasern entstehen und die die Kleidung alt aussehen lassen. Damit würde deine Kleidung jedes Mal, wenn du sie mit diesem Waschmittel wäschst, neuer aussehen. Aber nur deshalb, weil das Waschmittel deine Kleidung regelrecht verdauen würde! Dieses Waschmittel zu benutzen wäre gleichbedeutend damit, deine Klamotten in der Waschmaschine aufzulösen! Genau das Gegenteil also davon, Kleidung neuer zu machen; statt dessen würdest du die Kleidung mit jedem Waschen künstlich altern lassen, und je häufiger du als Kunde diese “Lösung” nutztest, desto drastischere Maßnahmen müsstest du ergreifen, um deine Garderobe in Schuss zu halten; du müsstest letztlich neue Kleidung kaufen, weil die alte auseinanderfällt.</p>
<p>[[1012.5]] Und heute nun haben wir Marketing-Abteilungen, die Dinge sagen wie “Wir brauchen keine Computer, wir brauchen … Haushaltselektronik. Baut mir einen Computer, auf dem nicht etwa jedes Programm lauffähig ist, sondern nur ein Programm, das diese-und-jene Aufgabe erfüllt, etwa Audio streamen, Pakete routen, Xbox-Spiele spielen; und sorgt dafür, dass darauf kein Programm läuft, das wir nicht autorisiert haben und das unsere Profite untergräbt.” Oberflächlich betrachtet scheint das eine vernünftige Idee zu sein – nur ein einziges Programm, das eine bestimmte spezialisierte Aufgabe erfüllt -, denn schließlich können wir auch einen Elektromotor in einen Mixer einbauen, und wir können einen Motor in eine Spülmaschine einbauen, und trotzdem denken wir nicht drüber nach, ob wir im Mixer ein Spülmaschinen-Programm ablaufen lassen können. Aber es ist nicht dasselbe, was passiert, wenn wir einen Computer in ein Stück Haushaltselektronik verwandeln. Wir bauen nicht etwa einen Computer, der nur die Anwendung “Haushaltselektronik” laufen lässt, sondern wir bauen einen Computer, der zwar theoretisch jedes Programm laufen lassen kann, aber auf dem eine Kombination aus <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rootkit">Rootkits</a>, Spyware und Code-Signaturen den Benutzer daran hindert, zu erfahren, welche Prozesse gerade ablaufen, seine eigene Software zu installieren, und unerwünschte Prozesse zu terminieren. </p>
<p>Mit anderen Worten: So ein Stück Haushaltselektronik ist kein irgendwie geschrumpfter Computer – es ist ein voll funktionsfähiger Computer, der ab Werk mit Spyware ausgeliefert wird.   </p>
<p><em>[Publikum klatscht laut]</em> Danke.</p>
<p>[[1090.5]] Weil wir nicht wissen, wie wir diesen universellen Computer bauen sollen, der in der Lage ist, jedes Programm laufen zu lassen, das wir kompilieren, mit Ausnahme dieses einen Programms, das wir nicht mögen, oder das wir per Gesetz verbieten oder das unsere Profite mindert. Die beste Annäherung daran, die wir hinbekommen, ist ein Computer mit Spyware – ein Computer, auf dem Dritte irgendwelche Vorgaben machen können, ohne das Wissen des Computerbesitzers und gegen seinen Willen. Und so kommt es, dass Digital Rights Management zwangsläufig auf Schadsoftware hinausläuft. </p>
<p>[[1118.9]] Es gab da diesen berühmten Vorfall, eine Art Geschenk für Leute, die diese Hypothese teilen, bei dem Sony versteckte Rootkit-Installer auf 6 Millionen Audio-CDs untergebracht hat: Die führten heimlich Programme aus, die auf Versuche achteten, die Audiodateien auf der CD am Rechner auszulesen, und das Auslesen beendeten; außerdem war der Rootkit dadurch getarnt, dass der Kernel veranlasst wurde, darüber zu lügen, welche Prozesse gerade liefen und welche Dateien auf dem Laufwerk existierten. Aber das ist nicht das einzige Beispiel; erst neulich hat Nintendo die 3DS ausgeliefert, die praktischerweise ihre Firmware aktualisiert und dabei eine Integritätsprüfung vornimmt, um zu schauen, ob die alte Firmware in irgendeiner Weise verändert wurde, und wenn es Hinweise auf Veränderungen gibt, dann schrottet sich die Konsole selbst. </p>
<p>[[1158.8]] Menschenrechts-Aktivisten haben Sorgen über U-EFI geäußert, den neuen PC-Bootloader, der deinen Computer darauf beschränkt, signierte Betriebssysteme zu laden; sie weisen darauf hin, dass repressive Regierungen wahrscheinlich die Signaturen für Betriebssysteme zurückhalten werden, auf die sie keinerlei verdeckten Überwachungs-Zugriff haben. </p>
<p>[[1175.5]] Und netzwerkseitig läuft jeder Versuch, ein Netzwerk zu erstellen, das nicht für Copyrightverletzungen genutzt werden kann, darauf hinaus, dieselben Überwachungsmaßnahmen anzuwenden, die wir von repressiven Regierungen kennen. SOPA zum Beispiel, der Stop Online Piracy Act in den USA, sperrt Instrumente wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/DNSSEC">DNSSec</a>, weil sie dazu genutzt werden können, DNS-Sperrmaßnahmen zu umgehen. Und es sperrt Instrumente wie <a href="https://www.torproject.org/">TOR</a>, weil sie dazu genutzt werden können, IP-Sperrmaßnahmen zu umgehen. Tatsächlich hat die Befürworterin von SOPA, die Motion Picture Association of America, ein Memorandum mit Hinweis auf eine Studie verbreitet, die besagt, dass SOPA wahrscheinlich funktionieren wird, weil es dieselben Maßnahmen verwendet, wie sie in Syrien, China und Usbekistan zum Einsatz kommen, und sie argumentierte, dass diese Maßnahmen in den besagten Ländern effektiv seien und deshalb auch in Amerika wirksam sein werden!  </p>
<p><em>[Publikum lacht und applaudiert]</em> Applaudiert nicht mir, applaudiert der MPAA!</p>
<p>[[1221.5]] Nun mag es so aussehen, als ob SOPA die Entscheidungsschlacht in einem langen Kampf um Copyright und um das Internet sei, und es mag scheinen, als ob wir, wenn wir SOPA abwehren können, auf einem guten Weg dahin seien, die Freiheit von PCs und Netzwerken zu sichern. Aber wie ich zu Beginn dieses Vortrags sagte: Es geht hier nicht ums Copyright, denn die Copyright-Kriege sind nur die 0.9er Betaversion des langen kommenden Kriegs gegen Computer im allgemeinen. Die Unterhaltungsindustrie war nur der erste Teilnehmer in diesem kommenden jahrhundertfüllenden Konflikt. Wir neigen dazu, sie als besonders erfolgreich zu betrachten – denn immerhin haben wir hier SOPA, kurz vor der Verabschiedung und kurz davor, das Internet auf fundamentale Weise zu zerstören, das alles im Namen der Rettung von Top-40-Musik, Reality-TV-Shows und Filmen mit Ashton Kutcher!   </p>
<p><em>[Lachen, vereinzelter Applaus]</em></p>
<p>[[1270.2]] Aber die Wahrheit ist: Copyright-Gesetzgebung kommt nur deshalb so weit, weil sie nicht recht ernst genommen wird. Nur deshalb etwa wurde in Kanada von einem Parlament nach dem anderen ein dämliches Copyright-Gesetz nach dem anderen eingeführt, während zugleich ein Parlament nach dem anderen es versäumte, über diese Gesetze tatsächlich abzustimmen. Nur deshalb haben wir SOPA, ein Gesetz aus purer Dämlichkeit, Molekül für Molekül zusammengestoppelt zu einer Art “Blödheit 250″, wie man sie normalerweise nur im Zentrum eines neugeborenen Sterns findet; und nur deshalb wurden diese überhasteten SOPA-Anhörungen über die Weihnachtsferien aufgeschoben, damit der Gesetzgeber sich mit der wirklich bösen, bundesweit berüchtigten Debatte über das das wichtige Thema Arbeitslosenversicherung beschäftigen konnte. Nur deshalb wird die World Intellectual Property Organization wieder und wieder dazu verleitet, bescheuerte, saumäßig ignorante Copyright-Vorschläge zu machen – denn wenn die Nationen der Welt ihre UN-Missionen nach Genf schicken, dann schicken sie Wasser-Experten, keine Copyright-Experten; sie schicken Gesundheitsexperten, keine Copyright-Experten; sie schicken Agrarexperten, keine Copyright-Experten, denn Copyright ist für so ziemlich jeden völlig unbedeutend! <em>[Applaus]</em></p>
<p>[[1350.3]] Das kanadische Parlament stimmte nicht über seine Copyright-Gesetze ab, weil unter all den Dingen, die in Kanada zu erledigen sind, die Reparatur des Copyrights auf der Prioritätenliste des Landes viel weiter unten steht als Gesundheitsfragen, als die Ölausbeutung in Alberta, die Vermittlung in sektiererischen Feindseligkeiten zwischen franko- und anglophonen Gruppen, die Lösung von Ressourcenproblemen der nationalen Fischerei und tausenderlei andere Dinge mehr! Dass Copyright so trivial ist, zeigt euch, dass es nur für ein unbedeutendes Scharmützel zum Einsatz kommt und nicht für einen Krieg.</p>
<p>Aber warum würden andere Sektoren Vorbehalte gegen Computer pflegen? Ganz einfach, weil die Welt, in der wir heute leben, aus Computern gemacht ist. Wir haben keine Autos mehr, sondern Computer, in denen wir fahren; wir haben keine Flugzeuge mehr, sondern fliegende Solaris-Boxen mit einem Rieseneimer voller <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/SCADA">SCADA</a>-Controller <em>[Lachen]</em>; ein 3D-Drucker ist kein Gerät für sich, sondern eine Erweiterung, die nur in Verbindung mit einem Computer funktioniert; ein Radio ist längst kein Kristall mehr, sondern ein universeller Computer mit einem schnellen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Analog-Digital-Umsetzer">ADC</a> und einem schnellen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Digital-Analog-Umsetzer">DAC</a> und ein wenig Software.</p>
<p>[[1418.9]] Die Sorgen und Nöte, die aus unautorisiertem Kopieren erwachsen, sind trivial im Vergleich zu den Herausforderungen, vor die unsere neue computergeschmückte Realität uns noch stellen wird. Denkt einen Moment ans Radio: Die gesamte Grundlage für Radioregulierung bis heute basierte auf der Vorstellung, dass die Eigenschaften eines Radios im Moment seiner Fertigstellung fixiert sind und nicht mehr ohne weiteres geändert werden können. An deinem Babyfon kannst du nicht einfach einen Schalter umlegen, um es in ein Gerät zu verwandeln, das die Luftüberwachungssignale beeinträchtigt. Aber mächtige <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Software_Defined_Radio">softwaredefinierte Radios</a> lassen sich vom Babyfon zum Notrufdisponenten zum Luftraumüberwachungsgerät umschalten, indem man einfach unterschiedliche Software lädt und ausführt. Aus diesem Grund hat die US-Telecom-Regulierungsbehörde (die FCC), als sie zum ersten Mal darüber nachdachte, was passieren kann, wenn wir SDRs in die freie Wildbahn entlassen, Kommentare dazu erbeten, ob es obligatorisch sein sollte, alle softwaredefinierten Radios in eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Trusted_Computing">Trusted-Computing</a>-Maschine einzubetten. Letztlich geht es darum, ob jeder PC abgeschlossen sein soll, damit alle lauffähigen Programme von zentralen Behörden streng reguliert werden können.  </p>
<p>[[1477.9]] Und auch das ist nur ein Vorbote von dem, was noch kommt. Immerhin war dies das Jahr, in dem wir mit quelloffenen Shapefiles zur Umrüstung eines <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/M16_%28Gewehr%29">AR-15</a> auf Vollautomatik Bekanntschaft machten. Es war das Jahr von Crowdfunding-finanzierter Open-Source-Hardware zur DNA-Sequenzierung. Und während 3D-Druck zu einer Schwemme trivialer Beschwerden führen wird (es werden sich Richter im amerikanischen Süden und Mullahs im Iran finden, die beim Gedanken daran verrückt werden, dass sich Menschen im Einflussbereich ihrer Jurisdiktion damit Sexspielzeuge ausdrucken könnten) <em>[schallendes Lachen im Publikum]</em>, wird der Aufschwung des 3D-Druckens uns höchstwahrscheinlich auch einige echte Sorgen bereiten – von Festkörper-<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Methamphetamin">Methamphetamin</a>-Laboren bis zu keramischen Messern.</p>
<p>[[1516.0]] Und man muss kein Science-Fiction-Autor sein, um zu begreifen, warum der Gesetzgeber nervös werden kann beim Gedanken an vom Benutzer modifizierbare Firmware in selbstfahrenden Autos oder an die Begrenzung der Interoperabilität von Luftverkehrs-Controllern oder an all die Dinge, die man mit biotechnischen Assemblern und Sequenzern machen kann. Stellt euch den Tag vor, an dem Monsanto beschließt, dass es wirklich, wirklich wichtig ist, sicherzustellen, dass Computer keine Programme laufen lassen können, die spezialisierte Zusatzgeräte dazu bringen können, Organismen zu erzeugen, die ihr Mittagessen verspeisen können … im Wortsinne. – Ganz egal, ob ihr das alles für reale Probleme haltet oder nur für hysterische Panikmache: Dies ist das Spielfeld von Lobbys und Interessengruppen, die weitaus einflussreicher sind als Hollywood und die Content-Riesen zu ihrer besten Zeit. Und jede einzelne von ihnen wird am selben Punkt ankommen: “Könnt ihr uns nicht einen Computer bauen, der alle Programme laufen lässt außer denen, die uns Angst oder Ärger bereiten? Könnt ihr uns nicht ein Internet einrichten, das jede Botschaft über jegliches Protokoll zwischen zwei beliebigen Punkten überträgt, außer diese Nachricht passt uns nicht in den Kram?”</p>
<p>[[1576.3]] Und ich persönlich sehe schon Programme auf universellen Computern und Zusatzgeräten laufen, bei denen sogar mir angst und bange wird. Deshalb glaube ich gern, dass Leute, die für Beschränkungen von universellen Computern eintreten, für ihr Anliegen viele offene Ohren finden werden. Aber wie wir es in den Copyright-Kriegen gesehen haben: Bestimmte Anweisungen, Protokolle oder Nachrichten zu blocken wird als Mittel der Prävention und Abhilfe völlig ineffektiv sein; und wie wir es in den Copyright-Kriegen gesehen haben, werden alle Versuche, PCs zu kontrollieren, auf Rootkits hinauslaufen; alle Versuche, das Internet zu kontrollieren, werden auf Überwachung und Zensur hinauslaufen; und deshalb ist all das so wichtig: Weil wir die letzten zehn und mehr Jahre damit verbracht haben, als Gemeinschaft unsere besten Spieler in ein Gefecht zu schicken, von dem wir annahmen, dass es gegen den finalen Boss im Endspiel ging, und jetzt stellt sich heraus, dass es bloß der Mini-Boss am Ende dieses einen Levels war, und jetzt wird der Einsatz noch höher.</p>
<p>[[1627.8]] Als ein Mitglied der Walkman-Generation habe ich mich damit abgefunden, dass ich lange vor meinem Tod ein Hörgerät brauchen werde, und natürlich wird das kein Hörgerät sein, sondern ein Computer, den ich in meinen Körper einführe. Wenn ich dann in ein Auto steige – einen Computer, in den ich meinen Körper zwänge – und dabei ein Hörgerät trage – einen Computer, den ich in meinen Körper zwänge -, dann möchte ich sicher sein können, dass diese Technologien nicht dazu gemacht sind, Geheimnisse vor mir zu verbergen und mich davon abzuhalten, bei ihnen Prozesse zu beenden, die meinen Interessen zuwiderlaufen. <em>[Frenetischer Applaus]</em> Dankeschön. </p>
<p>[[1669.4]] Danke. Im vergangenen Jahr bekam der Lower Merion School District in einem wohlhabenden Mittelklasse-Vorort von Philadelphia <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Lower_Merion_School_District#Class_action">eine Menge Ärger</a>, weil man feststellte, dass dort PCs an die Schüler ausgegeben worden waren, die mit Rootkits ausgestattet waren, die eine verdeckte Fernüberwachung mittels Webcam und Netzwerkverbindung ermöglichten. Es sickerte durch, dass man tausende Male Aufnahmen von Schülern gemacht hatte, zu Hause und in der Schule, wach und im Schlaf, angezogen und nackt. Inzwischen kann die neueste Generation der Telekommunikationsüberwachung unbemerkt Kameras, Mikrofone und GPS-Empfänger in PCs, Tablets und Mobilgeräten ansteuern.</p>
<p>[1705.0]] In Zukunft wird unsere Freiheit davon abhängen, dass wir in der Lage sind, unsere Geräte zu überwachen und sinnvolle Regeln für sie festzusetzen, die darauf laufenden Prozesse zu begutachten und zu beenden, sie als ehrbare Diener unseres Willens gebrauchen zu können und nicht als Verräter und Spione im Dienst von Kriminellen, Gangstern und Kontrollfetischisten. Und noch haben wir nicht verloren; aber wir müssen die Copyright-Kriege gewinnen, um das Internet und den PC frei und offen zu erhalten. Denn sie sind das Material in den Schlachten, die vor uns liegen, wir werden ohne sie nicht in der Lage sein zu kämpfen. Und ich weiß, dies klingt wie ein Eingeständnis der Verzweiflung, aber dies sind erst die Anfangstage. Wir haben gegen den Mini-Boss gekämpft, und das bedeutet, dass noch große Herausforderungen auf uns warten; aber wie jeder gute Spieldesigner hat das Schicksal uns ein weiches Ziel geschickt, an dem wir trainieren können. Wir haben eine Chance, eine echte Chance, und wenn wir offene und freie Systeme unterstützen und auch die Organisationen, die sich dafür einsetzen, <a href="https://www.eff.org/">EFF</a>, <a href="https://www.bof.nl/">Bits of Freedom</a>, <a href="http://edri.org/">EDRi</a>, <a href="http://netzpolitik.org/">Netzpolitik</a>, <a href="http://www.laquadrature.net/">La Quadrature du Net</a> und all die anderen, die glücklicherweise zu zahlreich sind, um sie hier alle aufzählen zu können: Dann können wir den Kampf noch gewinnen – und uns die Munition sichern, die wir für den Krieg brauchen werden.</p>
<p>[[1778.9]] Vielen Dank.</p>
<p><em>[Anhaltender Applaus]</em><br />
<em><br />
Vortag: Cory Doctorow (doctorow@craphound.com)<br />
gehalten auf dem 28C3, Berlin, 27. Dezember 2011<br />
Transkription: Joshua Wise (joshua@joshuawise.com)<br />
Übersetzung: Christian Wöhrl (chw@wort-und-satz.de)<br />
Lizenz entsprechend dem ursprünglichen Text von C.D.: CC-BY</em></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://kaliban.de/?flattrss_redirect&amp;id=13462&amp;md5=f34613c77510c3f79ff9cd7cef4ff078" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://kaliban.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Militanz, drei Geschmacksrichtungen</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Dec 2011 19:31:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunnar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Für eine bessere Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>

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		<description><![CDATA[.
.

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>.<br />
.</p>
<p><a href="http://atheistcartoons.com"><img src="http://kaliban.de/wp-content/uploads/2011/12/unholy_trinity3.jpg" alt="" title="unholy_trinity3" width="475" height="336" class="aligncenter size-full wp-image-13223" /></a></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://kaliban.de/?flattrss_redirect&amp;id=13222&amp;md5=56497e6eaae771edabc7491144d6ca3a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://kaliban.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Dota Kehr: Utopie</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 04:01:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunnar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Für eine bessere Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[

"Es geht nicht um ein Stück vom Kuchen, es geht um die ganze Bäckerei."

Es singt Dota Kehr, diesmal ohne ihre Begleitband "Die Stadtpiraten". Ein Stück von der großartigen Scheibe Bis auf den Grund. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><iframe width="600" height="335" src="http://www.youtube-nocookie.com/embed/9tvnFWalK9E" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>&#8220;Es geht nicht um ein Stück vom Kuchen, es geht um die ganze Bäckerei.&#8221;</p>
<p>Es singt Dota Kehr, diesmal ohne ihre Begleitband &#8220;Die Stadtpiraten&#8221;. Ein Stück von der großartigen Scheibe <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B003CH8WQC/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;tag=kalirealcanbe-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=B003CH8WQC">Bis auf den Grund</a>. </p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://kaliban.de/?flattrss_redirect&amp;id=12894&amp;md5=7b441056ee0d17ff8e766506659ca672" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://kaliban.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Lebensmittelprobleme</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 16:41:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunnar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Für eine bessere Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Essen]]></category>

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		<description><![CDATA[Kurzer Hinweis auf einen ganz interessanten Artikel drüben bei den FAZ-Blogs:

Ein Missverständnis namens Mindesthaltbarkeitsdatum

Auszug:

"Tagesware wie Salat oder Radieschen wird morgens ins Regal sortiert und abends wieder rausgenommen – egal, in welchem Zustand die Ware ist", sagt Thurn. Und mit "rausgenommen" meint er: weggeworfen. Trotzdem sind die Regale im Supermarkt immer voll, weil die Kunden ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Kurzer Hinweis auf einen ganz interessanten Artikel drüben bei den FAZ-Blogs:</p>
<p><a href="http://faz-community.faz.net/blogs/supermarkt/archive/2011/09/16/ein-missverstaendnis-namens-mindesthaltbarkeitsdatum.aspx">Ein Missverständnis namens Mindesthaltbarkeitsdatum</a></p>
<p>Auszug:</p>
<blockquote><p>&#8220;Tagesware wie Salat oder Radieschen wird morgens ins Regal sortiert und abends wieder rausgenommen – egal, in welchem Zustand die Ware ist&#8221;, sagt Thurn. Und mit &#8220;rausgenommen&#8221; meint er: weggeworfen. Trotzdem sind die Regale im Supermarkt immer voll, weil die Kunden auch kurz vor Ladenschluss gerne die volle Auswahl haben. Thurn erklärt: &#8220;Es ist für die Handelsketten schlimmer, wenn ein Kunde im Markt umkehrt, weil er sein Lieblingsjoghurt nicht mehr kriegt und zur Konkurrenz geht, als Waren zu vernichten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das Phänomen kennt jede(r): Man hat Hunger auf Vanillejoghurt oder Tomatensalat, geht abends rasch &#8216;rüber zum Supermarkt und kauft die Zutaten. Hat der Laden nur noch schäbige Tomatenrestbestände, wird man ärgerlich und beschimpft, wenigstens im Geiste, den Supermarktleiter für seine misslungene Warenwirtschaft. Dabei könnte man natürlich auch auf Kürbissuppe oder Schokopudding ausweichen, macht man aber nicht, weil man sich an das gleichbleibende Warenangebot gewöhnt hat.</p>
<p>Bin da auch schuldig im Sinne der Anklage. Gelobe Besserung.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://kaliban.de/?flattrss_redirect&amp;id=12600&amp;md5=fe74b73d041ead2e3044a22ac059a04b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://kaliban.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Church Tank</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Aug 2011 18:16:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunnar</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bild]]></category>
		<category><![CDATA[Missionare]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>

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		<description><![CDATA[


Peace is not just the absence of war. Like a cathedral, peace must be constructed patiently and with unshakable faith.

(Zitat: Papst Johannes Paul II)

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img src="http://kaliban.de/wp-content/uploads/2011/08/197011_700b_v1.jpg" alt="" title="197011_700b_v1" width="600" height="934" class="aligncenter size-full wp-image-12260" /></p>
<blockquote><p>Peace is not just the absence of war. Like a cathedral, peace must be constructed patiently and with unshakable faith.</p></blockquote>
<p>(Zitat: Papst Johannes Paul II)</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://kaliban.de/?flattrss_redirect&amp;id=12259&amp;md5=d016ab4a8e5bd631721a82660785ddac" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://kaliban.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Stellenanzeige</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Jul 2011 15:12:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunnar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Für eine bessere Welt]]></category>
		<category><![CDATA[PC-Spiele]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit Ihrer Rifter haben Sie schon einmal eine Shieldcane in schwere Bedrängnis gebracht, Ihr Loltraktor hat Chuck Norris als Gunner und sie besitzen volles Tier 12 Equip mit einem Gearscore von mindestens 373.

Sie sprechen fließend Klingonisch, kennen das D&#038;D-Regelwerk auswendig (Third Edition) und lösen einen 5x5 Rubiks Cube einhändig hinter dem Rücken. Vor dem ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><blockquote><p>Mit Ihrer Rifter haben Sie schon einmal eine Shieldcane in schwere Bedrängnis gebracht, Ihr Loltraktor hat Chuck Norris als Gunner und sie besitzen volles Tier 12 Equip mit einem Gearscore von mindestens 373.</p>
<p>Sie sprechen fließend Klingonisch, kennen das D&#038;D-Regelwerk auswendig (Third Edition) und lösen einen 5&#215;5 Rubiks Cube einhändig hinter dem Rücken. Vor dem Frühstück.</p></blockquote>
<p>Aus einer Stellenanzeige der Gameforge AG. [<a href="http://corporate.gameforge.com/jobframe.php?refnr=5960805">Quelle</a>]</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://kaliban.de/?flattrss_redirect&amp;id=12005&amp;md5=2eb0bd0b570a167bfb638db48d0ccae2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://kaliban.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Anti-Spoiler-Spray</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 15:55:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunnar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Für eine bessere Welt]]></category>
		<category><![CDATA[GameStar]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[youtube]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Kollegen vom Herrn Kaliban haben eine wirklich gute Idee.



Das Filmchen ist übrigens als Übung auf einer Fortbildung entstanden, ebenso wie dieses hier, in dem Fabian so schrecklich schwitzt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>Die Kollegen vom Herrn Kaliban haben eine wirklich gute Idee.</em></p>
<p><object width="580" height="360"><param name="movie" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/3JCrBHDdxM4&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x5d1719&amp;color2=0xcd311b&amp;hd=1&amp;border=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube-nocookie.com/v/3JCrBHDdxM4&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x5d1719&amp;color2=0xcd311b&amp;hd=1&amp;border=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="580" height="360"></embed></object></p>
<p>Das Filmchen ist übrigens als Übung auf einer Fortbildung entstanden, ebenso wie <a href="http://www.gamestar.de/index.cfm?pid=1589&#038;pk=14296">dieses hier, in dem Fabian</a> so schrecklich schwitzt.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://kaliban.de/?flattrss_redirect&amp;id=10461&amp;md5=ec6a369e0f4e245c05b570d6f772decf" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://kaliban.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Geister von Kunduz</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Feb 2010 19:16:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunnar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Doofheit der Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Für eine bessere Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Geföhnte Arschlöcher]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine kurze Nacharbeitung der Ereignisse im Deutschen Bundestag von gestern, in welcher der Verfasser seine persönliche Bindung zur einer bestimmten Partei auf die Probe gestellt sieht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><i>Eine kurze Nacharbeitung der Ereignisse im Deutschen Bundestag von gestern, in welcher der Verfasser seine persönliche Bindung zur einer bestimmten Partei auf die Probe gestellt sieht.</i></p>
<p><strong>Ich rekapituliere:</strong> Während der Debatte über eine Vorlage, welche die Verlängerung und Aufstockung des Mandats der Bundeswehr für den Afghanistan-Einsatz vorsieht, heben nach der Rede der Linken Christiane Buchholz die Mitglieder der Linksfraktion Plakate hoch. Darauf stehen Namen von Zivilisten, die durch das vom Deutschen Oberst Klein irregulär befohlene Bombardement bei Kunduz<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriff_bei_Kunduz">*</a> zu Tode gekommen waren. Der Bundestagspräsident Nobert Lammert wirft alle Plakathochheber nach kurzer Warnung aus dem Saal. Damit sind sie auch von der folgenden Abstimmung ausgeschlossen. Der Grüne Ströbele bittet den Bundestagspräsidenten die Entscheidung zu überdenken. Lammert lehnt das ab, lässt aber am Ende abstimmen, ob die Linke zurückkommen darf, die anwesenden Abgeordneten entscheiden sich dafür. Die Linke kommt wieder, verhält sich ordnungsgemäß und stimmt geschlossen gegen die Vorlage der Regierung. Der Antrag wird mit der Mehrheit der anderen Fraktionen angenommen. Die einzige weitere Fraktion, die nicht mehrheitlich für die Aufstockung stimmt, sind die Grünen, bei denen sich mehr als die Hälfte der Fraktionsmitglieder enthält.</p>
<p><strong>Dies nur zur Wiederholung, damit wir alle auf demselben Stand sind. </strong> Ich nehme an, dass die Linke hat sich nicht satzungsgemäß verhalten hat und somit vermutlich zu Recht des Saales verwiesen wurde. Vermutlich. Vielleicht ist die Aktion auch nicht angemessen für die Würde des Deutschen Bundestages. Vielleicht. Geschenkt. Was aber nicht rechtfertigt, dass die schützenswerte deutsche Qualitätspresse (SZ, Focus und andere) behauptet, die die Damen und Herren hätten &#8220;Spruchbänder&#8221;, &#8220;Transparente&#8221; und &#8220;Protestplakate&#8221; gehabt, was ein kleiner, alberner Trick ist, um zu suggerieren, es sei eine Art Demo gewesen. In Wirklichkeit haben die Linken nur schweigend Schilder mit Namen hochgehalten. Keine Randale, keine Parolen, kein Aufruhr. Ausgerechnet Springers Welt fällt im Kanon durch einen <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article6568721/Lammert-schliesst-Linke-von-Bundestagssitzung-aus.html">vorurteilsfreien Bericht und ein deutliches Foto</a> auf. Auch die neutrale Überschrift der WELT (&#8220;Lammert schließt Linke aus&#8221;) unterscheidet sich deutlich von der, die die SZ gewählt hat (&#8220;Linke provozieren Rausschmiss&#8221;) &#8212; was die Frage aufwirft, wieso das liberale und überparteiliche Vorzeigeblatt tendenziöser agiert als die Springerpresse.</p>
<p>Naja, wurscht. Ist auch nur ein Detail, das mir speziell aufgefallen ist, weil ich in der SZ zuerst davon gelesen hatte. </p>
<p><strong>Mich regt bei dieser ganzen Sache viel mehr das Agieren einer bestimmten Partei auf:</strong> ich meine nicht die Linke mit ihrer vielleicht pur populistisch motivierten Aktion gegen eine nicht gänzlich bescheuerte Vorlage. Ich meine auch nicht die Jungs von Schwarz/Geld, die ihre Kriegsbefürworterlinie zwar grundsätzlich fortsetzen, aber immerhin irgendwie mit einer Art Ablaufdatum versehen. Und mich nervt nicht einmal die idiotische SPD, wo der Vortanzbär Sigmar Gabriel nicht entblödet, seine Truppe für ihre &#8220;Geschlossenheit&#8221; zu loben, weil nur 16 Leute nicht mit der Regierung gestimmt haben. Nein, wer mich ärgert und irritiert, sind die Grünen, von denen nur ein gutes Drittel gegen die Regierungslinie votiert. Und deren Fraktionschefin Künast (der &#8220;die Wut über Ströbeles Parteinahme deutlich anzusehen&#8221; war<a href="http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/braver-eklat-im-bundestag/">*</a> Ströbele für sein Verhalten eine &#8220;Debatte&#8221; und &#8220;Konsequenzen&#8221; ankündigte.</p>
<p>Äh. Bitte?</p>
<p>Als wär&#8217;s nicht schon schlimm genug, dass die Grünen bei dem ganzen Kriegsthema nicht allzuweit entfernt vom CDU-Hafen ankern, muss man auch noch Ströbele drohen, weil der als Einziger ein bisschen Zivilcourage abseits der Parteienkonkurrenz und ein wenig Fingerspitzengefühl und überhaupt einen Rest von grünem Geist (wir erinnern uns: das waren mal linke Spießbürgerschrecks) zeigt? Mir reicht das langsam, glaube ich.</p>
<p>Vielleicht sollte ich endlich mal aus der Partei austreten, dann muss ich mich weniger ärgern.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Fortschritt wird überschätzt, womöglich</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Feb 2010 21:59:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunnar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Für eine bessere Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Gadgets]]></category>
		<category><![CDATA[Handy]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein kurzer Beitrag, in welchem der Verfasser erst Hoffnung in die moderne Technik schöpft und dann doch wieder verzweifelt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>Ein kurzer Beitrag, in welchem der Verfasser erst Hoffnung in die moderne Technik schöpft und dann doch wieder verzweifelt.</em></p>
<p>Ich bin gerade auf der MWC, dieser Mobilfunk-Messe, die derzeit <a href="http://www.tecchannel.de/kommunikation/1747053/mobile_world_congress_das_waren_die_themen/">groß in den Medien ist</a>. Trotze dem Regen von Barcelona und der Bestuhlungspolitik von Spanair, um mich beruflich und persönlich fortzubilden. Habe Eric Schmidt von Google live sprechen gehört, das neue Samsung Smartphone in der Hand gehabt und diesen absurden Kopfhörer von Docomo gesehen, bei dem man die Lautstärke mit Augenbewegungen regeln kann. Und musste, mit vor Neid gelber Nase, das Grinsen meines Programmierer-Kollegen M. ansehen, der für&#8217;s Absitzen einer Stunde Einweisung in die Grundlagen der Android-Entwicklung von der enthusiasmierten Google-Crew ein Nexus One<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nexus_One">*</a> geschenkt bekommen hat. Während ich bei Microsoft war, um mich über Windows 7 Mobile gehirnwaschen zu lassen. Wieder auf den falschen potenziellen Weltherrscher gesetzt. Ich Depp.</p>
<p>Aber eigentlich war das einzige, was mich halbwegs beeindruckt hat, ein Ladegerät namens <strong>Powermat</strong><a href="http://www.powermateu.com/">*</a>, das Gadgets drahtlos auflädt und zunächst so aussah, als könnte es alle meine Probleme lösen. Wollte das auf der Messe schon vom Stand klauen, aber es war zu gut befestigt. </p>
<p><object width="580" height="360"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/y-e102KlkkM&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;color1=0x5d1719&#038;color2=0xcd311b&#038;border=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/y-e102KlkkM&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;color1=0x5d1719&#038;color2=0xcd311b&#038;border=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="580" height="360"></embed></object></p>
<p>Allerdings: Nach dem Anschauen des Videos verstehe ich die Sache nicht mehr: Wo liegt der Sinn? Ich hatte zuerst gedacht, das Ding könnte magisch einfach alles aufladen, was ich drauflege. Kann es aber nicht. Klar, ich brauche keine Kabel mehr, aber wo ist der Komfortgewinn, wenn ich stattdessen pro Gerät einen spezialisierten Receiver benötige?</p>
<p>Seufz. Wieder einmal löst der technische Fortschritt die Probleme nicht, die mir durch ihn entstehen.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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