Leben in München

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Unser Restaurant, Teil 2

8. November 2008 · 12 comments

Oh. Ich erzählte doch neulich von dieser Vox-Sendung, Mein Restaurant. Ihr wisst schon, die wo so Pärchen um die Wette Restaurants eröffnen und am Ende gewinnt ein Paar und hat einen Sinn im Leben und die anderen müssen schließen und wieder in den Salzminen arbeiten. Eines der Lokale ist bei uns um die Ecke, wir waren dort essen, sind nervig gefilmt worden, kamen aber in der Sendung nicht vor. Dachten wir. Jetzt gab es noch eine Folge, und wir waren drin. For good or worse.

Das ist natürlich nicht von nationalem Interesse, aber ich dokumentiere es hier trotzdem. Ist ja mein Blog. Kann mir ja keiner langweilige Beiträge verbieten.

Nach 40 Minuten kommt das Essen. Die Liebe meines Lebens bleibt gelassen.

Nach 40 Minuten kommt das Essen. Frau L. bleibt gelassen.

Alter Bedienungstrick: Baby betütteln. Stehen Väter drauf. Auch Herr L.

Alter Bedienungstrick: Baby bewundern. Stehen Väter drauf.

TEH BABY: so klein und schon im Fernsehen.

15 seconds of fame: so klein und schon im Fernsehen.

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Morgens, in Bogenhausen

24. Oktober 2008 · 3 comments

Bin heute morgen beim Joggen Hubert Burda begegnet. Wusste gar nicht, dass die Giganten der deutschen Medienlandschaft überhaupt noch zu Fuß gehen. Konnte glücklicherweise der Versuchung widerstehen, ihn zu fragen, ob er mich adoptieren will.

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Haidhausen

20. Oktober 2008 · 10 comments

München ist ja so ein Dörfer-Konglomerat, richtig städtisch wirkt es nur an wenigen Stellen. Auch in Haidhausen, meinem Lieblingsviertel, sieht man noch an vielen Stellen das eingemeindete Dorf durchschimmern. Trotzdem (oder deswegen) ist das ehemalige Armenquartier zwischen Au und Bogenhausen eine der charmantesten Ecken, die München zu bieten hat.

Haidhausen ist ein lebendiges Viertel mit vielen jungen Leuten, aber dennoch kein Szene-Kiez, wo sich das Flair aus der Nähe der Kneipen zueinander errechnet und wochenends die Jeunesse Dorée auf Abenteuersuche geht.

Egal, die Bilder sollen für sich selber sprechen — wer mag, kann mich auf meinem Spaziergang begleiten. Die Fotos sind chronologisch, kundige Haidhausener (so welche mitlesen) können also sogar meinen Weg nachvollziehen.

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Mr Werbung makes you his bitch

17. Oktober 2008 · 1 comment

Werbung

Gesehen in München-Haidhausen, Steinstraße.

Ich hätte den Sticker ja eher auf ein Reklameplakat geklebt.

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Donnerstagslinks

16. Oktober 2008 · 7 comments

### [EIGENWERBUNG] Noch gibt es ein paar Plätze für die Making Games Talents, unsere So-bekomme-ich-einen-Job-in-der-Spielebranche-Konferenz. Ist in Hamburch, am 31.10.2008. [/EIGENWERBUNG] ###

### Wer sich für die Hintergründe der aktuellen Finanzkrise interessiert und gut Englisch kann, sollte sich mal The Money Meltdown angucken. ###

### John Cleese, der Meister, nennt Sarah Palin einen Papagei. Und womit? Mit Recht. ###

### Plakat an der Rennstrecke: Barack Obama kauft In-Game-Werbung in Burnout Paradise (Xbox 360). ###

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Kleine Unterschiede

15. Oktober 2008 · 3 comments

Hübsch finde ich, dass die norddeutsche Postille Der Spiegel den neuen Vilsmaier-Film Die Geschichte des Brandner Kasper (der auf einem bayrischen Schwank basiert) vage angeekelt als “derber Spaß” und “grobschlächtig” beschreibt, während die Süddeutsche Zeitung vor allem die klamaukige Harmlosigkeit im Vergleich zum Original und die zu positive Darstellung des einzigen vorkommenden Preußen beklagt.

Irgendwie habe ich zuweilen das Gefühl, im Ausland zu leben.

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Oh really?

13. Oktober 2008 · 7 comments

Ich bin immer wieder erstaunt über die großäugige Verwunderung der amerikanischen Touristen, wenn ihnen der Reiseführer erzählt, dass der schmale Streifen Asphalt zwischen Fußweg und Fahrbahn für Radfahrer gedacht ist. Erst zucken ihre Mundwinkel, weil sie über den Scherz lächeln wollen, dann sehen sie, dass der Mann das ernst meint.

Also halten sie inne, gucken ungläubig ihre Mitreisenden an und sagen irgendwas wie “Oh, is that so?“.

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Einsatz an der Tierklinik

4. Oktober 2008 · 4 comments

Kürzlich waren wir in der Chirurgischen Tierklinik von München, um unsere arme verletzte Katze zu besuchen.

Die Klinik liegt auf dem Gelände der Uni, das an einem Wochenendtag wie diesem, völlig verlassen ist, bis auf den schnauzbärtigen Pförtner, der an der Schranke in seinem Häuschen sitzt und alle Besucher ignoriert. Irritierend also, dass an der Ecke, wo man zur Tierklinik einbiegt, ein schwarzer Porsche steht, mit einem ausländisch aussehenden Pärchen drin, das gelangweilt in die Luft guckt.

Wir gehen dran vorbei, dann wird das Bild noch wesentlich surrealer: Überall stehen schwarze Vans mit fortlaufenden Nummernschildern — es sieht aus wie eine CTU-Operation. Ich zähle sechs Vans, dazu zwei schwarze Mercedes-Limousinen und der bereits erwähnte Porsche. Und dann die Leute: Bestimmt 20 oder 25 Männer in schwarzen Anzügen laufen auf der Zufahrt zur Tierklinik durcheinander. Die Hälfte mit Funkgeräten und diesem Ich bin nicht zum Spaß hier-Look, den Leibwächter und Türsteher oft vor sich her tragen, bei der andere Hälfte stehen die schwarzen Anzüge für Reichtum, Elite und Oberklasse. Als ich genauer schaue, huschen auch ein paar Damen in Business-Kostümen durchs Bild und steigen in einen der Vans.

Und alle sind Asiaten. Wo bin ich hier gelandet?

Die Liebe meines Lebens geht, unbeirrt vom Trubel, in die Klinik zur Katze, ich warte draußen mit dem Kinderwagen. Fast erwarte ich, angesprochen und weggeschickt zu werden — so sehr sieht das alles nach FBI-Einsatz aus, aber natürlich ignorieren uns die Leute.

Nach einer langen Weile plötzlich Aufregung, ein paar Mann der Leibwächtergruppe beziehen andere Positionen. Ein Mann kommt aus der Klinik und trägt… …einen mageren weißen Pudel, offenbar der Grund für das ganze Bohei. Die Töle wird sorgfältig auf einem Rasenstück abgesetzt, mehr und mehr Anzüge laufen zusammen und umstellen das Tier, das nach ein paar Minuten eine bequeme Stelle gefunden hat und unter allerlei prüfenden Blicken und Getuschel sein Geschäft verrichtet. Einer der Männer aus der Gruppe der Hundegeschäftbeobachter sieht anders aus — er trägt als einziger keinen schwarzen Anzug, sondern Designerjeans, Hemd und Pullunder. Dazu raucht er Pfeife, mit dem Gebaren eines englischen Lords. Er mag in den Fünfzigern sein und ist offenbar der Ranghöchste, das wird aus der Art deutlich, wie sich alles um ihn herum gruppiert. Zudem scheint der Hund ihm zu gehören.

Plötzlich, ohne Vorwarnung, löst sich dann die Versammlung innerhalb von zwei Minuten auf — die Leibwächter steigen in die Vans und die Honoratioren in die Limousinen, dann rauscht die Wagenkolonne an mir vorbei. Einige der Autos tragen Diplomatennummernschilder.

Ich stehe da mit meinen Alltagsklamotten und dem Kinderwagen und komme mir vor, als hätte ich die ganze Sache bloß geträumt.

Ein paar Erkundigungen später: Die Männer waren Thai; der Pudel war nicht krank, sondern nur vom zufällig in Deutschland weilenden Besitzer für einen Gesundheits-Check vorbeigebracht worden, beim Pfeifenraucher handelte es sich um Thronfolger von Thailand, Kronprinz Vajiralongkorn. Immerhin.

Surreal. Sowas passiert einem bloß in München.

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Das alte Problem

30. September 2008 · 8 comments

Anlässlich aktueller Ereignisse rund um den gestrigen Wiesn-Besuch verschiedener Kollegen möchte ich einmal wieder das alte Problem in Erinnerung rufen:

Die Tatsache, dass das Wiesn-Bier auf den ersten Schluck nach Wasser schmeckt und man gut zwei Maß braucht, um überhaupt die erste Wirkung zu spüren, heißt noch lange nicht, dass das Zeug keinen Alkohol enthält. Die Dröhnung setzt eben verzögert ein. Das zu schnelle Trinken ist ein klassischer Anfängerfehler, der mit Kopfschmerz nicht unter Hammerschlag bestraft wird und auch den einen oder anderen Wiesnklassiker inspiriert hat.

Mein alter Freund Niklas hat das Verhalten mancher Leute vor vielen Jahren mal allgemeingültig auf den Punkt gebracht:

“Trinken wie die Großen, Vertragen wie die Kleinen.”

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Italienerinnen allein zu Haus

29. September 2008 · 10 comments

Dass am zweiten Wochenende der Wiesn München voller Italiener ist, das ist eine wohldokumentierte Tatsache. In den U-Bahnen und Frühstückscafés und auf dem Marienplatz wird praktisch kein Deutsch mehr gesprochen.

Dass es sich dabei vornehmlich um Männer in kleinen und mittleren Gruppen handelt, die zum Saufen herkommen, liegt in der Natur der Sache.

Komischerweise habe ich daraus noch nie gefolgert, dass in Venedig und Mailand und Verona und all diesen schönen Städten zum betreffenden Zeitpunkt tausende glutäugige italienische Strohwitwen herumsitzen müssen. Dabei liegt der Gedanke nahe — die Damen begleiten ihre Kerle ja nicht auf die Sauftour. Mein Freund Marc konstatiert also folgerichtig: Als männlicher Single in Italien wäre man an diesem Wochenende quasi konkurrenzlos.

Was zu tun bleibt: Ich gründe ein kleines Reiseunternehmen, miete ein paar Busse und verschicke aus Deutschland rottenweise Single-Männer in die Lombardei, Piemont und den Veneto.

Todsichere Geschäftsidee. Ich bin praktisch schon reich.

Allerdings muss man als Zielgruppe vermutlich mit norddeutschen Männern arbeiten, das bayrische Mannsvolk ist ja mit den Italienern auf dem Oktoberfest.