Herr Kaliban verschenkt Teile seines Überflusses.
Meine Frau und ich haben irgendwann die Erkenntnis gewonnen, dass wir eigentlich von allem genug besitzen. Und dass unsere Wohnung zu klein ist, um immer noch mehr Bücher, DVD-Boxen, Videospiele, iGeräte oder anderen Schnickschnack hineinzuschleppen. Da man aber im Interesse des eigenen Seelenheils natürlich nicht völlig auf das Kaufen neuer Medienprodukte verzichten kann, versuchen wir halbwegs konsequent, Gebrauchtes wieder abzustoßen.
Nun, aber wie das eben so mit derlei Plänen im Zeitalter des Konsums ist, kommt man oft nicht recht hinterher. Daher unternehme ich jetzt einen Befreiungsschlag und verschenke auf einen Rutsch zehn Bücher. An euch, wenn ihr wollt. Sind alle englisch, alle ungefähr im Scifi-Segment angesiedelt. Ich habe die meisten davon gelesen und fand sie auch gut. Hier, diese:

Wer sie haben will — und wir sprechen hier vom ganzen Paket, frei Haus, Lesestoff für Monate — muss nichts weiter tun, als einen Trackback auf diesen Beitrag zu setzen. So, dass er im Feld über den Kommentaren auftaucht. Das geht mit simplen Links aus WordPress-Blogs, Trackbacks aus anderen Blogs und dem Posten des Links zu diesem Beitrag auf Twitter. Aus den eingehenden Links ziehe ich dann einen Gewinner.
Okay? Dann los. Wenn kein Link eingeht, bin ich beleidigt und lese alle Bücher aus Protest nochmal. Das könnt ihr nicht wollen.
Update I: Äh, sacht mal Leute, ihr würdet nicht so weit gehen, extra für ein kleines Gebrauchtbuchgewinnspiel Twitter-Accounts zu gründen, oder?
Update II: So. Schluss. Danke für die zahlreichen Verlinkungen. Der Gewinner ist… Herr “Gigatoreador”, ausgewählt als Referrer Nr. 9 laut der unbestechlichen Entscheidung von Random.org. Ich wünsche viel Spaß mit den Büchern!


Ich sach’ mal, grundsätzlich stehe ich dem deutschen Film eher wohlwollend gegenüber — Deutsch ist nun mal meine Muttersprache, und auch ein mittelmäßiger deutscher Schauspieler klingt echter als ein amerikanischer Großmime. Der zuweilen in deutschen Filmen (“Sieben Zwerge”, “Schuh des Manitu” etc.) manifestierte Holzhammerhumor hingegen, nun, das ist eine andere Geschichte. Habe daher immer einen Bogen um Streifen gemacht, die den Eindruck erweckten, sie würden in Sachen Witz den Bogen zurück zu “Otto: der Film” schlagen wollen. Einen leisen Verdacht, der neue Jerry Cotton könnte in diese Kategorie fallen, hegte ich nach Ansicht des Trailers (siehe unten), in dem Christian Ulmen einen klamaukigen Auftritt hat. Außerdem dachte ich, dass sich Jerry Cotton, der Held der unzähliger stereotyper Heftromane (von denen ich vor so 25 Jahren ein paar Dutzend gelesen habe), nicht besonders für eine Parodie eignet, weil’s der Figur an Eigenheiten fehlt. Ich meine: FBI-Agent, harter Bursche, fährt einen roten Jaguar, schießt gut, hat einen Kollegen, fertig. Gibt doch nicht viel her, oder?
Und dann? Dann nimmt die Handlung Fahrt auf, und der Film zeigt deutlicher, wo er hin will: Weg von der Parodie und Hommage an B-Movies und Heftromane, hin zur für sich stehenden Action-Komödie. Wirft einem eine schräge Bösewichter-Figur nach der anderen entgegen, die alle auf bekannten Stereotypen aufsetzen, aber dennoch einen ganz eigenen Charme mitbringen. Lässt den Ulmen gnadenlos so lange die typische Ulmen-Nummer abziehen, bis man sich gewöhnt hat. Und plötzlich steht Tramitz als Cotton, der unterkühlt den stoischen, unerschütterlichen Helden gibt, im Zentrum eines bunten Wirbels aus quasi Austin Power’scher Absurdität und wirkt in seiner ganzen Überzogenheit fast normal. Da fällt dann alles irgendwie an seinen Platz, man kommt in den Rhythmus — und der Film funktioniert. Erstaunlicherweise halten nicht einmal die Traumsequenzen (sonst gerne ein sicherer Stimmungsstopper) die Handlung auf, die mit Wucht einem Showdown zustrebt, der fairerweise auch echt showdownig in Szene gesetzt ist — ich fühlte mich kurz wohlig an einen Videospiel-Bosskampf erinnert. Wow.

