Spielzeug

Diablo-isches zur Mitternacht

by Gunnar on 15. Mai 2012 · 16 comments

Die Ex-Kollegen von der GameStar, in Gestalt des geschätzten Herrn Gameovermeier, waren gestern Nacht unterwegs.

Mich lässt dieses Diablo-Ding ja relativ kalt, aber damit bin ich wohl ein Außenseiter.

Liebe Mitlesende, habt ihr schon zugeschlagen? Seid ihr gar schon durch? Gefällt’s denn überhaupt nach all dem Hype und Anti-Hype?

One theory to rule them all

by Gunnar on 11. Mai 2012 · 11 comments

Falls da draußen noch jemand ist, der Mass Effect 3 gespielt und diesen Video nicht gesehen hat…

…der sollte es nachholen. Beides.

Okay, das Video ist anderhalb Stunden lang, und der Macher redet in einem ziemlichen Angebertonfall daher (“I will present the most compelling evidence blabla”), aber ich hab’s mit viel Freude gesehen. Ist so’n Fanboy-Ding, nehme ich an.

UPDATE: Oh, gibt dazu wohl einen Fan-War. Mitleser Dobby empfiehlt dieses hier als Alternative. Und Sprengkobold schlägt dieses vor.

Okay, okay, es ist billig, sich über automatische Übersetzungen von Produkttexten auszulassen, aber dieser hier ist so besonders schön:

Aber das tollste ist die mit dem Pfeil markierte Stelle, an der der ausfüllende Mensch verschämt darauf hinweist, dass die Übersetzung im Spiel besser sei als diese Update-Notes. Schön.

Ein Brief an die Spieleindustrie

by Gunnar on 24. April 2012 · 31 comments

Background: Vor allem in UK, mit der gerade erfolgten Pleite der Spielehandelskette GAME und dem starken Konsolenmarkt, läuft seit einem Monat eine Diskussion um das Thema “Machen gebrauchte Spiele das Geschäftsmodell der Spieleindustrie kaputt?”. Angeheizt wird die Debatte durch die Gerüchte um die Nachfolger von PS3 und Xbox 360, die angeblich keine Gebrauchtspiele mehr abspielen werden.

Dazu ein paar Anmerkungen von mir, in der derzeit beliebten Form des offenen Briefs:

Liebe Spieleindustrie,

wir kennen uns doch schon lang, dennoch habe ich manchmal das Gefühl, dass ich über Dich zuviel weiß, Du über mich aber gar nichts. Vielleicht trügt mich meine Eitelkeit aber nur, vielleicht weißt Du alles über mich, lässt nur eben Deine Handlungen nicht beeinflussen. Ich meine, hey, wenn Du mich kennen und schätzen würdest, würdest Du doch nicht all diese waffengeile Militärscheiße rausbringen, all die DRM-vernagelte Mittelmäßigkeit, all diese halbfertigen DLC-Fallen. Aber nun ja.

Liebe Spieleindustrie, ich erzähle Dir mal was Wichtiges über mich:

Ich kaufe jeden Monat ein Spiel.

Okay, das ist nicht ganz richtig, ich kaufe jeden Monat viel mehr Spiele, Indie-Games, iPhone-Games, kleine Sachen sozusagen. Aber in eurer Definition, im klassisch vollpreisigen Sinne kaufe ich pro Monat ein Spiel. Das kostet mich, weil ich zu träge bin nach Sonderangeboten zu schauen und bevorzugt auf der Konsole spiele, in aller Regel 69,90 Euro.

Das ist gar kein schlechter Preis, den ich da klaglos zahle: Für dasselbe Geld bekäme man auch 5 bis 10 Kinobesuche (ohne Popcorn), Battlestar Galactica komplett auf 25 DVDs (mit reichlich reichlich Popcorn), ein Jahresabo von GameStar oder die ersten sechs Bände von Unwritten. Oder einen Bordellbesuch, vermutlich, aber da kenne ich mich mit den Preisen nicht aus.

Für die 70 Steine bekomme ich, das weiß ich zu schätzen, ein hochwertig produziertes Entertainment-Produkt, das mich manchmal, es ist schwer vorauszusehen, 8 Stunden fesselt, manchmal auch 50 Stunden. Manchmal bin ich auch enttäuscht, übrigens nie wegen Grafik oder Bugs, sondern eigentlich immer nur wegen der polierten Seelenlosigkeit mancher Produkte. Das aber ist eine andere Geschichte. Also, egal, ob’s gut war oder mau, ich sitze nach Benutzung auf einem für mich wertlosen Produkt: Ich sammele nicht, ich wiederspiele nicht, das abgespielte Spiel fängt bei mir Staub. Ergo tue ich das, was ich mit allen anderen Dingen auch tue: Ich verschenke es, verleihe es, verkaufe es. Das mache ich mit Büchern, Kaffeemaschinen, Handys, DVDs, CDs und allem — mein Herz hängt nicht an Vintage dies und Retro das, ich versuche mein Leben ballastfrei zu halten.

So bin ich nun mal, liebe Spieleindustrie, das hast Du immer gewusst.

Und nun lese ich, dass ich schuld sein soll, dass das alles so schwierig ist mit dem Profit und dass Singleplayer-Games wegen mir sterben und dass das alles Notwehr ist und überhaupt. Das alles wirft man mir, metaphorisch, an den Kopf, quasi sobald ich den Laden um 70 Euro ärmer verlassen habe. Das macht mich nicht glücklich, ehrlich gesagt. Ich war der Meinung, es sei völlig okay, dass ich ein physikalisches Gut als mein Eigentum betrachte, aber ihr wollt es mir lieber nur vermieten. Gerne aber zum vollen Preis. Tja, dann kommen wir wohl nicht zusammen, liebe Spieleindustrie.

Ich sag’s hier mal ganz offen: Wenn ich mein 70-Euro-Spiel nicht wieder verkaufen kann, dann kaufe ich eben kein 70-Euro-Spiel mehr. Was mich dann vielleicht noch von dem Problem befreit, eine 500-Euro-Konsole erwerben zu müssen. Auf dem Handy, mit seinen 79- bis 799-Cent-Spielen (die mich aber auch gerne mal ein paar Wochen beschäftigen), da nehme ich es gerade noch hin, dass mir die bezahlte Ware nicht wirklich gehört, aber im Premium-Segment, liebe Industrie, im Premium-Segment erwarte ich mehr.

Also, hört auf, schlecht über mich und mein Geschäftsgebaren zu reden, und verkneift euch den Quatsch mit der Anti-Gebrauchtspiel-Konsole, sonst sind wir geschiedene Leute.

Herzlichst,

Euer Gunnar.

P.S. Und ja, es ist mir wurscht, ob meine Position in dieser Sache völlig konsistent ist.

Wie das mit den Vorsätzen so ist: Kaum drei Monate nach dem ersten Resultat meines Entschlusses, mehr Interviews zu posten, kommt “schon” Nr. 2. Also, ich sprach mit Falko Löffler, Fantasy-Autor und Computerspieletexter, über seine Arbeit.

Falko Löffler (Jahrgang ’74) ist seriös examinierter Literatur- und Medienwissenschaftler, schreibt aber seit 1996 Texte für Computerspiele, seit 2003 als freier Autor. Derzeit arbeitet er unter anderem für Deck13 an “Jack Keane 2″, überarbeitet seinen nächsten Roman und fragt sich im Politblog “Weißes Rauschen”, was er von der Piratenpartei halten soll.

Herr Kaliban Falko, Du schreibst für Spiele. Ist das nicht schon nahe am Texten für Frühstücksflockenpackungen?

[click to continue…]

Sponsored Video: Darksiders 2

by Gunnar on 16. März 2012 · 5 comments

Mal ausnahmsweise ein Spiele-Trailer. Weil’s so schön ist. Der Titel kommt Ende Juni.

Die Ex-Kollegen von der GamePro haben neulich auch ein sehr enthusiastisches Preview gepostet.

Agliophobia

by Gunnar on 3. März 2012 · 18 comments

Wenn man unversehens einen handschriftlich adressierten Brief bekommt, einen aufwändig beklebten zudem, dann gibt’s nur zwei Möglichkeiten:

1. Eine heimliche Verehrerin hat sich ein Herz gefasst und schickt mir einen Liebesbeweis aus Papier und Klebstoff.

2. Ich stehe noch irgendwelchen Journalisten- oder Gamesblogger-Listen und bin gerade von einer hippen Berliner Agentur für virales Marketing angeschrieben worden.

Hm. Naja, wir wissen ja alle, welches die wahrscheinlichere Lösung ist.

Im Brief liegt ein Zettelchen:

Irgendjemand fragt mich, ob ich nicht doch noch zuweilen Angst vor Monstern unter dem Bettt habe und unterschreibt mit “Der Herr Deiner Angst”.

Offenbar keine Verehrerin, naja.

Außerdem im Brief liegt ein mit grauem Mull überwickeltes Brettchen, auf dem eine Karte steckt:

Ganz hübsch- Hm, Agliophobie, das ist die Angst vor Schmerz. Bin nicht viel schlauer jetzt, aber es ist ja die übliche Masche, sowas mit einer kryptischen Sendung anzufangen und die Sache in einer zweiten Welle dann aufzulösen. Ich halte euch auf dem Laufenden, vielleicht ist es ja auch eine Drohung eines realen Geheimbunds oder das Werk eines Stalkers.

Update: Manu hat eine andere Karte bekommen, zur Coulrophobie (Angst vor Clowns).

Fear and Loathing in Skyrim

by Gunnar on 21. Dezember 2011 · 13 comments

Der folgende Text wurde als Gastbeitrag für den Adventskalender von Polyneux geschrieben und sollte, so war der Plan, hier einfach nochmal veröffentlicht werden. Dann gefiel er mir nicht mehr, irgendwie, und ich fing an, an Sätzen und Abschnitten herumzubasteln. Jetzt erscheint er hier in einer deutlich veränderten Fassung. Texte sind eben eine Baustelle, ich drücke jetzt auf »Publish«, ehe ich nochmal von vorne anfange..

Ich habe dieses Problem mit virtuellen Welten.

Für mich funktionieren sie nicht, meistens.

[click to continue…]

Leben in Himmelsrand

by Gunnar on 10. Dezember 2011 · 7 comments

Mythic Entertainment, das ist eine MMO-Firma aus Fairfax (Virginia, USA), die später zu EA Mythic, dann wieder zu Mythic Entertainment und schließlich zu Bioware Mythic wurde. Aber das ist eine lange Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Besagte Firma also besuchte ich mal, Anno 2006, es ging um einen Artikel über Warhammer Online, den ich zu schreiben hatte. Ich verbrachte einen schrecklichen Tag in Fairfax, weil ich schwer erkältet ankam (aber das ist noch eine andere Geschichte). Am Rande des Besuchs traf ich das freundliche Team von Dark Age of Camelot, Mythics bekanntestem Titel (das Online-Rollenspiel von 2001, ihr erinnert euch), und führte ein nettes Gespräch mit einem der Entwickler. Der Herr sagte eine Sache, die mir eigenlich instinktiv klar war, die ich aber bis dahin so nicht hätte benennen können — bei Rollenspielen, besonders aber MMOs, findet ein wesentlicher Teil des Spielens abseits vom PC statt. Oder anders: Rollenspiele sind, trotz Charakteridentifikation und Story und ausgefeilter Welt, Spiele, in die man nicht einsinkt, wie in ein Action-Adventure oder einen Ego-Shooter.

Rollenspiele lebt man.

Ein Vergleich, um es zu verdeutlichen: Wenn ich, sagen wir, Crysis 2 spiele, so ist das eine intensive Erfahrung, wie bei einem Kinofilm — ich bin in jeder Sekunde angespannt und voll dabei, ducke mich instinktiv unter den Kugeln weg und darf nicht gestört werden, sonst geht mein Erlebnis kaputt. Wenn ich aber aufhöre, ist es erstmal vorbei. Wenn ich, was Gott verhüten möge, World of Warcraft spiele, so ist das eigentliche Spielen weniger wichtig, ich kann beim Spielen auf dem zweiten Monitor Mails checken, eine Pizza essen und mich mit der Katze unterhalten. Aber in meinem normalen Tag ist das Spiel ständig präsent: Ich denke über meine nächsten Wege nach, über Skillungen, über Orte, die ich besucht habe. Und ich rede mit Freunden über meine Taktiken, meine Erlebnisse, meinen Charakter. Es gibt ja so vieles, mit dem man sich beschäftigen kann.

Klingt jetzt einigermaßen trivial, aber der Gedankenansatz erklärt zum Teil die dauerhafte Faszination von (Online-)Rollenspielen. Mir fiel das alles gerade wieder ein, weil mich Skyrim jetzt schon einige Zeit so begleitet, wie andere Leute das von WoW kennen. Naja, nicht ganz so, aber es geht in die Richtung. Ich bin sogar so weit gegangen (was ich seit Fallout 3 nicht mehr getan habe), die Hauptquest abzubrechen und systematisch Nebenquests zu suchen. Weil ich nicht will, dass das Spiel endet.

Ach, es ist schon schön in Himmelsrand.

Am Rande: Der Typ von Mythic nannte Rollenspiele “beardy games” (und machte dabei die Geste des sich nachdenklich am Bart Kratzens). Nett. Ich glaube, wir bezeichneten früher, zu Warhammer Tabletop-Zeiten, die überehrgeizigen Regelfetischsten als “beardy”. Keine ganz falsche Analogie.

[Dies ist eine minimal aktualisierte Neufassung eines alten Blogposts.]

Skyrim-Momente

by Gunnar on 22. November 2011 · 17 comments

Ach, man könnte die ganze Zeit, in der man nicht Skyrim spielt, auf Youtube Skyrim-Videos angucken. Selbst die Glitches sind eine reine Freude.

Und hey, wenn wir schon mal dabei sind, hier sind noch drei hübsche: Der Riese und Lydia / Amazing Horse!!1 / Der lange, lange Fall vom Berg

Wie tolerant man doch mit Bugs ist, wenn das Spiel drumherum brillant ist. Bei Gothic seinerzeit wehte der Wind rauer, wenn man sich entsinnt: Chris gleitet durch Gothic 3.

Ein Wort noch zum Spiel: Bin in Skyrim erst Level 11 oder so, möchte aber jetzt schon anmerken, dass es vermutlich mein Spiel des Jahres ist. Andererseits habe ich das bei Oblivion seinerzeit bis zur Spielstunde 18 auch gedacht, und dann hab’ ich’s in die Ecke gefeuert und nie wieder angeschaut. Diesmal erscheint mir aber die Welt interessanter zu sein, und die Freiheit erschlägt mich nicht so. Aber mal gucken.

Crowdsourcing: Fußball und Flashgames

November 21, 2011

Kurze Meldung in eigener Sache:

Ich möchte in nächster Zeit, ergänzend zu den Sonntagslinks, ein paar thematische Linklisten veröffentlichen, namentlich

a) eine mit tollen Browserspielchen für zwischendurch (ich denke an Perlen wie Canabalt)

und

b) eine mit Blogs, Podcasts und generell interessanten Seiten zum Thema Fußball (sowas wie das hier).

Vielleicht auch noch weitere, wenn’s gefällt. Aber erstmal …

Read the full article →

Skyrim Skillshot

November 19, 2011

Wenn all der Ehrgeiz, den Spieler bei Spielen entwickeln, nur in, sagen wir, Straßenreinigung umzuleiten wäre, man könnte in Karlsruhe-Südstadt sein Frühstück vom Asphalt essen.

Read the full article →