Vater sein dagegen sehr

Fan oder nicht Fan?

by Gunnar on 30. August 2014 · 2 comments

Ein kurzer Dialog mit dem Goldkind.

Das Goldkind so: Papa, bist du nicht Fan von Hannover 96?
Ich: Ja, weißt du doch.
Goldkind: Aber auch von Deutschland, oder?
Ich: Äh, natürlich.
Goldkind: Und wenn Deutschland gegen Hannover spielt?
Ich: Aber das passiert nie.
Goldkind: Aber wenn?
Ich: Vermutlich trotzdem für Hannover.
Goldkind: Aha! Du würdest Deutschland hängen lassen?! Dann bist du kein echter Fan!

Argh. Erst sechs und sie argumentiert wie ein Internet-Troll. Das kann noch was werden.

Die Zeit

by Gunnar on 6. Juli 2014 · 6 comments

Dialog mit dem Goldkind:

Ich: Nun mach, es ist schon spät. Wir müssen los.
Goldkind: Das liegt nicht an mir, das liegt an der Zeit.
Ich: Huh?
Goldkind: Ja, die Zeit ist immer so pünktlich. Die beeilt sich immer. Die will einfach nicht zu spät kommen.
Ich: …
Goldkind: Streberzeit!

Hm. Nun. Das mit der unangenehmen Pünktlichkeit der Zeit ist mir auch schon aufgefallen.

Coole Schuhe

by Gunnar on 2. Juli 2014 · 2 comments

Sehr kurze Goldkindgeschichte:

Eben, im Schuhladen.

“Papa, du solltest die Schuhe nicht kaufen.”
“Huh? Warum nicht?”
“Die sind zu cool für dich.”

Ah. Und das Kind ist erst sechs. In zwei Jahren geht sie nicht mehr mit mir auf die Straße, nehme ich an.

Was beim Essen wichtig ist

by Gunnar on 13. Juli 2013 · 16 comments

Es ist abends. Herr Kaliban, gerade in einer Phase von “Wie ernähre ich mich richtig”, liest das Internet quer. Schlimm ist das, alles widerspricht sich, zu jeder gesichterten Erkenntnis gibt’s eine Gegenmeinung. Er liest und liest und diskutiert nebenbei mit einem ernährungsbewussten Kollegen im Chat, da erwacht das Goldkindtm — und stellt die magisch passende Frage, direkt aus dem Traum heraus.

Goldkind: Papa, weißt du, was du kochen musst?

Herr Kaliban: (schaut mit großen Augen, erwartet jetzt die Lösung für alles, das Goldkind, Kindermund tut Wahrheit kund, wird die Lösung einfach aussprechen, jetzt) Uh?

Goldkind:
Na, wie heute: Essen ohne Sauce. Damit ich mein schönes neues Kleid nicht vollkleckern kann.

Ah, stimmt, DAS ist natürlich das Wichtigste beim Essen. Wie fehlgeleitet man manchmal ist, so als Erwachsener.

Ich? Wieso ich?

by Gunnar on 10. Mai 2013 · 8 comments

Mit der Verantwortung ist es so eine Sache beim Goldkindtm.

Goldkind: Mir ist ein bisschen kalt.
Herr Kaliban: Ja, nun, es mag daran liegen, dass du keine Jacke anhast.
Goldkind: Aber wir haben meine Jacke auch gar nicht dabei!
Herr Kaliban: Ja, weil du dich vorhin auf den Boden geworfen, mit allen Gliedmaßen gezappelt und darauf bestanden hast, dass — ich zitiere — die Jacke nicht “schick genug” sei, um zu der sensationellen Kombination von Streifen getragen zu werden, für die du dich heute entschieden hast.
Goldkind: Mh.
Herr Kaliban: Ja, du wolltest das so, da bist du selber schuld.
Goldkind: Aber, du hast es doch erlaubt! Also bist du auch schuld!
Herr Kaliban:
Goldkind: Eigentlich bist du viel mehr schuld, ich bin ja noch klein!

Kurze Zeit später.

Herr Kaliban: Bleib an der Ampel bitte stehen.
Goldkind: Aber es ist doch grün.
Herr Kaliban: Bleib bitte trotzdem kurz stehen, bis ich da bin.
Goldkind: (schreit) ARRGHH! IMMER MUSS ICH WARTEN! DAS IST DOCH DOOF!
Herr Kaliban: Hey, schrei mich nicht an, nur weil ich versuche, dich vor Schaden im Straßenverkehr zu bewahren.
Goldkind: (schreit minimal leiser) IMMER! DOOF!
Herr Kaliban: Ich möchte nicht von dir angeschrien werden. In der Stimmung geht es nicht auf den Spielplatz, komm, wir gehen wieder nach Hause.
Goldkind: Aber ich wollte gar nicht schreien. Das hat sich nur mein Kopf ausgedacht. Es war nicht meine Schuld!

Hm. Das müssen wir noch üben, das mit dem Übernehmen von Verantwortung fürs eigene Handeln. Aber nun, die meisten Erwachsenen können es ja auch nicht, vielleicht sollte man dem Kind keinen Vorwurf machen.

Pinguine am Nordpol

by Gunnar on 4. April 2013 · 13 comments

Herr Kaliban und das Goldkindtm diskutieren.

Goldkind: Eisbären fressen Fische. Und Pinguine.
Herr Kaliban: Nein, Pinguine und Eisbären begegnen sich nie. Eisbären leben am Nordpol, Pinguine am Südpol.
Goldkind: Das ist gar nicht wahr!
Herr Kaliban: Dochdoch, das stimmt schon.
Goldkind: Nein, Pinguine leben auch am Nordpol bei den Eisbären.
Herr Kaliban: Nein.
Goldkind: Hör doch, sogar im Lied “Pitsch Patsch Pinguin” heißt es:

Vier kleine Pinguine
Laufen übers Eis.
Pitsch, patsch, Pinguin,
Sie watscheln schon im Kreis.
Pitsch, patsch, Pinguin,
Sie watscheln schon im Kreis.

Horch, wer brummt denn da?
Das muss ein Eisbär sein!
Und sie ducken sich
Und machen sich ganz klein.
Und sie ducken sich
Und machen sich ganz klein.

Goldkind: Siehst du? Sage ich doch. Eisbären und Pinguine leben am selben Ort.
Herr Kaliban:

Hm. Sie hat der Sache nach natürlich unrecht, aber ihre Methodik war besser: Ich habe nur behauptet, sie hat eine Quelle zitiert, um ihre Ansicht zu belegen. Punkt für sie.

Deutschländer

by Gunnar on 17. März 2013 · 2 comments

Herr Kaliban und das Goldkindtm sind auf einem Kindergeburtstag. Es gibt Amerikaner* in zwei Geschmacksrichtungen: mit heller Zuckerglasur und dunkler Schokoglasur. Alle sind lustig mit Gesichtern verziert.

Goldkind: (nimmt sich einen hellen Amerikaner)
Herr Kaliban: (schaut zu)
Goldkind: (sinnierend) Hm.
Herr Kaliban: Ja?
Goldkind: Gell Papa, die weißen Amerikaner müssten eigentlich Deutschländer heißen, oder?
Herr Kaliban: Huh?
Goldkind: Ja, die sind doch weiß. Die schwarzen sehen eher wie Amerikaner aus.
Herr Kaliban:

Eine Sache, die sich in Gesprächen mit dem Goldkind häuft: Immer öfter sagt sie irgendwas, wobei ich null Anhnung habe, wie sie darauf kommt. Oder wo sie den Bezugspunkt her hat. In diesem spezifischen Fall nehme ich an, es hat etwas damit zu tun, dass sie noch nie in ihrem Leben einen Amerikaner getroffen hat, der nicht schwarz gewesen wäre. Dennoch ein surrealer Dialog.

Wenn Väter zu viel trinken

by Gunnar on 22. Februar 2013 · 14 comments

Herr Kaliban und das Goldkindtm essen auswärts zu Mittag.

Goldkind: (vernehmlich) Papa!
Herr Kaliban: Huh?
Goldkind: Immer trinkst du Alkohol. ZU JEDER MAHLZEIT!
Herr Kaliban: Bitte?!?
Goldkind: Heute morgen zum Frühstück auch schon!
Fremde Leute: (schauen interessiert rüber)
Herr Kaliban: Was? Ich trinke Cola. Light obendrein. Und heute morgen Kaffee.
Goldkind:
Herr Kaliban: Ach, Du meinst nicht Alkohol, Du meinst Koffein. (schaut zu den Fremden Leuten hinüber) KOFFEIN! Nicht Alkohol.
Fremde Leute: (schauen wieder weg)
Goldkind: Ach, Koffein, Alkohol, egal. Alles, was Kinder nicht dürfen, sollten auch Erwachsene nicht trinken. Das ist nicht gesund!

Hm. Tja. Nun. Vielleicht.

Wie der Sozialismus zurückkehrte

by Gunnar on 3. Februar 2013 · 10 comments

Herr Kaliban und das Goldkindtm lesen lehrreiche Geschichten von Carl Barks.

Herr Kaliban: Und dann sagt Onkel Dagobert, Donald, wir reisen nach Afrika.
Goldkind: Aber was will der Dagobert in Afrika!
Herr Kaliban: Na, den Schatz finden. Der ist doch wertvoll.
Goldkind: Aber der hat doch schon so viel Geld!
Herr Kaliban: Nun, er hätte eben gerne noch mehr.
Goldkind: Der braucht nicht noch mehr. Der sollte besser Donald mal was abgeben!
Herr Kaliban: Nun ja.
Goldkind: Oder man sollte den Dagobert festhalten und ihm mal ordentlich Geld abnehmen. Das wäre richtig! Der hat doch viel zu viel, wenn der darin rumschwimmt.

Wenn ihr euch in 30 Jahren, nachdem das Goldkind die Revolution ausgerufen und europaweit den Kommunismus eingeführt hat, mal fragt, wie das alles so kommen konnte, hier ist die Antwort: Disney ist schuld.

[Äh, heute keine Sonntagslinks, ausnahmsweise. Sorry.]

Katzenprobleme

by Gunnar on 4. Januar 2013 · 10 comments

Herr Kaliban und das Goldkindtm sprechen über eine ernste Sache.

Herr Kaliban: Ich muss heute noch einmal mit der Katze zum Tierarzt.
Goldkind: Hm?
Herr Kaliban: Und, hörst du, es kann sein, dass sie sehr krank ist.
Goldkind: Hm?
Herr Kaliban: Es kann (kurzes Ringen um Fassung), es kann sein, dass das nicht heilbar ist. Und dass sie dann bald… stirbt.
Goldkind: Oh nein!
Herr Kaliban: Ja, es ist schlimm.
Goldkind: Aber du, Papa, es gibt doch so Läden, wo man Tiere kaufen kann.
Herr Kaliban:
Goldkind: Da könnten wir ja dann, wenn die Katze tot ist, einen Wellensittich kaufen. Das ging doch bisher immer nicht. Weil die sich nicht vertragen. Das wär’ doch dann kein Problem mehr.

Uh. Nun, offenbar gehen Kinder mit dem Tod von Haustieren, äh, UNVERKRAMPFTER um, als man gemeinhin denkt. Das, oder diese Frucht meiner Lenden ist einfach überdurchschnittlich materialistisch.

Die vielen schlechten Tage

Dezember 8, 2012

Der Herr Kaliban weckt das Goldkindtm. Es ist 7:15 Uhr und noch dunkel draußen. Herr Kaliban: (klopft) Guten Morgen! Goldkind: Arrggghhhhhhhhhllllllllllllll! Herr Kaliban: Hallo? Goldkind: (wälzt sich im Bett, strampelt) Das ist KEIN GUTER TAG! Du hast mich geweckt!!! Herr Kaliban: Nun, immer ruhig, ich wecke dich jeden Morgen. Goldkind: Ja! ALLES SCHLECHTE TAGE! Ist […]

Read the full article →

Psychiatrie für Einsteiger

Dezember 3, 2012

Herr Kaliban und das Goldkindtm nähern sich einer komplexen Thematik. Goldkind: Warum muss die Mama so früh aus dem Haus? Herr Kaliban: Sie hat einen Termin mit einem Patienten. Goldkind: Was macht sie mit dem? Herr Kaliban: Nun, Mama ist ja Psychiaterin. Sie redet mit ihm. Goldkind: Was? Wie? Herr Kaliban: Psü-chi-a-ter-in. Das ist eine […]

Read the full article →