Action-Rollenspiel

Diablo-isches zur Mitternacht

by Gunnar on 15. Mai 2012 · 16 comments

Die Ex-Kollegen von der GameStar, in Gestalt des geschätzten Herrn Gameovermeier, waren gestern Nacht unterwegs.

Mich lässt dieses Diablo-Ding ja relativ kalt, aber damit bin ich wohl ein Außenseiter.

Liebe Mitlesende, habt ihr schon zugeschlagen? Seid ihr gar schon durch? Gefällt’s denn überhaupt nach all dem Hype und Anti-Hype?

One theory to rule them all

by Gunnar on 11. Mai 2012 · 11 comments

Falls da draußen noch jemand ist, der Mass Effect 3 gespielt und diesen Video nicht gesehen hat…

…der sollte es nachholen. Beides.

Okay, das Video ist anderhalb Stunden lang, und der Macher redet in einem ziemlichen Angebertonfall daher (“I will present the most compelling evidence blabla”), aber ich hab’s mit viel Freude gesehen. Ist so’n Fanboy-Ding, nehme ich an.

UPDATE: Oh, gibt dazu wohl einen Fan-War. Mitleser Dobby empfiehlt dieses hier als Alternative. Und Sprengkobold schlägt dieses vor.

Herr Kaliban guckt sich sein aktuelles Spiel ein bisschen genauer an.

Hm. Da ist doch was komisch in Deus Ex: Human Revolution.

Wir springen mal in die erste Zwischensequenz am Anfang des Spiels, in der Adam, das ist der Held, mit Megan Reed redet. Die Reed ist seine Kollegin und Ex-Freundin und das obligatorische Superchick, das man dieser Tage häufiger in Comicsspielenfilmen findet: der Nobelpreisträgerhirn-im-Supermodel-Körper-Typus.

Unhöflicherweise telefoniert er nebenbei.

Und liest Zeitung, auf einem Tablet oder sowas.

Doch halt, was steht denn da?

[blabla]terrorist attack on Sarif Industries. [blabla] in the attack was Dr Megan Reed.

Oh. Die aktuelle Zeitung berichtet schon von dem Überfall, der im Spiel erst in ein paar Minuten stattfindet. Adam hätte also alles verhindern können, hätte er bloß den Detroiter Journalisten mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Denn kurz danach geschieht, was die Zeitungsmeldung vorausgesehen hat:

Ein Haufen muskulöser Cyberfritzen attackiert das Gebäude und schlachtet die Wissenschaftler hin. Megan wird getötet, Adam nur knapp gerettet, unter Einsatz von aufwändiger Schnickschnacktechnologie.

Hm.

Prophetische Redekteure? War das überhaupt keine Zeitung, sondern ein Planungsdokument der Terroristen? Wusste Adam Bescheid? Ist alles eine gigantische Verschwörung?

Oder hat da der Zwischensequenzenbauer bei Eidos Montral einfach nicht aufgepasst?

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Ich kann da auch nichts für

by Gunnar on 11. Februar 2010 · 18 comments

Ein kurzer Beitrag, in welchem dem Autor verstörende Tendenzen zeigt.

Gestern, Nordschwabing, 18:57. Ich gehe durch die dunklen, schneeverwehten Straßen vom Büro zur U-Bahn. Der Zufallsgenerator im iPod wählt als nächstes Lied etwas Beschwingtes, mit Country-Einschlag. Selbstvergessen wippe ich mit, den Oberkörper rhythmisch bewegend. Bis mir auffällt, dass ich dabei — in meiner dicken Winterjacke, mit der spitzen Kapuze auf dem Kopf — aussehen muss wie ein betrunkener Zwerg aus Schneewittchens Gefolgschaft. Ich halte inne und schaue mich um, ob jemand meine kleine Albernheit bemerkt hat. Heutzutage weiß man ja nie, ob man nicht gerade von touristischen Handykameras oder chinesischen Satelliten gefilmt wird. Auf der Straße ist wenig los, aber ein paar Schritte hinter mir kommen zwei, drei kleinere Praktikanten. Sie marschieren an mir vorbei, den Blick fest auf den Boden geheftet. Ich weiß nicht, ob sie etwas bemerkt haben, aber das ist jetzt auch egal: Ich ziehe das M-15 Vindicator Sturmgewehr* und feuere ein paar kurze Stöße. Sie fallen um wie Geth. Jetzt fällt mir auf, dass drüben auf der anderen Straßenseite jemand aus dem Fenster schaut, ein Zeuge — ich wechsele zum Präzisionsgewehr M-97b Viper. Tschack! Ich krame nach der Infernogranate, aber es ist kein Ziel mehr in Sicht. Okay. 75 “Renegade”-Punkte. Ich gehe weiter zur U-Bahn.

Hm. Äh.

Vielleicht spiele ich zu viel Mass Effect 2.

Fallout!

by Gunnar on 8. Februar 2010 · 9 comments

Da sag’ noch einer, es seien schlechte Zeiten für Leute, die ihre Rollenspiele gerne ohne Chatkontakt mit fremden Menschen spielen.

Alles Gute zum Geburtstag, System Shock 2

by Gunnar on 11. August 2009 · 26 comments

sshock2d

Look at you, hacker. A pathetic creature of meat and bone, panting and sweating as you run through my corridors. How can you challenge a perfect immortal machine? (*)

Heute, vor genau zehn Jahren, ist das heilige, das brillante, das großartige PC-Spiel System Shock 2 erschienen. Entwickelt von den Resten der gloriosen Firma Looking Glass (Ultima Underworld, TerraNova, System Shock, Thief) und dem bis dato unbekannten Team Irrational. Dass die Jungs von Irrational ein so ambitioniertes und komplexes Spiel überhaupt fertig bekommen haben, grenzt an ein Wunder, denn sie waren unterfinanziert, unerfahren, unorganisiert und hatten zudem keine fertige Engine zur Verfügung, sondern bekamen von den Leuten, die parallel Thief 2 programmierten, immer wieder Versionen von deren Code rübergereicht. Aber das ist eine lange Geschichte, die am besten der Chef, Ken Levine, selber erzählen sollte. Tut er ja auch, hier nämlich.

Noch bemerkenswerter aber ist es, dass System Shock 2 ein so unglaubliches Spiel geworden ist, ein solch singuläres Meisterwerk, wie es sie nur selten gibt. Es ist sogar gelungen, den richtungweisenden Vorgänger (von Design-Guru Warren Spector entwickelt) zu übertrumpfen, vor allem wegen der Atmosphäre. Nun wird oft unspezifisch über die Atmosphäre von Spielen gefaselt, die dann gemeinhin “dicht” oder “klaustrophobisch” oder “düster” zu sein hat, meinetwegen auch “märchenhaft”, “apokalyptisch” oder “gruselig”. Bei System Shock 2 macht’s die sensationellen Soundregie, der intelligente Einsatz von Text und, was man oft vergisst, die Tatsache, dass die Designer einfach Geschmack haben. Zur Verdeutlichung: Wenn man aus dem Raum rechts unten im Korridor ein Geräusch kommen hört, ein Grunzen, ein Kratzen, ein Schleifen wie von Metall auf Metall, dann Schritte näher kommen und man schließlich einem missgestalteten Menschen gegenüber steht, der “Your Song is not our Song” stöhnt und einen mit einer Metallstange angreift, dann ist das zweifelsohne atmosphärischer als die üblichen kreischenden Weltraummonster, denen man sonst allenthalben begegnet.

Und dann, dann ist da noch Shodan. Die mit weiblicher Stimme sprechende KI, die das Raumschiff beherrscht, auf dem die Handlung spielt. Die den Spieler lockt, verhöhnt, antreibt, in die Irre führt. Und die im Laufe der Zeit immer verrückter wird, immer unkontrollierter, immer paranoider. Brad Shoemaker von Gamespot hat sie mal eine der “most shocking and effective video game plot devices” genannt — und das ist sie: der Fokus der Spielers und das Ziel des Spiels, der ultimative Feind, die heimtückische Verräterin. Großartig.

Meiner bescheidenen Meinung nach eines der besten (*) PC-Spiele, die je gemacht wurden.

P.S. Mehr zu Shodan gibt’s bei mir oder, ausführlicher auf Englisch bei Kieron.
P.P.S. Mehr zu System Shock 2 allgemein findet man auf der Allwissenden Müllhalde, bei Mobygames, bei TTLG oder auf der halb-offiziellen Fansite SShock.com.
P.P.P.S. Ach, und Danke an Daniel, für’s Erinnern.

diablo 3 fan

Huh. Denkwürdiges Wochenende. Unsere sympathische Außenseiter-Heldengruppe hat nun leider, naja, den letzten Level des EM 2008-Dungeons nicht geschafft, sondern ist am Boss-Mob, der Horde der Kurzpassenden Spananier, gescheitert.

Das Gute Nachrichten/Schlechte Nachrichten-Konto des Wochenendes wurde allerdings von unseren Freunden aus Irvine, Kalifornien, ausgeglichen, die am Samstag morgen nach langem bedeutungsvollen Schweigen endlich, endlich Diablo 3 offiziell angekündigt haben. Wurde auch Zeit.

Immerhin EIN Grund, um beflaggt und hupend durch die Stadt zu fahren…

Nerd-Notiz am Rande: Der Lead Designer, Leonard Boyarsky, (im Video links zu sehen) ist einer der Erfinder des von mir und anderen völlig zu Recht vergötterten Rollenspiels Fallout. Wusste gar nicht, dass der mittlerweile bei Blizzard arbeitet. Zuletzt traf ich ihn bei einer Präsentation des eher durchwachsenen Arcanum, das muss Anno 2000 gewesen sein.