
Zur Feier des aktuell stattfindenden Oktoberfests möchte ich dieses alte Meisterwerk meines Ex-Kollegen Michael Obermeier mal wieder hervorkramen. Stammt aus dem Jahr 2007 oder so.
A hollow voice says "fool".

Zur Feier des aktuell stattfindenden Oktoberfests möchte ich dieses alte Meisterwerk meines Ex-Kollegen Michael Obermeier mal wieder hervorkramen. Stammt aus dem Jahr 2007 oder so.
Herr Kaliban zitiert aus der Verfassung des Freistaates Bayern.
Vielleicht von Interesse für Menschen, die versuchen, des Wesen und Wirken der Bayern zu verstehen — hier ist der Artikel 131 der bayrischen Verfassung, der sich mit den Zielen der Schulbildung beschäftigt:
(1) Die Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden.
(2) Oberste Bildungsziele sind Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung und vor der Würde des Menschen, Selbstbeherrschung, Verantwortungsgefühl und Verantwortungsfreudigkeit, Hilfsbereitschaft, Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne und Verantwortungsbewußtsein für Natur und Umwelt.
(3) Die Schüler sind im Geiste der Demokratie, in der Liebe zur bayerischen Heimat und zum deutschen Volk und im Sinne der Völkerversöhnung zu erziehen.
(4) Die Mädchen und Buben sind außerdem in der Säuglingspflege, Kindererziehung und Hauswirtschaft besonders zu unterweisen.
So. Wow. Die “Ehrfurcht vor Gott” ist ein “Bildungsziel”. Jetzt seht ihr da im Norden mal, womit wir’s hier zun tun haben. Wenn Irland nicht wäre, könnte sich Bayern um den Ehrentitel “Iran Europas” bewerben.
[via]
Ich bin, zugegeben, ein aufmerksamer Betrachter von Wahlplakaten. Meine Faszination dafür ähnelt ein bisschen der von Leuten, die gerne Unfälle angucken — es ist eine Mischung aus Ekel und Grusel, hauptsächlich.
Beispiele für scheußliche oder doofe oder fehldesignte Plakate findet man gleichermaßen bei allen Parteien, aber meine besondere Aufmerksamkeit gilt den Kandidaten der CSU, die bringen da noch sowas Rübennasiges mit rein. Das beste Beispiel ist natürlich mein besonderer Freund Bernd Posselt, über den ich schon so viel geschrieben habe, aber auch Herbert Frankenhauser, MdB, legt sich schwer ins Zeug, wie dieses Plakat beweist:

Wow. Da hat sich offenbar der Herr Frankenhauser geärgert, dass er auf keinem Foto gemeinsam mit Shootingstar von Guttenberg zu sehen ist. Aber ach, die moderne Technik wird’s richten, mag er sich dann gedacht haben — meine Sekretärin war doch neulich auf einem Photoshopkurs an der Volkshochschule. Schnell den Wirtschaftsminister reingebaut und fertig ist das Plakat.
Aber, hm, an der Schnittkante ist’s ein bisschen ungenau? Dann machen wir da eben noch einen Verwischeffekt rein. Der Baron hat weißere Zähne als der Kandidat? Das kann man reparieren, ein paar Klicks später leuchtet auch dem Herbert sein Gebiss. Nur noch ein Problem: Von Guttenberg hat gesunde, rosige Haut, während man dem Herrn F. die Stammtischweißbier durchaus ansieht — das Leben als Vorsitzender des Deutschen Instituts für Reines Bier e. V. hinterlässt eben seine Spuren. Aber Photoshop hat auch dafür eine Lösung: Dann bekommt der Minister eben auch ein bisschen Alkoholikerröte ins Gesicht.
So. Fertig. Jetzt bitte wählen.
Okay, Wirtschaftsminister Michael Glos ist also quasi weg. Auf eigenen Wunsch und vor der Zeit. Schon komisch, ich hätte doch gedacht, ein Ministeramt sei eine Ehre und eine Berufung, etwas, was man mit voller Kraft und ganzem Herzen im Dienste des Vaterlandes ausfüllt. Nichts, was man einfach aus Genervtheit weg-oskart. Oder zu dem man sich zwingen lassen muss. Gibt ja auch nicht allzu viele Politiker, die man nicht mit einem Rollkommando aus ihren Büros holen muss, wenn die Zeit abgelaufen ist. Aber nunja, Glos war nicht eben erfolgreich und hatte in der eigenen Partei nicht mehr viele Freunde — die Seehofer-CSU hat, so hört man, wohl alles getan, um ihren eigenen Berlin-Entsandten zu diskreditieren und zu frustrieren. Medien sprechen von einem “zerrütteten Verhältnis” zwischen Glos und Seehofer. Insofern kommt der Glos’sche Rücktritt für Beobachter der königlich-bayrischen Politik nicht so wahnsinnig überraschend.
Nachfolger wird der absurd benamste Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Wilhelm(*) Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg, landläufig und in Zeitungsschlagzeilen einfach “zu Guttenberg” genannt. Der ist jung, gut angezogen, adelig und gilt als ganz patent. Aber da er aus Franken kommt und mit Glos einen Franken ersetzt, liegt der Verdacht nahe, dass auch in diesem Fall die CSU-Granden mal wieder weniger auf Eignung und Neigung als vielmehr auf Landsmannschaft gesetzt haben.
Wiewohl es nachgerade bizarr wäre, wenn man in Zeiten der Wirtschaftskrise eine so zentrale nationale Position nach regionaler Herkunft besetzt hätte.
Aber so ist das in Bayern.
P.S. Aber ich bin ja durchaus gespannt, wie sich einer wie Guttenberg auf einem richtigen Posten außerhalb der heimischen Lande schlägt, bislang hat der ja einen allzu glatten Lebenslauf: Reich geboren, Abi, Wehrdienst, Jurastudium, nebenbei schon in der Familienfirma unterwegs, nach Abschluss dann Geschäftsführer in der Guttenberg GmbH, adelige Heirat, zwei Kinder, nebenbei ein bisschen Parteikarriere, Bundestag mit einem sicheren Mandat, Generalsekretär und jetzt, ziemlich plötzlich, Wirtschaftsminister. Wow.
Jürgen Koch aus München ist Gastronom und Schatzmeister des Vereins zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur, einer lokalen Kampfgruppe gegen das Rauchverbot.
Herr Koch trat bei der letzten Landtagswahl für die FDP an und liess kryptische Plakate wider das bayrische Rauchergesetz kleben. Auch Nichthistoriker wissen, wie es ausging: Mittlerweile haben wir ja eine schwarzgelbe Regierung hier im Süden, das Rauchverbot ist ein Stück weit gelockert — Herr Koch hat also sein Ziel erreicht und darf jetzt in seinem “Café Atlas” das Rauchen wieder einführen.
Doch ach, nun will er nicht mehr: Jetzt, nach einem Jahr faschistischer Anti-Raucher-Restriktionen, hat sich das Café Atlas, wie Koch zugibt, eher “zum Speiselokal entwickelt”. Diese schöne Wendung möchte er nicht gefährden und lässt die Raucher weiterhin auf seiner Terrasse schmoren.
Ganz schön flexibel, der Herr. Dabei sah er sich im Wahlkampf noch auf unerträgliche Weise in seiner “unternehmerischen Freiheit eingeschränkt”.
SITE: Wissen ist Macht, sagte mein Stiefvater zuweilen, aber der Spruch ist irgendwie outdated, seit es das Internet gibt und jeder Vollpfosten alles mögliche jederzeit nachschlagen kann. Wissen-wo-was-steht ist Macht, so sollte es heutzutage heißen. ###
SITE: Spaß für Eingeborene: Der Sprachatlas von Bayern zeigt regionale Aussprachen, mit Soundbeispielen. ###
PRODUKT: Was der Welt gefehlt hat, sind Handschuhe mit Knöpflein an den Fingerspitzen, damit man damit unfallfrei das iPhone bedienen kann. Uh. ###
BILDER: Hongkiat hat eine hübsche Sammlung origineller 404-Seiten. ###
BILDER… von nackten Frauen gibt’s bekanntlich genug im Web, aber die erotischen Fotostrecken, die Stern.de tief im Inneren seiner überladenen Seitenstruktur versteckt, gehören zu den besseren. ###
TEXT: Der Kollege Mobermeier von GameStar.de erklärt Fachbegriffe aus dem Spielejournalismus. ###
Hübsch finde ich, dass die norddeutsche Postille Der Spiegel den neuen Vilsmaier-Film Die Geschichte des Brandner Kasper (der auf einem bayrischen Schwank basiert) vage angeekelt als “derber Spaß” und “grobschlächtig” beschreibt, während die Süddeutsche Zeitung vor allem die klamaukige Harmlosigkeit im Vergleich zum Original und die zu positive Darstellung des einzigen vorkommenden Preußen beklagt.
Irgendwie habe ich zuweilen das Gefühl, im Ausland zu leben.