
Herr Kaliban empfiehlt mal wieder ein paar Bücher, huschhusch im Schnellwaschgang.
Brandon Sanderson: Infinity Blade (Kindle: 1,99) Fantasy-Buch zum Spiel Infinity Blade von Chair/Epic. Solide, flüssig geschriebene Auftragsarbeit von meinem aktuellen Lieblings-Fantasy-Autor. Ist nicht lang, kostet aber auch nicht viel. Nettes Zwischendurchbuch.
Brandon Sanderson: The Alloy of Law (gebunden: 14,95) Dieses Buch spielt im Universum der Fantasy-Trilogie Mistborn, ist aber 300 Jahre später angesiedelt und daher keine klassische Fantasy mehr, sondern eher Steampunk. Clevere Idee, das habe ich so bei Fantasy-Serie noch nicht gesehen. Wie alle Sachen von Sanderson ist es clever ausgedacht und hält eine gute Balance zwischen Action und Weltbeschreibung. Die Figuren bleiben ein bisschen blass, aber egal. Man kann’s auch lesen, wenn man die Mistborn-Sachen nicht kennt.
Drew Magery: The Postmortal (div. Versionen: ab ab 11,99) Fieser Scifi-Thriller über eine Welt, in der eine Heilung für das Altern gefunden wurde und alle Menschen (oder jedenfalls die, die es sich leisten können) ewig leben. Magery spinnt den Grundgedanken hübsch aus und denkt alle Entwicklungen weiter: Todesschwadronen der Regierung, die Rentner töten, neue religiöse Kulte, Ressourcenknappheit et cetera. Geschrieben eher im Stile eines Tagebuchs.
Ferdinand von Schirach: Der Fall Collini (div. Versionen, ab 12,99) Schirach ist Strafverteidiger in Berlin und erweckt den Eindruck, als sei ihm nichts Menschliches fremd. Seine bisherigen Werke waren Kurzgeschichtensammlungen, immer über Verbrechen, immer aus der Sicht des Anwalts, immer brillant geschrieben. Collini ist sein erster Roman, eigentlich, aber in Wirklichkeit ist es einfach nur eine lange Kurzgeschichte mit ein bisschen Nebenhandlung. Das macht aber nichts, ist trotzdem ein gutes Buch, in dem Schirach seine typischen Stärken ausspielt: Er kann nicht nur schön und präzise schreiben, er weiß auch, wovon er redet – wo andere Autoren sich das Feld über Recherche aneignen müssen, erzählt er eben aus seiner Welt.
Passig, Scholz, Schreiber: Das neue Lexikon des Unwissens (eBook und gebunden: ab 16,99) Sehr schönes Verschenkbuch. Die Autoren nähern sich in angenehm klarer und humorvoller Sprache aktuellen Phänomenen der Wissenschaft an und erklären kundig und nachvollziehbar, warum es für spezfische Probleme bislang keine Lösungen gibt. Liest sich so in einem Rutsch weg.
Alexander Steffensmeier: Liselotte bleibt wach (Hardcover: 14,95) Sensationell toll gezeichnetes Kinderbuch, bei dem auch Erwachsene immer wieder Spaß haben. Die detailreichen Bilder enthalten eine ganze Reihe von kleinen Gags, die an den Kindern vorbeigehen, dem geplagten vorlesenden Elternteil aber Freude machen. Sehr angenehm. Gibt aus der Serie noch eine Reihe weiterer Bücher, die auch alle schön sind. Weihnachtstipp für Eltern, Onkel, Tanten, Großeltern von 3 bis 6jährigen.

Warbreaker ist zwar ein blöder Name (der auch nahezu nichts mit dem Inhalt zu tun hat), aber das Buch hat alles, was ein Fantasy-Roman braucht: eine lebendige Welt (mit genügend fiktiver Historie eingestreut), ungewöhnliche Helden, ein abgefahrenes Magiesystem, Liebe und Hass und Einsicht und Verzweiflung und sogar den einen oder anderen Plot-Twist. Kann man lesen, als Fantasy-Fan sowieso, aber auch, wenn man dem Genre nur so mittelnah steht, immerhin kommen keine Elfen vor und auch keine axtschwingenden Zottelmonster. 




Mittlerweile hatte ich Herrn Hornby schon abgeschrieben. Dann kam Juliet, Naked und ich hab’s nicht mehr gekauft, sondern nur mal so aus Neugier im Buchladen reingelesen. Und hey, ehe ich mich versah, war ich bei Seite 50 und gut unterhalten. Dann musste ich’s natürlich kaufen. Die Geschichte geht so: Duncan, Anfang 40, ist einer von diesen halb in der Pubertät hängengebliebenen Männern, die keiner braucht. Er lebt in einer öden Beziehung mit Annie, hat kaum Freunde und auch sonst nicht viel vorzuweisen. Seine Haupterrungenschaft ist eine von allerlei Spinnern frequentierte Webseite über einen Sänger aus den frühen Achtzigern, der nach vier Platten unter vage mysteriösen Umständen untergetaucht ist und seither keine Musik mehr veröffentlicht hat. Dann kommt eine Art Werkedition seines bekanntesten Albums heraus, und Duncan verfasst auf seiner Seite eine euphorische Kritik. Seine Freundin findet die Scheibe öde, was Duncan, nach eigener Auffassung Experte für dieses Thema, quasi als Blasphemie auffasst und einen ordentlichen Streit vom Zaun bricht. Seine Freundin stellt eine Gegenmeinung auf die Seite, der seit 20 Jahren verschollene Musiker liest sie und meldet sich bei ihr — was sie ihrem Freund verschweigt. Von da an geht’s bergab für Duncan und Annie.
Huch, der Uschmann (über dessen Werk ich mich schon ein paar Mal 
