Weil ich’s gestern in den Kommentaren zum Buchtipps-Beitrag mit der Hilfe von Herrn Traveller* eh erklärt habe (und es immer und überall falsch wiedergegeben wird), gibt’s hier eine kurze Erläuterung, was die Buchpreisbindung bedeutet.
Die deutsche Buchpreisbindung bestimmt, dass Verlage einem Buch einen Preis geben müssen und den auch nicht einfach so ändern können. Das hat nichts mit dem Genre oder sonstwiewas zu tun: Die Kalibanverlag und Co KG kann kleinauflagige Gedichtsammlungen von Gunnar L. für 79 Cent herausbringen, gleichzeitig aber für die neue Folge von Harry Potter 66,60 Euro nehmen. Die Preisbindung legt nur fest, dass der Preis eingehalten werden muss. Das hieße: Die Gedichte dürfen 18 Monate lang nicht mehr teurer werden, auch wenn sie überraschend viel Erfolg haben und Herr L. gerne mehr Geld hätte. Und Harry Potter, Band 8, darf nicht verramscht werden, auch nachdem der Verlag eingesehen hat, dass der Preisansatz für die Zielgruppe ein bisschen zu steil war. Dazu gibt es eine paar kleine Ausnahmen, aber nichts, was die Regel nicht bestätigen würde.
Das ist das eine. Wichtiger ist, dass die Buchpreisbindung auch für die Händler gilt: Amazon und Thalia müssen für den neuen Band von Bestsellerphilosoph Precht* 16 Euro 99 verlangen, obwohl sie Tausende Exemplare beim Verlag ordern und eine enorme Einkaufsmacht darstellen — und können nicht die Bücherwurm GbR aus 01234 Hintermwald am Einöd unterbieten, die den Precht nur 4 mal verkauft. Die 16,99 stehen. Das ist signifikant anders als bei kulturell weniger wertvollen Gütern, Computerspielen beispielsweise, wo die Ketten den Indies mit Aktionspreisen das Wasser abgraben können. Amazon hat natürlich die Möglichkeit (und tut das auch) auf Buchverlage Druck auszuüben, um den Einkaufspreis zu senken. Aber das ist eine andere Geschichte.
Der Tatbestand, dass eBooks gefühlt nicht genug Preisabstand zu gedruckten Büchern haben, hat hingegen, anders als oft behauptet, nichts mit der Buchpreisbindung zu tun. Ein Verlag könnte selbstverständlich die Kindle-Edition des oben erwähnten Precht’schen Werkes statt für 13,99 (drei Euro weniger als gedruckt) auch für, sagen wir, 8 Euro fuffzich anbieten und damit genau die Hälfte der Printversion verlangen. Wär’ aber vielleicht dem Umsatz nicht zuträglich. Oder vielleicht doch, wer weiß das schon?


Warbreaker ist zwar ein blöder Name (der auch nahezu nichts mit dem Inhalt zu tun hat), aber das Buch hat alles, was ein Fantasy-Roman braucht: eine lebendige Welt (mit genügend fiktiver Historie eingestreut), ungewöhnliche Helden, ein abgefahrenes Magiesystem, Liebe und Hass und Einsicht und Verzweiflung und sogar den einen oder anderen Plot-Twist. Kann man lesen, als Fantasy-Fan sowieso, aber auch, wenn man dem Genre nur so mittelnah steht, immerhin kommen keine Elfen vor und auch keine axtschwingenden Zottelmonster. 


Huch, der Uschmann (über dessen Werk ich mich schon ein paar Mal
Irgendwann, vor gut 15 bis 18 Jahren muss das gewesen sein, kaufte ich mir in Göttingen auf den Grabbeltischen der Gebrauchtbuchanbieter einen Roman mit dem albernen Namen “Lilith — eine Schlange im Gras”, Band 1 einer Scifi-Quadrologie namens “Die Beherrscher des Diamanten”. Keine Ahnung, warum, interessant sah das Ding von außen nicht gerade aus. Die Handlung ging so, dass in einer Ecke menschlichen Konföderation vier Planeten entdeckt werden, die man zwar betreten, aber nicht wieder verlassen kann — vor Ort ergreift ein benigner Mikroorganimus von einem Besitz, der allerlei positive Wirkungen hat, einen aber umbringt, wenn man die vier Planeten (den “Diamanten”) wieder verlässt. Logisch, dass die bravenewworldige Konföderationsregierung dort keine Kolonisten hinschickt sondern (Australien lässt grüßen!) Verbrecher, aber solche, die sich durch Kreativität ausgezeichnet haben und zu schade für’s Umerziehungslager sind. Eines Tages entdeckt die Konföderation einen menschlich wirkenden Superroboter, den irgendwer in höchste Militärkreise eingeschleust hat — und der dann zum Diamanten flieht. Darauf hin kommt raus, dass offenbar eine Alien-Rasse mithilfe der Herrscher des Diamanten (jeder Planet hat einen absolut regierenden “Lord”) einen Undercover-Krieg gegen die Menscheit führt. Die Konföderation klont ihren besten Killer viel Mal und schleust ihn auf den Diamanten-Welten ein. Und dann geht’s los.
