C64

1984 bis 2009: 25 Jahre Elite

by Gunnar on 19. September 2009 · 30 comments

eliteship-1024x768

Im regnerischen September 1984 (*) brachte die Firma Acornsoft mit großen Hoffnungen ein Weltraumspiel namens Elite heraus, zunächst für ihre eigenen Plattformen BBC Micro und Acorn Electron. Programmierer waren zwei Mathematiknerds namens David Braben und Ian Bell, damals 20 und 22 Jahre alt.

[click to continue…]

LOAD “PARADROID”, 8,1

by Gunnar on 18. September 2007 · 23 comments

Wer heutzutage einen neuen PC kauft, der packt ihn aus, schmeißt vier Kilo an Broschüren weg, darunter versehentlich die Garantie und die Bedienungsanleitung, aber wer liest schon Bedienungsanleitungen, wir sind ja Profis, also aus dem Fenster damit, wir checken das schon. Man schaltet an, wundert sich über die erstaunliche Hochstartgeschwindigkeit eines frischen, noch unvermüllten Windows und denkt vielleicht schon mit mildem Schauder daran, dass sich in etwa zwei Wochen in den schlecht durchbluteten tieferen Schichten des Betriebssystems so viel Datenschlamm gebildet haben wird, dass man nach dem Anschalten auch getrost erst einmal die Katzen füttern, die Freundin anrufen und »Die Gebrüder Karamasow« lesen kann. Dann schiebt man derlei defätistische Gedanken beseite, schaut nach der vorinstallierten Software, klickt ein bisschen rum, versucht vielleicht mutig eine Internet-Verbindung herzustellen und so weiter. Schon schön, das alles.

Als ich damals meinen ersten PC auspackte, es war ein C-64 und somit eigentlich gar kein offizieller PC, sondern nur ein Heimcomputer, obwohl das eigentlich eine blödsinnige Unterscheidung ist, aber egal, damals also war das alles ganz, ganz anders. Da gab es keine intuitive Oberfläche, nur diesen kryptischen blauen Eingabebildschirm. Nichts war zu sehen von all den tollen Sachen, die das Ding können sollte. Dabei hatte ich doch meinen Vater erzählt, dass die neumodische Maschine »mir toll bei den Hausaufgaben helfen kann«. Diese bestechende Argumentationslinie war mir von einem Schulfreund nahegelegt worden. Naja. Sinn bekam das alles erst, als ich (per »Datasette«, einem cremefarbenen Kassettenrekorder!) die ersten Spiele laufen lassen konnte. Anekdote am Rande: Tatsächlich habe ich meinen besten Freund Marco am Vorführ-C64 des örtlichen Quelle-Ladens kennen gelernt, wo die Holzmindener Dorfjugend ihre ersten Gehversuche mit Raubkopien unternahm und zu Hunderten Spiele getauscht hat. Die Chose mit den Spielen hat dann logisch und mit nur wenigen Umwegen zu meinem heutigen Beruf geführt. Ahem. Was mich daran erinnert, dass ich vor Jahren in einem Vorstellungsgespräch einem hoffnungsvollen Jungredakteur in spe mal gesagt habe, ich würde »Spielekenntnis bis zurück zum C-64« erwarten. Worauf er mich anschaute, als sei ich ein besonders lernschwaches Kind und mich in ruhigem, aber bestimmten Tonfall darauf hinwies, dass es ja wohl »N64« heißen müsse.

Warum erzähle ich das alles eigentlich? Ach, um der ungewaschenen Jugend von heute mitzuteilen, wie beschwerlich das Leben früher in der Pionierzeit war. Wir hatten ja nichts, damals. Absurd, wie stolz ich war, wenn ich ein Simpel-»Programm« hinbekommen habe, das nichts weiter tat, als den Screen farbig aufblinken zu lassen und ununterbrochen ALLE SIND DOOF AUSSER ICH hinzuschreiben. Und heute? Heute machen fünfjährige Gören Power-Point-Präsentationen für die Projektwoche im Kindergarten, stellen Kurzfilme auf Youtube und hacken sich in den Pentagon-Zentralcomputer ein und so was. Schlimm.