Chrome

Chrome: Don’t be evil, be almighty

by Gunnar on 4. September 2008 · 11 comments

Googles Chrome ist, nach erstem Eindruck, ein toller Browser (wenn auch vielleicht doch nicht gleichbedeutend mit der Erfindung des selbstnachfüllenden Bierglases, als die er allenthalben dargestellt wird).

Und?

Google Analytics ist auch ein tolles Tool, dennoch benutze ich es aus Prinzip nicht. Und ich werde auch Chrome wohl nicht verwenden. Hey, die freundlichen Brillenträger aus Mountain View wissen mittlerweile genug über mich — ich muss ihnen meine Daten nicht noch auf dem Silbertablett servieren, indem ich Produkte und Dienste nutze, zu denen es gleichwertige oder bessere Alternativen gibt.

Hm. Andererseits: Gehört Feedburner nicht auch zum Google-Imperium? Surfe ich nicht auch auf Sites von Blogger.com? Kann ich alternative Suchmaschinen ertragen? Ist nicht ein Kampf gegen Windmühlen, wenn man auf Software von potenziell größenwahnsinnigen Firmen verzichtet? Dürfte ich dann, wenn ich es konsequent nähme, übrhaupt Xing- und Facebook-Profile anlegen? Ach Fuck. Die Sache ist hoffnungslos — in ein paar Jahren, ich sehe es kommen, wird man Microsoft als sympathischen Underdog betrachten, der sich als Letzter gegen den Schatten von Mordor stemmt.

Hm. Wie kam Google eigentlich dazu, sich schon so früh den Slogan Don’t be evil als Firmenmotto zuzulegen? Das klingt im Grunde nach einer dieser PR-Kampagnen, die diktatorische Regimes bei überteuerten Spindoktoren bestellen, wenn sie ihren Ruf bei der Landbevölkerung schon amtlich ruiniert haben — Sauron liebt dich! Erleichterte Bevölkerung bejubelt einmarschierende Sturmtruppen! Die Borg: Gute Nachbarn!

Wussten die etwa schon vorher, dass sie mal das Internet regieren würden?

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