DB

Die deutsche Bahn

by Gunnar on 5. November 2012 · 13 comments

Ein Erlebnis von gestern:

Der ICE von Hamburg nach Zürich ist, was schon seit wenigstens einer Woche klar ist (nämlich seit keine Reservierungen mehr möglich sind) überbucht. Die Bahn warnt sogar in ihrer App vor dem großen Andrang.

In Hannover fällt’s dann auf und der Zugführer sagt durch, dass man jetzt nicht weiterfahren könne, weil zu viele Leute an Bord seien. Das kommt natürlich super an bei den Leuten, die alle gültige Tickets in der Tasche haben. Spontaner Beifall wird laut, einzelne Menschen holen ihre Gebetsteppiche heraus, um in Richtung der Bahn-Zentrale zu beten und die Fahrplanorganisatoren lobzupreisen. Die Durchsagen des Zugführers werden derweil zunehmend harscher, vor dem Zug zieht eine Kolonne uniformierter Kontrolleure auf.

Die Farce geht dann eine gute dreiviertel Stunde, irgendwann sind genug Leute entnervt, steigen aus, der Zug kann weiterfahren. Natürlich verpassen auch die Menschen mit gültigen Reservierungen ihre Anschlusszüge. Aber nun, Kollateralschäden.

Klingt jetzt gemein, aber ich will gar nicht die Bahn bashen, normalerweise bin ich ganz zufrieden (und fliegen ist eh noch schlimmer). Aber hey, ich verstehe das ganze Konzept nicht: Im französischen TGV kriegt man mit der Buchung einen Sitzplatz; ist alles schon voll, verkaufen sie einem einfach keine Fahrkarte. Die DB hingegen, die überbucht den Zug zu 40 Prozent und macht dann passiv-aggressive Durchsagen, dass man jetzt bitte “einsichtig sein” und aussteigen solle. Als wären die Fahrgäste schuld an der Misere. (Und das ist noch die nette Variante, Kollegen berichten auch Teilräumungen von überfüllten Zügen durch den BGS.) Entschuldigt hat sich auch erstmal keiner, das kam erst bei den nächsten Bahnhöfen, wo sie dann jedes Mal die Verspätung angeben mussten.

Ich bin wirklich kein Experte für Zugverkehr, aber das kann doch nur ein Organisationsproblem sein. Das muss doch vermeidbar sein.