design

Ladebalken (from Hell)

by Gunnar on 30. April 2012 · 15 comments

Kürzlich fiel mir auf, dass die Kaffeemaschine im Büro, die seitlich zu den Bürotischen steht, einen Ladebalken hat, also eigentlich keinen Balken, sondern einen Kreis, aber das Prinzip ist das das gleiche. Die Maschine spielt den in einer Pause zwischen Start und Hochheizen ein, aber der Ladekreis lügt, wie heutzutage alle Ladebalken: Wenn er voll ist, beginnt die Animation von vorne.

Wer hat sich denn diesen perfiden Unsinn ausgedacht?

Früher, als UI-Elemente noch Sinn hatten, als ein Diskettensymbol beispielsweise noch einen Diskettenzugriff repräsentierte, da war der Ladebalken ein verlässlicher Freund: Mit 50 Prozent Füllung hatte man ungefähr 50 Prozent der Ladezeit erreicht und wusste, ob es sich lohnen würde, weiter den Schirm anzustarren oder ob nicht noch Zeit für eine Zigarette oder eine Runde mit dem Zauberwürfel wäre. Dann begann der Balken unzuverlässig und launisch zu werden, vor allem bei Installationen. Plötzlich war in 15 Sekunden die 70-Prozentmarke erreicht, die nächsten 25 benötigten dann 43 quälende Minuten voller Ungewissheit, die letzten 5 erschienen ohne vergehende Zeit aus dem Nichts.

Vertraue der Welt nicht, schienen die Programme zu sagen, verlasse dich nicht auf Software und UI. Glaube nur dem, was du selber in der Hand hältst.

Und dann wurde es noch schlimmer: Der Ladebalken wurde zu einer blanken Pausenanimation. Fortan begann der Ladebalken nach Erreichen des rechten Randes einfach von vorne, wie ein Mac-Bällchen oder eine Windows-Sanduhr. Ach, die Schmerzen, die zerstörten Hoffnungen, die ich erlebte, bis ich lernte, diese Täuschung zu durchschauen.

Mittlerweile ignoriere ich Ladebalken, wende mich enttäuscht ab von der oberflächlichen Welt, in der nichts mehr echt ist, alles nur Schein.

Aber wenn die Revolution der User endlich kommt, werde ich mich dafür einsetzen, dass die UI-Designer von Kaffeemaschinen als erstes an die Wand gestellt werden. Noch vor denen von Business-Software und CMSen.

RTL 2 vs. GamePro

by Gunnar on 14. Januar 2012 · 12 comments

Herr Kaliban staunt über die Wunder des Webdesigns.

Die Webseite der Zeitschrift GamePro, für die ich eine Weile mitverantwortlich war, hatte ein paar Jahre lang einen, nun, Innovationsstau. Was dazu führte, dass User unverhältnismäßig lange mit dem hier abgebildeten Webdesign leben mussten:

[click to continue…]

Canabalt!

by Gunnar on 5. Oktober 2009 · 25 comments

Das sensationelle Spiel Canabalt ist seit ein paar Tagen als iPhone-Version erhältlich!

Keine Ahnung, ob es außer mir noch andere Leute gibt, die für ein Spiel 2,39 Euro ausgeben würden, das sich nicht verändert und (vermutlich) nicht einmal ein Ende hat, sondern einfach immer weiter geht, bis man unweigerlich stirbt. Aber das schlichte Spielprinzip (das Ding entstand bei einer Art Spiel-Design-Übung als Beitrag für die Kategorie “Minimalismus”), der treibende Techno-Soundtrack (Kopfhörer empfohlen), die brillant reduzierte Pixelgrafik in Schwarzweiß, all das ist so stimmig, so in sich perfekt und, äh, rockt unglaublich. Wenn mir dieser infantile Ausdruck erlaubt ist.

canabalt

Besitzer von Apple-Geräten können es für echtes Geld hier kaufen, andere Leute spielen es einfach kostenlos und ohne Reue in der quasi identischen Flashversion.

Mein Highscore liegt bei 4874 Metern. Ich bin praktisch Gott.

Wer kauft mir einen Ladebaum?

by Gunnar on 12. August 2009 · 11 comments

Klassisches Haushaltsproblem — wo legt man eigentlich nach Betreten der eigenen Wohnung all den Krams vernünftig ab, den man untertags so mit sich rumschleppt, also Schlüssel, Brieftasche, Handy, MP3-Player, Sonnenbrille, Revolver, Nintendo DS et cetera? Zumal die Stromverbraucher darunter natürlich sofort aus der Tasche an Netz wollen, weil ja beispielsweise Smartphones wie die neueren Blackberrys oder iPhones ja so konzipiert sind, dass sie bei voller Ladung gerade mal einen Arbeitstag durchhalten.

Klar kann man das Zeug alles auf eine Anrichte werfen, in eine Schüssel tun, auf dem Schreibtisch ausbreiten, aber hey, viel stilvoller wäre es, die Sachen an den Tree of Charge zu hängen, der geschmackvoll die Netzteile verbirgt und auch ganz allgemein eine gute Figur macht. Falls man seine Wohnung nicht gerade im Kolonialstil mit Dunkelholz, Giraffenstatuen und Wandteppichen eingerichtet hat.

Gibt hier zu kaufen, kostet allerdings stolze 69 Euro. Naja.

tree of charge

[Entdeckt bei Swiss Miss. Wo auch sonst?]

Donnerstagslinks

by Gunnar on 9. Oktober 2008 · 7 comments

### Von all den Seiten, auf denen Plugins, Themes, Tricks, Hacks und sonstiges Allerei für WordPress gesammelt werden, scheint mir Blog Perfume die beste zu sein. ###
### Mir war bis vor Kurzem nicht klar, dass in dem Fedex-Logo ein Pfeil zu sehen ist. ###
### Für Fotofans — ein irrer Tourist reist herum und verdeckt auf seinen Bildern die Sehenswürdigkeiten mit billigen Souvenirs. ###
### Die sehr, sehr vorsichtige Ninja–Katze kennt schon jeder, oder? ###
### Und die unbedingt empfehlenswerte Elder Party auch, oder? ###