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Das Kaufen von Sachen

by Gunnar on 8. Juli 2009 · 8 comments

Irgendwann schreibe ich mal ein Buch darüber, wie Kaufentscheidungen fallen. Ich meine, okay, vermutlich gibt’s da schon Bücher drüber, aber die sind bestimmt von Amerikanern und deswegen für normale Menschen Verschwendung, weil die Amerikaner in ihren Sachbüchern immer auf zwei Seiten ihre coole These erklären und die restlichen 198 Seiten mit launigen Betrachtungen und beidbeinig hinkenden Vergleichen füllen. So. Oder auch so. Vielleicht sollte ich also statt des Kaufentscheidungsbuchs lieber eine Art Meta-Werk schreiben, sowas wie:

100 populäre amerikanische Sachbücher mit brauchbaren Thesen.
Zusammengefasst auf 200 Seiten.
Herausgegeben vom Verband der Anonymen Ungeduldigen.

Aber ich schweife ab, das mit dem Buch zur Kaufentscheidung fiel mir ein, weil ich gerade diesen Prozess so deutlich an mir selber beobachtet habe. Irgendwie ist die Kaufentscheidung wie eine Hürde — diese liegt je niedrig oder hoch, je nach Preis, Entfernung bis zum Kaufort, Leichtigkeit des Kaufvorgangs et cetera. Das ist die Hindernisseite. Über diese Hürde kommt man mit Treppenstufen, sozusagen die Motivationsseite. Treppenstufen lassen sich aus allem Möglichen bilden — Geld, das einem ein Loch in die Tasche brennt, sensationelle Testwertungen, Image des Herstellers, Zufriedenheit mit dem Vorgängerprodukt und so weiter. Ich persönlich funktioniere ziemlich über Empfehlungen von echten und falschen Freunden. Meine Entscheidung für Staffel 1 von Doctor Who (Who?) fiel zum Beispiel so: Stufe 1 war meine Neigung zu Scifi, Stufe 2 die Empfehlung von Frau S., Stufe 3 der Hinweis von Herrn M., dass Steven Moffat, der Autor der großartigen Serie Coupling auch bei Doctor Who mitgeschrieben habe, Stufe 4 schließlich war, naja, die Bereitschaft von Frau S., mir die Staffel zu borgen. Beim Buch White Tiger (grandios!), das nur ein paar Euro kostet, lag die Hürde niedrig — da reichten zwei flache Stufen: 1. die Empfehlung von Kollege Chris, 2. die von Kollege Heiko. Schnell gekauft, nicht bereut.

So. Und jetzt paraphrasiere ich das Bild von den Hürden und Stufen noch ein paar tausend Zeichen lang, dann kommen zahllose schwurbelige Beispiele und historische Referenzen, dann gebe ich mich als Amerikaner aus und fertig ist der Bestseller.

Ich bin praktisch schon reich.

Der Weg zur Erlösung

by Gunnar on 10. Februar 2009 · 16 comments

Schritt 1: Einfach mal ausrechnen, wie lange es dauern würde, den eigenen DVD/CD-Besitz einmal pro Jahr durchzukonsumieren.
Schritt 2: Rausfinden, dass das sinnhaft allenfalls zu machen ist, wenn man ab gestern nix Neues mehr dazukauft.
Schritt 3: Kurz an der Sinnlosigkeit des irdischen Daseins und der Kurzlebigkeit der menschlichen Rasse verzweifeln, dann in sich gehen.
Schritt 4: Irrelevanten Altbesitz (Stichworte: Bud Spencer-Gesamtwerk, Peter Maffay-CDs) auf dem Flohmarkt verhökern.
Schritt 5: Medienneukauf nur bei Abstoßung gleicher Anzahl Altscheiben zulassen. Rausfinden, dass es noch Videotheken gibt und man nicht alles besitzen muss.
Schritt 6: Innere Einkehr finden. Gespartes Geld in Dritte-Welt-Projekte investieren.
Schritt 7: Wunderschöne Frau auf dem, äh, Flohmarkt kennenlernen.
Schritt 8: Sieben Kinder zeugen, großziehen, Dynastie gründen.
Schritt 9: In Ehren dick werden. Von den Kindern BluRays ausleihen.
Schritt 10: Vor der letzten Folge der 47. Lost-Staffel zufrieden sterben.