Engländer

Arbeiterkampflieder und so

by Gunnar on 14. November 2009 · 16 comments

And so we learn from history:
Generations have to fight
And those who crave for mastery
Must be faced down on sight
And if that means by words, by fists, by stones or by the gun
Remember those who stood up for
Their daughters and their sons
[They Men They Couldn’t hang – Ghosts of Cable Street]

Gerade, zufällig, ohne Vorwarnung, bin ich beim Querhören durch alte Musik bei “Cable Street” von einer meiner Lieblingsbands der 80er hängen geblieben: The Men They Couldn’t Hang. Das Lied erzählt die Geschichte der Schlacht an der Cable Street, in der 1936 Anarchisten, Sozialisten, Kommunisten, Juden und Iren dem Faschistenführer Mosley und seinen “Schwarzhemden” entgegen traten. Folkrock quasi, mit einer Texttendenz in Richtung Arbeiterkampflied. Ich habe ja einen weichen Fleck in meinem Herzen für sowas — Gott sei Dank habe ich mich in meiner beeinflussbaren Jugend von Organisationen wie den Falken ferngehalten, sonst wäre ich jetzt vielleicht Gewerkschaftsführer oder Schlimmeres.

Allerdings verspürte ich nach dem Song diesen rätselhaften inneren Drang, mit einer Fahne in den Händen auf einer Barrikade zu stehen und gegen Faschismus, Tyrannei und das Schweinesystem generell zu kämpfen. EIn paar Minuten lang habe ich sogar erwogen, Mitglied der SPD zu werden. Oder notfalls der Linkspartei. Gottseidank muss ich mir bloß die aktuellen Spitzengremien von derlei Gruppierungen vor Augen rufen, dann bin ich wieder für eine Weile kuriert und falle in meinen ideologiefernen Normalmodus zurück.

Habe mich dann drauf beschränkt, bei iTunes alle Alben von The Men They Couldn’t Hang nachzukaufen.

Ich bin der Doktor. Doktor wer?

by Gunnar on 20. Juni 2009 · 12 comments

Also, da ist dieser Typ mit der absurd übersteigerten guten Laune und dem ziemlich britischen Akzent. Der reist mit seinem Raumschiff, das aus Tarnungsgründen ein bisschen aussieht wie ein Telefonzelle, durchs All, vor allem aber auch durch die Zeit. Sein Hauptpläsir ist es, Menschen in Not gegen übergeschnappte Aliens zu verteidigen. Er hat nämlich einen Hang zu Menschen, obwohl er in Wirklichkeit der letzte lebende Vertreter einer uralten Mega-Zivilisation ist und sich um das Schicksal der Menschheit nicht scheren müsste. Begleitet wird er stets von einer attraktiven jungen Dame, die aber keine Ahnung von intergalaktischen Zivilisationen oder der komplexen Diplomatie zwischen Aliens hat und deshalb immer in Schwierigkeiten gerät. Aber er rettet sie dann, auch aus ausweglosen Situationen. Obwohl er nie bewaffnet ist, wenn man seinen sonischen Schraubenzieher nicht mitzählt.

Man nennt ihn nur den Doktor.

Puh. Man tut sich schon ganz schön was an, wenn man frisch in eine Fernsehserie einsteigt, die gestartet ist, bevor man geboren wurde. Die Macher von Doctor Who pfeifen auf allerlei Konventionen und jubeln dem geneigten Zuschauer von Folge zu Folge noch absurdere Konzepte unter, alles unterfüttert mit eklatant unüberzeugender Tricktechnik und haarsträubenden Plots.

Ich hatte dann auch nach zwei Folgen den Entschluss gefasst, aufzuhören, trotz warmer Empfehlungen. Hab’s dann aber doch weiter gekuckt und es nicht bereut — Doctor Who ist eine Serie, die man sich irgendwie schön guckt. Bisschen wie Firefly, das ist ja auch so albern von der Konstellation und der Ausgangssituation her, dass man abschalten möchte, aber wenn man durchhält, wachsen einem die Figuren ans Herz.

Doctor Who macht es einem aber sogar dabei schwer, denn es gibt kaum Hauptpersonen und die paar werden auch noch zwischen Staffel 2 und 3 (der neuen Serie) auch noch gegen andere ausgetauscht. Aber da man ja schon verkraften musste, dass der Doktor selber von Staffel 1 auf 2 von wem anders gespielt wird, macht das auch alles nichts mehr aus.

Außerdem ist es ja eh zu spät, ich bin irgendwie drauf. Obwohl das mal echt eine bekloppte Serie ist. Hatte ich schon erwähnt, dass die schrecklichen Über-Aliens eine Art fahrende Salzstreuer sind?

  • Den schwäbisch “sprechenden” Typen bei der Telekom-Hotline, der einfach aufgelegt hat, als meine Beschwerden ein bisschen konkreter wurden. Nach 12 Minuten in der Warteschlange und acht Minuten Gespräch.
  • Den mittleren der drei dummen Dorfhalbstarken, die uns in der 9. Klasse nach der 7. Stunde aufgelauert und ein bisschen vermöbelt haben. Und eigentlich hinterher meine doofen Freunde, die mir bei der ganzen Angelegenheit keine Hilfe waren.
  • Den Göttinger Automechaniker, der den Kostenvoranschlag weit überzogen hat, sich auf da war MwSt natürlich noch nicht drin rausreden wollte und dann auch noch pampig geworden ist. Und es obendrein geschafft hatte, bei der Reparatur die Lichtanlage zu beschädigen.
  • Den feixenden Kollegen, der vor der Partie Pro Evo angegeben hat wie eine Tüte Mücken. Und der dann auch noch gewinnen konnte. Mit von Experten klar erkennbarem Glück, das er aber als Können ausgab.
  • Den der deutschen Rechtschreibung nicht mächtigen Games-Webseitenbetreiber, der leichthin ein bisschen von dem, was man heute Content nennt, von GameStar geklaut hat, auf Anfrage, das Zeug von seiner Seite zu entfernen, dann austickte und mich UNPROFESSIONAL und Ebärmlich schimpfte.

Hm. Mir fallen jetzt doch noch einige mehr ein. Ist vielleicht ganz gut, dass ich nicht über dämonische Kräfte verfüge.