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Das Blog im Mittelpunkt aller Dinge

by Gunnar on 7. Dezember 2011 · 10 comments

Herrn Kaliban zerfällt die Welt.

Es fängt im Eins-zu-Eins-Kontakt an: Ich schreibe eine Mail und erhalte die Antwort zwischendurch im Skype. Ich werde auf Facebook um das Ausleihen eines Buches gebeten und schicke daraufhin ein Postpaket. Ich stelle eine Frage im Jabber, als Reaktion teilt mir jemand einen Link innerhalb von Google+. Ich schreibe einen Blogartikel, das löst drei Mails mit privaten Nachfragen aus. Und eine SMS von meiner Frau, die sich beschwert, warum ich schon wieder nicht erwähne, dass meine brillante Idee eigentlich von ihr ist.

Man fragt bei alledem ziemlich oft “Hast du meine Nachricht bekommen?”.

Irritierend, aber das soll heute nicht das Thema sein, das ließe sich ja mit Disziplin lösen, vermutlich.

Mir geht’s heute um die Einer-an-viele-Kommunikation, da wird’s nämlich nicht besser, eher schlimmer: Beim alltäglichen Surfen kommen mir Kommentare zum Alltagsgeschehen in den Sinn, ich finde Seiten, Videos, Texte im Netz – all das verarbeite ich auf hier im Blog (wenn’s für die Sonntagslinks oder einen eigenen Beitrag taugt), auf Twitter (wenn’s sich auf 140 Zeichen verdichten lässt), auf Facebook (wenn ich’s interessant genug für meine Freunde finde), auf Google+ (wenn, huh, warum eigentlich?). Das ist kein Crossposting, wohlgemerkt; meine “Streams” sind auf allen Plattformen einigermaßen unterschiedlich. Und dann hat der eine da was gelesen, der andere dort, manche antworten sofort, manche nehmen den Gedanken auf und kommentieren ihn anderswo.

Das hat natürlich alles so keinen Sinn, mein Hirn fragmentiert.

Ich habe keine Ahnung, wie man das ganze Kommunikationsding halbwegs zusammenhalten soll. Ich könnte es natürlich einfach lassen, ‘s zwingt mich ja keiner, die Attention Whore zu spielen und auf allen Kanälen zu kommunizieren. Ich könnte auf ein, zwei, drei Optionen verzichten, könnte mich konzentrieren. Ich könnte mir ein universelles Format ausdenken und alle Energie darauf bündeln. Aber ach, es macht ja auch Freude, tausend “Follower” hie und zweitausend “Freunde” da zu haben.

Am schönsten wär’s, wenn mein zentrales Lieblingswerkzeug, dieses Blog, im Zentrum aller Aktivität stünde und alle Kanäle zusammenfassen würde. Warum kann ich nicht einen kompletten Facebook- oder G+-Beitrag (mitsamt aller Kommentare) im Blog abbilden? Warum kann ich nicht automatisch meine Tweets formatiert als Mini-Post einlaufen lassen (und nicht nur als Widget abbilden)? Ich könnte all diese Probleme sicher irgendwie lösen, Tweets händisch posten, ein Plugin schreiben (lassen), das irgendwie die Google+-API abfragt, whatever. Warum aber gibt’s sowas nicht schon fertig, bei all den Abertausenden WordPress-Bloggern, die auf Abertausende vorgebauter WordPress-Templates Zugriff haben? Es müssten doch viele Leute dieselben Wünsche haben wie ich? Das ist doch nicht nur ein spezifisches Ego-Blogger-Problem, das würde sich doch auch auf monothematische Blogs anwenden lassen: Präsenz in allen Kanälen mit kanalspezifischem Content, aber halt gespiegelt im Blog für alle.

Die grundsätzliche Technologie dafür ist doch schon da, es fehlt nur die Anwendung, oder nicht?

Also, ihr Template-Bauer da draußen, baut mir was.

Update: Hm. Möglicherweise erfüllt dieses Plugin ein paar der Anforderungen. Mal gucken.

Update 2: So, verwende das Social-Plugin jetzt seit einer Weile. In der Tat löst es ein paar der Probleme, leider aber nicht sehr elegant.

* Ich habe keine Ahnung, wie hoch die Überschneidungen bei meinen Lesergruppen sind, schätze aber den Kern derjenigen, die mehr oder weniger regelmäßig irgendwas von mir mitlesen oder -hören auf 3.000 bis 4.000 Menschen ein. Das ist jetzt nicht grad Lobo-Niveau, aber auch nicht ohne. Ich bekomme immerhin hinreichend Feedback, dass es Spaß macht und ich mir gemocht vorkomme. Und das ist ja schon mehr als die meisten Leute über ihre Hobbys sagen können.

Korrekte Verwendung von Sozialmedien

by Gunnar on 1. November 2011 · 4 comments

Erstaunlich präzise für ein simples Flussdiagramm.

[Quelle: Breakingcopy]

by Gunnar on 29. September 2011 · 1 comment

[Quelle: Geek Culture]

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Herr Kaliban hat wieder mal eine Linkliste voll. Viel Spaß beim Stöbern!

VIDEOS: Die schöne Doku King of Kong (über einen Menschen, der auszieht, den Donkey Kong-Rekord zu knacken) gibt’s mit allen neuen Folgen auf Youtube, einfach hier hinklicken und oben links anfangen. Gibt’s übrigens für Aufheber und Sammler auch bei Amazon auf DVD, schon ab 4,78 Euro. ###

VIDEO: Dieser Mann zeigt uns das Wachstum seines Bartes, aus der Nähe. ###

VIDEO: Was wäre, wenn der Text eines Buches (auf einem iPad oder Kindle oder sowas ähnlichem) den Augenbewegungen des Betrachters folgen würde? Und z.B. automatisch umblättern/scrollen täte? Praktisch wäre sowas, nehme ich an. Die Idee schien in der Luft zu liegen, der Betreiber des großartigen Blogs Ironic Sans hatte sie offenbar auch. ###

VIDEO: Ein Song, gespielt auf einem iPod, zwei Android-Smartphones und einem Windows-Mobile-Gerät. Absurd. ###

VIDEO: Ronnie James Dio, Rock-Legende und all das, ist gestorben. Erinnerungsflash hier: Rainbow – Stargazer. ###

VIDEO: Habt ihr euch schon mal gefragt, wie es überhaupt zustande kommt, dass Tom-Tom Navigationsgeräte mit Darth Vaders Stimme im Programm hat? ###

VIDEO: Diese wunderhübsche kleine Kanone könnte ich im Büro gebrauchen — es würde Meetings interessanter machen, wenn ich sie immer dann auf den letzten Redner feuern dürfte, der gerade eine Reihe auf meinem Bullshit Bingo-Blatt vollgemacht hat. ###

VIDEO: Sicherlich die cleverste Art, sich um einen Job zu bewerben. Funktioniert aber vermutlich nur einmal. ###

BILDER: In der Serie Beautifully Banal haben sich bekannte Desiger ganz normale Zeitungskleinanzeigen vorgenommen und sie neu gestaltet. ###

BILDER: Jupiter Artland, Landschaftskunst in Edinburgh. ###

BILDER: Für Freunde schöner Fotos: 35 erstaunliche Wasserlandschaften. ###

ARTIKEL: Smashing Magazine nimmt sich in einer Art Fundamentalkritik das Design und die Zugänglichkeit bekannter Webseiten vor. Lesenswert, nicht nur für Webdesigner. Und wenn wir gerade bei den Jungs von Smashing zu Besuch sind — ihre Sammlung minimalistischer Web-Designs ist auch einen Klick wert. ###

ARTIKEL: Warum funktionieren Liebesgeschichten, das Rückgrat eines jeden Hollywood-Films, eigentlich in Videospielen nie so richtig? ###

ARTIKEL: Eine interessante (und eher technische) Betrachtung der aktuellen Google-Untat (Mitschneiden von WLAN-Daten durch die Streetview-Wagen, ihr wisst schon) gibt’s bei Isotopp. ###

E-PAPER: Die englische Zeitschrift Develop hat die 100 wichtigsten/größten Spieleentwickler der Welt in einer eigenen Ausgabe zusammen gefasst. ###

SITE: Auf Playcrafter.com kann man sich baukastenweise eigene Flashspiele zusammenklicken und mit Freunden teilen. ###

SITE: Auf Letterheady gibt’s eingescannte (Original-)Briefköpfe bekannter Persönlichkeiten, von Charles M. Schulz bis Adolf Hitler. ###

SITE: Ich habe sicher schon mal erwähnt, dass Dropbox der superste (und kostenloseste) Ich hebe meine Files sicher auf und transferiere sie bequem zwischen mehreren Rechnern und nutze sie auf Wunsch gemeinsam mit Freunden-Dienst ist, oder? Und das sage ich nicht nur, weil ich Frei-Gigabyte bekomme, wenn sich jemand von euch über den obigen Link anmeldet. ###

SITE: Am 31. Mai ist der Wir verlassen Facebook-Tag. ###

SITE: Twitter-Fanatiker mit großen Follower-Kreis haben vielleicht Spaß an Twittertrumps, einer Art Quartett, das mit Followern gespielt wird. ###

SITE: Hm. Hatte ich auf die interessante Seite Breathing Earth, eine Visualisierung des CO2-Ausstoßes der Länder der Welt, schon mal hingewiesen? Weiß nicht mehr. Verliere den Überblick. ###

SITE: Wenn sich Skeptiker mit religiösen Werken beschäftigen, kommt sowas heraus. Muss man nicht gut finden, ist aber super Stoff für Gespräche mit den Zeugen Jehovas. ###

TOOL: Jolicloud ist ein Betriebssystem extra für Netbooks. Hab’s mangels Netbook nicht selber ausprobiert, hört sich aber cool an. ###

DING: Wenn ich einen Laden hätte und mutig wäre, würde ich mir vielleicht eines dieser brillanten Schilder an die Tür hängen. ###

Und zum Abschluss noch ein VIDEO zum Nachmittagskaffee:

[Danke an Hilko, RJ Evans und die anderen Link-Einsender.]

Facebook: Privatsphäre und all das

by Gunnar on 14. Mai 2010 · 7 comments

Herr Kaliban sagt: Soziale Netzwerke soll man in Maßen genießen, wie Alkohol und Tabak.

Ich gehöre zu den Leuten, die ohnehin schon so viel über sich im Internet veröffentlicht haben, dass es auf den potenziellen Datenmissbrauch durch Betreiber sozialer Netzwerke auch schon nicht mehr ankommt: Wer mich googelt, weiß, was ich kaufe, was ich wähle, wo ich arbeite und wohne, welchen Fußballverein ich gut finde et cetera.

Und findet jede Menge peinlicher Fotos. Und Videos. Ahem.

Das meiste davon steht schon mal direkt in meinem Blog, da muss man nicht lange suchen, den Rest kriegt man auch noch raus. Ich heiße nun mal nicht Michael Schmidt und kann mich unter 25.000 gleichnamigen gleichalten Geschlechtsgenossen verstecken. Ist mir auch grundsätzlich wurscht. So ist das eben — wer Aufmerksamkeit will, darf nicht maulen, wenn er Aufmerksamkeit bekommt, das funktioniert bei B C D E F-Promis wie mir auch nicht grundsätzlich anders als bei, sagen wir, Heidi Klum.

Ein bisschen anders ist das bei Facebook, da habe ich im Verlauf des letzten Jahres mehr und mehr Zeit investiert, um Informationen zu verbergen: meine “Freunde” sind strikt in Listen mit unterschiedlichen Leserechten unterteilt, mein Profil ist nicht mehr öffentlich, Apps bekommen grundsätzlich keine Zugriffsrechte mehr. Das ist ein ganz hübsches Stück Arbeit, denn die diesbezüglichen Einstellungen bei Facebook sind nicht eben zugänglich. Das hat nicht damit zu tun, dass ich plötzlich besondere Angst um meine Privatsphäre habe — nein, mich nervt einfach, wie lässig Facebook mit meinen Daten umgeht, sie ungefragt in großem Stil fremden Webseiten übergibt und jegliche Kritik an der Praxis einfach mit einem nonchalanten “So ist das eben heutzutage”* wegwischt. Vielleicht haben sie recht, vielleicht ist das im Großen und Ganzen irgendwie egal, weil die Datenmengen so groß werden, dass ohnehin niemand mehr Interesse an personengenauen Auswertungen hat. Vielleicht.

Vielleicht gibt’s aber auch eine Gegenbewegung von Leuten, denen das nicht egal ist. Wir werden sehen. Wer sich über den Schutz der eigenen Privatsphäre ein bisschen schlau machen will, kann sich dieses Whitepaper von Thomas Hutter durchlesen:

Whitepaper Facebook Privatsphaere 05 2010

Sowas Ähnliches gibt’s auch als (etwas sehr steifes) Video von den Grünen.

Man muss aus derlei Anleitungen nicht alles umsetzen, wichtig ist es eher, sich zu vergegenwärtigen, dass bei Facebook grundsätzlich erstmal nichts privat ist — und dass Facebook alle öffentlichen Daten gnadenlos weiterreicht, wenn man etwa Facebook Connect benutzt, um sich irgendwo anzumelden. Oder auf den Like-Button drückt.

* Dies ist kein wörtliches Zitat, nur eine Veranschaulichung. Genauer kann sich das hier anschauen.

Die Explosion des Social Web

by Gunnar on 27. Oktober 2009 · 9 comments

Die Zahlen sind extrapoliert, Stand der Basisdaten ist Ende 9/2009. Quelle: Gary Hayes.

Album Cover Meme — die Resultate

by Gunnar on 2. März 2009 · 15 comments

Ich hatte kürzlich zur Teilnahme am von Facebook in dieses bescheidene Blog herübergeschwappten Album Cover-Designspaß aufgerufen. Und eine ganze Reihe von Leuten haben mitgemacht. Hier die Resultate als Collage (vergrößern per Klick):

album_cover_collage

Ich hoffe, ich habe niemanden vergessen. Ahem.

Es ist nicht so leicht, einen Favoriten zu benennen, aber ich glaube, mir gefällt die neue Scheibe des bekannten Singer/Songwriters Cameron Mooney am besten.

Twitterterror und Facebookfrechheiten

by Gunnar on 16. Februar 2009 · 15 comments

Kurz eine Frage an Twitter-benutzende Leute, die aber nicht in 140 Zeichen passt, weshalb ich sie jetzt hier und nicht direkt auf Twitter stelle.

Also, mein kleines Problem ist folgendes: Es gibt Leute, denen würde ich prinzipiell folgen, aber die verstopfen mir die Timeline mit ihren 123 Tweets pro Tag. Das gilt auch für News-Streams, die ich zuweilen gerne lesen, aber nicht mit den Tweets netter Leute vermischt haben möchte. Für derlei Content ist ja auch eigentlich der RSS-Feed erfunden worden.
Am besten wäre, bei Twitter ließen Follower in Sympathisanten und Leser unterscheiden: Ein Klick, ich folge dir, zwei Klicks, ich folge dir und lese dich auch noch. Aber die Welt ist nicht perfekt, weiß schon.
Gibt’s denn für die Sortierung bzw. Filterung der eingehenden Tweets nicht irgendein Tool? Es gibt doch immer für alles ein Tool. Jaja, ich weiß schon, dass ich mit Tweetdeck Tweets unterdrücken kann, aber ich will ja nicht unterdrücken, ich will teilen. Churchill, nicht Stalin, sozusagen.

P.S. Am Rande: Es schaudert mich bei dem Gedanken, einem der Autoren von Meedia beizupflichten, aber bei den 10 Dingen, die Herr W. an Twitter nerven, stimmt eigentlich alles. Bisschen larmoyant allenfalls.

P.P.S. Und wo wir gerade bei so Webzeug sind: Ich empfehle dem Consumeristen seinen Blogeintrag über die Jungs von Facebook, die sich jetzt entschlossen haben, auch noch Anspruch auf meine Seele und die meiner Kinder zu erheben. Einfach so. Könnte man ja noch brauchen. Gibt auch eine Gruppe zum Thema, natürlich.

Meet the GORD!

by Gunnar on 22. Oktober 2008 · 2 comments

Ich bin kein ganz großer Fan all dieser sozialen Netzwerke, aber meinen Facebook-Account pflege ich ein bisschen. Dort fand ich kürzlich eine Frage von einem waldschratigen Kanadier in meinem Postfach, der den sehr coolen Namen GORD LOTT trägt — den kann man nur in Großbuchstaben schreiben, der klingt wie ein Bossgegner in einem Videospiel. Der Herr erkundigte sich, ob wir nicht möglicherweise verwandt seien, von wegen gleicher Nachname und so. Nun, sind wir nicht, soweit ich meinen Stammbaum im Blick habe, obwohl GORD LOTT behauptete, dass ich eine ziemliche Familienähnlichkeit hätte (?). Es entspann sich ein kleines Mail-Gespräch, am Ende lud er mich sehr freundlich auf ein Bier nach Kanada ein.

Nicht, dass ich die Einladung jemals wahrnehmen würde, aber es ist doch herzerwärmend, wenn diese ganze kühle Webwelt mal eine menschelnde Seite zeigt.