Familie

Die ganze Affenbande brüllt

by Gunnar on 29. Juni 2010 · 13 comments

Herr Kaliban singt mit dem Goldkindtm.

Herr Kaliban: Los, wir lernen ein neues Lied.
Goldkind: Okee?
Herr Kaliban: Es geht um Affen.
Goldkind: Okee!
Herr Kaliban (singt): Die Affen rasen durch den Wald / der eine macht den andern kalt / die ganze Affenbande brüllt: Wer hat die Kokosnuss, wer hat die Kokosnuss, wer hat die Kokosnuss geklauauht?
Goldkind (schaut aufmerksam)
Herr Kaliban: Jetzt du.
Goldkind (singt): Die Affen rasen durch den Wald / der eine tut dem andern nix / die ganze Affenbande grillt / Wer hat die Kokunuss, Kokunuss geklaut?

Wie bitte?

Offenbar von pazifistischer Grundeinstellung, die Dame. Von mir hat sie das nicht.

Das Goldkind und die Betonmöve

by Gunnar on 28. Dezember 2009 · 9 comments

Natürlich glauben wir, wie alle Eltern, dass unser Erstgeborenes, das Goldkindtm, neben dem Literaturnobelpreis auch noch Ehrungen für die von ihm geschaffenen Kunstwerke sowie Goldene Schallplatten (heißt das heute noch so?) entgegennehmen wird. Aber in beiden Elternfamilien sind Rhythmusgefühl und Melodiesicherheit allenfalls schwach ausgeprägt; auch die Felder Zeichnen und Malen haben die ansonsten verdienstvollen Stämme der L. aus Niedersachsen und der westfälischen H. durchschnittlich nicht über Viertklässlerniveau geskillt.

Also wird dieser Glaube, natürlich, in Kürze an der Realität zerschellen.

Vielleicht.

Vielleicht besteht aber noch Hoffnung. Folgendes Kunstwerk warf meine 20 Monate alte Tochter neulich en passant aufs Papier:

Foto

Ein Strich. Ohne abzusetzen. Comic-Connaisseure erkennen natürlich sofort die idealisierte Version der Betonmöve Dipo von Mœbius (Jean Giraud). Sensationell. Picasso-esk.

Mild irritierend ist allerdings, dass sie ansonsten bloß Krikelkrakel malt. Und nach Vollendung der Möve gehörig überrascht wirkte und “Ente! Ente! Ente!” rief.

Naja. Es reicht ja vielleicht auch, wenn sie Fantasie hat.

Die Prügelprinzessin

by Gunnar on 11. November 2009 · 15 comments

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Mir soll noch mal einer sagen, Mädchen wären so lieb und pflegeleicht und Jungs insgesamt eher rüpelig und raufboldig. Meine Tochter, das Goldkindtm, tendiert zart in die Gegenrichtung, möglicherweise, weil sie meine jähzornige Ader geerbt hat. Sobald sie zwei wird, schicken wir sie zum Babykarate, damit sie sich dort abreagieren kann und nicht mehr täglich ihren alten Vater angreifen muss.

Aber nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht: Sie ist nicht immer so. Manchmal malt sie auch ganz süß kleine Bildchen, von zerquetschten Enten und brennenden Krankenwagen und so Sachen. Oder zwingt ihre Puppe, Hustensirup zu schlucken. Oder stellt Autounfälle nach.

Vielleicht sollten wir sie besser schnell an Videospiele gewöhnen, das mit der Realität scheint ihr nicht so zu bekommen.

Das Gandhi/Stalin-Problem

by Gunnar on 23. September 2009 · 17 comments

Wenn unsere Tochter, das Goldkindtm, nach ihrem Mittagsschlaf aufsteht, dann wachsen ihr Engelsflügel — lauten Meinungsäußerungen abhold, schwebt sie durch die Räume, hat für Kater&Mutter&Vater immer ein Lächeln, beteiligt sich an Spielen, hebt Dinge auf, die ihr runter fallen, freut sich über Kleinigkeiten, erprobt ihre Sprachfertigkeiten an neuen Sätzen, singt, tanzt, wirft Kusshände, badet in überirdischem Licht. Und so weiter.

Außer manchmal.

Manchmal steht sie nach dem Mittagsschlaf auf und hat eine Laune wie Sauron bei Sonnenschein. Dann bekommt sie minutenlange Wutanfälle, wenn man ihr das Messer entwindet, mit dem sie auf den Kater losgehen wollte. Dann lehnt sie Nahrung, Getränke, Musik und Spielzeug ab. Dann experimentiert sie vornehmlich mit den psychoakustischen Eigenschaften von zerbrechlichen Gegenständen. Tritt Löcher in die Wand. Bekommt eine grüne Hautfarbe. You get the picture.

Es ist uns nicht gelungen, herauszufinden, wo der Schalter ist, mit dem Gott bei ihr zwischen den Modi umschaltet. Sachdienliche Hinweise werden gerne entgegengenommen.

*Seufz*.

Ach, die Schönheit der Welt

by Gunnar on 28. April 2009 · 4 comments

Marleen. Im Englischen Garten. Mit Mama