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You wouldn’t steal music, would you?

by Gunnar on 23. Juli 2012 · 13 comments

Bin leicht zu spät dran, wollte aber doch noch mal vermelden, dass für das Original des oben parodierten Spots (das wir alle vermutlich schon 1000 Mal gesehen haben) nicht korrekt lizensierte Musik verwendet wurde. Der Fall ging vor ein paar Tagen nochmal durch die Medien.

Schon interessant, wie oft es den Vorkämpfern für die harte Durchsetzung von Copyrights und Verwertungsrechten “passiert”, dass sie selber nicht nach den Regeln spielen: Herr Kauder, beispielsweise. Oder die generelle Unart vieler Medien (auch und gerade solcher, die für das so genannte “Leistungsschutzrecht” kämpfen), einfach User-Videos ohne Rückfrage von Youtube zu nehmen und frech als Quelle “Youtube” oder gleich “Internet” anzugeben. Demnächst schreibe ich ein wissenschaftliches Werk, zitiere irgendwen und schreibe schön als Quelle “Buch” dahinter.

Mein persönlicher Höhepunkt in dieser Sache ist Nikolas Blome vom Axel Springer Verlag, der in einem Interview flockig zugab, dass sich BILD ohne Hemmungen an Facebook-Profilen bedient:

Wenn Leute, Menschen — viele, viele Menschen offenkundig — ihr ganzes Privatleben im Internet ausbreiten, und das ist nun mal frei zugänglich, dann sind solche Folgen leider mit einzupreisen. Das heißt, dann müssen sich Menschen auch bewusst sein, dass sie sich öffentlich gemacht haben. Und das kann dann auch dazu führen, dass Zeitungen von diesen öffentlich zugänglichen Recherchefeldern, also zum Beispiel Facebook, also zum Beispiel Internet insgesamt, Gebrauch machen. (Dokumentiert bei Niggemeier.)

Erstaunlich, wie wenig Anstand viele Leute haben.