Frauen

Einkaufen! Mit Frauen!

by Gunnar on 14. Oktober 2009 · 23 comments

Also, manchmal muss meine Frau, die’s auch nicht leicht hat mit dem Goldkindtm und so, ein bisschen Dampf ablassen. Dann geht sie einkaufen. Und ich muss mit.

Wir stürmen in die Stadt, entern Laden 1 von der zweistelligen Liste. Methodisch arbeiten wir uns von unten nach oben hoch, Stockwerk für Stockwerk, Regal für Regal. Wobei das Wort “wir” ein bisschen unexakt ist — meine Frau prüft jedes Ausstellungsstück händisch auf Kaufbarkeit, während das Goldkind und ich nach so 35 Nanosekunden die Lust verlieren und lieber ein bisschen auf der Kaufhausetage umherstreifen. Dabei driften wir in die Nähe der Männersachen, mein Brieftaschenextraktionsalarm klingelt vorsorglich, aber ich bin grundsätzlich immun gegen Kauflust, wenn meine Frau dabei ist. Ich bin einer der letzten Alleinkäufer, Lordsiegelbewahrer des bröckligen Restes männlicher Automonie, der in dieser Gesellschaft noch möglich ist. Wenn ich schon öffentliches Sackkratzen, abendlichen Dosenbierkonsum und Metal-Mitgröhlen beim Frühstück als Dispositionsmasse dem Konzept Ehe opfern musste, will ich wenigstens eigenständig und unbeeinflusst entscheiden, womit ich mich in der Öffentlichkeit lächerlich mache.

Kann's ja hinterher wieder umtauschen, wenn's ihr nicht gefällt. Ahem.

Aber weiter — mit halbem Ohr belausche ich im Vorbeigehen zwei Pärchen, ich bin Journalist, müssen Sie wissen, und immer am Menschlichen interessiert.

Mitgehörtes Gespräch Nr. 1:
Mann: "Ich probiere die Hose nur schnell an."
Frau: "Bist du sicher, das du nicht eher so 'ne ausgewaschene willst?"
Mann: "Nein. Ich will die hier."
Frau: "Was ist mit der hier? Ist auch gut."
Mann: „Nein. Ich will die hier.“
Frau: "Aber…"
Mann: (verschwindet in der Umkleide, kommt nach vier Minuten wieder raus, kauft die Hose)
Frau: (schaut verständnislos)

Mitgehörtes Gespräch Nr. 2:
Mann: "Hm. Die Jacke oder die?"
Frau: "Das kann ich nicht für dich entscheiden. Ich sage nur, die da passt zu deinen restlichen Klamotten."
Mann: "Hm."
Frau: "Ich gehe jetzt in die Damenabteilung."
Mann: "Äh. Halt. Wegen der Jacke…"

Meine Vorurteile bestätigen sich: Männer sind entweder wie ich Typ 1, also total zielstrebig und zackzack – was, zugegeben, in ganz seltenen Fällen zu dunkelblauen Fehlkäufen oder jahrzehntelanger Markentreue ("Ich kaufe nur Schuhe von Mephisto, die stehen mir immer") führt. Oder, Typ 2, irgendwie zu lange unter Mutters Fittichen gewesen und deshalb dauerhaft geschmacksunsicher. Das sind dann die Typen, die ausschließlich von Frauen eingekleidet werden. Wobei es von einkleidenden Frauen auch wieder zwei Typen gibt. Typ 1 staffiert den Kerl aus wie ein Model, damit andere Frauen Herzattacken vor Neid bekommen. Typ 2 hingegen achtet streng darauf, den Mann so anzuziehen, dass er von anderen Frauen für einen kompletten Dorftrottel gehalten wird. Um die Möglichkeit eines Ehebruchs gleichsam im Keim zu ersticken.

Jaja, Women are from Omicron Persei 7, men are from Omicron Persei 9 (*).

Ich kaufe mir noch so’n Spielzeug

by Gunnar on 20. August 2009 · 20 comments

Es gibt ja viele Arten, seinen Reichtum zu zeigen: Manche schwören auf einen Kopfschmuck aus Frischgeld, andere tragen teure Klamotten mit quadratmetergroßen Labels, wieder andere lassen sich vom adrett gekleideten Personal zehn Koffer hinterher schleppen. Ältere Männer halten sich wirkungsvoll gebaute junge Frauen; junge Frauen protzen mit interessant frisierten Schoßhunden; altmodische Kapitalisten berauschen sich am Glanz des Goldes.

Eine der effektivsten Methoden, Neid zu erzeugen, ist aber natürlich, etwas Teures zu nehmen und zu zeigen, dass man es gering schätzt — man muss nicht so weit gehen, echtes Geld zu verbrennen, es reicht auch, einen Ferrari rosarot anzustreichen und mit Pril-Blumen zu verzieren (oder so). Oder man macht es wie der Besitzer dieser Yacht, die ich neulich in St. Tropez fotografiert habe, der Name des Schiffes ist einigermaßen aussagekräftig:

eine yacht namens one more toy

Eben, beim Friseur…

by Gunnar on 6. Juni 2009 · 14 comments

…wurde ich Zeuge eines Dramas. Handelnde Personen: die bemühte Friseuse (BF), die leidgeprüfte Mutter (LM) und das schreiende Mädchen (SM), etwa sechs Jahre alt. Also, wir sehen die Personen auf und um einen Friseurstuhl verteilt. SM hat eine fast fertige Frisur, die adrett aussieht und gut zum Typ passt.

SM: (schluchzt unentwegt) NEEEIN, ich seh so bescheuert aus!
LM: (macht beruhigende Geräusche), hey, nun, ja, hm.
SM: (im Zustand höchster Erregung) SO bescheuert!
LM: Komm, das ist echt schick.
BF: (lächelt gequält) Wirst sehen, morgen wollen deine Freundinnen auch so einen Schnitt.
SM: Quatsch! Die wollen ja nicht auch so BESCHEUERT AUSSEHEN!
LM: (macht beruhigende Geräusche), hey, nun, ja, hm.
SM: Das sieht so SCHEISSE aus! Viel zu kurz! Ich wollte das nicht so kurz!
LM: Du wolltest es noch kürzer!
SM: (hysterisch) Quatsch! Du hast es falsch erklärt!
BF: Nun, es ist genau so wie… (beißt sich auf die Zunge)
SM: Aufhören! (hält ihre Haare fest)
LM: Lass das, bitte (verzweifelt)
SM: So nicht! Ich reiß’ mir alle Haare einzeln raus, wenn wir zuhause sind.
BF: (versucht mit professionellem Gesichtsausdruck weiter zu schneiden)
Alle anderen, inklusive mir: (glotzen)
LM: (grinst entschuldigend in die Runde)
SM: (schlägt nach der Schere der Friseurin) AUFHÖREN! Das wird SCHEISSE!

So ging das noch ein bisschen weiter. Wow. Und das Kind war erst sechs. Was macht die mit zwölf, wenn ihr die Mutter verbietet, auf eine Party zu gehen? Das Haus verwüsten? Die komplette Familie in einem Rausch der Gewalt hinmorden?

Note to self: Immer meine Frau mit dem Goldkindtm zum Haareschneiden schicken.

Warum Männer lieber Pizza bestellen

by Gunnar on 23. Mai 2009 · 29 comments

Dieser Text klingt nach Männer/Frauen-Klischee, beschreibt aber das wahre Leben. Das Leben von Herrn Kaliban.

Wenn man mit einem Mann essen geht, ist das ziemlich easy: Es gucken beide kurz in die Speisekarte, wählen das, was sie immer nehmen, verständigen sich mit zwei Sätzen über die Biersorte und bestellen dann. Nach dem Essen wirft jeder einen Zwanzigeuroschein auf den Tisch, dann ist man draußen.

Wenn man mit einer Frau essen geht, passieren merkwürdige Dinge. Es fängt damit an, dass die Frau wissen will, was der Mann wählt. Er zögert kurz, sagt dann: Nun, den Burger vielleicht. Sie: Immer isst du Fleisch. Er: Grkmpf. Sie: Nimm doch den Fisch. Er: Grkmpf. Sie: Ach nein, nimm doch den Salat, ich bestelle den Fisch und wir können ja dann nach der Hälfte tauschen. Dann kann jeder zwei Gerichte probieren. Er: Grkmpf.

Kein Mensch weiß, warum Frauen nicht einfach was für sich bestellen und damit gut. Aber es geht ja weiter:

Der Kellner kommt. Er: Ich nehme den Caesar’s Salad, ohne Chicken. (seufzt leise und bitter) Sie: Ich hätte gerne den Zander, aber kann ich den auch mit Reis statt der Kartoffeln haben? Der Kellner: Sehr gerne. Sie: Und statt dem Beilagensalat einfach Gemüse der Saison? Der Kellner: Sehr gerne. Sie: Und achten Sie drauf, dass der Fisch nicht zu weich gekocht ist. Ach, und mein Freund nimmt noch ein bisschen Brot zu seinem Salat. Der Kellner: Grkmpf. Er: Grkmpf.

Es mag sein, dass Männer auch mal was an dem Gericht von der Karte ändern, klar. Aber hey, Weihnachten ist öfter.

Dann kommen die Teller. Der Mann beginnt zu essen. Die Frau kommentiert ausführlich Textur und Farbe des Fisches, probiert von der Portion des Mannes und widmet sich dann ihrem Gericht. Möglicherweise ist der Fisch mittlerweile ein bisschen kalt. Natürlich schmeckt es ihr nicht — der Reis pappt, das Gemüse ist fad und der Fisch kühl. Sie nimmt sich von seinem Salat, mit einem bezaubernden Augenaufschlag. Er seufzt, tauscht mit ihr den Teller und isst ihren Fisch auf.

Das Drama nimmt noch eine Weile seinen Lauf, mit Dessert (“Eigentlich sollte ich das nicht essen”) und Espresso (“Haben Sie den auch ohne Koffein?”). Dann fährt er sie heim.

Nachdem er sie abgesetzt hat, holt er sich noch einen Döner beim Türken an der Ecke.

Nordic Walking und schiefe Becken

by Gunnar on 30. März 2009 · 21 comments

Gestern, im Café saßen am Nebentisch zwei Damen Ende 30. Bisschen graumausig, bisschen eso, dachte ich. So Typ Erzieherin mit heilpädagogischer Zusatzausbildung. Und lauschte indiskret ein bisschen ins Gespräch:

“Ja, der Fritz, den habe ich jetzt soweit, der geht auch zur Therapie. Männer haben es ja nicht so mit den alternativen Heilmethoden, aber er gibt schon zu, dass er sich jetzt besser fühlt. … Ich mach ja jetzt Nordic Walking, das finde ich besser als Joggen, da kann ich die Landschaft eher genießen, beim Joggen fehlt mir was für den Oberkörper. … Eigentlich mag ich ja morgens keinen Sport machen, das passt nicht zu meinem Biorhythmus. … Ja, das Heilfasten, das wollte ich auch mal ausprobieren, soll ja so befreiend sein. … Ja, mit dem Rücken, da habe ich ja immer Probleme. Vermutlich Beckenschiefstand, das haben die Stefanie und die Marie und die Elli auch. … Ich probiere da jetzt mal die Dorn-Therapie, das ist so eine sanfte Methode ohne OP, Chemie und so. Das passt gut zu mir.”

Und so weiter und so fort. Ununterbrochen. Nur Gesundheitsthemen mit Eso-Quatsch. Man kann beim Zuhören schon im Hintergrund das Klingeln der Heilpraktikerkassen wahrnehmen.

Kein Wunder, dass eine ganze Industrie existiert, deren einziger Lebenszweck es ist, diesen Typ Frau vom Geld zu trennen.

Was Frauen klicken sollen

by Gunnar on 10. Februar 2009 · 6 comments

Habe mich kürzlich versurft und bin auf einer lila Webseite gelandet. Wollte schnell wieder fort, da fiel mir das Logoverbrechen auf, dessen die Seite sich schuldig gemacht hat und sowas hält mich dann ja immer ein paar Minuten fest. Hier, schaut selber:

femcom

“Frauen können immer”? Also, mal ehrlich, wer hat sich denn diesen Claim ausgedacht? Ein Pornoregisseur? Und Fem.com ist eine hübsch kurze URL, aber Klang hat das nicht. Name plus Claim plus Gestaltung legen in der Kombination ein Inkontinenzmittel nahe. Oder Schaumverhütung. Oder Haarentfernungscreme. Dabei will das Ding aber eine Art redaktionelles Portal sein oder, in seinen eigenen schlichten Worten, ein “tagesaktuelles Lifestyle-Online-Magazin für Frauen”.

Schlimm. Aber nicht viel schlimmer als andere Medien für Frauen. Meine Theorie ist ja, dass in diesem Segment nur alleinstehende Männer arbeiten, die dem anderen Geschlecht grundsätzlich negativ gegenüberstehen. Dazu passt der milde Zynismus, mit dem mir ein ehemaliger Chefredakteure der Brigitte vor vielen Jahren mal sagte: “Wir dicken die Frauen in der Weihnachtszeit mit Rezepten an, damit unser Artikel zur Frühjahrsdiät auch gelesen wird“.

Frauen kann man nicht googeln

by Gunnar on 12. November 2008 · 10 comments

In der 5. Klasse war ich in Manon verliebt, hoffnungslos natürlich, denn in Manon waren alle verliebt, Manon war die unerreichbare Klassenschönheit, die hauptsächlich mit den großen Jungs aus der 8. abhing. Ich bewunderte sie aus der Ferne, hätte sie aber nie angesprochen. Ich hatte damals nicht meine populärste Phase, das mit dem Selbstbewusstsein kam erst später.

Dann wechselte ich die Schule und die Stadt und das Objekt meiner Schwärmerei — Stefanie, die ich schon von der Grundschule kannte. Das ging ein paar Jahre, mit immerhin ein paar Etappensiegen, Knutschereien beim Flaschendrehen und Engtanzen bei den damals so genannten “Feten”.

Dann musste wechselte Stefanie die Schule und ich verguckte mich in eine andere Stefanie und danach in Sabine und in Nicole, jeweils ohne große Chancen dank mangelnder Aufreißerstrategie, bis dann irgendwann endlich Claudia kam und mich aus dem Jungfrauendasein erlöste. Der Komiker Eddie Izzard beschrieb das mal so: “After a while Virginity becomes like two huge suitcases that you drag around with you whereever you go.

Aber das geht euch alles nichts an.

Ich wollte neulich einfach nur mal rausfinden, welche Berufe all diese Damen eigentlich später im Leben ergriffen haben und wie sie jetzt aussehen. Vor allem Letzteres. Aber wir sind offenbar die letzte Generation vor StudiVZ und Facebook und Lokalisten und den persönlichen Blogs. Und, das kommt erschwerend hinzu, Frauen sind schlecht zu googeln. Wegen dieser Unart, irgendwann im Leben den Namen zu wechseln, findet man manche Leute nicht, selbst wenn sie irgendeine Art von Netzidentität haben.

Irritierend, wie sehr man sich an die Allgegenwärtigkeit von Informationen gewöhnt hat. Ich bin immer direkt beleidigt, wenn ich nicht gleich rausfinde, was ich suche.

Das Prinzip Problemfrau

by Gunnar on 26. Mai 2008 · 20 comments

Es gibt da diesen Freund, nennen wir ihn mal Kevin, das ist ausreichend anonym, weil ich niemanden kenne, der so heißt. Und überhaupt ist die Geschichte in Teilen ausgedacht. Also: Dieser Freund will vielleicht heiraten. Ohne Kinderwunsch und sonstige Not, einfach so. Weil er die Frau liebt, weil’s alle machen, weil die Wohnung zu groß ist oder alles zusammen. Ist im Prinzip ja begrüßenswert, möglicherweise entspringen der Verbindung Kinder, die hinterher meine schmale Rente mitfinanzieren oder im Altersheim meinen Hover-Chair in den Wellnessroom schieben, damit ich dort meinen Afternoon-Iced-Macchiato vor dem Shop-TV einnehmen kann, jedenfalls die Teile davon, ich mir nicht greisig aufs Hemd zittere.

Nun, ich schweife ab.

Zurück zum Thema: Kevin will also vielleicht heiraten, ich aber, sei es nun arrogante Besserwisserei oder Lebenserfahrung, bin der festen Überzeugung, dass es sich bei der Frau um eine Alarm! klassische Problemfrau handelt, die zudem noch rein optisch/coolnessfaktormaßig klar unter seinem Marktwert liegt. Habe kurz überlegt, ob ich ihn drauf hinweise, aber das geht natürlich nicht, es gibt Ratschläge, die kann man nicht annehmen. Selbst, wenn sie richtig wären, was sie aber in diesem Fall nicht sein müssen, denn ich kenne ja nicht die ganze Psychodynamik dieser Beziehung, vielleicht ist der Sex ja großartig oder sie erinnert ihn an seine Mutter oder sie kocht gut, ach egal. Ist nicht zu ändern.

Was mich nur wundert: Mehrere Kerle in meinem Umfeld sind bei der erwähnten Freundin von Kevin zur gleichen Diagnose gekommen: Problemfrau, ganz klar. Warum aber sieht er das nicht? Die Ziege zeigt alle Symptome. Ist es etwa so, dass jeder die Erfahrung mit der Problemfrau selber machen muss, idealerweise früh im Leben, um dann die Antikörper zu bilden? Eine kurze unauffällige Recherche in Kevins Leben zeigt: wenig Frauen, keine Problemfrau dabei.

Mist. Er ist unrettbar verloren.

Was aber ist denn jetzt eine Problemfrau, fragen sich die jüngeren Leser. Und woran erkennt man die? Nun, natürlich gibt es da individuelle Unterschiede. Aber im großen und ganzen dürfte die folgende Definition zutreffen. Widerspruch gerne in die Kommentare.

Problemfrau, die; -en/ Problemfrauen haben Probleme, das sagt der Name schon ganz richtig. Hauptsächlich mit sich selber. Und sie erwarten, dass der Mann diese Probleme zu Stärken erhebt — ist die Problemfrau beispielsweise zu dick, erwartet sie laufend feindselige Äußerungen ihres Partners gegen schlanke Frauen (“Schlimm, dieser Schönheitswahn, laufen alle rum wie Hungerhaken.”). Hat die Problemfrau keine eigenen Freunde (was häufig passiert), erwartet sie vom Mann, dass er seine Freunde aufgibt, sich mit ihr in der gemeinsamen Wohnung einigelt und generell über Kneipengänger, Stadionbesucher und andere unsolide Elemente wettert. Kurz: Die Problemfrau definiert die Beziehung als bedingungslose Schicksalsgemeinschaft, klammert und hält, hintertreibt die vorher bestehenden Freundschaften, projiziert ihre eigenen Probleme auf den Partner. Die Beziehung an sich muss ständig diskutiert werden, um das Gehege um den Partner herum genau abzustecken und um mit Psychotricks (etwa die klassischen Schuldgefühlerzeuger: “Du liebst mich nicht richtig!” “Du findest mich nicht schön!”) Druck aufzubauen. Im Falle einer Trennung droht sie mit Selbstverstümmelung und/oder blutiger Rache.
Gibt es, natürlich, auch in der Variante Problemmann.

Ein kurzer Text über schöne Frauen

by Gunnar on 4. Februar 2008 · 20 comments

Es gibt diese Frauen, diese speziellen schönen Frauen, Königinnen, Göttinnen, Prunkstücke ihres Geschlechts. Als reich beschenkte Lieblingskinder der Natur gleiten sie mit elfengleicher Grazie durch die Welt, schwitzen nicht, riechen nach lauterem Lavendel, strahlen von innen heraus. Solche Frauen bilden den natürlichen Gravitationsmittelpunkt ihres Teiles der Welt, alles fällt in ihre Richtung. Und es leuchtet alle Erden, die ihre schmalen Füße berühren.

Solche Frauen können sich mit dem Skateboard überschlagen, vor einen Laternenpfahl laufen, über imaginäre Hunde stolpern — tollpatschig oder ungraziös sehen sie nie dabei aus.

Dafür müssten sie schon das hier benutzen. Damit sieht nämlich jeder scheiße aus.

Im Feindesland

by Gunnar on 4. Oktober 2007 · 11 comments

Ach, man weiß ja wie Männer sind — modisch hilflos. Ich bin natürlich ganz anders: Im Gegensatz zu vielen Geschlechtsgenossen gehe ich, wenn ich neue Klamotten brauche, gerne allein in die einschlägigen Geschäfte. Ich halte, schon aus Gründen der Bewahrung der männlichen Restwürde und Autonomität, wenig davon, Frauen bei der Auswahl von Männersachen mitreden zu lassen, das wäre ja noch schöner, nächstens wollen sie auch noch über Auto oder Fernseher oder Stereoanlage abstimmen, und dann sitzt man mit einem Renault Twingo oder einem Satz Boxen von Bose da. Böse.

Was aber eigentlich gar nicht Thema dieses Textes ist, ich schweife nur wieder ab, wie immer, wenn ich über mich rede. Blogorrhö sozusagen. Thema ist vielmehr, dass Frauen, in diesem Fall meine Gattin, offenbar ganz gerne Männer beim Einkaufen dabei haben – als Partner fürs Geschmacks-Sparring, als Kleiderholer, als Taschenträger. Folglich verfüge ich über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz als Co-Einkäufer und verdichte das hier mal eben in ein Einzelerlebnis:

Also, da sich in Kaufhäusern und derlei von Zeit sowie technologischer Entwicklung überholten Institutionen die Abteilungen für Männer und Frauen oft auf unterschiedlichen Stockwerken befinden (wobei den Männern, sagen wir, der Keller und den Frauen die Etagen 1 bis 5 gewidmet sind), zerfällt das abgrasbare Gebiet in die Kategorien Kann man mal hingucken, wenn man nix mehr anzuziehen hat und vermintes Feindesland. Besonders nahe den Damen-Anprobierkabinen wird man ja auch heutzutage als Mann noch nicht so richtig angenommen. Ich verwünsche also die Tatsache, dass der Tarnanzug aus Halo 3 in meinem Alltag noch nicht verfügbar ist und stehe ein bisschen rum, ostentativ linkisch, um zu signalisieren, dass es nicht meine Entscheidung ist, hier zu sein. Ich warte schließlich nur, bis die Liebe meines Lebens etwas vorführen, etwas enger Ausfallendes ordern oder etwas ganz anderes will. Bin bis zur Zuteilung einer Aufgabe (Guck mal, steht mir das?) quasi offiziell nichtexistent und in diesem Bereich ein vollkommener Fremdkörper. Damenschweiß, Gesprächsfetzen, Reißverschlussgeräusche und der gemischte Duft von fünf, sechs, acht Sorten Parfüm waschen über mich hinweg. Ich erkenne grundsätzlich nur L’eau d’Issey und das riecht man bekanntlich kaum, also erkenne ich gar keine Parfüms, daher kann ich jetzt auch nicht aufzählen, was die Frauen in München derzeit so auflegen, womit dieser Text auch als Zeitdokument quasi unbrauchbar ist und in hundert Jahren nur dann in Schulbüchern steht, wenn sich an dem Einkaufsverhalten von Männern und Frauen nichts Wesentliches mehr ändert oder ich überraschend doch noch zum Weltdiktator ernannt worden bin.

Zurück zum Thema: Da die Vorhänge von Umkleidekabinen nur mit drei Jahren Fachausbildung im Dekorateurswesen blickdicht zu schließen sind, kann ich nirgendwo hinschauen, ohne senkrechte Streifen von Bäuchen, Beinen, Brüsten aufgedrängt zu bekommen. Was also tun beim Warten, will ja nicht als Gaffer gelyncht werden, ich schaue also angezogene Frauen an, will sagen solche, die aus der Kabine stolzieren und ihren zahlenden Müttern oder zahlenden Männern vorzeigen, was sie zu kaufen lassen gedenken. Und das absurde Mädchenduo ein Stück den Gang runter, das im Dutzend Dirndl anprobiert und sich dabei so lange gnichelnd gegenseitig mit der Handykamera fotografiert, bis die Aufsicht kommt und die Girls des Platzes verweist.

Um nicht laut mit Kommentaren zu Faltenwurf am Po und der Kombinierbarkeit von Blautönen herauszuplatzen, versetze ich mich in einen Zen-artigen Zustand, der, lange eingeübt vor den Umkleidekabinen dieser Welt, bei Scientology sicher sofort den Status Clear wert wäre, wenn ich noch 50.000 Dollar drauflegen würde. Das ist schwer zu erreichen, denn die Sünden der Damen wiegen schwer, die Kommentare drängen sich an meiner Zungenspitze, aber als es gerade kaum mehr auszuhalten ist, hat die Liebe meines Lebens eine Jeans gefunden, die zumindest in die Top Ten des Nachmittags kommt. Und meine Meinung, in mild abgestuften Dosierungen natürlich, ist gefragt. Kurzer Dialog, Schwanken zwischen sage-ich-toll-damit-wir-wegkönnen oder bin-ich-nett-und-räume-ein-dass-sie-am-Hintern-straffer-sitzen-könnte, Wahl von Option 2, neuer Schwung Hosen, neue Runde Warten. Ach. Am Ende nimmt sie dann doch die, die ich als erste für sie ausgesucht habe. War ja auch die Teuerste.

Eine Geschichte über Herrn Tamm

September 19, 2007

Ich sehe ihn sitzen, an einem dieser spillerigen Holztische, wie man sie im Frühling in Gärten von Lokalen aufstellt. Vor ihm liegt ein Handy, ein schwarzes Sony Ericsson, das er aber nicht beachtet. Er schaut sich um, ungezielt, ohne Fokus, er langweilt sich. Er wartet auf jemanden, schaut aber nicht auf die Uhr. Er wird […]

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Selbstbräuner und Scarlett Johansson

April 11, 2007

Ich stehe an der Tanke, sehe im Zeitschriftenregal Scarlett Johansson, greife instinktiv hin, um zu schauen, ob im Magazin Nacktfotos sind, sind aber keine. Naja, ist ja auch die Park Avenue, hätte ich mir denken können. Die Park Avenue ist ja kein Männermagazin, sondern eines von diesen Heftchen für Metrosexuelle oder andere urbane Randgruppen, die […]

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