Game Designer

RPU und CCU

by Gunnar on 11. Oktober 2011 · 9 comments

Warren Spector, kreativer Kopf hinter Deus Ex, gefallen Teile der aktuellen Spielebranche nicht so recht.

Wege in die Spieleindustrie

by Gunnar on 29. September 2009 · 17 comments

Altersweiser Ratschlag: Wer sich um eine Stelle in der Spieleindustrie oder den angrenzenden Feldern bewirbt, der darf ruhig ein bisschen forscher sein. Mit Standardanschreiben nach Lehrbuch fällt man in der Masse nicht auf.

Also, jedenfalls erzähle ich auf Nachwuchsveranstaltungen immer angehenden Spiele-Entwicklern, dass sie sich in ihren Bewerbungen was trauen sollen. Und nehme als Beispiel immer meine eigene Geschichte: Ich hatte mich bei GameStar und ein paar anderen Heften Anno 1997 erfolglos beworben und die Karriere im Spielejournalismus schon nahezu abgeschrieben. Da kam plötzlich der PC-Player-Redakteur Volker Schütz in den Spieleladen in Kassel, in dem ich damals jobbte. Ich fasste mir ein Herz und fragte den jungen Mann, was wohl mit mir falsch sein könnte, da mich die Spielepresse nicht einstellen wolle. Volker entgegnete: »War deine Bewerbung originell?« Ich musste zerknirscht einräumen, dass ich ziemlich gestelzten Bewerbungsquatsch verfasst hatte. Wie ich halt dachte, dass man es machen müsse. Wegen Seriösität und so.

Kurzum, mehr war nicht nötig — ich versuchte es bei der nächsten Gelegenheit nochmal, legte dem seriösen, aber halbwegs flott formulierten Anschreiben einen “Test” bei, der im typischen Spielehefte-Layout gestaltet war und mich (mit allerlei Witzchen) bewertete, als sei ich ein Spiel. Und zack! gab es zwei, drei Zusagen. Ich entschied mich für GameStar und dann begann meine Karriere. Bei meinem Freund Niklas war es nicht unähnlich: Der schickte als Bewerbung auf einen Praktikumsplatz eine aufwändig gestaltete Medikamentenpackung mit der Aufschrift »Praktikant Forte — einzusetzen bei innerbetrieblicher Überlastung« an eine Werbeagentur und wurde vom Fleck weg engagiert.

Ich nehme an, dass dieses Prinzip zumindest für alle Medienberufe gilt — wenn man sehr mutig oder originell daherkommt, wird man zumindest eingeladen, weil der Personaler oder Manager einfach wissen will, was das für ein Typ ist, der sich da bewirbt. Und sei es nur zur Abwechslung und wegen des Kuriositätswertes, denn langweilige Bewerbungsgespräche mit ängstlichen oder oder pseudocoolen Aspiranten hat man genug.

Tim Schafer, LucasArts-Veteran und Designer von legendären PC-Spielen wie Day of the Tentacle, hat’s auch so gemacht, wie er auf seiner Webseite darlegt — er hat sich mit einer Art Beschreibung eines Adventure-Spiels beworben, komplett mit krude gezeichneten Bildchen. Lesenswerte Geschichte, angereichert mit Scans der vorangegangenen Ablehnungsschreiben.

tim schafer

The Secret of Spielspaß Eternal

by Gunnar on 2. Juni 2009 · 23 comments

Da ich dieses Jahr nicht in Los Angeles bin, ist mir die E3, diese Spielemesse, ihr wisst schon, die mit den Babes und dem Krach und all der heißen Luft, also diese E3, die ist mir eigentlich Wurscht. Naja, nicht Wurst wie Sack Reis in China, aber mein heißes Spielerherz fiebert nicht so mit wie früher, als ich bei den Pressekonferenzen noch mit Laptop und Handy in der dritten Reihe saß. Jaja Crysis 2, soso Project Natal, achje Modern Warfare 2. Und Alan Wake. Alles nett. Schau’n mer mal, wie’s am Ende ausschaut, wenn’s zuhause auf dem eigenen Bildschirm läuft.

Aber mit einer Sache haben sie mich alten Sack hartgesottenen Adventure-Fan doch gekriegt — ich freue mich wie ein Schneekönig* über DIESE Ankündigungen:

1. Telltale, die Erwecker von Sam & Max , setzen die Monkey Island-Serie fort! Jubilate!

2. Und, verwirrend gleichzeitig angekündigt: Sogar die Stiefmutter der Reihe, Mama LucasArts persönlich, investiert in ihr heimliches Kronjuwel noch ein ganz kleines bisschen Liebe. Und macht ein Remake des legendären ersten Monkey Island. Wow. Siehe beiliegendes Video (bisschen runter scrollen).

Zwischen Jubelsturm und Freudentränen fällt mir ein, dass Monkey Island maßgeblich mitverantwortlich dafür ist, dass ich überhaupt Redakteur geworden bin — ich hatte mich damals, im Februar 1968 oder so, bei GameStar mit einem Test von Monkey Island 3 als Probetext beworben. Ich fand’ mich ziemlich genial, schließlich hatte ich Vortext, Fazit, Layout und Wertungskasten der GS liebevoll emuliert. Mir klingen daher heute noch die Worte von Jörg Langer, dem damaligen Chefredakteur, in den Ohren: Also, der Text ist natürlich nicht brauchbar, aber schau, du hast hier und hier zwei lustige Sätze drin, deswegen bist du überhaupt bis ins Vorstellungsgespräch gekommen. Huh. Und dann konnte ich von den keineahnungwievielen Endscreens von Fallout 2 nur fünf aufzählen. Und wusste nicht mehr, ob nun Erin Roberts oder Chris Roberts der Erfinder der Wing Commander-Spiele war. Naja, dank meines profunden Wissens über Warhammertm, des soliden Hintergrunds als nebenberuflicher Spieleverkäufer und meines gefälligen Äußeren hat’s dann ja doch gereicht, der Rest ist, uh, Geschichte.

* Am Rande: Was ist eigentlich ein “Schneekönig”? So eine Art Drogenboss? Und wieso freut der sich so?

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Donnerstagslinks

by Gunnar on 16. Oktober 2008 · 7 comments

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