Hohlbein

Einer muss es ja nehmen

by Gunnar on 18. Februar 2009 · 4 comments

So, ich denke, jetzt ist ausreichend Zeit verstrichen. Ich küre nun offiziell den Gewinner unseres kleinen Wettbewerbs um das, uh, Wolfgang-Hohlbein-Hörbuch.

Es ist: Stefan G. aus L.

Er beantwortete die Frage Warum in Tolkiens Namen willst du ein Hohlbein-Hörbuch gewinnen? angemessen originell mit:

Ich muss mein Studium endlich fertig kriegen, welches seit einiger Zeit irgendwie vor sich hin schlummert. Und dann ist da noch die Steuererklärung von 2007, die immer noch unvollendet bei mir zu Hause herumliegt. Desweiteren muss ich noch einige geschäftliche Termine via Telefon führen, damit ich dieses Jahr wirtschaftlich überstehe. Und überhaupt verdienen es einige gute Freunde, dass ich ihnen endlich einmal zurückschreibe.

Weshalb sollte mir Hohlbein dabei helfen?

Ich bin ein Prokrastinierer; und ein schlimmer noch dazu.
Hätte ich das Hörbuch von Hohlbein vor mir liegen, dann würde ich alles andere lieber machen, als eben jenes mir anhören zu müssen. Dadurch würden die Chancen dramatisch steigen, dass ich etwas von meiner To-Do-Liste (siehe oben) abarbeiten würde.

Eventuell.

So. Zur Vollständigkeit noch Platz 2 und 3, für die es allerdings keine Preise gibt:

Da ich bekennender auditiver Masochist bin wäre ich sicherlich der geeignete Hörer für dieses Hörspiel. Ich erkläre mich auch gerne dazu bereit, die dabei erlittenen Erfahrungen / den Leidensweg zu publizieren, sofern ich es überleben werde. [C’s kleiner Bruder]

Schicken Sie mir das Hörbuch bitte nicht, denn ich würde versuchen, seine Macht zum Guten zu wenden, aber schließlich selbst auf die dunkle Seite gezogen werden. [Gnaur]

Sehr schön, das alles. Hat das Beste in meinen Lesern hervorgebracht. Müssen wir häufiger machen, sowas. Ich bedanke mich.

Reminder

by Gunnar on 12. Februar 2009

Nur als kurze Erinnerung in dieser schnelllebigen Zeit: Noch wäre Gelegenheit, mit einem gewieften Sätzlein an der kleinen Kaliban-Hörbuchverschenkung teilzunehmen.

Over and out.

Auf der Spur des Schwätzers

by Gunnar on 3. Februar 2009 · 54 comments

Eigentlich hätte ich es besser wissen müssen, aber ohne Risiko für die eigene Unversehrtheit machen Experimente nun mal keinen Spaß.

Aber immer langsam. Also. Ich war früher mal großer Fan der Werke von Wolfgang E. Hohlbein, auch die deutsche Fantasy-Allzweckwaffe genannt. “Früher” meint so um 1988 herum — das war eine Zeit, in der alle Welt um mich herum mit Geschmacksverwirrungen zu kämpfen hatte, was mein Vergehen ein wenig relativieren mag. Obwohl mein Freund Niklas versuchte, mich zu kurieren, hörte ich erst nach gut 25 Hohlbein-Büchern im Regal auf. Und das auch nur, weil mir der Autor auf einer Podiumsdiskussion (war das in Hamburg? Auf einem Rollenspiel-Con?) ausgesprochen unsympathisch war. Im Nachhinein fielen mir dann doch noch ein paar stilistische Unzulänglichkeiten, eine gewisse Leblosigkeit der Charaktere und eine Neigung zur Wiederholung von ganzen Textpassagen auf.

hexerSoweit meine Erinnerung. Jetzt das Experiment — todesmutig kaufte ich neulich im (übrigens großartig sortierten) Schmorl & von Seefeld in Hannover ein hohlbein’sches Hörbuch (siehe Bild) für die gewagte Summe von Sechseurofünfundneuzig. Zusammen mit drei anderen Hörwerken, um vor der Verkäuferin nicht wie ein alternder Bettnässer dazustehen. Und dann habe ich es mir angehört, bis zur Hälfte ungefähr. Obwohl es sogar mit Musik unterlegt ist! Und der Autor selber liest!

Und das Fazit? Naja, wie erwartet: Nach schwach zehn Minuten begann ich leicht aus den Ohren zu bluten, nach einer Viertelstunde fielen mir die Augenbrauen aus, nach einer halben Stunde hatte ich Schwierigkeiten, mich an die Namen meiner Brüder zu erinnern. Mir heute unerklärlich, wie ich dieses umständliche, geschwätzige, sich ewig wiederholende Zeug gut finden konnte. Karl May ist Hochliteratur dagegen. Bei Hohlbein stand und steht das Adjektiv, im Journalismus Prügelknabe und Armendroge, in hoher Achtung — Treppenstufen knarren nicht, sie “knarren hörbar”, Tränen sind immer “heiße Tränen”, die Dunkelheit hat stets Augen, die “unsichtbar”, aber auch “gierig” sind. Et cetera.

Und jetzt sitze ich da mit meinem hochwertigen Halbgehörtbuch. Hm. Ich wage kaum zu fragen, aber — will es vielleicht jemand haben? Jemand von Ihnen, geschätzte Mitlesende?

Ich würde es verschenken, frei und franko. An denjenigen, der mir innert zweier Wochen in die Kommentare dieses Beitrags die überzeugendste Begründung schreibt, warum er dieses Hörbuch haben muss. “Der Hohlbein schreibt super, und Sie sind ein arroganter Fatzke, Herr Kaliban” zählt genauso wie “Meine Schwester hat mir Übles angetan, ich will dies Hörbuch nachts leise vor ihrem Zimmer abspielen, um ihre Träume zu vergiften.”

Und ich lege auch noch was Nettes in das Päcklein, versprochen.