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Folgende Mail erreichte mich kürzlich. Ich dokumentiere das mal hier vollständig, weil’s ein bisschen lustig ist, habe aber die Namen durch [XXXXX] ersetzt.

Hi Gunnar,

ich war mir nicht ganz sicher, wo ich meine E-Mail hinschicken sollte, aber habe mich letztendlich für diese Adresse entschieden!
Ich habe gesehen, dass du manchmal Spiele austestest und deine Meinungen als Review in Blog-Einträgen veröffentlichst. Ich wollte deswegen fragen, ob wir vielleicht bei dir einen Review sponsern könnten?

Wir würden dir eines der neuesten Spiele auf dem Market bestellen und senden, welches du natürlich aussuchen und behalten kannst. Vielleicht ein Spiel, das für dich und deine Leser interessant wäre, was käme momentan eventuell in Frage?

Das einzige, das wir gern im Gegenzug hätten, vielleicht irgendwo am Ende des Reviews, sind paar Links zu unserer Seite. Etwas wie z.B.: „Testmuster von [XXXXX]“ Sonst nichts J

Hoffentlich hört sich das wie eine interessante Idee an und bei Fragen kannst du mich jederzeit per E-Mail erreichen.

Viele Grüße,
[XXXXX]

——————–
Mit freundlichen Grüßen,
[XXXXX]
Site Editor
[XXXXX]

Seufz. Schlechtes Deutsch, anbiederndes Duzen, albernes Ansinnen. Ach, und ziemlich schlechte Recherche.

Die Linkkäufer sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.

My name is Captain Matthew Stamford of the US Marine corps stationed in Kabul, Afghanistan,
I found some money stashed in a couple of barrels while on patrol ($900,000.00) I need someone to help me move it to a safer place, please have it in mind that there is no danger involved. You may contact me on usmarine118@i12.com so that I can provide you with more details.

Offenbar hat die Nigeria-Connection ihr Geschäftsfeld verlagert. Afghanistan also. Obwohl, im Irak ist möglicherweise noch viel mehr Geld zu holen:

Hallo,
Mein Name ist Marc Andrew, ich arbeite mit dem Roten Kreuz und derzeit schreibe Ihnen aus Basra Süden des Irak.
Ich schreibe, um Ihnen vorschlagen, diese wichtige Geschäftsvorgang. Anfang des Monats Mai, als wir taten manche Rettungsaktion, ich und mein Kollege Jonas in einem Heim verlassen die Summe von 6,5 Millionen USA Dollar entdeckt. Das Geld wurde in einer Metall-Box gespeichert.
Derzeit wegen meinem Job, wir haben nicht Recht auf Besitz dieser Betrag des Geldes; wir Ihre Zusammenarbeit zu suchen, wenn Sie helfen können sicher das Geld in Ihrem Land, so dass wir das Geld für Investitionen Zweck zu verwenden.
Wir haben unser Rotes Kreuz diplomatischen Flug von hier, das können wir mit einem der Diplomat veranlasst, dass die Box mit den Mitteln für Sie ohne Probleme zu liefern.
Wir zählen auf Ihr Vertrauen und wir raten Ihnen, eine ständige Kommunikation über E-Mail erhalten. Nennen Sie mich nicht am Telefon zu vermeiden, jede Spur, wie wir sind immer auf dem Feld.
Für Sie freundlicher Unterstützung Sie 35% des Betrags erhalten, während 65% zwischen mir und meinem Kollegen Jonas geteilt werden.
Bitte zurück zu mir dringend, damit ich Ihnen mehr Informationen geben.
Mit freundlichen Grüßen,
Marc Andrew

Keine Ahnung, ob ich Flattr schon mal erwähnt/verlinkt habe, wenn nicht, tu’ ich’s jetzt:

Flattr ist ein System, mit welchem ein monatlich festgelegter Kleinbetrag durch Klicks auf verschiedene Webseiten verteilt werden kann. Man lädt sein Konto mit, sagen wir, fünf Euro auf, klickt dann im nächsten Monat auf diverse Flattr-Buttons auf diversen Webseiten und am Ende des Monats werden die fünf Euro auf die Klicks aufgeteilt — hat man fünf Mal geklickt, bekommt jeder Geklickte einen Dollar, hat man 500 Mal geklickt, gibt’s für jeden einen Cent. Ganz einfach und in seiner Schlichtheit einigermaßen elegant. Wer, ahem, gerne diesen Blog liest und Herrn Kaliban für seine harte Arbeit mit ein paar Eurocent entschädigen möchte, könnte beispielsweise Mitglied bei Flattr werden (das System ist zur Zeit in der Beta) und auf diesen Button klicken:


Ich lasse den Button und eine Kurzerklärung dazu eine Weile in der rechten Spalte stehen. Ihr könnt’s euch ja noch überlegen. Eigentlich ist Flattr eher dazu gedacht, Einzelbeträge zu belohnen; vermutlich werde ich also irgendwann einen Button unter jedem Beitrag haben und meine Blog-Einnahmen vervielfachen, harhar, heute 4.35 Cent monatlich, morgen der Ferrari und das Haus am Comer See.

Eine Erklärung der schwedischen Macher von Flattr gibt’s im Video:

Grundsätzlich sei noch angemerkt, dass es, wie immer im Internet, ein quasi gleichwertiges konkurrierendes System gibt: Kachingle. Da kann man nun lang diskutieren, welches die bessere Sache ist, aber eigentlich ist es egal, wer gewinnt. Es wär’ einfach gut, wenn’s eine brauchbare Micropayment-Möglichkeit gäbe, um im Web mit Kleinbeträgen Leute entlohnen zu können, die tolle Sachen bauen, schreiben, malen, komponieren et cetera.

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Was China zensiert…

29. März 2010 · 8 comments

Komplette Grafik bei Information is beautiful. Dort gibt’s noch weitere großartige Visualisierungen, etwa die zur linken/rechten Politik oder die über Drogen.

Die Charts der Seite gibt es übrigens auch als Buch. Schönes Geschenk für Medienfuzzis und solche Leute. Oder Mathematikprofessoren.

Herr Kaliban erzählt was über das Ding auf seinem Nachttisch.

Meine Untergang schreitet rapide voran, schon bald bin ich möglicherweise für die reale Welt verloren. Auf der Arbeit sitze ich an einem Windows-PC, wenn ich nicht gerade in Meetings auf das flackernde Bild eines Beamers schaue. Im Auto wechsele ich zwischen Straße und Navi-Touchscreen, außer an Ampeln, da checke ich rasch Mails mit dem iPhone. Zuhause klappe ich das Macbook auf, um mich meinen diversen Web-Projektchen zu widmen, wobei schwer zu entscheiden ist, ob ich meine Aufmerksamkeit nun meinen Facebook-Aktivitäten***, meinem Twitter-Account*, meinen Blogs**, den Geheimnis-Seiten** oder dem Geheimprojekt widmen soll. Wenn ich davon genug habe, entspanne ich mich am Fernseher mit einem Xbox-Spiel. Oder daddele ein bisschen DS auf der Couch.

Uh. Meine Welt besteht aus Bildschirmen.

Ich habe nur eine Sache zu meiner Verteidigung zu sagen: Immerhin ist es mir bislang gelungen, den Kauf eines Kindle zu vermeiden. Irgendwie. Also lese ich noch echte Bücher. Und das, welches gerade auf meine Nachtisch liegt, wollte ich hier mal rasch empfehlen:

vernor vinge a deepness in the sky Es heißt A Deepness in the Sky, wurde verfasst von Vernor Vinge* und ist generell großartig. Vinge schreibt Science Fiction der alten Schule — da geht es um den Weltraum, um klug ausgedachte Alien-Rassen und weitreichende Entwürfe möglicher Zukünfte. Vinge ist nicht der ganz große Erzähler, aber er entwirft ein hochspannendes Universum. Ich beschreibe mal kurz die groben Zusammenhänge, okay? Also, die Sonne des Planeten Arachnia heißt On/Off, aus dem bizarren Grund, dass sie immer 35 Jahre lang Hitze und Licht abstrahlt und dann 215 Jahre lang ausfällt. Die Bewohner von Arachnia, freundliche Spinnenwesen, deren Kultur der Europas zu Anfang des 20. Jahrhunderts ähnelt, gehen also alle naselang für längere Zeit in eine Art Winterschlaf. Als sie diesmal aufwachen, sind zwei menschliche Flotten in ihrem Orbit: die gewieften Händler der Queng Ho, die Beziehungen eröffnen wollen und die faschistoiden Emergents, denen es eher um Eroberung geht. Noch bevor sich die Leute den Arachniden vorstellen können, geraten sie aneinander und löschen sich in einer Weltraumschlacht nahezu gegenseitig aus. Die Emergents gewinnen, müssen aber mit den überlebenden Queng Ho kooperieren, denn die Technologie der Arachniden (die von der ganzen Lichtshow im All nichts bemerkt haben) ist noch lange nicht so weit, den Menschen und ihren schwer beschädigten Schiffen helfen zu können. Die sitzen also im Sonnensystem, beuten Asteroiden aus und warten, dass die Spinnen endlich den Computer, die Atomkraft und den Raketenantrieb entwickeln. Die Handlung erzählt in zwei Strängen die Geschehnisse bei den Menschen und bei den Arachniden.

Der fabulierfreudige Herr Vinge jongliert eine Vielzahl von Charakteren souverän, beschreibt die Technik glaubhaft und macht aus der ganzen absurden Sache generell eine spannende Geschichte, die auch große ethische Fragen nicht schamhaft umgeht. Toll. Nicht ganz so orginell wie der danach spielende Vorgängerroman A Fire Upon The Deep*, aber meiner bescheidenen Meinung nach besser erzählt. Empfehlenswert für jeden, der bei der Erwähnung von Scifi nicht sofort die Straßenseite wechselt.

Kann man bei Amazon kaufen, ab 2 Euro 65

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Sex und Drogen und Jesus

1. Februar 2010 · 7 comments

Der Künstler Tim Schwartz hat eine Anwendung geschrieben, welche die Datenbank der New York Times durchsucht und ausgibt, welche Begriffe im Laufe der Jahre wie oft in Artikeln verwendet worden sind. Hier ein hübsches Beispiel:

sex-drugs-jesus-capture

Sehr schöne Spielerei. Besonders in der Form als Installation. Überhaupt lohnt sich ein Besuch auf der Seite von Schwartz, da der noch viele weitere wahnwitzige/wunderschöne Ideen hat.

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Aber Google ist doch böse, oder?

26. Januar 2010 · 1 comment

Ein sehr kurzer Beitrag, in welchem der Herr Kaliban eigentlich nichts anderes macht als auf ein andere Blogs zu verlinken. Das aber mit vielen Worten.

Weil’s ein bisschen zum gestrigen Thema passt, wollte ich mal kurz auf einen Artikel von Christoph Kappes hinweisen, drüben bei Carta. Wo der Herr Kappes das tut, was man eigentlich von unseren so genannten Qualitätsmedien erwarten würde, nämlich das ganze Google-Ding mal ohne ideologische Scheuklappen (*) aufzurollen und einzuordnen. Sehr brauchbar. Würde empfehlen, die Kommentare mitzulesen.

Schnelles Zitat vorab, damit keiner die, äh, Katze im Sack klicken muss:

Auf der politischen Diskussionsebene hat sich eine Lagerbildung unter den Diskutanten etabliert: hier die Fanboys, unkritisch und immer nach vorne gerichtet, dort die rückwärtsgewandten Kulturpessimisten, die weder die Technik verstehen noch Disruption erkennen. Ein sachlicher Diskurs ist aber schwer möglich, wenn die Motivation und Kompetenz der jeweiligen Gegenseite angegriffen wird. Die Spitzenvertreter beider Lager, die gerade sich selbst für besonders gute Kommunikationsprofis halten, sollten einmal darüber nachdenken, wohin das eigentlich führen soll.
Ursache dieses Klimas sind geradezu komplementäre Kompetenzen beider Lager: während es den einen neben sprachlicher Gewandtheit im Diskurs an medientheoretischer, marktpolitischer und rechtlicher Kompetenz mangelt, fehlen den anderen mitunter Kenntnisse über Chancen und Grenzen von Techniken und Geschäftsmodellen – und schlicht auch die Praxis.

P.S. Und weil wir gerade dabei sind, noch zwei Blog-Links: Michalis ereifert sich sehr lesenswert über den Relaunch des Focus; Chris ereifert sich über die Untaten der aktuellen Regierung.

Wir leben in schweren Zeiten der Medienkrise, die Verzweiflung der Verlage ist mit Händen zu greifen. Da werden die Töne schriller und die Ideen absurder.

Okay, dass Verlage grundsätzlich alles, was sie ausblasen, für “Qualitätsjournalismus” halten, daran hat man sich ja gewöhnt. Und dass sie mehrheitlich offenbar der grundsätzlichen Meinung sind, Menschen würden vermutlich dann für ihre speziellen Paraphrasierungen von dpa-Meldungen zahlen, wenn sie nicht komfortabel auf Papier ins Haus geliefert, sondern nur ins weiße Rauschen des Netzes geschossen werden, ist folgerichtig — eine Illusion folgt eben der nächsten.

Aber dass Springer (laut Spiegel.de) den Zugang per iPhone zu Welt.de und BILD.de sperren will, um iPhone-Besitzer zum Kauf von Abo-Apps zu zwingen, das ist das Bizarrste, was ich in dieser Sache seither gehört habe. Absurd. Mal abgesehen davon, dass die entsprechende Weiche leicht umgehbar wäre — was hätten die Springers denn zu bieten, was sich nicht anderswo auf kostenfreieren oder weniger garstigen Quellen auch finden ließe?

Der Springer-Verlag will deshalb auch Ende des Jahres Apps für “Bild” und “Welt” einführen, die voraussichtlich über ein Abo-Modell nutzbar sein sollen. Kunden sollen mit zusätzlichen Inhalten wie Interviews geködert werden; mit Einführung wird der Zugang zu den Web-Seiten von “Bild” und “Welt” über das iPhone gesperrt – möchte man weiterhin die Seiten nutzen, ginge das nur noch über das kostenpflichtige Programm. (Quelle: SpOn)

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Die Explosion des Social Web

27. Oktober 2009 · 9 comments

Die Zahlen sind extrapoliert, Stand der Basisdaten ist Ende 9/2009. Quelle: Gary Hayes.

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Secret Weapons of the Director

21. Oktober 2009 · 31 comments

Ich bin kein Freund von Powerpoint, nicht mal von Keynote. Manchmal kann ich aber nicht darauf verzichten — und wenn ich’s schon benutzen muss, kann ich auch gleich schwere Geschütze auffahren. Und die Präsentationen mit allerlei Tricks aufhübschen.

Für Vorträge oder das diese nervige Vortanzen mit angeschlossener Präsentation mache ich mir immer zuerst eine Art Rohkonzept, dann fülle ich das mit Leben. Dazu verwende ich eine Reihe von Tools und Webservices: Wenn ich, sagen wir, eine Aussage über die Doppelnutzung Internet und Radio treffen wollen würde, dann baute ich vielleicht eine Grafik von Statista ein. Oder suche ein Chart bei eMarketer.com. Will ich Organisationsstrukturen transparent machen, bastele ich mir ein hübsches Organigramm. Brauche ich einen Trafficvergleich von fremden Webseiten, sammele ich die Daten aus dem Ad Planner zusammen. Screens von Webseiten mache ich mit Little Snapper. Manchmal gibt’s am Präsentationsort kein Internet, dann zeige ich Webseiten nicht live, sondern kurze Funktionsdemos, die ich mit sowas wie Screentoaster oder Camstudio aufnehme.

Vorher gucke ich natürlich auf Slideshare, ob irgendwer anders schon was zu dem Thema gemacht hat, an dem ich mich vielleicht orientieren kann. Ahem.

Naja, der langen Rede ziemlich kurzer Sinn: Ich bin gerade dabei, für ein kleines Projektchen, all die kostenlosen und auch kostenpflichtigen Tools mal strukturiert aufzulisten, die Leuten wie mir bei der täglichen Arbeit helfen. Und da dachte ich, wenn ich mir schon die Mühe mache, kann ich’s auch gleich richtig machen und mal vorsichtig Sie, meine werten Leser, fragen, ob Sie empfehlenswerte Tools und Webseiten kennen, die in eine solche Liste gehören würden. Nicht nur für das Aufbessern von Präsentationen, sondern alles: brauchbare Projektmanagementsoftware, Ratgeberseiten, Werkzeuge zum Infoaustausch und zur Kollaboration, frei zugängliche Infoquellen, nützliche iPhone-Apps, all sowas. Vorzugsweise kostenlose Sachen, idealerweise.

Das wäre sehr nett, vielen Dank schon mal.

Ach, und wo wir gerade bei Projektchen sind: Dieses andere Projekt ist nicht gestorben. Wird in Kürze auch von der langen Bank geholt, auf die ich es geschoben habe. Großes Pfadfinderehrenwort.