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Elf Tage Irland

by Gunnar on 13. Oktober 2010 · 25 comments

Herr Kaliban hat was ausgebrütet. Sozusagen.

Ich stehe meinen Texten, wie die meisten Leute, die schreiben, eher distanziert gegenüber: vieles erscheint mir in der Rückschau als zu kurz gesprungen, zu hastig formuliert, zu halb durchdacht. Viele Blogtexte habe ich, Jahre später, stillschweigend überarbeitet, wohl wissend, dass das niemals jemand bemerken würde — es ging mir nur um den Text an sich. Naja. Was mir hingegen immer noch ganz gut gefällt, ist mein Irlandtagebuch, eine kleine Sammlung von Blogposts, die ich auf einer eher langweiligen Irlandreise Anno 2005 verfasst habe. Und weil ich die Sachen immer noch mag, habe ich sie für ein kleines Experiment ausgewählt: mein erstes Hörbuch.

Okay, »Hörbuch« ist dabei vielleicht ein etwas hochfliegender Begriff: Aber immerhin, die Textsammlung gibt es jetzt, gelesen von Andreas Fingas, auf iTunes unter dem Titel »Elf Tage Irland« zu kaufen. Läuft so 20 Minuten, kostet leicht überteuerte 2,97 Euro (auf Amazon ist’s mit 2,31 ein bisschen billiger.).

Es geht mir dabei nicht darum, eventuell Kohle mit der Sache zu verdienen; ich wollte nur mal ausprobieren, wie das so funktioniert, mit iTunes und Amazon und und Self-Publishing und so. Und, tatsächlich, es ist alles sehr easy: Ich habe für einen fairen dreistelligen Betrag den Sprecher auf Bodalgo.de rekrutiert, dem freundlichen Herrn den Text und ein paar Takte rechtefreie Irland-Musik geschickt, binnen eines Tages ein paar fertig gesprochene und abgemischte Audio-Files zurückbekommen, einen Account auf Tunecore eröffnet, das Zeug hochgeladen, ein hastig gemachtes Bildchen dazugestellt, knapp 45 Dollar Gebühr bezahlt, fertig. Drei Wochen später war das »Album« dann bei iTunes und Amazon live.

Ah, teh mad Power of teh Intarwebs. Everybody can be an Artist!

P.S. Okay, es ist natürlich sinnlose Geldverschwendung, weil ich die Kosten für Sprecher und Tunecore niemals wieder rauskriege (dazu müsste sich das Ding über 150 Mal verkaufen), aber das ist mir der Spaß wert. Und hey, irgendein eitles Hobby muss man als Mann haben. Dafür sammle ich nichts, nicht mal Videospiele, Briefmarken oder Oldtimer.