Kinder

Lange schallt’s im Walde noch

by Gunnar on 2. Oktober 2012 · 5 comments

In diesen schlimmen Zeiten sind zarte Kinderseelen im TV und Netz allezeit raffiniertester Werbung ausgesetzt.

Schrecklich ist das. Grausam, fast. Beklagenswert.

Gut, dass das damals in meiner Kindheit noch nicht so war.

Für sehr viel jüngere Leute: Das obige ist ein Ausriss aus Lurchi, Band 2. Die Lurchi-Bücher sind eine Art gereimte Kinder-Comics von der Firma Salamander. Gibt’s heute noch zu kaufen, glaube ich. Früher bekamen wir die im Schuhladen geschenkt. Wer mal reingucken will, hier ist eine Leseprobe.

Works both ways

by Gunnar on 16. Januar 2012 · 0 comments

Alles, was man über’s Vatersein wissen muss:

Aus einem Projekt von Rebecca Dreistadt und Ryan Sohmer, mehr Bilder hier.

Das G8 und die Kindheit

by Gunnar on 15. Dezember 2011 · 10 comments

Aus einem (schon ein halbes Jahr alten) Brief eines Vaters an seine 10jährige Tochter, gefunden auf Zeit Online.

Zitat:

Liebe Marie, erinnerst Du Dich noch an den Tag, an dem wir das letzte Mal im Kino waren? An diesen Tierfilm, den Du so gerne sehen wolltest? Wie hieß der bloß noch? Ich glaube, Tiger, Bären und Vulkane, aber sicher bin ich mir nicht. Denn unser Ausflug liegt schon ein paar Monate zurück. Wir sind alle zusammen mit dem Auto in die Stadt gefahren: Mama, Henri, Du und ich. Es war Sonntag – und wir beide saßen mit Karteikarten auf der Rückbank und haben gelernt. Wie viel ist 172? Wie viel 56? Wie viel 28? Auf dem Weg nach Hause dann noch mal: 27 = 128, 182 = 324, 56 = 15625. Und noch mal. Und zur Sicherheit gleich noch mal.

Wir hätten so viel Sinnvolleres tun können auf unserem Heimweg! Den Bildern der Bären nachhängen und Bonbons lutschen zum Beispiel. In dem Zauber verweilen, den jeder kennt, der aus dem Kinodunkel ins Licht tritt – als laufe man erwachend durch einen Traum. Aber noch nicht mal an einem Sonntag ist es mir gelungen, Dich das Kind sein zu lassen, das Du sein solltest mit zehn Jahren.

Der Vater beklagt in dem langen Text die mangelnde Freizeit der aktuellen Gynasiastengeneration, den ansteigenden Schulstress, den Druck, der schon bei Kindern zu Burnouts führt.

Die Lage ist sicher nicht ganz so klar, wie der Autor sie darstellt, aber ein schönes und ehrliches Dokument eines berechtigten Anliegens der aktuellen Elterngeneration ist der Text auf jeden Fall. Ich habe keine schulpflichtigen Kinder, aber die Zustände, von denen mir Bekannte (die keine Streber-Eltern sind) aus bayrischen Schulen berichten, sind zumindest bedenklich. Eine Mutter erzählte mir, dass Aufgaben so gestellt seien, dass sie ohne Elternhilfe nicht lösbar wären, dass schon in der Grundschule Hausaufgaben mit Powerpoint an der Tagesordnung seien et cetera. Keine Ahnung, ob das ein Münchner Sonderfall ist, aber derlei Klagen hört man häufiger.

Zehn kleine Negerlein

by Gunnar on 8. August 2011 · 5 comments

Erstaunlich schmerzfrei waren die Autoren von Kindernbüchern früher. In dieser Ausgabe von 1946, die ich neulich bei Freunden ‘rumliegen sah, heißt eines von den “Zehn kleinen Negerlein” halt lustig “Braunerle”, weil’s ja so schön braun ist. In der zweiten Strophe geht übrigens eins beim “Zechen” verloren.

Das klingt für heutige Elternohren schon ziemlich wüst, man ist ja in dieser kinderarmen Zeit ziemlich etepetete mit allem, wozu die Kleinchen zugang haben. Noch mal ein halbes Jahrhundert früher ging’s bei den Negerlein allerdings so hart zur Sache, da bekäme Bushido heute einen Explicit-Lyrics-Stempel* für. Und volles Pfund FSK18.

Zehn kleine Negerknaben schlachteten ein Schwein;
Einer stach sich selber tot, da blieben nur noch neun.

Neun kleine Negerknaben, die gingen auf die Jagd;
Einer schoss den andern tot, da waren’s nur noch acht.

Acht kleine Negerknaben, die gingen und stahlen Rüben;
Den einen schlug der Bauer tot, da blieben nur noch sieben.

Sieben kleine Negerknaben begegnen einer Hex';
Einen zaubert sie gleich weg, da blieben nur noch sechs.

Sechs kleine Negerknaben gehn ohne Schuh und Strümpf;
Einer erkältet sich zu Tod, da blieben nur noch fünf.

Fünf kleine Negerknaben, die tranken bayrisch’ Bier;
Der eine trank, bis dass er barst, da waren’s nur noch vier.

Vier kleine Negerknaben, die kochten einen Brei;
Der eine fiel zum Kessel rein, da blieben nur noch drei.

Drei kleine Negerknaben spazierten am Bau vorbei;
Ein Stein fiel einem auf den Kopf – da blieben nur noch zwei.

Zwei kleine Negerknaben, die wuschen am Nil sich reine;
Den einen fraß ein Krokodil – da blieb nur noch der eine.

Ein kleiner Negerknabe nahm sich ‘ne Mama;
Zehn kleine Negerknaben sind bald wieder da.

[Version von F. H. Benary (1885), siehe Wikipedia]

Interessant übrigens, dass Negerlein Nr. 6 ausgerechnet an bayrischem Bier zugrunde geht. Das ist erstaunlich direkt und ausgesprochen zeitlos aus dem Leben gegriffen: Beim Bier schlagen die Schwarzen ja gerne mal über die Stränge.

Kinderspiele für das iPad

by Gunnar on 11. Juli 2011 · 8 comments

Dies ist ein Gastbeitrag von Christian Schmidt*. Eine kleine Ergänzung von Herrn Kaliban mit entsprechenden Goldkindtm-Erfahrungen folgt morgen.

Ich bin nun seit knapp drei Wochen Besitzer eines iPad 2 und musste ich bis jetzt noch kein einziges Mal meine Prepaidkarte wieder neu aufladen. Denn anstatt damit zu telefonieren habe ich das schicke Ding über den größten Teil dieses Zeitraums direkt unter Extrembedingungen getestet: mit einer Schar von Kindern. Ich war letzthin auf Familienurlaub mit sechs Kindern, dazugehörigen Eltern und Omas und Opas. Dass das iPad bei Kindern hochbeliebt ist, versteht sich von selbst, deshalb wollte ich es vor dem Ausflug mit passenden Spielen ausstatten. Aber welchen? Was eignet sich für Kinder, was kommt gut an?

Ich habe zu der Frage wenig Hilfreiches im Internet gefunden, deshalb teile ich an dieser Stelle einfach mal meine Erfahrungen – vielleicht sind die für den einen oder anderen Mitlesenden erhellend. Ich hatte mich letztendlich für ein gutes Dutzend Spiele entschieden, die meisten davon bekannte Namen, und sie in den letzten Wochen an insgesamt zehn Kindern im Alter von 4 bis 14 ausprobiert, die sich wie die Wespen auf das Pad gestürzt haben. Für den Besitzer bedeutet das kurze Momente immenser Popularität („Duuu, Christian, dürfen wir dein iPad haben?“), gefolgt von langen Phasen der Nichtexistenz („Geh weg, wir spielen“).

Welches Spiel dabei das beliebteste war, dürfte die iPad-erfahrenen Mitleser wahrscheinlich überraschen – obwohl es an sich nicht überraschend ist, wenn man bedenkt, dass Kinder am liebsten miteinender spielen statt allein. Das gilt genauso für das iPad, und deswegen ist die wichtigste Erkenntnis: Die besten Spiele für Kinder sind solche, die man gemeinsam spielen kann.

Hier sind die Spiele, die ich an den Kindern ausprobiert habe:

Cut the Rope: Tolles Spiel für alle Altersgruppen. Die Steuerung zumindest der leichteren Levels begreifen schon die Jüngsten (3+), die Lösungen erreichen sie aber eher durch Ausprobieren und Glück denn durch Verständnis der Rätsellogik – was aber nichts macht, denn auch das Rumprobieren macht großen Spaß. Jungen Kinder kommt entgegen, dass sich der Bildausschnitt in den meisten niedrigen Levels nicht bewegt und alles auf einen Schirm passt. Das Spiel kam auch bei Erwachsenen und Älteren sehr gut an.

Doodle Jump, Need for Speed: Es ist interessant zu beobachten, dass jüngere Kinder, denen man einen Controller in die Hand gibt, die Bewegungen mitmachen, sich also bei Rennspielen in die Kurve legen und den Controller drehen. Der Sohn meiner Freundin (7) hüpft bei Jump-and-Runs bei jedem Spielsprung auf dem Sofa mit. Aus diesem Grund sind Spiele, die Feinmotorik voraussetzen, für jüngere Kinder eher ungeeignet, da die dazu tendieren, Bewegungen zu übersteuern. Das gilt für Doodle Jump & Co, vor allem aber für Rennspiele wie Need for Speed: Hot Pursuit; die sind bei kleineren Jungs zwar durch die Bank mächtig beliebt, aber die Autos krachen wie ein Flummi von Bande zu Bande.

Max and the Magic Marker: Eines der besten Spiele auf dem iPad zum Solo-Spielen für Kinder ab 7 Jahren. Jüngere werden von der Lauf- und Sprungsteuerung überfordert, die Gleichzeitigkeit und Timing erfordert. Kreativ, übersichtlich, gut erklärt und abwechslungsreich. Viele der simpleren iPad-Spiele beschäftigten die Kinder meiner Gruppe nur für ein paar Minuten („Mach mal was anderes!“), Max and the Magic Marker erwies sich dagegen als Stundenfresser. Einziges Manko ist die geringe Fehlertoleranz; wenn Max stirbt, muss man den Abschnitt von vorne beginnen. Was dank des motivierenden Spielprinzips aber andererseits auch Ausdauer lehrt.

Mirror’s Edge: Obwohl es aus der Erwachsenen-Ecke kommt und steuerungstechnisch durchaus komplex ist, erwies sich dieses Spiel nicht nur als einer der absoluten Favoriten für die Kids, es lässt sich auch schon von 4jährigen erfolgreich spielen (zumindest in den ersten beiden Levels). Das schnelle Wischen übers Pad gefällt vielen Kindern, und die Thematik des Wettlaufs finden vor allem Jungs ansprechend. Jüngeren kommt entgegen, dass das Spiel zumindest in gegnerfreien Levels ohne Druck abläuft, man also beliebig lang an einem Hindernis hantieren kann, bis man es überwunden hat. Der wahre Clou ist der Splitscreen-Modus, der ausnahmslos alle Kids begeistert hat („Jetzt will ich mal gegen dich!“).

Tiny Wings: Auch wenn’s kids-kompatibel aussieht, Kinder sind von diesem Spiel überfordert, weil es schnelle Reflexe und punktgenaues Timing erfordert und wegen der Trägheits-Simulation kein unmittelbares Feedback gibt. Die eher abstrakte Motivation („Noch weiter kommen!“) scheint Kinder nicht sonderlich zu motivieren. Dazu fehlt inhaltliche und optische Abwechslung.

Marble Mixer: Davon haben wahrscheinlich die Wenigsten bisher gehört, aber tatsächlich ist diese simple Murmelschnipperei mit Abstand das Kinderspiel Nummer 1 auf dem iPad. Korrektur: Das Familienspiel Nummer 1. Denn da hingen genauso viele Erwachsene vor dem Pad. Der wichtigste Aspekt von Marble Mixer ist schlicht, dass man es zu viert spielen kann. Das iPad wäre eine fantastische Party-Multiplayer-Plattform, wenn denn mehr Spiele Gebrauch davon machen würden. Marble Mixer zeigt, wie’s geht: kurze Partien, ultrasimple Steuerung (trotzdem mit Lernkurve), soziale Interaktion und Schadenfreude. „Das Spiel mit den Murmeln“ war beim Familientreffen der ständige Mittelpunkt einer bunt gemischten und stetig wechselnden Gruppe von Kindern und Erwachsenen, die schnell für eine Partie dazustießen oder auch nur zuschauten und mitlachten.

Labyrinth 2 HD: Interessanterweise eines der Spiele, das Erwachsene am meisten beeindruckt, weil sie das Prinzip des Kugellabyrinths aus der Realität kennen und staunen, dass es auf diesem kleinen technischen Ding aussieht und funktioniert wie in echt. Wer seinen Eltern die Faszination von iPad-Spielen nahebringen will, für den ist Labyrinth 2 HD die erste Wahl. Auch Kinder haben Freude daran, vor allem an den verspielteren Levels mit interaktiven Elementen. Jüngere haben Probleme mit der Feinmotorik, und man sollte darauf achten, dass sie auf einer weichen Unterlage sitzen, die zur Not ein fallendes iPad abfedern kann.

Angry Birds: Dazu muss man, glaube ich, nicht mehr viel sagen; das Spiel ist nicht umsonst so populär. Das bestätigte sich in meiner Gruppe: Die Mechanik begreifen schon die jüngsten (3+), das hübsche Design und einfache Spielprinzip gefällt allen Altersgruppen. Ein typisches „Darf ich auch mal?“-Spiel, das jeder mal anfassen will.

Small Things: Ich hatte angenommen, dass Hidden-Objekt-Spiele den Kindern wegen der einfachen Spielmechanik gefallen müssten, und hatte Small Things wegen seiner klaren und kinderkompatiblen Optik ausgesucht. Das war ein Fehlgriff. Die Masse an kleinen, ähnlichen Objekten macht das Suchen viel schwieriger als in klassischen Wimmelbildspielen, und das auf Kosten von optischer Abwechslung. Man sucht ständig die gleichen Dinge in den gleichen Bildern. Dass man die auch noch scrollen muss, gefällt Kindern gar nicht; und wenn zwei Kinder gemeinsam auf dem Pad herumtapsen, springt und zoomt der Schirm, was für irritiertes Gekreische sorgt.
Auch wenn ich von Small Things nur abraten kann, bin ich nach wie vor überzeugt, dass Wimmelbildspiele für Kinder sehr geeignet sind, vor allem, um das Lesen einfacher Wörter zu trainieren (5+). Auf dem PC ist die Samantha-Swift-Reihe wegen ihrer generell guten Qualität und zahlreichen Hilfefunktionen für Kinder sehr zu empfehlen. Eine Episode davon gibt’s auch fürs iPad, ich habe sie aber noch nicht ausprobiert.

Helsing’s Fire: Ich finde das Spiel super, aber jüngere Kinder halten es offensichtlich für eher langweilig. Das richtige Platzieren des Feuerscheins kriegen schon 5jährige hin, aber sobald die Farbreihenfolge und schnelle Ausweichreaktionen eine Rolle spielen, sind sie überfordert. Ältere Kinder (10+) haben durchaus Freude damit.

Multipong: Hatte ich heruntergeladen, weil vier Spieler gleichzeitig es spielen können. Aber im Gegenzug zu Marble Mixer ist Multipong für jüngere Kinder und ältere Erwachsene zu hektisch und für alle anderen nach kürzester Zeit schlicht zu langweilig.

Flight Control / Harbor Master: Wie zu erwarten ist das eher etwas für Jugendliche und Erwachsene, die Vorausplanung, Koordination und schnelle Reaktionen gut beherrschen. Kinder sind von dem zunehmenden Gewimmel auf dem Schirm überfordert, zumal die Darstellung des Geschehens recht klein ist. Selbst die Älteren in meiner Gruppe spielten nur dann Harbor Master, wenn sie partout keine andere Alternative hatten.

World of Goo: Ist natürlich eines der besten Spiele auf dem Pad, punktum. Obwohl sich der Humor eher an Erwachsene richtet, gefallen auch Kindern die bunte Optik und die knuddeligen Schleimkugeln. Schon 6jährige können die ersten Levels erfolgreich bewältigen, wenn man ihnen die Mechanismen erklärt. Später wird’s für sie aber zu haarig. Für Kinder, die Max und the Magic Marker aus dem FF beherrschen, ist World of Goo der nächste logische Schritt.

Ich setze die Liste bei Gelegenheit fort, wenn ich neue Spiele ausprobiert habe. Small World soll zum Beispiel als Mehrspieler-Titel spannend sein, das muss ich meiner Fokusgruppe mal unterjubeln. Was könnte ich noch mit ihnen spielen? Hat jemand eigene Erfahrungen zum Thema, Tipps für mich oder Anmerkungen zu meinen Urteilen? Ich bin für jede Rückmeldung dankbar!

Who the fuck ist Christian Schmidt? Christian Schmidt, 34, ist Spielejournalist und war zuletzt stellvertretender Chefredakteur beim Fachmagazin GameStar. Er gehört zur ersten Generation, die mit Videospielen groß geworden ist, und lässt keine Gelegenheit aus, das der zweiten Generation aufs Brot zu schmieren. Er hat (noch) keine eigene Kinder, aber 3.200 PC-Spiele in seiner Privatsammlung, was in Sachen Sozialverträglichkeit, Liebe und Kosten in etwa aufs Gleiche hinausläuft.

Elterngeheimnisse!

by Gunnar on 28. Mai 2010 · 11 comments

Frohe Kunde in eigener Sache — Herrn Kalibans erstes Buch erscheint in absehbarer Zeit.

Elterngeheimnisse, meine kleine Sammlung unterhaltsamer und hoffentlich auch nützlicher Elterntricks, ist jetzt offiziell vom Heyne Verlag für den Februar 2011 angekündigt worden. Das Buch basiert größtenteils auf Texten der gleichnamigen Webseite und der zugehörigen Facebook-Seite, enthält aber auch “Geheimnisse”, die dort nicht veröffentlicht sind.

Fertig ist es allerdings noch nicht — und jeder kann mitmachen: Wer noch ein “Geheimnis” kennt, das mit ins Buch muss, möge es bitte hier eintragen. Es muss nicht voll ausformuliert sein, eine Rohfassung reicht schon, ich schreib’ das dann schön. Als Dank gibt’s eine Namensnennung im Buch, das fertige Werk mit Widmung und meine ewige Hochachtung.

Ich würde mich über ein paar Einsendungen freuen — je mehr, desto besser ist das Buch am Ende. Es werden hier doch noch ein paar Eltern mitlesen. Oder Leute, die Eltern kennen. Freundliche Links in euren Blogs und, äh, Erwähnungen in überregionalen Medien würden auch helfen.

Man kann das Buch erstaunlicherweise sogar schon vorbestellen.

Auszug aus dem aktuellen Heyne-Gesamtprogramm

Der kleine weiße Fisch

by Gunnar on 17. März 2010 · 12 comments

Eine wahre Geschichte über das Goldkindtm.

Meine Tochter hat ein neues Bilderbuch. Es heißt “Kleiner weißer Fisch”. Darin geht es um einen kleinen weißen Fisch, der auf dem ersten Bild weinend gezeigt wird, weil er seine Mama verloren hat. Auf den folgenden Bildern trifft er allerlei bunte Meerestiere (Hummer, Seestern, Krake et cetera) und der nebenstehende Vorlesetext fragt jedesmal “Ist das die Mama vom kleinen weißen Fisch?”, worauf in der angedachten Choreografie das auf dem Schoß sitzende Kind “Neeeein” kräht, worauf man selber “Richtig, denn der Hummer ist ja ROT, nicht weiß” entgegnet. Kinder lieben solche Rituale. Auf der letzten Seite findet der Fisch dann seine Mama. Natürlich.

Meine gerade mal zweijährige Tochter hat das erste Mal die Geschichte aufmerksam verfolgt. Beim zweiten Lesen am nächsten Tag frage ich wieder “Ist das die Mama vom kleinen weißen Fisch”, worauf das Gör mich anguckt wie einen Neanderthaler, auf die letzte Seite blättert, auf die Fischmama deutet und “Nein, die ist doch hier” sagt. In diesem “Das müsstest du doch eigentlich selber wissen”-Tonfall.

Seufz.

Da steht uns noch einiges bevor.

Elterngeheimnisse

by Gunnar on 27. November 2009 · 14 comments

Ich hatte mein bescheidenes Nebenprojekt Berufsgeheimnisse.de (bei dem es um das Sammeln kleiner Fetzen anekdotischen Insiderwissens geht) ja schon ein, zwei, drei Mal erwähnt. Und sicher auch drauf hingewiesen, dass ich dankbar um jeden bin, der dabei mitmacht. Nun gibt es eine Art Extension — die Elterngeheimnisse.

elterngeheimnisse

Der amerikanische Blogger Matthew Baldwin beschreibt Elternsein als “eine Serie von Querdenker-Rätseln”. Das trifft’s schon, irgendwie. Wir alle, die wir Kinder haben, erfinden täglich kleine Tricks, um irgendwas zu erreichen — wir denken uns ein Spiel aus, um aus dem täglichen Zähneputzen ein lustiges Ritual zu machen. Wir nehmen einen Ball mit zum Schuhkauf, um ihn durch den Laden zu werfen, damit das Kind hinterher rennt — und nicht in den ungewohnten Schuhen erstmal wie angewurzelt stehen bleibt. Wir wickeln den Teddy und die Puppe, um das Kind dazu zu bringen, sich leichter die Windel wechseln zu lassen. Wir führen ein komplexes Verabschiedungsritual durch, wenn das Kind sich nicht von einem Spielkameraden trennen will. Wir legen eine alte PC-Tastatur neben die richtige, damit das Kind unser Herumtippen nachahmen kann, ohne das System zum Absturz zu bringen.

Et cetera.

Jeder hat seine Methoden, jeder hat seine Ideen. Manche erzählen wir Freunden, manche behalten wir für uns, manche vergessen wir einfach wieder. Diese Webseite soll die Tricks und “Geheimnisse” von Eltern sammeln, als Hilfestellung für andere Eltern primär, aber auch einfach zu Erbauung oder Unterhaltung. Es geht nicht um lange Abhandlungen, komplexe Anleitungen, Produkttipps oder Rezepte, dafür gibt es genügend Orte im Netz — auf elterngeheimnisse.de soll das Leichte, Schnelle, vielleicht Verblüffende im Vordergrund stehen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn einige von Ihnen, geschätzte Mitlesende, mitmachen und uns einen oder mehrere Ihrer Tricks verraten würden. Noch ist die Seite nämlich ein bisschen leer…

Update 30.11.: Seit eben funktioniert auch der bislang fehlerhafte RSS-Feed.

www.NeueKinderlieder.de

by Gunnar on 27. August 2009 · 13 comments

Eltern kommen, ob talentiert oder nicht, irgendwann in die Verlegenheit, ihren Kindern vorsingen zu müssen.

Anfangs ist das eine leichte Übung, da trällert man einfach irgendwas, was man mag — ich beispielsweise habe mir immer mit At the End of A Gun beholfen. Oder mit der grandiosen Moritat von Mackie Messer. Wenn dann aber in den Kindern dieses hungrige Monster, die Sprache, erwacht, reicht es nicht mehr, einfach eine halbe Strophe des englischsprachigen Lieblingsliedes zu wiederholen, dann muss es was Richtiges sein.

Vielleicht sogar was Mitsingbares.

Und dann?

Dann gibt’s da den ziemlich lustigen Eisbär oder den Harung und die Affen oder sonst ein paar hübsche Lieder, aber das Gros der bekannten und leicht auffindbare Songs für Kinder ist musikalisch mau und textlich fragwürdig. Vielleicht bin ich zu heikel, aber sowas wie…

“Häschen in der Grube nickt und weint, nickt und weint! Doktor, komm geschwind herbei und verschreib ihm Arzenei! Häschen schluck! Häschen schluck!” (*)

“Seine große, lange Flinte schießt auf dich das Schrot, dass dich färb die rote Tinte und dann bist du tot” (*)

“Der Auerhahn, der Auerhahn, der ist der würd’ge Herr Kaplan. Fidirallala, fidirallala, fidirallalalala” (*)

…erscheint mir doof und irgendwie sehr aus der Zeit gefallen. Wo sind die Lieder über Zauberlehrlinge, über Vampire, über transformierbare Roboter, über das Leben in der Stadt, über Feuerwehrautos, über Monster aus dem All, über Katzen und Hunde und Ratten und Frettchen und andere moderne Haustiere et cetera? Okay, Herr Ferri macht sowas zuweilen, aber viel mehr scheint es nicht zu geben. Oder übersehe ich da eine große, lebendige Szene von fahrenden Musikanten und selbstsingenden Eltern? Falls ja, möge man mir Bescheid geben, falls nicht…

… wollte ich mal anregen, ob es nicht lohnend wäre, eine Art Kinderlieder-Community zu gründen. Ich stelle mir das so vor: Eingeloggte User können Projekte anlegen, die dann Lieder werden — vielleicht beginnt es mit einer Idee, vielleicht mit einem kompletten Text, vielleicht mit einer neuen (oder alten) Melodie. Andere User können dann Ideen, Noten oder Texte beisteuern, am Schluss findet sich vielleicht ein musikalischer Mensch, der das fertige Werk mit der Gitarre einspielt und als Video hochlädt. Sollte doch technisch heutzutage ein Klacks sein, sowas.

Falls jemand die Idee gut findet — bitte einfach umsetzen, ab jetzt ist sie public domain. Ich habe nicht recht Lust, das selber zu machen, wäre aber bereit, ein paar Anregungen und meine hübsche Domain neuekinderlieder.de beizusteuern.

Goldkindcontent

by Gunnar on 13. August 2009 · 3 comments

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So. Ein niiiiiedliches Bild. Damit’s hier, in diesem unfreundlichen Blog, auch mal menschelt.

Leben an der Straße

Juli 30, 2009

Unsere Tochter, das Goldkindtm hat, ich gebe es nur ungern zu, einen Autofetisch. Wann immer sie eines sieht, zeigt sie drauf und ruft “A-U-to” oder, in der Mehrzahl “A-U-to-SCH”.

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Beliebt durch Spielzeug

Juni 13, 2009

Da sieht man mal wieder, wie materialistisch die Jugend von heute ist: Die Bande halbwüchsiger Furien vom Preysingplatz ignoriert meine Tochter allenthalben. Aber kaum fährt sie mit dem neuen Bobbycar vor und probiert die faszinierende Geräusche erzeugende Hupe aus, da wollen alle ihre Freundinnen sein.

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