Kollegengeschwätz

Krebsesser und Hirnfresser

by Gunnar on 4. Dezember 2009 · 28 comments

Bizarrer Dialog gestern, auf der Weihnachtsfeier:

Ich: Habt ihr die Suppe probiert?
Junge Dame I: Nein, da sind ja Flusskrebse drin.
Ich: Und? Mögt ihr keine Krebse?
Junge Dame I: (schüttelt sich)
Junge Dame II: Krebse, das ist sowas Lebendiges.
Ich: Lebendig? Aber ihr esst doch auch Hühner? Und das Rindercarpacchio ist auch nicht am Wegesrand gewachsen.
Junge Dame II: Hühner sind irgendwie nicht so lebendig wie Flusskrebse. Und so’ne Kuh, die steht doch auch nur auf der Weide und will gefressen werden.

Und wo wir gerade beim Thema Essen mit Kollegen sind:

Kollege R. erzählt gerne und gerne auch beim Essen von seiner Jugend auf dem Bauernhof, wo man Wildschweine mit bloßen Händen verspeist und Hühnern eigenhändig die Hälse umgedreht hat. Nach einigen Schlenkern kam das Gespräch auf Hirn und dessen Verwendung als Nahrungsmittel. Kollege R. pries die geschmacklichen Vorzüge, beschrieb die Konsistenz, lobte anekdotenreich die Regionen Europas, in denen man die Umsicht besitzt, ein so proteinreiches Stück Fleisch selber zu essen, anstatt es schnöde ins Katzenfutter zu schreddern. Um uns herum erstarben die Kaugeräusche, als Menschen ihre Gabeln weglegten und ihre halbvollen Teller beseite schoben. Das Gesicht von Kollege M. gefror zu einer Maske; Kollegin S. starrte auf ihre Kohlroulade und flüsterte einen heiligen Eid vor sich hin, zukünftig nur noch Gemüse zu essen. Die Runde löste sich dann rasch auf, aber wir waren dem Thema damit nicht entkommen, R. legt per Rundmail nach und zitierte aus einem Kochbuch folgende Zeilen: Brain can be poached, fried, baked, or broiled, and is sometimes served as “beurre noir”. This is a sauce that has a clarified butter base that is heated until dark brown. Brain also can be combined with scrambled eggs for a Southern delicacy. One brain usually feeds two people. Brain also may be added to salads or stuffing or served in soups. […] Monkey brain is a controversial food, often attributed to the Chinese, but also found in certain other countries. The practice of eating monkey brains has led to over-hunting, especially due to the unfounded belief that eating the monkeys’ brain can cure impotence.

Uh. Was viele Leute nicht wissen: Hirnesser R. finanziert seinen überbordenden Fleischkonsum mit monatlichen Zahlungen der Deutschen Gesellschaft für Vegane Lebensweise, die ihn als U-Boot durch die Lande schicken, um möglichst vielen Menschen das Fleischessen zu verleiden.

Okondor oder so

by Gunnar on 17. Juni 2008 · 18 comments

Hm. Überzeugende Spontantheorie der Kollegen G. und M.: Das 1:0 gegen Polen bei der WM (ihr entsinnt euch, Flanke Odonkor, Tor Neuville) war keineswegs eine Sternstunde des deutschen Fußballs, vielmehr ein Tiefpunkt. Denn: Auch ein 0:0 hätte zum Weiterkommen gereicht. Und ohne den Treffer wäre der Mythos um die “Fähigkeiten” eines David Odonkor oder die Joker-Nützlichkeit eines Oliver Neuville nie entstanden. So wären uns zahlreiche schlechte Spiele erspart geblieben, in denen (wie gegen Kroatien) Löw hoffnungsfroh Odonkor bringt, der aber natürlich wirkungslos bleibt. Wie auch sonst, ist ja auch ein wirkungsloser Spieler. Deswegen stellt ihn ja sein Vereinstrainer auch nicht auf.

Ach. Wenn ich nur Bundestrainer wäre. Ich würde viel schönere Fehler machen.