Die Sonntagslinks werden verschoben, statt dessen ein saisonales Highlight, die kalibanischen Geschenktipps.
Alle Jahre wieder das Problem: Was schenkt man den Kerlen? Freunde, Brüder, Ehemänner — Jungs sind ja ein bisschen schwierig zu beschenken, sagt man. Oder vielleicht sagen das auch nur Frauen, die beim Schenken oft nicht nach dem männlichen Prinzip Ich schenke, was ich selber gerne hätte vorgehen, sondern Geschenke an Männer als Gelegenheit zum Upgrade begreifen. Der Typ hat keinen Schal und kauft sich auch keinen, weil es das uncool findet — zack, Weihnachten liegt ein 3-Meter-Trumm in dezentem Gelborange unter dem Baum. Seine elektrische Zahnbürste ist kaputt, zack, hier ist die neue. Er interessiert sich nicht für Philosophie, obwohl sie gerne einen Gesprächspartner hätte, an dem sie ihr Volkshochschulwissen ausprobieren kann — zack, das nächste Präsent ist Heidegger für Dummies. Oder so. Es folgen ein paar wirklich brauchbare Geschenke, darunter dieses Jahr auch solche, die Frauen oder Kindern auch gefallen. With love from Kaliban.
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11Freunde: Geld schießt keine Tore, Geld kann aber einem dem Sport der Sporte wohlgesonnenen Herrn das vermutlich beste Fußballmagazin der Welt verschaffen. Die 11Freunde ist immer noch ein Geheimtipp, obwohl es sie schon ein paar Jahren gibt, ein rundum gelungenes Heft über Fußball aus der Sicht wahrer Fans.
[11 Freunde: 47 Euro]

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Tender Bar: Tender Bar ist kein Roman im eigentlichen Sinne, sondern eine erzählende Autobiographie eines eher gewöhnlichen Lebens. Das Buch hat traurige Stellen, lehrreiche Stellen, bezaubernde Stellen, spannende Stellen — alle vereint, alle brillant geschrieben. Pflichtbuch für Männer. Gefällt jedem, quer durch alle Altersstufen.
[Amazon: ab 9,90]

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Frühstücksbrettchen: Diese Brettchen sind Unikate, bei denen sich die Platzierung der eingebrannten Figur immer nach dem Verlauf der Maserung des Akazienholzes richtet. Sehr schick.
[Pension für Produkte, ca. 14 Euro]

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Taxi Driver Wisdom: Ein edel gebundenes Buch, schön gestaltet, mit allerlei fundamentalen Weisheiten darin, welche die Redakteurin angeblich echt von New Yorker Taxifahrern abgelauscht hat.
[Amazon: 11,95]

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Macbook Decals: Aufkleber für Macs und andere i-Geräte gibt’s im Internet zuhauf zu kaufen, in freier Wildbahn sieht man die Dinger fast nie. Gutes Geschenk für den Mac-ianer, der schon alles hat.
[Etsy: ca. 8 Euro]

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Penny Arcade-Poster: Das Birds are weird-Poster hing jahrelang in Herrn Kalibans Büro und wurde von Besuchern immer sehr bewundert. Kunstfreunde lassen es noch bei einem lokalen Shop für 70 Steine auf Holz aufziehen.
[Penny Arcade: ca. 11 Euro]

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Smartphone-Hülle: Grundsätzlich sind Smartphones bei okayer Behandlung gar nicht so anfällig, aber wenn’s eine Hülle sein soll, dann doch gleich eine angemessen hübsche, aus Filz beispielsweise.
[Dawanda: 14,60]

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Murder Mysteries: ein großartiges Buch, das auch Leuten Freude macht, die sonst mit Comics nix am Hut haben. Gaiman erzählt eine böse Geschichte über zwei Mord, einen in Los Angeles, einen im Himmel, deren Geschichten sich verschlingen.
[Amazon: 10,99]

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Verdammte Scheiße, schlaf ein: Ein als Kinderbuch getarntes Werk für geplagte Eltern sehr kleiner Kinder. Netter Gag als Mitbringsel. Gibt’s auch auf Englisch.
[Amazon: 9,99]

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You are not so smart: Cleveres Buch darüber, wie das eigene Gehirn einen betrügt, indem es quasi die Geschichtsschreibung des Lebens verändert. Aufschlussreich und intelligent.
[Amazon: 16,80]
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Chocri-Schokolade: Chocri ist ein Online-Shop, bei dem man Schokolade aus einem Zutaten-Baukasten selber individualisieren kann. Schmeckt gut, sieht gut aus, sicherer Tipp.
[Chocri: ab ca. 5 Euro]

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Kindle: Die Kindle-i-sierung greift in meinem Bekanntenkreis rapide um sein, alle Käufer (auch ich) äußern auch Monate danach große Zufriedenheit mit dem Ding. Kann also so schlecht nicht sein, denke ich, auch wenn der eine oder andere anfangs Bedenken hat, weil der Kindle nach Plastik und nicht nach Druckereichemikalien riecht.
[Amazon: ab 99 Euro]

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Akkuratus2: Viele Kinderbücher sind ästhetisch unerträglich, eine Ausnahme sind die Akkuratus-Bücher von Klett. Die wenden sich an Zweijährige, sind aber trotzdem so gezeichnet, dass normale Erwachsene davon keine Hirnblutungen bekommen.
[Amazon: 9,90]

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Disclaimer: Angegebene Preise ohne Gewähr und Versandkosten. Verfügbarkeit bis Weihnachten habe ich auch nicht überprüft.

Großverlage denken, was mir schon seit langem schräg vorkommt, in Zielgruppen, nicht in Themen. Man macht also nicht einfach eine gute Zeitschrift für über’s Kochen, die dann bestimmt Leuten gefällt, die gern gut essen und mit vernünftigen Zutaten arbeiten, sondern, huh, ein rock&rolliges Kochmagazin für Männer. Für Männer mit Geld, natürlich. Und legt gleich die Karten im Editorial auf den Tisch — der Chefredakteur fabuliert uns vor, er habe das Heft für seinen Freund “Christoph” erdacht. Bei Grunerundjahr, muss man wissen, denkt man nicht nur gern in groben Zielgruppenrastern, sondern stellt sich bizarrerweise die Idealzielgruppe auch noch personifiziert* vor. Und dieser Christoph ist eben so, wie man den Leser wohl gerne hätte: Mann, 42, Hamburg, stinkt vor Geld, findet nicht-selbstgemachte Nudeln prinzipiell öde, hat Kinder und Frauen nicht gern in der Küche, kocht auf hohem Niveau, streitet mit Freunden über die Vorteile und Nachteile von Induktion und Gas. Puh. Ein arroganter Großstadtfatzke offenbar.
