Männer

Geschenke für Männer (und andere Menschen)

by Gunnar on 18. Dezember 2011 · 17 comments

Die Sonntagslinks werden verschoben, statt dessen ein saisonales Highlight, die kalibanischen Geschenktipps.

Alle Jahre wieder das Problem: Was schenkt man den Kerlen? Freunde, Brüder, Ehemänner — Jungs sind ja ein bisschen schwierig zu beschenken, sagt man. Oder vielleicht sagen das auch nur Frauen, die beim Schenken oft nicht nach dem männlichen Prinzip Ich schenke, was ich selber gerne hätte vorgehen, sondern Geschenke an Männer als Gelegenheit zum Upgrade begreifen. Der Typ hat keinen Schal und kauft sich auch keinen, weil es das uncool findet — zack, Weihnachten liegt ein 3-Meter-Trumm in dezentem Gelborange unter dem Baum. Seine elektrische Zahnbürste ist kaputt, zack, hier ist die neue. Er interessiert sich nicht für Philosophie, obwohl sie gerne einen Gesprächspartner hätte, an dem sie ihr Volkshochschulwissen ausprobieren kann — zack, das nächste Präsent ist Heidegger für Dummies. Oder so. Es folgen ein paar wirklich brauchbare Geschenke, darunter dieses Jahr auch solche, die Frauen oder Kindern auch gefallen. With love from Kaliban.

11Freunde: Geld schießt keine Tore, Geld kann aber einem dem Sport der Sporte wohlgesonnenen Herrn das vermutlich beste Fußballmagazin der Welt verschaffen. Die 11Freunde ist immer noch ein Geheimtipp, obwohl es sie schon ein paar Jahren gibt, ein rundum gelungenes Heft über Fußball aus der Sicht wahrer Fans.

[11 Freunde: 47 Euro]

Tender Bar: Tender Bar ist kein Roman im eigentlichen Sinne, sondern eine erzählende Autobiographie eines eher gewöhnlichen Lebens. Das Buch hat traurige Stellen, lehrreiche Stellen, bezaubernde Stellen, spannende Stellen — alle vereint, alle brillant geschrieben. Pflichtbuch für Männer. Gefällt jedem, quer durch alle Altersstufen.

[Amazon: ab 9,90]

Frühstücksbrettchen: Diese Brettchen sind Unikate, bei denen sich die Platzierung der eingebrannten Figur immer nach dem Verlauf der Maserung des Akazienholzes richtet. Sehr schick.

[Pension für Produkte, ca. 14 Euro]

Taxi Driver Wisdom: Ein edel gebundenes Buch, schön gestaltet, mit allerlei fundamentalen Weisheiten darin, welche die Redakteurin angeblich echt von New Yorker Taxifahrern abgelauscht hat.

[Amazon: 11,95]

Macbook Decals: Aufkleber für Macs und andere i-Geräte gibt’s im Internet zuhauf zu kaufen, in freier Wildbahn sieht man die Dinger fast nie. Gutes Geschenk für den Mac-ianer, der schon alles hat.

[Etsy: ca. 8 Euro]

Penny Arcade-Poster: Das Birds are weird-Poster hing jahrelang in Herrn Kalibans Büro und wurde von Besuchern immer sehr bewundert. Kunstfreunde lassen es noch bei einem lokalen Shop für 70 Steine auf Holz aufziehen.

[Penny Arcade: ca. 11 Euro]

Smartphone-Hülle: Grundsätzlich sind Smartphones bei okayer Behandlung gar nicht so anfällig, aber wenn’s eine Hülle sein soll, dann doch gleich eine angemessen hübsche, aus Filz beispielsweise.

[Dawanda: 14,60]

Murder Mysteries: ein großartiges Buch, das auch Leuten Freude macht, die sonst mit Comics nix am Hut haben. Gaiman erzählt eine böse Geschichte über zwei Mord, einen in Los Angeles, einen im Himmel, deren Geschichten sich verschlingen.

[Amazon: 10,99]

Verdammte Scheiße, schlaf ein: Ein als Kinderbuch getarntes Werk für geplagte Eltern sehr kleiner Kinder. Netter Gag als Mitbringsel. Gibt’s auch auf Englisch.

[Amazon: 9,99]

You are not so smart: Cleveres Buch darüber, wie das eigene Gehirn einen betrügt, indem es quasi die Geschichtsschreibung des Lebens verändert. Aufschlussreich und intelligent.

[Amazon: 16,80]

Chocri-Schokolade: Chocri ist ein Online-Shop, bei dem man Schokolade aus einem Zutaten-Baukasten selber individualisieren kann. Schmeckt gut, sieht gut aus, sicherer Tipp.

[Chocri: ab ca. 5 Euro]

Kindle: Die Kindle-i-sierung greift in meinem Bekanntenkreis rapide um sein, alle Käufer (auch ich) äußern auch Monate danach große Zufriedenheit mit dem Ding. Kann also so schlecht nicht sein, denke ich, auch wenn der eine oder andere anfangs Bedenken hat, weil der Kindle nach Plastik und nicht nach Druckereichemikalien riecht.

[Amazon: ab 99 Euro]

Akkuratus2: Viele Kinderbücher sind ästhetisch unerträglich, eine Ausnahme sind die Akkuratus-Bücher von Klett. Die wenden sich an Zweijährige, sind aber trotzdem so gezeichnet, dass normale Erwachsene davon keine Hirnblutungen bekommen.

[Amazon: 9,90]


Disclaimer: Angegebene Preise ohne Gewähr und Versandkosten. Verfügbarkeit bis Weihnachten habe ich auch nicht überprüft.

Beef! — eine Art Heftkritik

by Gunnar on 19. Oktober 2009 · 29 comments

Man muss die Damen und Herren von Grunerundjahr ja grundsätzlich loben, weil sie auch jetzt, wo die meisten Printmedienmacher in klapprigen Seifenkisten ohne Anschnallgurt den Berg hinunter und auf diese Mauer unten im Tal zurasen, noch so viel Vertrauen in ihr Geschäftsmodell haben, dass sie auf einen Schlag gleich drei neue Zeitschriften herausbringen: Beef!, Business Punk und Gala Men. Alle für Männer, überraschenderweise.

Ob sie sich mit dem, was sie da auf den Markt geworfen haben, einen Gefallen tun, muss die Zeit erweisen. Ich jedenfalls habe wenigstens Beef! mal testhalber gekauft, was ein handfester Akt von verlagsübergreifender Solidarität ist, denn das Blatt kostet knapp zehn Euro — und es liegt nicht mal ein Kleinwagen dabei.

beef coverGroßverlage denken, was mir schon seit langem schräg vorkommt, in Zielgruppen, nicht in Themen. Man macht also nicht einfach eine gute Zeitschrift für über’s Kochen, die dann bestimmt Leuten gefällt, die gern gut essen und mit vernünftigen Zutaten arbeiten, sondern, huh, ein rock&rolliges Kochmagazin für Männer. Für Männer mit Geld, natürlich. Und legt gleich die Karten im Editorial auf den Tisch — der Chefredakteur fabuliert uns vor, er habe das Heft für seinen Freund “Christoph” erdacht. Bei Grunerundjahr, muss man wissen, denkt man nicht nur gern in groben Zielgruppenrastern, sondern stellt sich bizarrerweise die Idealzielgruppe auch noch personifiziert* vor. Und dieser Christoph ist eben so, wie man den Leser wohl gerne hätte: Mann, 42, Hamburg, stinkt vor Geld, findet nicht-selbstgemachte Nudeln prinzipiell öde, hat Kinder und Frauen nicht gern in der Küche, kocht auf hohem Niveau, streitet mit Freunden über die Vorteile und Nachteile von Induktion und Gas. Puh. Ein arroganter Großstadtfatzke offenbar.

Da möchte man gleich das Heft zuklappen und an den Verlag unfrei zurücksenden, mit dem Vermerk “Zielgruppe verfehlt”.

Wenn man dann liest und blättert, relativiert sich der erste Eindruck. Aber nicht gleich: Erstmal muss man zwar über das irgendwie stylishe, aber krass unübersichtliche Inhaltsverzeichnis hinweg und dann auch noch die anstrengende Mischung aus Kuriositäten und Schleichwerbung aus dem Weg blättern, mit der Blattmacher immer gerne beginnen, um die Götter der Heftdramaturgie zu besänftigen. Dann, wir sind schon auf Seite 35, kommt der erste richtige Artikel, immerhin eine volle Seite Text. Dann die Titelgeschichte, eine Art Suche nach dem besten Steak der Welt, einigermaßen originell als Turnier aufgemacht: In Runde 1 wirft Frankreichs Charolais Argentiniens Filet raus, dann das Halbfinale, Finale und am Ende hat das Hereford Rib-Eye aus Irland gewonnen. Bisschen dünn inhaltlich, kann man aber machen. Es folgen aufwändig inszenierte Fotos von teuren Messern, Tipps für die Gründung eines Männerkochclubs (wtf?), eine wirklich schöne Strecke über (eher zu simple) Saucen, ein toll erklärtes Sechsgangmenü mit Rausklappseiten, weitere Rezepte, weitere Artikelchen, eine surreale Sache über Männerkochclubs, ein Interview über die Frage, wie sexy kochende Männer sind (bebildert mit nackten Frauen, damit auch niemand vergisst, dass Beef! eine Veranstaltung für Jungs ist), ein bisschen Wissen, schöne Fotos allüberall und eine interessante Reportage über den Tsukiji-Markt in Tokio.

Insgesamt wäre es gar kein schlechtes Heft, und für eine Erstausgabe sogar ziemlich gut, wenn die Attitüde nicht so albern wäre: Unerträglich die “humorige” letzte Seite, wo die Unterschiede von Männern und Frauen beim Kaffee-machen beschrieben werden und der Mann der Pedant ist, der seine Bohne quasi einzeln mit dem Bunsenbrenner röstet, während die Frau einfach doof ein Pad in die Maschine haut und sich nebenbei die Nägel lackiert. Haha. Mir ist nicht klar, warum dieses ganze Zielgruppending immer mit dem Holzhammer daherkommen muss, immer mit diesem Anbiedern, mit diesem “Hey, wir sind wie ihr”. Den Jungs von 11Freunde gelingt es doch auch, ein Fußballheft für Männer zu machen und dabei Sujet sowie Zielgruppe gleichzeitig ernst zu nehmen und liebevoll zu ironisieren.

Irgendwer muss den Leuten, die da in Hamburg in ihrem Raumschiff von einem Bürogebäude sitzen, mal erzählen, dass nicht alle Leute draußen in Deutschland so sind wie ihre Bekannten aus der Medien- oder Werberszene, mit denen sie sich im Starbuck’s auf einen White Chocolate Mocca treffen.

* Bei stern.de etwa hat man sich als Proto-Leserin eine “Sandra Müller” gebastelt: Mittdreißigerin, schlau, sympathisch, interessiert sich für Nachrichten und Hintergründe, findet den “Spiegel” zu abgehoben und die “Bild” zu krawallig. Aha. Das ist so ein Stern-Trauma, weil sein Erfinder Henri Nannen seinerzeit immer die abhebenden Redakteure mit dem Bild von “Lieschen Müller” auf Volksnähe und Lesbarkeit eingeschworen hatte.

Einkaufen! Mit Frauen!

by Gunnar on 14. Oktober 2009 · 23 comments

Also, manchmal muss meine Frau, die’s auch nicht leicht hat mit dem Goldkindtm und so, ein bisschen Dampf ablassen. Dann geht sie einkaufen. Und ich muss mit.

Wir stürmen in die Stadt, entern Laden 1 von der zweistelligen Liste. Methodisch arbeiten wir uns von unten nach oben hoch, Stockwerk für Stockwerk, Regal für Regal. Wobei das Wort “wir” ein bisschen unexakt ist — meine Frau prüft jedes Ausstellungsstück händisch auf Kaufbarkeit, während das Goldkind und ich nach so 35 Nanosekunden die Lust verlieren und lieber ein bisschen auf der Kaufhausetage umherstreifen. Dabei driften wir in die Nähe der Männersachen, mein Brieftaschenextraktionsalarm klingelt vorsorglich, aber ich bin grundsätzlich immun gegen Kauflust, wenn meine Frau dabei ist. Ich bin einer der letzten Alleinkäufer, Lordsiegelbewahrer des bröckligen Restes männlicher Automonie, der in dieser Gesellschaft noch möglich ist. Wenn ich schon öffentliches Sackkratzen, abendlichen Dosenbierkonsum und Metal-Mitgröhlen beim Frühstück als Dispositionsmasse dem Konzept Ehe opfern musste, will ich wenigstens eigenständig und unbeeinflusst entscheiden, womit ich mich in der Öffentlichkeit lächerlich mache.

Kann's ja hinterher wieder umtauschen, wenn's ihr nicht gefällt. Ahem.

Aber weiter — mit halbem Ohr belausche ich im Vorbeigehen zwei Pärchen, ich bin Journalist, müssen Sie wissen, und immer am Menschlichen interessiert.

Mitgehörtes Gespräch Nr. 1:
Mann: "Ich probiere die Hose nur schnell an."
Frau: "Bist du sicher, das du nicht eher so 'ne ausgewaschene willst?"
Mann: "Nein. Ich will die hier."
Frau: "Was ist mit der hier? Ist auch gut."
Mann: „Nein. Ich will die hier.“
Frau: "Aber…"
Mann: (verschwindet in der Umkleide, kommt nach vier Minuten wieder raus, kauft die Hose)
Frau: (schaut verständnislos)

Mitgehörtes Gespräch Nr. 2:
Mann: "Hm. Die Jacke oder die?"
Frau: "Das kann ich nicht für dich entscheiden. Ich sage nur, die da passt zu deinen restlichen Klamotten."
Mann: "Hm."
Frau: "Ich gehe jetzt in die Damenabteilung."
Mann: "Äh. Halt. Wegen der Jacke…"

Meine Vorurteile bestätigen sich: Männer sind entweder wie ich Typ 1, also total zielstrebig und zackzack – was, zugegeben, in ganz seltenen Fällen zu dunkelblauen Fehlkäufen oder jahrzehntelanger Markentreue ("Ich kaufe nur Schuhe von Mephisto, die stehen mir immer") führt. Oder, Typ 2, irgendwie zu lange unter Mutters Fittichen gewesen und deshalb dauerhaft geschmacksunsicher. Das sind dann die Typen, die ausschließlich von Frauen eingekleidet werden. Wobei es von einkleidenden Frauen auch wieder zwei Typen gibt. Typ 1 staffiert den Kerl aus wie ein Model, damit andere Frauen Herzattacken vor Neid bekommen. Typ 2 hingegen achtet streng darauf, den Mann so anzuziehen, dass er von anderen Frauen für einen kompletten Dorftrottel gehalten wird. Um die Möglichkeit eines Ehebruchs gleichsam im Keim zu ersticken.

Jaja, Women are from Omicron Persei 7, men are from Omicron Persei 9 (*).

Warum Männer lieber Pizza bestellen

by Gunnar on 23. Mai 2009 · 29 comments

Dieser Text klingt nach Männer/Frauen-Klischee, beschreibt aber das wahre Leben. Das Leben von Herrn Kaliban.

Wenn man mit einem Mann essen geht, ist das ziemlich easy: Es gucken beide kurz in die Speisekarte, wählen das, was sie immer nehmen, verständigen sich mit zwei Sätzen über die Biersorte und bestellen dann. Nach dem Essen wirft jeder einen Zwanzigeuroschein auf den Tisch, dann ist man draußen.

Wenn man mit einer Frau essen geht, passieren merkwürdige Dinge. Es fängt damit an, dass die Frau wissen will, was der Mann wählt. Er zögert kurz, sagt dann: Nun, den Burger vielleicht. Sie: Immer isst du Fleisch. Er: Grkmpf. Sie: Nimm doch den Fisch. Er: Grkmpf. Sie: Ach nein, nimm doch den Salat, ich bestelle den Fisch und wir können ja dann nach der Hälfte tauschen. Dann kann jeder zwei Gerichte probieren. Er: Grkmpf.

Kein Mensch weiß, warum Frauen nicht einfach was für sich bestellen und damit gut. Aber es geht ja weiter:

Der Kellner kommt. Er: Ich nehme den Caesar’s Salad, ohne Chicken. (seufzt leise und bitter) Sie: Ich hätte gerne den Zander, aber kann ich den auch mit Reis statt der Kartoffeln haben? Der Kellner: Sehr gerne. Sie: Und statt dem Beilagensalat einfach Gemüse der Saison? Der Kellner: Sehr gerne. Sie: Und achten Sie drauf, dass der Fisch nicht zu weich gekocht ist. Ach, und mein Freund nimmt noch ein bisschen Brot zu seinem Salat. Der Kellner: Grkmpf. Er: Grkmpf.

Es mag sein, dass Männer auch mal was an dem Gericht von der Karte ändern, klar. Aber hey, Weihnachten ist öfter.

Dann kommen die Teller. Der Mann beginnt zu essen. Die Frau kommentiert ausführlich Textur und Farbe des Fisches, probiert von der Portion des Mannes und widmet sich dann ihrem Gericht. Möglicherweise ist der Fisch mittlerweile ein bisschen kalt. Natürlich schmeckt es ihr nicht — der Reis pappt, das Gemüse ist fad und der Fisch kühl. Sie nimmt sich von seinem Salat, mit einem bezaubernden Augenaufschlag. Er seufzt, tauscht mit ihr den Teller und isst ihren Fisch auf.

Das Drama nimmt noch eine Weile seinen Lauf, mit Dessert (“Eigentlich sollte ich das nicht essen”) und Espresso (“Haben Sie den auch ohne Koffein?”). Dann fährt er sie heim.

Nachdem er sie abgesetzt hat, holt er sich noch einen Döner beim Türken an der Ecke.

Probleme mit den Eiern

by Gunnar on 28. Januar 2009 · 5 comments

Neulich besuchte ich einen überteuerten Kochkurs bei Onkel Schuhbeck, den man auch die Krake vom Platzl nennt. Also eigentlich nennt ihn niemand so, nur ein Kollege, der damit mäßig subtil auf die Größe des Schuhbeck’schen Restaurant- und Ladenimperiums anspielt. Ist aber hübsch gesagt, daher übernehme ich den Schimpf mal, jedenfalls solange, bis seine Anwälte den Text hier finden und mich auf Unterlassung sowie die Herausgabe des Kartoffelpufferrezeptes meiner Großmama selig verklagen. Seit dem Kurs weiß ich mehr über Chillisalze, Wirsingzubereitung und die Tatsache, dass die Härte von Messern in Rockwell gemessen wird. Alles schön-schön, aber darum geht’s gar nicht, mich verblüffte vielmehr…

…einer der anwesenden Mit-Kocher. Der, ein gestandener Mann von sicher an die fünfzig Winter, wusste nicht einmal, wie man einen Apfel schält und aufschneidet, geschweige denn, wie man ein Ei halbwegs unfallfrei aufschlägt. Ein Ei! Das ist ja noch unter Schwierigkeitsstufe 1, das ist ja quasi noch Tutorial. Schwer fassbar, das.

Wie hat diese Generation überhaupt bis zur Ehe überlebt?

Vermutlich bis 23 bei Mutti und dann entweder die Kommilitonin oder die Jugendliebe geheiratet. Und seither zwei linke Haushaltshände vorgetäuscht. Ach, es muss damals eine Freude gewesen sein, ein Mann zu sein.

Männer und Frauen

by Gunnar on 20. September 2003 · 0 comments

Auszug aus IHREM Tagebuch

Am Samstag Abend hat er sich echt komisch verhalten. Wir wollten noch auf ein Bier ausgehen. Ich war den ganzen Tag mit meinen Freundinnen beim Einkaufen und kam ein bisschen zu spät – womöglich war er deswegen sauer.
Irgendwie kamen wir gar nicht miteinander ins Gespräch, so dass ich vorgeschlagen habe, dass wir woanders hingehen, wo man sich besser unterhalten kann. Er war zwar einverstanden, aber blieb so schweigsam und abwesend. Ich fragte, was los ist, aber er meinte nur “nichts”.
Dann fragte ich, ob ich ihn vielleicht geärgert habe. Er sagte, dass es nichts mit mir zu tun hat, und dass ich mir keine Sorgen machen soll.
Auf der Heimfahrt habe ich ihm dann gesagt, dass ich ihn liebe, aber er fuhr einfach weiter. Ich versteh ihn einfach nicht, warum hat er nicht einfach gesagt “ich liebe Dich auch”. Als wir nach Hause kamen fühlte ich, dass ich ihn verloren hatte, dass er nichts mehr mit mir zu tun haben wollte. Er saß nur da und schaute fern – er schien weit weg und irgendwie abwesend. Schließlich bin ich dann ins Bett gegangen.
Er kam zehn Minuten später nach und zu meiner Überraschung hat er auf meine Liebkosungen reagiert, und wir haben uns geliebt. Aber irgendwie hatte ich immer noch das Gefühl, dass er abgelenkt und mit seinen Gedanken weit weg ist. Das alles wurde mir zuviel, so dass ich beschlossen habe, offen mit ihm über die Situation zu reden, aber da war er bereits eingeschlafen. Ich habe mich in den Schlaf geweint. Ich weiß nicht mehr weiter. Ich bin fast sicher, dass er eine andere hat. Mein Leben hat keinen Sinn mehr.

Auszug aus SEINEM Tagebuch:

Heute hat Dortmund verloren, aber wir hatten prima Sex.

Keine Ahnung, wer das geschrieben hat. Internet-Fundstück.