Minecraft

Klötzchen, die die Welt bedeuten.

by Gunnar on 2. Januar 2011 · 13 comments

Dies ist ein Gastbeitrag von Fabian Krapp aka Styg. Der Autor ist froh, dass die mit Weihnachten begonnene Völlerei mit dem neuen Jahr endlich ein Ende gefunden hat.
Ein wichtiger und definitiv eigennütziger Vorsatz für 2011 ist, sich viel Zeit zum Daddeln zu nehmen. Vielleicht erscheint ja auch tatsächlich Diablo III. Oder gar der Duke!
Nun aber zu etwas völlig anderem:

Silvester, es dämmert noch: Der erste Hans-Wurst beginnt in der Nachbarschaft damit, sein Feuerwerkskörpersortiment auf Funktionaliät zu überprüfen. Kurz darauf: Dramatische Szenen im örtlichen Discounter. Männer aller Altersschichten liefern sich erbitterte Kämpfe um die Restbestände in der Sprengstoff-Auslage. Konnte ganze acht Raketen ergattern.
Zehn Euro für vielleicht zwei Minuten Spaß. Denselben Betrag habe ich vor einigen Monaten für so ein komisches Indie-Spielchen namens Minecraft ausgegeben – und unzählige Stunden gespielt.

Minecraft kann mit “Ego-Lego auf dem PC” zwar kurz und knapp, aber nur in Ansätzen erklärt werden. Auf minecraft.net steht geschrieben: “Minecraft is a game about placing blocks to build anything you can imagine”. Nachts kommen dann die Monster. Gut, wenn man dann bereits eine Behausung hat oder sogar schon bewaffnet ist. Wer will, schaltet die Monster ab und baut einfach so vor sich hin. Bei über 900.000 verkauften Exemplaren könnte man beinahe von einem Hype reden kann, samt den möglicherweise üblichen Abwehrreaktionen. Für mich war Minecraft, ganz abseits der Titel der großen Hersteller, mein Spiel des Jahres 2010. Weil es zeigen kann, was “Spielen” in unbedarften Jahren und ganz ursprünglich ausgemacht hat: Lass deiner Kreativität freien Lauf und schau’, was dabei herauskommt.

Minecraft ist, was man daraus macht: Keine Level, kein leveln, keine vorgesetzten Ziele, keine Quicktime-Events. Es geht nicht darum, solche Mechanismen kategorisch abzulehnen. Es ist jedoch schön zu sehen, dass es (immer noch) auch ohne geht – und über viele Stunden hinweg Spaß machen kann. Bei Minecraft kommen Motivation und Inhalt aus dem Spieler selbst. Gerade auch im Multiplayer kann das einen sehr starken Sog entwickeln, die gebündelte Kreativität erzeugt erstaunliche Bauwerke und komplexe Welten. Auch darf man für 2011 gespannt sein, was die rührige Community an Mods hervorbringt. Übrigens, mit Texturpacks kann auch die Optik angepasst werden, wenn es dann doch zu wenig Pixel sein sollten.

Neujahr, es dämmert noch: Ein übermotivierter Frühaufsteher beginnt damit, Feuerwerk-Restbestände abzufackeln. Ich erinnere mich, unfreiwillig wach und schlaftrunken, beim Klang der Böller daran, dass ich die Schächte meiner Minecraft-Mine versuchsweise mit TNT statt mit der Spitzhacke weiter in den Berg treiben wollte. Tiefer nach unten, wo sich Monster, Dungeons und Diamanten finden …