Mitmachen

Botschaften an die Jugend

by Gunnar on 8. Mai 2009 · 139 comments

Nachdem das mit dem Mitmachen der wohlriechenden, gut aussehenden Kaliban-Leser bei den letzten Malen (Zukunftsfragen, Album-Cover, Hohlbein-Bashing) so hübsch geklappt hat, würde ich gerne nochmal zu einer kleinen Gedankenübung einladen. Vor allem die, uh, gesetzteren Leser, die mit Lebenserfahrung, grauen Schläfen, ehrlich erarbeiteten Falten und so.

Also, Ziel ist es, Dinge, Umstände, Situationen aufzuschreiben, die wir ältere Herrschaften noch aus eigener Anschauung kennen, die aber den Kiddies von heute absurd erscheinen müssen. Einfach in die Kommentare tippen, ich übernehme die dann nach und nach in den Beitrag. Sollte eine nett zu lesende Liste ergeben. Ein gewisser vorwurfsvoller Unterton gegenüber der heutigen Jugend, die es natürlich viel einfacher hat als wir damals, ist dem Sujet durchaus angemessen.

Ich fange mal an:

Ihr mögt es nicht glauben, aber früher, als wir jung waren…

… haben wir Songs aus dem Radio aufgenommen. Auf Kassetten. Stundenlang gewartet, dann vor Schreck zu spät auf “Aufnahme” gedrückt und am Ende hat der blöde Moderator reingelabert. Übrigens: Wenn die Lieder erstmal auf der Kassette waren, gab es keine Möglichkeit mehr, die Reihenfolge zu ändern.

… und wenn wir gerade bei Kassetten sind: Die Dinger hatten zuweilen Bandsalat, dann labberte das Tonband aus der Hülle und verknickte im schlimmsten Fall. Mit einem Bleistift in einem der Spullöcher konnte man das dann wieder aufdrehen.

… gab es drei Fernsehsender. Drei! Und keiner davon sendete Musikvideos oder Zeichentrickfilme. Die glücklichen Leute in Süddeutschland hatten noch ORF, wir im Norden mussten uns mit DDR 1 als Extra-Sender begnügen.

… konnten wir Haus- oder Seminararbeiten nicht aus dem Internet abschreiben. Wir mussten uns den ganzen Text SELBER AUSDENKEN oder die igelhaarige Brillenschlange aus dem Parallelkurs bestechen, damit er uns das aufschreibt. Es soll vorgekommen sein, dass Studenten oder Schüler zu Recherchezwecken Bibliotheken aufgesucht haben.

… gab es keine Rollkoffer. Gar nicht. Die Leute an den Bahnhöfen gingen schief, krumm gezogen von der Last der einseitig getragenen Koffer und Reisetaschen. Als die Rollkoffer aufkamen, erschienen in einige Tageszeitungen launige Kolumnen gegen diese neue, modische, unmännliche Unsitte.

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Einer muss es ja nehmen

by Gunnar on 18. Februar 2009 · 4 comments

So, ich denke, jetzt ist ausreichend Zeit verstrichen. Ich küre nun offiziell den Gewinner unseres kleinen Wettbewerbs um das, uh, Wolfgang-Hohlbein-Hörbuch.

Es ist: Stefan G. aus L.

Er beantwortete die Frage Warum in Tolkiens Namen willst du ein Hohlbein-Hörbuch gewinnen? angemessen originell mit:

Ich muss mein Studium endlich fertig kriegen, welches seit einiger Zeit irgendwie vor sich hin schlummert. Und dann ist da noch die Steuererklärung von 2007, die immer noch unvollendet bei mir zu Hause herumliegt. Desweiteren muss ich noch einige geschäftliche Termine via Telefon führen, damit ich dieses Jahr wirtschaftlich überstehe. Und überhaupt verdienen es einige gute Freunde, dass ich ihnen endlich einmal zurückschreibe.

Weshalb sollte mir Hohlbein dabei helfen?

Ich bin ein Prokrastinierer; und ein schlimmer noch dazu.
Hätte ich das Hörbuch von Hohlbein vor mir liegen, dann würde ich alles andere lieber machen, als eben jenes mir anhören zu müssen. Dadurch würden die Chancen dramatisch steigen, dass ich etwas von meiner To-Do-Liste (siehe oben) abarbeiten würde.

Eventuell.

So. Zur Vollständigkeit noch Platz 2 und 3, für die es allerdings keine Preise gibt:

Da ich bekennender auditiver Masochist bin wäre ich sicherlich der geeignete Hörer für dieses Hörspiel. Ich erkläre mich auch gerne dazu bereit, die dabei erlittenen Erfahrungen / den Leidensweg zu publizieren, sofern ich es überleben werde. [C’s kleiner Bruder]

Schicken Sie mir das Hörbuch bitte nicht, denn ich würde versuchen, seine Macht zum Guten zu wenden, aber schließlich selbst auf die dunkle Seite gezogen werden. [Gnaur]

Sehr schön, das alles. Hat das Beste in meinen Lesern hervorgebracht. Müssen wir häufiger machen, sowas. Ich bedanke mich.