München

by Gunnar on 26. September 2011 · 1 comment

Zur Feier des aktuell stattfindenden Oktoberfests möchte ich dieses alte Meisterwerk meines Ex-Kollegen Michael Obermeier mal wieder hervorkramen. Stammt aus dem Jahr 2007 oder so.

Print is not dead

by Gunnar on 29. Juni 2011 · 3 comments

Fundstück aus der Kleinanzeigensektion der SZ:

Auch bei diesen komischen Online-Spielern ist Print nicht so tot, wie man meinen möchte. Wer in München Gildenspieler mit “Beruf, Niveau und Stil” sucht, guckt offenbar eher nicht in ein Forum.

Unter Reichen

by Gunnar on 27. März 2010 · 17 comments

Ein kurzer Beitrag, in welchem der Verfasser eines seiner Lebenstraumata aufarbeitet: den immer noch ausbleibenden siebenstelligen Lottogewinn.

Unsere Wohnung ist an einer Bundesstraße gelegen und hat einen Blick auf einen verrotteten Siebzigerjahrebau mit grünen Fensterrahmen. Einerseits. Andererseits liegen die Tempel der Reichen in Altbogenhausen nur einen Schwarzgeldkofferwurf entfernt. Ich muss also nur ein paar Straßen weitergehen, um mich — je nach Stimmung — entweder als Bewohner einer vornehmen Gegend zu fühlen oder von den in Regimentsstärke die Parkplätze bevölkernden Porsches ans eigene Normalverdienertum erinnert zu werden.

Naja.

Wenn ich besonders mutig bin, wage ich mich in den Supermarkt der Reichen, Schönen und schön Reichen: die Feinkostapotheke Käfer. Dort trifft man die kariert pullunderige Jeunesse Dorée Münchens, die Champagner für den Abend einkauft, in der Sonne von St. Tropez verbrannte hagere Endfünfzigerinnen in Begleitung des Körbe schleppenden Hauspersonals, in der Langeweile der 20-Zimmer-Villa füllig gewordene Ehefrauen auswärts übernachtender CEOs, die Hände voller 8-Euro-Schokoladentafeln, strickjackige ältere Herrn mit Luxushunden, geliftete Geschäftsführerinnen, perfekt unrasierte Agenturbosse und ihre italienischen Liebhaber und so weiter.

Und, manchmal, trifft man dort Leute, die sich offenkundig verirrt haben, wie den bedauernswerten Familienvater, der sich eine kleine runde Himbeertarte einpacken lässt, dann das Preisschild sieht und erschrocken nachfragt: “Hier steht 29 Euro! Auf dem Schild in der Auslage hieß es doch 5 Euro?!” Worauf der perfekt geschulte Verkäufer anmutig den Kopf schräg legt und “5 Euro ist der Preis für ein Stück” entgegnet. Der Familienvater wird bleich, winkt nach seinen Kindern und verlässt geschlagen den Schauplatz.

Ich fühle mit ihm.

Was Gott tun müsste

by Gunnar on 22. März 2010 · 16 comments

Vorhin, auf dem Mittleren Ring, fahre ich auf der Geradeaus-Spur gutgelaunt auf die grüne Ampel zu, da zieht aus der Schlange der für’s Linksabbiegen anstehenden Wagen ein Golf raus, direkt vor mich auf meine Spur. Ich bremse. Er kriecht mit 4 Km/h auf die Ampel zu, die wird gelb und dunkelgelb, da gibt er Vollgas, prescht drüber und biegt mit quietschenden Reifen und ausgesprochen gegen die StVO links ab. Rammt fast den letzten der Linksabbieger, hupt frech und ist verschwunden. Ich stehe bei Rot und schaue staunend hinterher.

Was für Stunts Leute abziehen, nur um ein paar Sekunden Ampelstehzeit zu sparen. Irre. Kann Gott die bitte sofort bestrafen, etwa durch Herbeimaterialisieren einer Polizeistreife? Aber Gott ist einem leider in derlei Situationen keine Hilfe, wie schon Calvin wusste:

Muss eben doch endlich die Frontraketenwerfer einbauen, von denen ich schon so lange träume.

Erkenntnisse eines Abends

by Gunnar on 17. September 2009 · 12 comments

1. Wenn jemand ein Motorola Razr aus der Tasche zieht (ihr wisst schon: das hier), dann sieht das mittlerweile so veraltet aus, als würde man eine Rohrpostanlage aufbauen. Erstaunlich. War das nicht quasi vorgestern noch total hip?

2a. Der gemeine asiatische Tourist isst, wenn er in München urlaubt, auch gerne mal beim Asiaten. Da soll noch mal einer über die Deutschen schimpfen, wenn die im Ausland immer nur Wiener Schnitzel ordern.

2b. Wenn der gemeine asiatische Tourist beim Münchenurlaub sein asiatisches Essen verzehrt, tut er das mit Löffel und Gabel. Vermutlich wegen des Exotik-Kicks. Und schert sich gar nicht drum, dass die drumherum sitzenden Europäer sich alle mit Stäbchen abmühen.

3. “Oben” ist wirklich ein ganz großartiger Film, da hat SpOn schon recht. Erstaunlich, wie lässig Pixar Themen wie Krankheit, ungewollte Kinderlosigkeit und Tod in einen Animationsfilm packt. Und sich dann noch als Helden einen 80jährigen Opa aussucht, der am Stock geht und Rückenbeschwerden hat. Davon lassen sich doch bestimmt keine Actionfiguren verkaufen, oder?

Beliebt durch Spielzeug

by Gunnar on 13. Juni 2009 · 11 comments

leider nur ein handyfoto

Mädchenkonferenz am Preysingplatz

Da sieht man mal wieder, wie materialistisch die Jugend von heute ist: Die Bande halbwüchsiger Furien vom Preysingplatz ignoriert meine Tochter, das Goldkindtm, allenthalben bei ihren Spielen, weil sie noch zu klein ist, um Touristen zu überfallen oder die Jungs vom Kirchspielplatz zu vertrimmen. Aber kaum fährt sie mit dem neuen Bobbycar vor und probiert die faszinierende Geräusche erzeugende Hupe aus, da wollen alle ihre Freundinnen sein.

Hm. Hm. Hm. Wir müssen ihr zeitig ein Moped oder einen Flammenwerfer kaufen. Das könnte ihre Popularität noch steigern.

Ich fahre den Ring entlang, quasi auf Autopilot. Mein Stoffwechsel ist am Ende des Arbeitstages auf 45 Prozent, höhere Hirnfunktionen sind abgeschaltet. Aber es ist der Weg, den ich hundertmal pro Jahr fahre, also ordne ich mich korrekt ein, halte Abstand, bremse vorausschauend. Aber natürlich bin ich in diesem Zustand nicht vorbereitet auf den Skoda voller Deppen, der kurz vor’m Abbiegen auf meine Spur zieht und mir voll den Weg abschneidet.

Mein Nebennierenmark prüft kurz meinen Allgemeinzustand, hält mein Überleben für fraglich und schießt mir eine Dosis Adrenalin ins Blut. Ah! Das befähigt mich, zu bremsen, in den Wagen der Deppen rüberzuschauen, geistreich “Ey!” zu rufen und die Arme zu einer dieser “Was soll das?!”-Gesten auszubreiten, wie man sie oft bei unschuldig bestraften Fussballspielern sieht. Einer der Deppen, der hinten links auf der Rückbank, schaut zurück, sieht, dass ich nur ich bin und nicht etwa eine bewaffnete Türkengang, bei schwarzen BMWs weiß man ja nie, und zeigt mir den Finger. Der Depp neben ihm hüpft zu irgendeiner Musik auf und ab, die Deppenmädels vorne schunkeln hin und her. Surreal. Ich, und da schaltet mein Hirn in Zeitlupe, ich sehe alles mit Max Payne-artiger Klarheit, werde erfasst von dieser kalten Wut, die schon viele Männer im Straßenverkehr zu Mördern gemacht hat. Mein Wagen ist jedoch mangelhaft ausgestattet, leider, mit einem sanften Antippen des Auslösers für die vorderen Maschinengewehre ist die Situation nicht zu lösen.

Ich zeige auf den Mittelfinger-Deppen, greife in meine Jacketttasche, entnehme meiner Brieftasche den Presseausweis und zeige ihn deutlich dem glotzenden Deppen, wohlweislich darauf achtend, dass das Wort “Presse” verdeckt ist. Auf ein paar Meter Entfernung sieht ein Ausweis aus wie der andere, Foto, Schrift, Wappen et cetera, ein gewöhnlicher Straßendepp wird ja wohl einen Presseausweis nicht von einer Zivilbullen-ID unterscheiden können. Mit der anderen Hand lege ich vier Finger über mein Gesicht, so dass ich wie durch Gefängnisgitter schaue. Dann zeige ich wieder auf den Deppen und setze einen genervt-herrischen Gesichtausdruck auf. Er versteht. Schaut nach vorne, sagt etwas zu seinen Mitdeppen, die daraufhin das Schunkeln einstellen. Jetzt fahren sie ganz zivil vor mir her und gucken nicht mehr zurück. An der nächsten Kreuzung biegen sie abrupt ab.

Pwnd! Brain beats Mittelfinger.

Aber huh, keine Ahnung, warum mir der Ärger diese absurde Reaktion eingegeben hat. In einem anderen, mindestens genauso plausiblen Hosenbein der Zeit hätten die Deppen gebremst, die zwei Kerle wären ausgestiegen und breitbeinig auf meinen Wagen zugestapft, um mich zu fragen, was, ey, Alter, mein Problem sei und wieso ich mit einem Presseausweis zu winken geruhe. Aber das ist nur einer Parallelwelt und damit einem ganz anderen Herrn Kaliban passiert, puh.

Ach, die Gefahren des Straßenverkehrs sind weithin unterschätzt.

Ach, die Schönheit der Welt

by Gunnar on 28. April 2009 · 4 comments

Marleen. Im Englischen Garten. Mit Mama

Einmarsch in den Englischen Garten

by Gunnar on 14. April 2009 · 13 comments

Englischer Garten, Südzipfel, 7:59 morgens.

Ich jogge.

Nun, eigentlich jogge ich nicht wirklich, aber das geht ja auch kaum, ich schiebe schließlich den bulligen Emmaljunga samt Goldkindtm drin vor mir her und Emmaljunga, das weiß vielleicht nicht jeder, ist ein schwedisches Fabrikat mit breiten Rädern, geländegängig und für die nähere Ewigkeit gebaut. Sozusagen der Volvo unter den Kinderwagen.

Und so jogge ich nicht, aber ich marschiere. Mit gleichmäßig hohem Tempo und entschlossenem Gesichtsausdruck, so dass die Dackel-Ausführer und die Nordic-Walker schon von allein aus dem Weg gehen. Marschieren, das verbrennt nämlich massenhaft Kalorien und stärkt die Unterschenkelmuskeln, marschieren, das ist nämlich eigentlich viel härter als Joggen. Denn: Das härteste, was es gibt, das ist die Rote Armee. Und die Rote Armee marschiert. Oder steht in der Zeitung sowas wie “Die Rote Armee joggt in Georgien ein”? Eben.

Ich marschiere also.

Und weil marschieren aber bekanntlich den Geist nicht anregt — auch da könnte jede beliebige Armee als Beispiel dienen — schaue ich mich sinnierend um. Woran liegt es eigentlich, dass es so viele dickliche Jogger gibt? Man sollte doch denken, Leute, die die Willenskraft aufbringen, früh am Morgen durch Gottes urban eingepferchte Natur zu laufen, sollten auch beim Essen maßhalten können. Oder fressen die abends wie die Redakteure am kostenlosen Buffet, erwachen morgens mit Magengrimmen und schlechtem Gewissen und versuchen dann, durch halbherziges Gewackel, wenigstens 75 Gramm des angefressenen Halbzentners wieder loszuwerden? Hm. Jetzt, wo ich drüber nachdenke, bin ich heute morgen ja auch mit Magengrimmen und schlechtem Gewissen, ach, was soll’s. Schwamm drüber.

Ich marschiere.

Ein Dackel kreuzt todesmutig meinen Weg und kann sich, weil ich rücksichtslos auf ihn zuhalte, nur durch eine Rolle seitwärts in Sicherheit bringen. Erschrocken bleibt er im Gras stehen und glotzt, da ertönt die Stimme seines Herrchens aus dem Off: “Humboldt! Hier! Humboldt von Weissensee! Hier!” Die Stimme ist original die von Heinrich Himmler, aber ich kann den zugehörigen Hundebesitzer nicht sehen, weil mir ein Gebüsch den Weg versperrt. Ist vielleicht auch besser so, ich will gar nicht wissen, wie Leute aussehen, die sich nach Nazigrößen anhören und ihre Stammbaum-Hunde mit vollem Namen rufen. Bizarr. Schwamm drüber.

Ich marschiere.

Ein Vorzeigevater überholt mich. Er joggt, in geschmackvoller Sportmontur, schiebt einen dieser Sportkinderwagen einhändig vor sich her, mit gut gelauntem Stammhalter drin — und telefoniert mit der anderen Hand. Mit einem iPhone. Kann man damit überhaupt telefonieren? Egal, ich hasse ihn spontan ein bisschen, weil, zugegeben, das Joggen mit Sportkarre und passendem Outfit cooler ist als das Marschieren mit Alltagszeug und Kinderpanzerwagen. Egal, das darf mich nicht ablenken. Schwamm drüber.

Ich marschiere.

Und da ist das Ende des Englischen Gartens oder wenigstens ein Ausgang und ich schiebe den Wagen über die Grenze und Jubel brandet auf und der Bundespräsident winkt mit der Goldmedaille im Kinderwagenmarschieren und… Ach.

Schwamm drüber.

Ich schiebe nach Hause, körperlich und geistig erschöpft.

Anti-Blog-Wetter

by Gunnar on 12. April 2009 · 4 comments

Heute kein Bloggen möglich. Ich war einfach zu draußen. Bei so tollem Wetter hat man ja keine überzeugenden Ausreden. Verdammt.

Blick über den Inn

Hofgarten

Schaukeln

Die allseits beliebten Sonntagslinks gibt’s dann morgen, versprochen.

Krisensichere Geschäftsmodelle

März 31, 2009

Einerseits ist es ja beruhigend zu sehen, dass es auch Firmen gibt, die, urks, in der Krise prosperieren. Anderseits ist das eine mild unappetitliche Art, Werbung zu machen. [Gesehen in München, Leuchtenbergring, März 2009] Einerseits ist es ja beruhigend zu sehen, dass es auch Firmen gibt, die, urks, in der Krise prosperieren. Anderseits ist das […]

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Danke, ich nehm’ ihn gleich mit

März 28, 2009

Danke, ich nehm’ ihn gleich mit

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