Neil Gaiman

Schreibblockade

by Gunnar on 7. März 2012 · 4 comments

Auf Tumblr schrub eine junge Dame folgendes:

I’ve seem to be hitting writer’s block far too often now. My grade in my creative writing class is suffering because i don’t turn in anything because i’m never really satisfied with anything i do. all my good ideas seem to turn into bad ones once i write it down. How do you get pass writers block?

Und wurde, o Wunder des Internetzes, vom großen Neil Gaiman einer Antwort gewürdigt, die ich mangels Tumblr-Account dort nicht rebloggen kann, daher mache ich’s hier:

“You turn off your inner critic. You do not listen to your inner police force. You ignore the little voices that tell you that it’s all stupid, and you keep going.

Your grade isn’t suffering because your writing is bad, it’s suffering because you aren’t finishing things and handing them in.

So, finish them and hand them in. Even if a story’s lousy, you’ll learn something from it that will be useful as a writer, even if it’s just “don’t do that again”.

You’re always going to be dissatisfied with what you write. That’s part of being human. In our heads, stories are perfect, flawless, glittering, magical. Then we start to put them down on paper, one unsatisfactory word at a time. And each time our inner critics tell us that it’s a rotten idea and we should abandon it.

If you’re going to write, ignore your inner critic, while you’re writing. Do whatever you can to finish. Know that anything can be fixed later.

Remember: you don’t have to be brilliant when you start out. You just have to write. Every story you finish puts you closer to being a writer, and makes you a better writer.

Blaming “Writer’s Block” is wonderful. It removes any responsibility from the person with the “block”. It gives you something to blame, and it sounds fancy.

But it’s probably more honest to think of it as a combination of laziness, perfectionism and Getting Stuck. If you’re being lazy, don’t be. If you’re being a perfectionist, don’t be. And if you’re stuck, figure out where the story went off the rails, or what you got wrong, or where you need to go deeper, or what you need to add to make it work, and then start writing again.”

Nichts wirklich Neues, aber schön auf den Punkt gebracht. Ich habe auch schon immer gedacht, dass die einzige Methode, eine Schreibblockade zu umgehen, einfach das Schreiben ist — selbst, wenn man etwas Schlechtes schreibt, hat man dabei etwas gelernt, was einen weiter bringt. Es gibt aber natürlich Stimmungen oder Situationen, in denen man besser schreibt als in anderen, bei mir ist das in der Regel das Zugfahren: Die Mischung aus Langeweile und Bewegung finde ich sehr anregend.

Der bebrillte Junge mit der Eule

by Gunnar on 12. Juli 2008 · 10 comments

Tim Hunter

Tim Hunter ist ein normaler, 12jähriger Junge in England, der seine Mutter verloren hat. Er trägt eine Brille und hat schwarze Haare. Nebenbei ist er der potenziell mächtigste Magier der Welt und wird daher von ein paar irren Zauberern unter die Fittiche genommen, damit er nicht der Dunklen Seite anheim fällt. Als erstes schenken ihm die Magier eine Eule als Schoßtier, dann beginnt eine wilde Reise in die Welt der Magie.

Kommt das jemandem bekannt vor? Klingt das wie eine schlechte Harry Potter-Kopie? Ist es aber nicht, Neil Gaiman erfand Tim Hunter bereits Anfang der Neunziger für eine Comic-Miniserie — Harry Potter Band 1 hingegen erschien erst 1997. Wenn man Übles denken wollte, könnte man Frau Rowling vorwerfen, sie hätte sich bei Herrn Gaiman inspirieren lassen. Gaiman wischte das Thema aber selber vom Tisch: “I wasn’t the first writer to create a young magician with potential, nor was Rowling the first to send one to school.”*

Das alles ist übrigens schon eine alte Sache, das Gaiman-Zitat stammt aus dem Jahr 2000. Ich kam nur grad drauf, weil ich in einer Sekunde der Muße in meinen Comics gestöbert und die Books of Magic mal wieder zur Hand genommen habe. Die Geschichte selber hat dann mit den Potter’schen Pubertätserlebnissen nicht allzu viel zu tun — Tim Hunter wird von DC-Recken wie dem kettenrauchenden Trenchcoat-Träger John Constantine unterichtet (anstatt auf ein Magierinternat mit lauter gleichaltrigen Mädchen gehen zu dürfen), trifft Königin Titania vom Elfenland, pflegt enge Bekanntschaft mit einem Succubus und erschafft en passant einen Haufen Parallelwelten, was die ohnehin komplexe Handlung weiter erschwert.

Ist nicht direkt mein Lieblings-Gaiman, aber durchaus lesenwert. Hier kaufbar.